19.11.2025 Es wird affenkalt!
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Hallo zusammen,
guten Morgen aus Vardö. Voll verpennt. Wecker klingelt irgendwie nicht mehr laut sondern nur Stumm. Keine Ahnung warum. Macht null Sinn. Ist das so ein iPhone 17 Joke?
Statt um 8 Uhr stehe ich so um 9 Uhr auf. 1 h Tageslicht verloren. Scheisse. Heute brauchen wir es. Wir müssen Kilometer machen.
Die Nacht war gut, aber windig. Hat ziemlich um den Van gerauscht. Heute morgen auch noch. Ich baue mir schnell ne heisse Schoggi, wasche mangels Zewa nicht ab, räume auf und Motor an. Abfahrt. Draußen leichte Plusgrade und Tauwetter. Der Himmel am Rand bewölkt, sonst aufgelockert
Wir verlassen Vardö heute, tschö und bis bald mal wieder, und machen Kilometer bis vermutlich Karasjok. Kältetest. Dort soll es runter bis -20 Grad und kälter gehen. Und da unser übergeordnetes Ziel das Nordkapp ist, liegt das ja auf m Weg. Praktisch also.
So düsen wir durch den 3 km Tunnel, 90 m unterm Meer, stoppen nochmal kurz am Rastplatz und ich entsorge Müll. Dann flott weiter gen Vadsö. Nicht ohne jedoch nochmal den Aufklärer in die Luft zu lassen. Und der fliegt wieder super, gelenkt vom Co-Pilot der alles gibt und hochkonzentriert dem KaiMAN am Boden folgt.
Vadsö erreichen wir nach schöner Fahrt und halten uns dort nicht auf. Fahren direkt weiter in ein heftiges Schneeschauer. Es haut für 15 Minuten runter wie Sau. Obwohl Mittag, meint man, die Dämmerung startet schon.
Als das Schauer durch ist und wir Varangerboten erreichen und ich nicht tanke weil mir der Sprit zu teuer ist, wird es auch tatsächlich schon dämmrig. Ich gebe dem KaiMAN die Sporen. Nix los auf der Strecke, alles gut zu fahren, die gewöhnliche Eis- und Schneemischung unter den Reifen. Damit kommen wir weiterhin gut klar. Fliegen also über die E6 nach Tana Bru. Dort hatten Katja und Mutter genächtigt. Sind vor ner Stunde aber weiter. Auch gen Karasjok.
Tana bru erreichen wir nach 20 km bei fortgeschrittener Dämmerung. Diesel billiger, also voll machen.
Im Anschluss in den Rema 1000, das ist ja schon Tradition. Ich kaufe allerdings nur Zewa und Eis. Nix anderes.
Kurz darauf sind wir schon wieder im Van. 2 h noch bis Karasjok. Doch haben wir Pech und gelangen in einen 70 km langen Schneesturm. Gemeint ist damit ein LKW der 70 km vor uns mit 60-70 kmh her schleicht. Sonst fahren die LKW Fahrer hier wie die Henker....wir haben heute wohl den langsamten ganz Norwegens vor uns. Überholen aussichtslos, Straße verschneit und zu eng.
Hinter mir ein LKW, der es tatsächlich in einer Ortschaft versucht, mich zu überholen. Zum Glück sieht er noch, dass auf der Gegenspur am Rand eine Person läuft. Die hätte er sonst kurz darauf gnadenlos über den Haufen gemäht. Im Anschluss fahre ich etwas versetzt links, so dass er erst gar nicht noch mal auf die bekloppte Idee kommt, überholen zu wollen. Irgendwann sieht er es ein und lässt sich zurück fallen. Was für ein Depp!
Als der Abzweig nach Finnland kommt, hat irgendjemand ein einsehen und erlöst mich. Der LKW vor mir biegt ab. Wir haben freie Fahrt. Ich gebe dem KaiMAN Feuer. Fast schon dunkel. Der Himmel glüht nur noch vor sich hin. Keine Wolken. Wir fliegen nun über die Landstraße. Voll Möhre, was halt so erlaubt ist. In Kurven etwas langsamer, sonst naja....
Das Fernlicht ist daueran. Es ist kaum was los. Wir fahren die ganze Zeit entlang der finnischen Grenze. Die Temperatur im freien Fall. In Vardö 2 Grad plus, hier irgendwann minus 10 dann minus 15, irgendwann minus 20.
