#1282 Norwegen - am Ende Stausee und offroad

03.11.2025, Montag

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Hallo zusammen, 

 

schönen guten Morgen von der 17 und unserem Rastplatz. Ruhige Nacht, ruhiger Morgen. Überraschend ist: keine Wolken, der Himmel klar. Na sowas!

Schnell mal ein paar Aufnahmen der Berge und des Fjords. Die Berge werden sogar kurz von der Sonne angestrahlt. Irgendwo ist sie also, doch zu sehen nicht. Laut Wetterradar schieben sich von Süden auch bald Wolken über die Berge. 

 

Als nächstes baue ich mir eine heisse Schoggi mit zusätzlich nem ordentlichen Schuss...nein nicht Whisky...aber Sahne. Die gibt dem ganzen den Kick. Raus vor die Tür damit. Nicht sonderlich kalt, tolle Luft, schönes Bergpanorama. Wow!

 

Der Co-Pilot erscheint in der offen stehenden Schiebetür und verlangt nach dem DJI Mavic 3 Pro Controller. Er will in die Luft. Ich reiche ihm den Controller, er schaut verdutzt....aha...die Drohne soll ich auch noch holen?! 

Grummelnd öffne ich den Rucksack, hol die Drohne raus, stelle sie an, setze sie auf den Boden. Doch nix geht. Was ist los?

Ich checke den Controller...och Co-Pilot....anstellen hilft! Dann verbindet der sich auch mit der Drohne. Scheint wohl unter seiner Würde zu sein. Der edle Herr drückt keine Tasten, er schiebt nur Steuerknüppel. Ich stelle ihm also den Controller an und los gehts. Die Drohne ist erstmal 25 Minuten nicht zu hören und weit weg. Doch hat der Co-Pilot sie stets im Auge...er hat Adleraugen!

 

Als der Co-Pi landet, ist er happy. Faselt noch irgendwas, dass er sich so freut, dass Lena mit auf unserer Reise ist und verschwindet dann wieder im inneren des KaiMANs. Ich verräume das Equipment, lade den Akku und mache uns klar für die Abfahrt. 10 km liegen vor uns bis zur nächsten und letzten Fähre auf der 17.

 

Motor an, rückwärts und dann vorwärts auf die 17. Die Strecke führt uns runter ans Meer, der Küste entlang mit Blick auf schroffe, hohe Berge. Sieht ein wenig aus wie auf Senja. Dort gibt es ähnliche Panoramen und Fahrstrecken. 

 

Nach kurzer Fahrstrecke erreichen wir den Hafen. Die Fähre kommt gerade. Sieht nach perfektem Timing ist. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den Zweiten finde ich heraus: das Ding legt erst um 13 Uhr wieder ab. Jetzt ist es 10 Uhr! Ich hab also 3 h Leerlauf und bin ein Depp. Hätte ich gestern den Fahrplan bei Google Maps angeschaut, wäre das nicht passiert. Ich hätte mir nen Wecker gestellt. 

Nun ja, kann es nicht ändern. Immerhin das Wetter weiter gut. Vorhin auch das erste Eis auf der Fahrbahn. War wohl ne kalte Nacht und kurz war die Feuchtigkeit auf dem Asphalt gefroren. Also immer schön Augen auf wenn man hier bei Temperaturen um 0 Grad unterwegs ist. Vor allem, wenn ohne Spikes.  Da heisst es: Fahrbahn lesen bei nahe, um oder unter Null Grad!

 




So warte ich nun also die nächsten 3 Stunden. Tippe Blog, schneide Video und sehe noch ein paar Sonnenstrahlen. Schaue einem Angler zu der nix fängt. Und hinter uns wird die Schlange der Wartenden immer länger. 

 

Um 12:50 Uhr geht die Schranke hoch, Motor an und als erster aufs Schiff. Punkt 13 Uhr legen wir ab und schippern auf der gut besuchten Fähre 20 Minuten übers Meer. Noch immer weiss ich nicht, was mich die Fähren kosten. Ich bekam noch keine Abrechnung auf www.autopassjferye.no. Dort hab ich einen Account und bekomme somit 50% Rabatt auf die Fährpassagen. Das ist hier keine Werbung, ich verdiene damit nix, spare aber ne Menge Geld. Ist staatlich, seriös und funktioniert nun seit 4 Jahren top. 

 

(Anmerkung: ein Großteil der Fähren auf der 17 sind mittlerweile KOSTENLOS!) Nur für zwei Verbindungen erhielt ich eine Rechnung, einmal ca. 5 Eur, einmal ca. 10 EUR)

 

Wieder an Land, lasse ich erstmal alles was hinter mir die Fähre verlässt vorbei. So kann ich in Ruhe fahren und filmen. 

 

Vorbei kommen wir nun noch am Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark und Gletscher. Dieser ohne Wolken und ohne Schnee. Das blanke Eis liegt noch auf dem Fels. Hellblau schimmert es vor sich hin. Jedoch massiv auf dem Rückzug seit Beginn der 19hunderter Jahre. 

