06.11.2025
.....
Hallo zusammen,
willkommen zurück. Freut uns, seid ihr wieder mit am Start. Und heute....wirds krass.
Erstmal aber steh ich an der E6 in Norwegen, rund 80 km hinter Fauske. Vor mir arbeitet schon ein fetter Front Loader als ich um 8:30 Uhr aufwache, Blog schreibe und aufstehe. Draußen grau und unschön. Etwas Nieselregen hier und da. Nix wildes.
Um 11 Uhr, nach getaner erster Arbeit, lasse ich den Motor an. Ziel: Region Narvik. Ich bin da in WhatsApp Kontakt mit meinem Reisegspänli. Wenn heute alles gut läuft, kommt das Ersatzteil fürs defekte Fahrzeug an, wird eingebaut und im besten Fall läuft der Van dann wieder. Also Daumen drücken.
Die nächsten Kilometer E6 werden geil. Ich bin diesen Abschnitt noch nie gefahren. Er ist Landschaftlich aber ein absoluter Hammer. Berge, Tunnel, Seen, Kanada Style, Wolken, Grau, Nebel, es ist absolut geil. Toppen kann das nur noch Schnee oder schönes Wetter. Von beidem jedoch heute nix in Sicht.
Kurz werden wir von einer Straßenpatrouille ausgebremst. Strecke blockiert...nach 10 Minuten warten dürfen wir weiter. Ne Wanderbaustelle flickt Schlaglöcher...danke dafür! Das ist wichtig und ein Knochenjob hier draußen!
Wir ziehen weiter, die Landschaft....weiter grandios...die Berge Leute...das ist der Wahnsinn. Das ist praktisch EIN FELS. Ein schwarzer, riesiger Fels. Hunderte Meter hoch, so dicht, dass sich nichts daran festkrallen kann. Ich hab sowas selten gesehen und es ist ein absoluter Hammer diese Strecke. Gut bin ich sie nun mal gefahren.
Als nächstes auf die 827. Wir verlassen somit die E6 für eine andere Route. Nebenstrecke. Nach Dag. Dort sind wir nach einigen Kilometern, nun heisst es kurz warten auf ein Boot. 30 Minuten später dümpelt die Fähre ein, Strom betrieben, alle fahren runter, wir fahren drauf. Was aus der Ferne klein aussah, ist nun doch ne recht lange Fähre. Und nix los. Nichtmal halb voll.
Beim Boarding eines LKW gibts n Problem. Er kommt den Absatz der Rampe nicht hoch. Nun muss ein LKW der vorne neben mir am anderen Ende des Schiffs steht, rückwärts rollen um die Lage des Schiffes zu verändern. Das klappt dann auch gut, der LKW mit Anhänger auf dem ein fetter Bagger steht, kommt aufs Boot. Cool!
Die Fährfahrt dauert 50 Minuten rund und wir haben es ruhig. Aufenthaltsbereiche, Selbstbedienungskiosk, alles was es braucht.
Ich setz mich später wieder in den KaiMAN. Schreibe noch etwas mit meinem Reisegspänli...Ersatzteil ist gekommen. Einbau läuft. Weiter Daumen drücken!!! Es muss klappen! Daran hängt einiges!
Wir erreichen mit unserem Boot bei Nieselregen Kjöpsvik. Grau, es wird schon wieder dämmrig. Geht auf 14 Uhr zu. Der eine Sonnenstrahl der uns vorhin kurz in Dag grüsste, ist schon lange weitergezogen und hat keine Kumpels geschickt.
Runter vom Boot, aufn Parkplatz...essen. Spiegeleier mit Brot. Lecker! Dazu süsse saure Gurken. Kann man essen, sauer ist mir aber lieber.
Und als ich danach kurz vor die Tür trete, etwas Beine vertrete und frische Luft schnappe, kommt eine WhatsApp. Ich lese sie, recke danach ruckartig die Faust zum Himmel und rufe YESSSSSS!!!!!
Die WhatsApp kommt von meinem Reisegspänli in Narvik. Ersatzteil ist drin, Karre läuft wieder. Die bei FORD in Narvik haben es geschafft. Ersatzteil aus Schweden in kurzer Zeit organisiert, sich Zeit genommen, eingebaut und alles läuft wieder! Hammer! Top Job! Kosten: 1.500 EURO. Autsch!