40 km vor Karasjok stoppe ich an einem Rastplatz. Hunger! Kurz vorher sehe ich unseren ersten Elch auf dieser Tour! Er stand links am Straßenrand, ich sah ihn in der Dunkelheit nur schemenhaft.
Zwei Spiegeleier mit Brot wandern in mich während ich pausiere. Lecker und hält mich die nächsten Stunden am Leben. Nach kurzer Pause ziehen wir weiter. Die letzten
40 km vergehen wie im Flug, AdBlue meldet sich und auch der MAN: Fehler im Antriebsstrang, bitte Werkstatt aufsuchen" schreibt er im Display als die Temperatur rund minus 20 Grad erreicht. Kurz
darauf geh die gelbe Motorkontrollampe an. Echt jetzt? Das ist ein Scherz oder?
Der KaiMAN fährt sich normal, hat volle Leistung, klingt normal. Was soll der Scheiss denn jetzt? Momentan kann ich nix machen, wir ziehen weiter. Vielleicht der Fahler ja morgen wieder
weg?!
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40 Minuten später erreichen wir Karasjok. Ich tanke und fülle auch gleich AdBlue nach. 24 Liter passen rein. 2.000 km hätte ich noch fahren können. Der Liter Adblue kostet 12,irgendwas.
5 Minuten später treffe ich auf einer Ausfallstrasse auf Katja. Parkbucht für die Nacht? Nicht so toll. Ich checke auf P4N Alternativen und finde eine auf der anderen Seite der Statd, gen Lakselv. Da müssen wir morgen eh lang.
Ich schlage Katja den Spot vor und fahre mal schnell hin und schau ihn mir an. Kurz also wieder quer durch Karasjok, am Scandic Hotel vorbei und Sami Museum, dann berghoch und nach 10 km Fahrt gehts links auf einen runden, zurück versetzten Parkplatz. Verschneit aber gut zu befahren. Da mit kommt der Ford Nugget auch klar. So rufe ich Katja an und 20 Minuten später rollt der Nugget auf den Hof. Super Spot und nur minus 18 statt minus 22.
Der Himmel klar bis hochnebelartig bewölkt, keine Polarlichter. Also ab an den Rechner und arbeiten. Irgendwann Suppe von gestern warm machen und einwerfen. Und noch später, 21 Uhr oder mehr, Polarlichter am Himmel. Jedoch nicht sehr intensiv, nicht sehr aktiv. Aber besser als nix. Die Kälte lässt sich gut aushalten, kein Wind endlich mal.
Was ich vorhin noch bemerkte: mein Wasser ist eingefroren. Nix geht mehr. Weder im Bad, noch in der Küche kommt Wasser. Das ist nervig und nicht gut. Ich vermute eine gefrorene Leitung am Frischwessertankausgang. Um dort Wärme hin zu bekommen, muss eine kleine Tür ab. Doch an die komme ich nur, wenn ich den Auszug raus schieben kann. Somit...vor die Tür, Hecktüren öffnen...scheisse...komplett blockiert von Eis und Schnee. Mit dem Stiel meines Handfegers entferne ich das Eis, öffne die Türen, fahre den Auszug raus und gehe von innen rein in den Keller und entferne 4 Schrauben und dann die kleine Tür. Danach den Auszug schnell wieder rein, Türen zu, Heizung rennt!
Ich lege noch einen Heizungsschlauch zur der Stelle die nun keine Tür mehr hat und hoffe das Beste.
Bis Mitternacht draußen und hoffen auf Polarlichter. Doch...nix was überzeugt heute. So breche ich die Übung ab und gehe ins Bett. Weiterhin ohne Wasser. Noch immer gefroren aber an der vermuteten, neuralgischen Stelle jetzt immerhin Plusgrade. Vielleicht ja morgen früh mehr Erfolg.
Katja übernachtet heute nochmals vor der Tür. Im Schnee bei minus 18 Grad...hoffen wir, sie überlebt das gut.
Für heute gute Nacht. Hier geht es morgen weiter.
Viele Grüsse
Kai
Die
GPS Koordinaten:
abends: Hochland bei Karasjok
Unsere heutige Route: ca. 350 km
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