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#407 Kvaløya - Ostermarsch & Erdbeben?

17.04.2022, Ostersonntag, Brosmetinden Trail Head, bei Tromvik

 

Moin zusammen,

 

10 Uhr…Ostersonntag…auf meine Mitreisenden muss ich heute nicht setzen. Sonntag und Ostern…no Way! Da steht keine auf. Niemand!

 

Um 10:30 Uhr schaffe zumindest ich es aus dem Bett. Bad, Dinette…Videos korrektur schauen und danach den Upload starten. Internet hier oben auf dem Berg dank meiner externen Antenne immerhin noch etwas verfügbar. Über Handy im Van kommt nix mehr rein. Ich liebe meine externe Antenne. Eine meiner besten Entscheidungen!

 

Zwei Videos a 6 GB laden nun fröhlich den ganzen Tag vor sich hin. Aber ist ja egal wenns langsam geht. Hauptsache es geht!

 

Und während der Upload läuft, beginne ich mit dem nächsten Video und vergesse völlig, meinen Blog von gestern zu tippen. 

Auch Frühstück geht lange vergessen. Erst deutlich nach 12 Uhr stelle ich fest, das Essenszufuhr mal echt ne feine Sache wäre.

 

Beim Frühstück ist das bei mir so ne Sache. Ich esse tagelang oder sogar wochenlang immer das gleich…bis ich es satt habe. Dann muss was Neues her. 

Es begann am Beginn der Reise mit Rührei und Toast, dann gabs Sandwich, später Cornflakes und jetzt….Spiegelei! Auf die Idee brachte mich Meister Silvio! Danke dafür!!!

 

Also, zwei Eier, Brot in der Pfanne toasten, Salami, Käse, Philadelphia…lecker! Ein Power Frühstück. Noch weiss ich nicht, dass ich diese Power nachher noch brauchen werde. 

 

Gegen 14 Uhr kommt ne Message von Silvio, der ist morgens genauso langsam und entspannt wie ich unterwegs, er will demnächst vor die Tür. 

Ich erwähne ähnliches und so treffen wir uns wenig später draußen. Windig, grau, kühl…aber immerhin trocken. Und nu?

Wie könnte es anders sein, will Silvio auf einen Berg. Aha…auf den da…okay…500 m hoch…oookayyy…

Da es nicht übermässig steil aussieht, gehe ich mit. Wanderstiefel an, GoPro mit und nix zu essen oder zu trinken dabei. 

 

Vorbei an Steinen, einer Holzbank, durch Schneefelder bewegen wir uns langsam gen Berg. Der Wanderweg häufig nicht erkennbar weil unter Schnee und Eis. So suchen wir uns einen eigenen Weg durch die Prärie. Keine Bäume, nur Geflecht und hier und da geduckte Sträucher. 

 

 




Und dann gehts hoch. Erst gemächlich und leicht, dann steiler und schwieriger. Trittsicher sollte man sein, immer wieder kommen wir der Klippe gefährlich nahe. Das behagt mir so gar nicht. Ich stehe nicht gerne an Abgründen. 

Die Strecke, von einem Weg ist kaum was zu sehen, vereist, verschneit und schwierig. Dazu steil bergauf, ich komm gut aus der Puste und frage mich, warum ich mir das nochmal genau antue…einmal umdrehen und Blick schweifen lassen, beantwortet diese Frage. Sack und Asche, was für ein scheiss geiler Blick! Auf Meer, Berge, Küste, Klippen, gefrorene Seen…es ist unglaublich schön. Wie genial sähe das nur aus, wenn die Sonne schiene und blauer Himmel vorherrschen würde! Heute ist ja alles grau!

 

Wir kämpfen uns immer höher, machen Fotos am Abgrund, und überqueren letzte steile Schneefelder…und sind oben. Leck! 528 m hoch. Hinter uns geht es im freien Fall bis runter ans Meer! Ein erschreckender Gedanke. Doch als YouTuber brauche ich natürlich coole Aufnahmen. So filme ich auf allen vieren an der Felskannte mit einem langen Teleskop Stick an dem die GoPro hängt. 

