Montag 17.11.2025 Vardö
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Hallo zusammen,
wiedermal...gut geschlafen im KaiMAN. Am Meer. Im Steinbruch. Schön ruhig.
Das Wetter knapp unter Null und ziemlich klar. Noch immer kalter Wind, am Horizont ne Wolkenbank. All das führt wieder zu orange und rosa am Himmel. Wow! Immer wieder geil.
Aufstehen, Heizung höher stellen, heisse Schoggi machen, aufräumen, abwaschen. Immer das Gleiche. Das morgendliche Ritual.
Um 9:30 Uhr lasse ich den Motor an, der Co-Pilot startet die Drohen und wir legen ab. Das Team komplett vorne dabei, nur Flauschy nicht. Die hat ja jetzt wieder 5 Tage frei.
Erstmal läuft alles gut. Wir fahren ein paar Meter der Bucht entlang, leicht frisch verschneit die Zufahrt zum Steinbruch, das Meer ruhig mit rhythmischen Wellen die an Land schlagen. Bis auf den Wind, das Wetter prima. Gut zu fliegen.
50 m vor der E75 sehen wir einen Ford Nugget auf der Strecke an unserer Steinbruchzufahrt entlang jagen. Katja und Mutter...was für ein Timing.
Aufgrund der Drohne, benötigen wir jedoch noch etwas länger, so dass wir die beiden wieder aus den Augen verlieren. Co-Pilot kämpft mit Wind und Friedrich schaut ängstlich nach rechts. Ziemlich dunkel da. Und Schneeflocken fliegen durchs Bild. Ups...dunkle Wolken...
Wir biegen nach rechts auf die E75 ein und sehen das Elend vor uns. Im Rückspiegel schöne und tolle Farben, vor uns tiefdunkle Wolken und Schnee. Wir müssen uns beeilen mit der Drohne. Und beeilen und Drohne ist immer Scheisse. Das führt meist zu Fehlern.
Erst läuft noch alles gut, ich fahre, der Schnee fliegt, der Wind von vorne die Drohne hoch und folgt. Danach will der Co-Pilot uns noch von vorne, rückwärts fliegend filmen. Im Sportmodus. Nur so kommen wir noch gegen Wind und Schnee an. Er platziert die Drohne am Himmel, dann los...erst hoch...dann tief....dann Windböen...noch tiefer und...FUCK....Vollbremsung. Also von der Drohne und von uns. Die Drohne liegt dabei aber auf dem Kopf. Sie war tief....verdammt tief....20 cm tief...dann Windboe oder ein Flugfehler...die Drohne rückwärts mit Bodenkontakt und Überschlag. Gut flog sie nicht schnell, is ja heftiger Gegenwind.
Ich Warnblinker an, Vollbremsung um nicht noch über die Drohne zu fahren die am rechten Straßenrand ihren Bodenkontakt hatte und dort nun kopfüber liegt. Ich schiebe die Tür auf, der Wind drückt dagegen, stehe auf der rutschigen Straße, renne 15 m zur Drohne, sammle sie ein und würge die Tür wieder auf und bin zurück im Van.
Uff...der Co-Pilot schaut fassungslos und völlig bedröppelt. Schon wieder kaputt das Teil??? Friedrich ist zu schockiert um zu reagieren. Wohl auch weil Lena ihn festhält und ihm ne Tatze auf den Mund legt. Danke Lena!!! Deeskalation kannst du!
Frieder also ruhig gestellt, der Co-Pilot schockiert und ich schaue mir das Übel kurz an. Zwei Sensoren haben sich von den Beinen gelöst. Propeller, Gimbal, Arme...alles heil. Nur die zwei Sensoren baumeln an ihren Kabeln. Überall Schnee. Ich stelle die Drohne in den Fussraum, soll erstmal trocknen und fahre wieder an. Das Schneeschauer begleitet uns noch ne Weile, klingt dann ab. Wir treffen auf Katja und Mutter und fahren im zweier Konvoi weiter gen Vardö. Die Stimmung im KaiMAN gedrückt. Am schlimmsten bei Friedrich, der wird weiterhin ruhig gestellt von Lena. Hätte ich ihr gar nicht zugetraut, aber da greift sie jetzt mal ziemlich durch und bändigt den kleinen Braunen.
