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#449 Vesteralen - Hinnöya | Verzockt, Fahr- und Schwimmtag

Samstag, 4. Juni 2022,   Andöya - Sandsöya

 

 

Moin,

 

Es war spät gestern, somit schlafe ich lange. Erst gegen 11 Uhr werde ich wach und es gibt praktisch nix, was mich aus den Federn haut. Meine Nebenschläfter sind noch tief im Watteland und draußen tröpfelt der Regen auf Zottl’s Pelz. 

Dieser Tag dürfte wettertechnisch mal wieder ein Tiefflieger werden. Besserung nicht in Sicht. Die nächsten Tage werden mies. Outdoor Aktivitäten somit limitiert. Was tun?

 

Ich suche mein Handy, finde es beim Co-Pilot und werfe Google Maps an. Wohin heute?
Eigentlich wollte ich nach Lödingen waschen. Doch am Wochenende ist auf dem Stellplatz sicher viel los. Somit keine gute Idee, besser unter der Woche hin. 

So suche ich weiter und finde die Insel Sandsöya. Sehe dort einen Weg, abgelegen und einsam. Da kommt bestimmt sonst niemand hin. 150 km…3h fahrt. Das geht. Ich hab Bock auf fahren heute und bei dem Wetter. Zwei Bootsfahrten sind auch noch mit dabei, das freut sicher das ganze Team. Der Plan steht also. 

 

Dann mal Heizung höher stellen, warten bis es warm ist, aufstehen. Kurz durchs Bad und vor die Tür. Kühl und feucht. 

Alle noch da. Jürgen und seine Frau sowie der Biker. Letzterer kommt aus Freiburg und is zum Nordkapp unterwegs. Und will bis 18. Juli in Stockholm sein. 

 

Von Jürgen und seiner Frau verabschiede ich mich, die beiden wollen los, haben heute noch ein paar Kilometer zu fahren. War schön mit euch beiden, wünsche euch weiterhin gute Fahrt und viele schöne Urlaube in eurem Les Voyageurs. 

Zur Erinnerung gibts noch ein Foto mit uns allen und dann heisst es Abfahrt.

 

Für uns noch nicht. Ich muss noch einige Dinge am Laptop machen und komme erst später los. Wann genau…wer weiss das schon so genau. Der Co-Pilot sicher nicht, denn er kann keine Uhr lesen. Friedrich auch nicht, der kann nur Bilanzen lesen. 

 

So düsen wir also irgendwann ab. Fahren noch ein Stück der Küste entlang, queren dann Andöya und fahren auf der 82 bis zur Brücke die nach Sortland führt. Die Straße wechselt hier auf die 85. Die Landschaft bisher traumhaft, trotz grauem Wetter. Ein echter Genuss. Die Straße lässt sich auch zügig fahren. 

 




Weiter geht es durchs Hochland auf der 85. Die Landschaft grün, die Berge hoch und oben karg, wir biegen auf die 83 Richtung Flesnes ab, dort wartet die erste Fährfahrt auf uns. Wir fahren hoch am Fjord entlang, schmale Straße und irgendwann kommen uns ein Haufen Autos entgegen. Aha…da ist wohl vor kurzem eine Fähre angekommen. Mal sehen ob wir die noch bekommen. 

 

Da wir von etwas erhöht ins Dorf fahren, sehe  ich gerade noch, wie die Fähre aus dem Hafen schippert. Und als wir an eben diesem sind, stehen wir als erstes Fahrzeug in Line 1. Pole Position. 

Das Wetter weiterhin trüb und naß und nun auch zunehmend windig. Ich finde eine Preistabelle, die Überfahrt wird uns rund 12 Euro kosten. Ein Klohaus steht noch rum und eine von Möwen belagerte Insel liegt vor dem Hafen. Als ein Seeadler die Insel anfliegt, ist das Geschrei groß. 

Ich setz mich lieber wieder in Zottl, esse nen Happen, stelle die Heizung höher bei 9 Grad Außentemperatur und warte. 

 

Nach knapp einer Stunde ist die Fähre wieder da, legt an, entlässt ihre Fracht und ich darf als Erster drauf. Wie immer geht alles ruckzuck und wir sind auch schon wieder unterwegs. Die Überfahrt dauert 20-30 Minuten und ist unspektakulär. 

 

Das Anlege Manöver in Refsnes verläuft sauber und wir können als zweite das Boot verlassen. Fahren aber gleich rechts ran und ich lasse alle anderen vorbei. 