Gut. Nach diesen guten News heisst es für mich nun: volles Rohr gen Narvik. Wir wollen uns heute noch treffen und weiter ziehen. Haben Pläne. Grüne Pläne.
Motor an, los....erstmal fahre ich falsch, auf dem Parkplatz. Kein Scherz. Der ist ECHT nicht groß. Ich vermute aber die Parkplatzausfahrt links von mir...doch da ist sie nicht. Sie wäre meinem Parkplatz schräg gegenüber. Äh ja....zurück...korrekt fahren und jetzt volles Roher. Die nächsten 1,5 h wird der KaiMAN etwas gescheucht. Die Landschaft weiterhin atemberaubend und grau. Der KaiMAN fliegt durch die Kurven und über die Berge, durch die Tunnel. Natürlich immer im Rahmen der StVo....oder so. Nein, wir rasen nicht...maximal mal kurz 90 sonst im Rahmen des erlaubten. Rasen ist teuer in Norwegen. Machen wir nie.
Wie auch immer, wir treffen wieder auf die E6, fliegen weiter gen Narvik. Es wird immer dunkler. Die Wolkendecke bekommt im Westen ein paar Risse.
In Narvik, noch kurz vor der ersten Brücke, quasi einem Vorort von Narvik, muss ich links ins Gewerbegebiet, biege ab und da steht sie schon. Winkt und ich stoppe mitten auf der Straße. Moin...servus...hallo...da drüben steht ihr...alles klar...ich fahre hin, steige aus und wir umarmen uns. Seit dem Caravan Salon Düsseldorf nicht gesehen....Katja...meine Polarlichtjägern. Passionierte Fotografien, macht Astro und Polarlicht Workshops, schreibt Artikel und Bücher über Polarlicht und Kajak Touren (www.nacht-lichter.de). Ach wie schön ist es, dass wir uns hier treffen! Die Freude ist riesig. Auch darüber, dass der Van wieder fährt. Ein Karosseriesteuerteil war feucht geworden, ausgestiegen und kaputt. Bekannter Fehler beim Ford Nugget! Trat nun schon das zweite mal bei Katja auf.
Das wir nicht noch im Kreis springen und hüpfen vor Freude ist echt alles. Schnell wird besprochen was wir machen, dann fahre ich kurz tanken und die beiden machen noch letzte Handgriffe im Nugget.
Amazon Link für alle anderen Einkäufe:
10 Minuten später....Abfahrt. Im kleinen zweier Konvoi. Ziel: Schweden! Japp....überraschende Wendung. Wir verlassen das Mistwetter in Norwegen und ziehen rüber nach Schweden, Kiruna. Dort kalt, Schnee liegt und vor allem wichtig: klarer Himmel. Heute und morgen Polarlicht vom feinsten vorhergesagt. Das lassen wir uns nicht verpassen. Dafür werden auch mal Kilometer gemacht.
Es ist eine Jagd, nach Polarlicht, nach Wetter, nach Standort. Da wird auf nix anderes mehr Rücksicht genommen. Sowas geht auch nicht mit jedem, doch wir wissen: Katja und ich sind ein top Team. Ist ja nicht das erste Mal das wir jagen. Katjas Mutter Ursula ist auch mit am Start. Wir sind also ein dreier Gespann.
So jagen wir nun durch die Nacht. Über die Brücke bei Narvik, die kostet uns wieder einige Euro...egal...weiter. Rechts ab gen Schweden. Kiruna rund 90 km. Keine Distanz für uns. Es ist trocken mittlerweile, Temperatur bei 8 Grad. Wir fahren also weg von der Küste und in die Berge. Irgendwann liegt Altschnee, 5 Grad. Wir kommen auf über 500 m hoch. Grenze Schweden...niemand da. Wir rollen einfach drüber. Noch mehr Schnee auf der anderen Seite. Es geht bergab, wir fahren gen Absiko NP. Die Wolken reissen auf...Mond...und als ich die Kamera raushalte...erste Polarlichter um 17 Uhr. Wow....ich filme während der Fahrt. Die Temperatur sinkt...es wird endlich Winter. Wir erreichen Dauerfrost...tiefster Wert minus 4 Grad auf der Fahrt. Geil. Die Straße teils glatt obwohl die Temperatur da noch bei plus 5 Grad. Ja, alles anders hier oben.