Kurz vor Vardö geht es nochmal ordentlich den Berg hoch. Die Straße gut zu fahren, wenig verweht, aber eisig und verschneit. Nix wildes also.
Nach der Bergpassage erscheint die Insel Vadö im Bild mit ihren Nato Radarkuppeln. Links ein Rastplatz mit Mülleimer. Super...ich werfe den Anker, stoppe, entsorge den Müll. Schaue mir noch kurz die Drohne an...hm...müsste man kleben können. Vielleicht kann man die Sensoren auch einfach wieder in ihre Position stecken. Der Schaden, mit etwas Glück, also mit Klebstoff oder mit stecken zu beheben. Evtl. Schwein gehabt. Der Co-Pilot wattet etwas durch, schaut ein klein wenig hoffnungsvoll und auch Friedrich beruhigt sind ein wenig in den Fängen von Lena.
Klebstoff....hm...haben wir keinen an Bord...müssen wir kaufen...denke ich. Ohne es auszusprechen.
Nachdem der Müll Geschichte ist, gehen wir 3 km tauchen. Durch den Tunnel und zack...willkommen zu Hause! Halle Vardö. Sieht aus wie vor nem Jahr. Etwas Schnee, Eis, winterlich, um die Null Grad. Nix los. Schön!
Unser erster Stopp ist das Hexendenkmal beim Friedhof. Wir parken bei der Kirche und marschieren rüber zu dem länglichen Bau eines Schweizers. Als wir eintreten, sieht es aus wie immer. Schummeriges Licht, Plakate mit Namen an den Wanden. Dazu geschrieben was den Personen vorgeworfen wurde und das Todesurteil. Alles Hexen und Hexer die hier aus reinem Wahnsinn hingerichtet wurden. Immer wieder unfassbar. Das Bauwerk noch genauso gut in Schuss wie vor 4 Jahren als ich hier das erste mal stand. Alle Glühlampen glühen vor sich hin. Alles funktioniert und sieht gut aus.
Und es ist wie verhext, als wir am Ende des 100 m langen Gebäudes, das hier direkt an der Küste steht, wieder raus kommen, ist ein Schneesturm ausgebrochen. Es windet und schneit wie verhext. Bestes Winterwetter...herrlich. Wir laufen zum ewigen Feuer im Nachbargebäude. Auch hier alles top erhalten. Stuhl, Flamme, Spiegel...alles noch da, alles tut.
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Wir verweilen einige Momente und laufen im Anschluss durch den Schneesturm zurück zu den Vans.
Weiter geht die Fahrt über verschneite Straßen auf einen Zipfel raus. Dort steht ein Drachenboot an Land. Fotogen vor allem. Das Wetter nun wieder freundlicher und ohne Schneefall.
Das Drachenboot erreichen wir gut. Es steht noch gut im Wind, auch wenn gefühlt ein paar Latten fehlen. Tolles Fotomotiv auf jeden Fall. 30 Minuten verbringen wir mit filmen und fotografieren. Hinter uns klatscht das Meer an Land, vor uns das Drachenbott und dahinter der Rest der Insel.
Hier trennen sich nun unsere Wege. Katja und Mutter fahren zum Schlafplatz nach Downtown und ich noch bis zur Landspitze raus. Damals mit dem KaiMAN 1.0 gemacht...mal sehen, ob das mit dem 2.0 auch gut geht.