Auf ordentlicher Straße folgen wir weiter der 83 dem Fjord entlang. In Gara verlassen wir das Wasser und wechseln die Seite und düsen gen Harstad. Kratzen auch kurz daran, rollen aber weiter auf der 867 bis zum nächsten Fährkai. In Stornes ist wieder Schluss und wir müssen nochmal auf eine Fähre. Warten ist angesagt. Aber keine 15 Minuten später sind wir auf der Fähre und legen auch schon wieder ab. 20 Minuten dauert die Fahrt, wir stehen ganz vorne und da die Reling nicht hoch ist, können wir direkt aufs Wasser schauen. Sehr cool. Fühlt sich an, als wäre Zottl ein Boot. 

Auf allen Fähren haben wir nix bezahlt. Alles wird über das Kennzeichen und AutoPASS abgerechnet. Einfach genial das System. 

 

Nächster Halt: Grytöya. Eine Insel mit dunklen und bedrohlich wirkenden Bergen im Innland und einem flachen Küstenstreifen. Die Vegetation schon richtig weit. Alles grün, selbst Rasen wurde hier schon gemäht. Kein Vergleich zu Senja. Hier ist Frühling, auch wenn es heute eher nach Herbst aussieht. 

 

                 

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Wir rollen weiterhin auf der 867 über engere Straßen. Kaum Verkehr. Und nach etlichen Kilometern erreichen wir den Abzweig zur Fv125. Befahren schon kurz vorher eine nagelneue, zweispurige Straße und überqueren dann den Fjord auf einer Art Mischung aus Damm und Brücke. Nagelneu. Und kaum sind wir drüber und erreichen den ersten Ort auf Sandsöya, endet die Asphalt Straße und wir fahren auf Dirt Road. Das kommt überraschend. 

 

 

Wir folgen dem Schotterband einmal längs über die Insel. Eine ordentliche Steigung mit Kurven steht uns noch im Weg. Alles grün und blüht…muss bei schönem Wetter wunderschön sein hier

 

Und nach einigen Kilometern, sagt Google „LINKS“ und ich trete in die Bremsen. Links? Scheisse! Das geht nicht. Links ist Privatweg! Da können wir nicht lang. Verdammt. Aber links ist auch da, wo wir hin wollen heute und morgen. Zu einem Fort, dem Sandsöy Fort. Einer Hinterlassenschaft des kalten Krieges. Die Norweger hatten hier ein Ausbildungsfort bis 1989. Es ist zwar unklar, ob man da noch irgendwo rein kann, aber es ist einer der Gründe, warum wir hier sind.

Tja…unser Team macht lange Gesichter, Friedrich verkneift sich sichtlich eine Anspielung auf den nutzlos verfahrenen Diesel. 

 

Naja, immerhin geht die Straße noch ein Stück weiter und endet dann am Meer. Ich folge ihr somit, komme an einer Wendeplatte an der drei verschlossene Schuppen stehen und parke mich etwas ins Grasland, so dass ich niemandem beim Drehen im Weg stehe. 

 

Nicht super perfekt der Spot, aber für ne Nacht gut. Und wir stehen direkt am Meer, haben Blick auf Senja und vielleicht sogar gegen 2 Uhr noch etwas Mitternachtssonne. Die soll noch erscheinen. 

Allerdings schwer vorstellbar bei dem Grau und Regen draußen. 

 

Jetzt aber arbeiten. Laptop an. Schneiden. 

Gegen 21 Uhr mache ich mir Hühnchen in der Pfanne, stopfe sie in einen Tortilla und esse. Natürlich mit BBQ Soße.


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Um 22 Uhr ein Videocall mit Stefan. Der hängt gerade auf den Lofoten rum und hat genauso mieses Wetter wie ich. Gesehen hab ich ihn schon ewig nicht mehr. Zuletzt wohl aufs Kai’s Geburtstag in der Pfalz. 

Bis halb eins und bei nem entspannten Bier reden wir. Danach ist wieder Arbeit angesagt. Und gegen halb drei schaut tatsächlich noch die Sonne raus für ne knappe Stunde. Verschwindet zwar immer wieder hinter Wolken, lässt aber dennoch erahnen, wie schön es hier bei Sonne ist. 

Zudem bekomme ich noch ein paar Vogelaktivitäten vor die Linse. 

 

Erst gegen 4 Uhr beschließe ich diesen Tag. Die Sonne wieder hinter Wolken und ich schon bald unter meinem Federbett. Das braucht es hier immer noch. 

Draußen bläst der Wind, drinnen stelle ich die Heizung über Nacht auf 12 Grad. Das reicht so gerade um die Nase des Co-Piloten auf Temperatur zu halten. 

 

Hoffen wir mal auf besseres Wetter morgen…

 

Gute Nacht und viele Grüsse

 

 

Kai

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