#1291 Norwegen - Bis ans Ende mal wieder!

Mittwoch, 12. November 2025, Die Ruhe vor dem Sturm

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Hallo zusammen, 

 

guten Morgen um 10:30 Uhr. War nach 3 Uhr letzte Nacht eh ich im Bett lag. Daher heute länger geschlafen. Draußen verpasse ich nichts. Es ist grau draußen als ich die Verdunklung runter lasse. Da bleibt man doch am liebsten im Bett.

Doch nix da, aufstehen, heisse Schoggi machen und ein paar Dinge erledigen. Ruckzuck ist es bald halb 12 Uhr und ich endlich mal vor der Tür. Ich will langsam los. Hab noch 90 km bis zum Ende vor mir. Die würde ich gerne möglichst bei Licht fahren. 

 

So schlendere ich noch eine schnelle Rund über den Schlafplatz, treffe auf ein NO CAMPING Schild...huch...gestern gar nicht gesehen. Aber...wir haben hier ja auch nur geparkt. 

 

Ich klopfe  noch bei Katja und verabschiede mich für 1-2 Tage. Die Wege trennen sich nochmal aufgrund von anstehendem Sturm. Den wollen Katja und Mutter in Kirkenes aussitzen. Ich nicht. Unser Team fährt nach Grense Jakobselv. Noch ist dort keine Wintersperre. Wir kommen also hin. 

 

Denke aber, dass wir uns in zwei Tagen hier in Kirkenes wieder treffen und dann überlegen, ob wir gemeinsam weiter ziehen oder wie die Pläne so aussehen. Mal schauen. 

 

Der KaiMAN springt klaglos an und wir fahren ab. Tschö mit Ö und bis in ein paar Tagen. 

 

Wir rollen runter zur E6 und folgen ihr gen Kirkenes. Gut zu fahren. Wie immer nix los, die Strasse auch nicht vereist wie vor zwei Jahren. Wir kommen zügig voran. Stecken mal im Nebel und mal nicht. Ein Mülleimer kreuzt zum Glück noch unseren Weg und schon sind wir in Kirkenes. Der Diesel bei über 22 NOK. Gut haben wir gestern noch in Finnland getankt. Kirkenes lassen wir hinter uns und folgen der E6 und später der E105 bis zur russischen Grenze. Militär oder sonstiges ist nicht zu sehen. Gar nix. 

 

Kurz vor der Grenze, auf den Schilder ist schon Murmansk angeschrieben, fahren wir links und auf die Fv 8860 gen Grense Jakobslev. Vor zwei Jahren waren wir hier auch mit dem KaiMAN 1.0. Nun  80 cm länger und unserem eigenen Van. Die Strecke vereist und verschneiter, die Steigungen und Gefälle aber gesplittet. An einer Steigung stoppe ich auf einem Bereich, der kein Split aufweist. Anfahren mit Allrad. Ein Problem? Nö...der KaiMAN fährt einfach los. Ein Zottl hätte hier sowas von die Biege gemacht....der KaiMAN...fährt ab. Ich liebe Allrad einfach. Keine Sorgen mehr machen müssen am Berg bei Schnee und Eis. Unbezahlbar für mich!

 




Rund 40 km Landstraße liegen nun vor mir. Ich glaube, auf der ganzen Strecke kommen mir 5 oder 6 Fahrzeuge entgegen. Hier ist der Hund sowas von begraben! 

Landschaftlich aber echt schön, frisch mit ein paar Zentimetern verschneit. Endlich weisses Zeug. Hat verdammt lange gedauert!

 

In Vintervollen steht die Schranke weit offen, die Straße ist gepflügt und geschottert und wir können gen Gense Jakobslev  fahren. Lange wird hier nicht mehr offen sein. 

Was folgt ist eine Berg und Talfahrt. Vorbei an Meer, Seen, Bergen, dem ältesten Fjell Norwegens und irgendwann kommt ein Schild: Russische Grenze gleich da unten. Verhaltensregeln!