 

Weiter ziehen wir entlang des Fjordes und am Ende durch einen knapp 8 km langen Tunnel. Danach muss der Co-Pilot den Anker werfen. Es geht zwischen zwei Tunnels rechts ab, hoch zu einem Stausee, Storglomvatnet. Tipp eines Followers. 

 

Ich hau also die Bremsen rein, bekomme so gerade noch die Ausfahrt und folge einer einspurigen Strecke an einem See entlang. Vor Steinschlag und der Gefahr, oben eingeschlossen zu werden, falls es zu Hangrutsch oder Wetterumschwung kommt, wird gewarnt. 

 

Am Ende des Sees beginnt der Anstieg. Der KaiMAN kämpft sich einige Kurven hoch, dann kommt ein Bergauftunnel, 1800 m lang. Wir fahren rein...das Ding ist unbeleuchtet und sau steil. Der KaiMAN kämpft. Dritter Gang zu untertourig, zweiter Gang zu hochtourig...er schaltet munter hin und her. Ich reduziere die Geschwindigkeit so, dass er im zweiten Gang bleiben muss. 

Gut haben wir vorne raus gut Licht, da ist es egal, ob der Tunnel selbst beleuchtet ist oder nicht. 

 

Oben spuckt uns der Tunnel aus und wir stehen mitten in der Bergwelt. Nur noch Fels und hier und da ein paar Wasseransammlungen. Es geht kurz bergab, bevor die nächste Steigung mit 12 % kommt. Danach links oder geradeaus, es gibt wohl zwei Staumauern, Google Maps sagt links....10% Steigung nochmal, ein Parkplatz folgt danach und dann auf Schotter weiter die letzten Meter bergauf. Geile Strecke, hier und da steht noch ein PKW, sonst niemand hier. Keine anderen Camper. Es sieht aus wie in der Schweiz auf 2500 Meter. Doch sind wir hier gerade mal 500 m hoch. Eindrücklich!

 

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Oben ein ebener Parkplatz, zwei Gebäude und sonst Steine und Blick auf See und schneebedeckte Berge. Wow...ist das geil. Die Staumauer eine Gewichtsstaumauer.

 

Ich drehe eine Runde, fahre dann den Weg links am See noch ein Stück entlang. Irgendwann wird der Weg ein Nichtmehrweg und ich fahre über grobe Steine noch etwas weiter. Mit Allrad und ATs kein Problem. So komme ich an einen kleinen Strand, parke mich auf Stein nah ans Wasser. Angekommen. Wow! Geil hier. Aber auch ein hure Wind!

 

Die Fahrertür bekomme ich nur mit gut Druck auf, der Wind steht voll drauf. Schnell ein paar Fotos und Videoaufnahmen, dann beginnt es zu tröpfeln und ich verziehe mich in den warmen KaiMAN. 

Nach dem Regenschauer, es dämmert schon und geht auf 15 Uhr zu, gehe ich mit Windmesser raus: 40 km/h. Ziemlich stetig zwischen 30 und 40 km/h hier am Boden. In der Höhe dann wohl deutlich mehr. Drohnenflug fällt aus. 

 

Etwas verweile ich noch hier am See. Dann, bevor es Dunkel wird, fahre ich zurück zu den zwei Gebäuden und parke dort. So nah und fast im Seewasser ist mir dann für eine stürmische Nacht doch nicht geheuer. Nicht das plötzlich Flut kommt, mein der Co-Pilot! 

Ich tätschle ihm den Kopf und beruhige ihn. Keine Sorge mein großer, weis(s)er Bär....

 

Wir parken uns also oben in den Sturm. Ich stelle mich in die Küche, mache mir zwei Spiegeleier und esse sie mit Brot. Lecker! Im Anschluss an den Rechner und arbeiten. 

Gegen 18 Uhr heisst es Kekse tunken und irgendwann stehe ich draußen im Wind und filme Polarlichter. Nicht intensiv und nicht sehr gewaltig, aber es ist hier. Kämpft mit fast Vollmond und Wolken. 

Immer wieder renne ich in der Folge nun rein und raus, Esse später noch kurz Grünkohleintopf und stehe danach wieder draußen. Doch irgendwann will das Polarlicht nicht mehr. Ende.

 

Bis 23:30 Uhr schneide ich weiter, gönne mir danach eine schöne, heisse Dusche und liege um 1 Uhr endgültig im Bett. Draußen bläst der Wind, drinnen ist es gemütlich. 

Frage die sich nun für die nächsten Tage stellt: wie weiter?

Bodö?

Lofoten?

Oder direkt weiter zu gen Narvik? Dort wollen wir jemanden treffen, der in der Werkstatt wartet und hofft, dass das Womo repariert werden kann...

 

Von Winter ist vorerst auf jeden Fall noch nichts zu sehen. Wir liegen in einer Südwest bis West Strömung. Die bringt weder Kälte noch Schnee und nervt. Denn sie bringt Regen und Wind die nächsten Tage. 

 

Für heute aber mal gute Nacht und viele Grüsse

Kai und Team Wind

 

GPS Koordinaten:

abends: Storglomvatnet Stausee

 

 

Unsere heutige Route: ca. 70 km

 

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