Ich hasse es…aber mache es dennoch mit schnellem Puls. 

 

Ein wenig genießen wir noch den weiten Blick bis Senja und machen uns dann so langsam auf den Abstieg. Durst und etwas Hunger machen sich breit. 

 

Auf dem Weg runter sinnieren wir über den Sinn und/oder Unsinn von großen Overlander Trucks. Kommen dabei beide zu dem Entschluss, dass das für uns nix wäre. Durch Maße, Größe und Gewicht limitiert man sich zu sehr. Versinkt zu schnell in weichem Untergrund und ist mit einem exorbitanten Dieselverbraucht auf der Verliererseite. Dazu noch der Anschaffungspreis…

Dann lieber einen 4x4 Van höher gelegt, Schnorchel, 6 m oder 6,4m, Sperren. Damit ist man leicht unterwegs, eher noch unauffällig, Dieselverbrauch akzeptabel, für eine Person ausreichend, wendig und beherrschbar. 

 

 

                 

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Mit dieser Weisheit kommen wir dann auch wieder bei den Vans an, sitzen gerade in Zottl, als es wieder zu regnen beginnt. Jung, junge, Schwein gehabt. Wir hatten nur einmal kurz leichten Regen. Nun aber stärker und auch wieder windiger. 

 

Und da es auf 17 Uhr zu geht…Kaffee, Kekse und….leck hab ich einen Durst. Ich brauch jetzt was mit Geschmack! Saft? Softdrink? Nix dergleichen im Haus…also…ein Isbjörn Bier. Ah…herrlich! Wenn das nicht gut tut, weiss ich auch nicht! Prost!

 

Nach der schönen Pause geht es für mich wieder an den Laptop und Silvio sortiert sich in seinem Van. 

Um 18 Uhr schreckt mich jedoch ein Erdbeben auf. Zottl wackelt heftig und ich springe auf und checke, ob die Handbremse angezogen ist. Ist sie und ich ziehe sie noch etwas fester an…was war das denn?
Ist irgendwo ne Lawine runter gekommen? 

 

Nein, aber mir schmilzt sprichwörtlich das Wasser unter dem Arsch weg. Wir stehen auf einer fetten Eisplatte und die wird durch Regen und Wind dezimiert. Also auch unter Zottl und an den Reifen. Und somit kommt es zu Bewegung in Zottl. Krass!
Silvio hatte das gleiche Phänomen haute morgen…im Halbschlaf hochgeschreckt, sogar zwei Wasserfalschen umgefallen. Das nenn ich mal einen Wecker! Kurz vor Herzinfarkt!

 


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Gegen 21 Uhr treffen wir uns zum Abendessen bei mir. Die Suppe wird ein weiteres Mal gestreckt…mit Kichererbsen..hihihi…und Tortellini. Das schmeckt tatsächlich super!

 

Als Nachtisch…hm…Kartoffelschnaps mit Schoggi. Läuft! Uns gehts heute wieder hervorragend. 

So geht ein schöner Ostersonntag vorbei und um 23 Uhr beschließen wir den gemeinsamen Abend. Silvio muss durch Regen und Wind zurück zu Curly. Ich lüfte kurz und setze mich noch ein Stündchen an den Rechner. Muss ja noch den Blog von gestern tippen. Sonst gibt es morgen mit Friedrich Ärger. Er kontrolliert ja immer, ob ich meine Arbeit mache!

 

 

Um 1 Uhr falle ich ins Bett und bin sofort weg…

Gute Nacht und bis morgen.

Kai und ein freies Team

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Kommentare: 1
  • #1

    Joachim H. (Dienstag, 31 Mai 2022 19:19)

    Immer wieder umwerfend, diese norwegischen Landschaften - und das war doch wohl auch der wahre Grund dafür, dass Du Dich beim Filmen von der Klippe in die Horizontale begeben hast :-)
    Liebe Grüße, Joachim