 

Stoppen für ein paar Fotos und weiter, Berg runter, an den Grenzfluss der hier die Grenze geschlängelt zieht. An einer Stelle kommt man direkt an die Grenze. Straße, kleiner Abhang...Fluss... Grenze in der Mitte des Flusses. Man könnte durchwaten. Vielleicht gefriert das Ganze im Winter sogar. Russland zum Greifen nah und doch so fern. Irgendwie surreal. Auf unsere Seite ein gelber norwegischer Grenzpfosten, auf der anderen Seite ein grün-roter russischer. Videoüberwachung wird per Schild mitgeteilt und dass das Passieren absolut verboten ist. 

 

Da die Zeit fortgeschritten ist, ziehen wir zügig weiter. Kommen an ein paar Häusli vorbei und später vor ans Meer. Dauerhaft wohnt hier niemand mehr. Schon seit langer Zeit.

 

Zweimal links und wir erreichen das Ende. Wendeplatte. Hier könnte ich noch ins Meer fahren...entscheide mich aber für 100 m bergauf. Dank Allrad kein Problem. Wo ich dort parken kann, weiss ich. Ich stelle mich genau dort hin, wo ich vor 2 Jahren mit dem KaiMAN stand. Angekommen. Geil!

 

Niemand hier aus uns. Ruhe und Frieden. Das Wetter grau aber trocken mit leichtem Frost. Ziemlich harmlos also. Und bevor es gleich grabbe Nacht ist, noch schnell ne kurze Runde zurück zur Wendeplatte, auf den Kai und wieder zurück. Hier startet übrigens ein Radweg nach Portugal. Schlappe 7.500 km. Na wie wärs Claudia? Das ist doch n Klacks für dich! 

 

 

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Die nächsten Stunden sitze ich im KaiMAN und schneide, tippe, arbeite. Esse Rotweinkuchen mit ordentlich Sahne und abends noch n großes Stück Lasagne. Als ich irgendwann mal raus schauen, schneit es leicht.

 

Wooohooo...endlich...SCHNEEFALL!!! Man mussten wir dafür weit fahren. Das sind tatsächlich unsere ersten Schneeflocken auf dieser Tour. Ganz oben an der Barentsee. Schon verrückt irgendwie. Aber geil. Endlich Winter. Und wir haben noch Zeit bis 22. Dezember. Genial!

 

Wir haben auch noch so einiges vor. Einige Zeit vollen wir noch hier an der Barentsee verbringen. Nordkap steht auf dem Plan und dann Westküste Norwegen bis Lofoten wenns geht und das Wetter mitspielt. Schauen wir mal. Zurück via Schweden, das steht ziemlich fest. 

 

Gegen Mitternacht trete ich nochmals vor die Tür. Leichte Minusgrade, leichter Schneefall. Schön! Dürfte auch gerne mehr sein...

 

Wie es hier morgen weiter geht, ist noch nicht klar. Sturm zieht ab Mittag auf und bleibt bis Samstag in der Region. Wo wir den aussitzen, ist noch nicht klar. Viele Strecken bei so einem Wetter gesperrt. Da können wir eh nicht viel ausrichten. Evtl. bleiben wir zwei Nächte hier in der Ecke und fahren anschließend zurück nach Kiruna. Einkaufen, durch die Stadt schlendern, Katja treffen...und Samstag weiter ziehen. Mal sehen wie es kommt. Meist ja ohnehin anders als man denkt. 

 

Um halb 2 Uhr liege ich endlich im Bett. Alle Systeme im KaiMAN laufen rund. Keine Probleme mit Heizung, Strom oder MAN. Hoffe es bleibt so die nächsten Wochen. 

 

Gute Nacht und bis morgen. 

 

Viele Grüsse

Kai und Team

 

GPS Koordinaten:

abends: Grense Jakobselv

 

 

Unsere heutige Route: ca. 90 km

 

 

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