Unser erster Spot im Abisko NP ist nix. Wolken. Weiter. Wir jagen bis Kiruna, gerne würd ich einen Blick in die Stadt werfen, was hat sich verändert im Vergleich
zum letzten Besuch?Aber keine Zeit, andere Themen sind heute wichtiger. Der Himmel klar nun , wir müssen zum Polarlicht Parkplatz den Katja hier kennt. ausgerichtet gen Norden. 10 Minuten später
befahren wir den eisigen Parkplatz. Angekommen. Keine Zeit verlieren.
Anziehen, warm! Kameraeinstellung. Stativ. Schneeketten an die Gummistiefel und los vor an den See. Grün schon am Himmel.
Amazon Link für alle anderen Einkäufe:
Warum wir uns so beeilen, zeigt sich 20 Minuten später. Eine Polarlicht Show vom feinsten! Unfassbar. Gänsehaut. Dafür lohnen sich 3500 km Fahrt. Traumhaft! Gewaltig. Lebendig. Es wabert über uns hinweg, der Himmel explodiert förmlich es ist unfassbar geil. Meine erste Show auf diesem Trip und was für eine! Traum!
Genau deswegen fahre ich hier immer wieder hoch. Für diese Momente, für diese Eindrücke. Die lassen mich nicht mehr los. Das ist wie eine Droge. Braucht man immer wieder. Versteht nicht jeder, aber das ist völlig irrelevant und egal. Wichtig ist, dass ich es verstehe und dem folge, was MIR wichtig ist und was ich will. Und nun hier zu stehen, mit Katja und ihrer Mutter und das gemeinsam zu erleben ist einfach fantastisch und unbeschreiblich.
Die Show dauert rund 3-4 Minuten. Dann flacht sie ab und der Himmel erlischt. Wow..was war das denn! Wir sind gefälscht. Haben ja beide schon viel gesehen, aber diese Show kommt auf die Top 10 Liste.
Der Himmel pausiert, wir labern, warten, genießen....bis die nächste Show kommt. Nicht mehr ganz so krass, aber auch gut, jedoch kürzer. Danach...warten...kleinere Aktivitäten....nix so gewaltiges mehr. Um 22 Uhr, nach 3 h bei minus 5 Grad draußen, rein in die Vans. Maultschensuppe und aufwärmen. Um 23 Uhr wieder raus, nochmal ne kurze Show...bis 0:45 Uhr. Dann Ende.
Zurück zu den Vans...aufwärmen, klar machen fürs Bett und schlafen. Morgen geht es hier weiter. Evtl. nach Kiruna, evtl. ein Eishotel, evtl. sogar Sonne. Schauen wir mal.
Glückliche Grüsse und gute Nacht
Kai und Team
GPS Koordinaten:
abends: Kiruna
Unsere heutige Route: ca.450 km
Amazon Link für alle anderen Einkäufe:
Amazon Link für alle anderen Einkäufe:



















Kommentar schreiben
Katja (Dienstag, 18 November 2025 18:47)
Wow, das jetzt nochmal zu lesen, bereitet mir richtig Gänsehaut! Das war wirklich ein tolles Wiedersehen und eine Polarlichtjagd wie sie im Buche steht. Da hat echt alles gepasst. Die Entscheidung war glaube ich goldrichtig. Gut, dass die Jungs in der Werkstatt so schnell waren - wie ärgerlich wäre es gewesen, wenn wir das verpasst hätten!
Ich freue mich auf viele weitere Polarlichtnächte mit dir!
LG, Katja
Brigitte (Mittwoch, 19 November 2025 02:38)
Hallo Kai
Deine Polarlicht Fotos haben mich echt umgehauen. Vielen Dank dafür, daß wir das sehen dürfen.
Ich freue mich und bin gespannt auf das, was noch kommt.
LG Brigitte
Schmidt Jutta (Donnerstag, 20 November 2025 08:15)
Hallo Katja, hallo Kai,
welch grandiose Show war das gestern?!!! Katja danke,dass du Kai auf den richtigen Platz "gelotst" hast. Ich freue mich schon heute auf weitere gemeinsame Jagden,auf dieser Tour und vielleicht auch im nächsten Jahr. Grüße ans gesamte Team und auch an die Mama,Jutta, die schon lange mitreist.