So folge ich der Strasse, die Fahrspuren hören irgendwann auf. Weiss auf dem Weg. Man darf hier aber fahren, offizielle Straße. Sogar beleuchtet. Doch nicht für alle Autos geeignet und Schotter. Erst wird es schmal, ein MAN geht gerade noch ohne Buschkontakt durch, dann eine steile Passage die bei diesen Verhältnissen nur mit Allrad zu machen ist. Schwung ist nicht, zu wellig. Oben geht es dann ein Stück eben mit Schneewehen bevor ein Absatz kommt mit leichtem Linksknick. Geht somit kurz bergab, machen ATs und KaiMAN locker. Bin gespannt auf die Rückfahrt. Die letzten Meter noch ein paar Schneewehen und schon sind wir da.
Mülleimer, Parkplatz, Sitzgarnitur, Minileuchtturm. Keiner hier ausser uns. Wir sind die Ersten, die hier wieder Spuren hinterlassen. Und auch nur dank des Allrads. Ohne wären wir hier nicht hin gekommen.
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Am Himmel schon wieder dunkle Wolken und nach der ersten Rund Fotos und Filmaufnahmen kommt wieder ein kurzer Schneesturm vorbei. Mittlerweile schon wieder Dämmerung. Hier so alleine am Ende der Insel im Schneesturm...schon sehr cool. Schade darf man hier nicht nächtigen. Verbotsschild untersagt es.
20 Minuten genieße ich, dann mit abklingendem Schneesturm, fahre ich zurück. Den Absatz mit Knick meistert der KaiMAN locker. Einfach etwas mehr Gas und schon schiebt uns der MAN TGE 4x4 den Berg hoch. Ich liebe es! Bodenfreiheit reichte auch locker. Wir düsen zurück nach Vardö Dowtwon mit einem kurzen Abstecher durch ein Wohngebiet. Einstöckige Häuser, noch wenig Weihnachtsschmuck.
Downtown fahren wir auf die zweite Landspitze hinaus und treffen dort wieder auf den Nugget. Parken uns dazu. Jetzt erstmal was Essen. Brot mit gekochten Eiern. Lecker! Danach Arbeit und gegen 15:30 Uhr lasse ich den Motor wieder an und fahre zum Rema 1000 hoch. Der liegt aufm Berg. Aber auch das macht der KaiMAN easy. Auch Anfahren an der Steigung...ein Lächeln und hoch.
Parken, Einkauf...ich finde Klebstoff und ein paar andere Dinge wie Milch, Gurken, Bamse Mums. Letzteres für den Co-Pilot zur Aufmunterung nach dem Crash. Das wird ihn wieder lächeln lassen. Bin ich mir sicher.
Als ich rauskomme...wieder Schneesturm....
Nächster Stopp V&E am Hafen. Zugangscode ist noch immer *123456*. Die Sterne nicht vergessen, dann kräftig ziehen, die Tür klemmt. Innen alles sauber und gut riechend, wie immer. Ich entsorge BioTioo Urin und bin wieder weg. Treffe jedoch noch auf Steve, einen anderen deutschen Camper der hier oben rumkurvt. Hat mich gefreut!
Jetzt aber wieder zurück zum Parkplatz draußen im Wind. Mit etwas Glück bekommen wir Wolkenlücken und Polarlichter.
Und so kommt es auch. Um 20 Uhr geht es los und dauert 2 Stunden. Tolle Show, cooler Spot. Katja und ich sind happy mit der Ausbeute des Abends. Gegen 22:30 Uhr herrscht wieder Ruhe am Himmel. Jetzt heisst es ab an den Laptop und schneiden. Draußen jagt der Wind um die Vans, Katja und Mutter stehen dicht am KaiMAN, der besser im Wind steht als der Ford und somit Windschutz gibt.
Gegen halb 2 Uhr gehe ich erschlagen ins Bett. Uff...durch für heute. Ohropax ins Ohr....wo sind die Dinger....10 Minuten suche ich sie...finde sie in der falschen Schublade....war da Flauschy heute etwa langweilig und sie hat hier etwas Schabernack getrieben?
Fragen kann ich sie nicht, sie flauscht schon tief und fest.
Ich jetzt auch...gute Nacht und bis morgen.
Viele Grüsse
Kai und der Bruchpilot
GPS Koordinaten:
abends: Vardö
Unsere heutige Route: ca. 79 km
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