#1299 Norwegen - Wanderung, Feuer und Hoffnung

20.11.2025, nach Lakselv

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Hallo zusammen, 

 

schönen guten Morgen aus der Kälte. Minus 14 Grad noch am Morgen des heutigen Donnerstags. Wir stehen bei Karasjok im Hochland an einem zugefrorenen See. Die Landschaft verschneit und geraureift. Ruhig war die Nacht, wieder top geschlafen. Der Himmel noch ziemlich klar gegen 8:30 Uhr, könnte sonnig werden. 

 

Nach aufstehen, anziehen, Schoggi machen...vor die Tür. Hochnebel ist reingezogen. Der sonnige Tag erstmal in weiter Ferne. Aber egal...schön kalt immerhin. Hilft allerdings nicht meinem fließenden Wasser im KaiMAN. Aus den Hähnen kommt weiterhin nix mehr. Alles eingefroren. Das nervt. Das darf nicht sein. Und hätte MegaMobil so verbaut, wie Mona, Niko und ich es gesagt hatten, dann wäre das auch jetzt nicht passiert. Doch leider, MegaMobil, hat es versaubeutelt. Kann man nicht anders sagen. Sie haben nicht auf uns gehört, sind ihren und den einfacheren Weg gegangen und ich hab jetzt den Mist. 

 

Nochmal: MONA UND NIKO KÖNNEN DAFÜR REIN GAR NICHTS. FÜR ALLE PROBLEME, DIE DERZEIT HIER UND DA AUFTRETEN, TRAGEN SIE NICHT DIE VERANTWORTUNG. Die Probleme sind im Hause MegaMobil entstanden, bei der Produktion, beim Layout, beim nicht auf uns hören. 

 

Naja, ich lass mir nicht die Laune verderben. Egal, ans Wasser komm ich auch von innen. Der Tank dank Hubbett leicht zugänglich. Für den täglichen Bedarf hab ich also Wasser. Zähneputzen etc geht also. Alles kein Beinbruch, nur nervig und eigentlich unnötig. Wir kümmern uns um eine Lösung, wenn wir im Januar wieder in Österreich sind.

 

Draußen treffe ich auf Kälte und Katja. Die hat draußen geschlafen, ihr Equipment hat gut funktioniert. Sie ist happy über die kalte Nacht. Und weil wir noch was vor haben, machen wir uns flott bereit für die Abfahrt. Um 10 Uhr düsen wir los. 

 




Wir fahren zurück nach Karasjok, 5 Minuten, durch und in ein Wohngebeit, ans Ende, über einen Bremshügel und auf einen Waldparkplatz. 

 

Warm anziehen, Schneeschuhe an, Holz auf den Schlitten von Katja und los. Gut, in echt dauert das alles deutlich länger, aber hier kürzen wir das Ganze etwas. Wir laufen los, Runde durch den Wald. Rund 4 km. Ein kleines Hinweisschild mit Bärenbild will uns wohl etwas sagen. Doch nur auf norwegisch geschrieben. Touristen können wohl gerne vom Bär gefressen werden...

 

Wir wandern durch den Wald und nach einem guten Stück bergauf machen wir nach 2 km Rast. Mit meiner Axt wird das Feuerholz zerkleinert. Doch bevor ich beginnen kann, kommt ein älterer Herr vorbei und schaut neugierig. Überraschenderweise spricht er gut Englisch. Stellt sich raus, er ist 75, ehemaliger Lehrer, unterrichtete jetzt noch Ausländer und wohnt hier seit 50 Jahren. Kommt eigentlich aus dem Süden. 

Er meint auch noch, hier gäbe es im Sommer so viele Bären, dass die Locals den Wald meiden würden. Jetzt im Winter sei es aber ungefährlich. Er selbst habe hier auch noch nie einen Bär gesehen. 

Feuer machen...ja...hm....er schaut sich um und erzählt, hier hatten die Deutschen überall Munitionslager gehabt im zweiten Weltkrieg....die seien eigentlich alle geräumt nach dem Krieg...aber es könnte hier und da immer noch was rum liegen. Letztlich meint er aber: hier sei es wohl sicher!

 

Dann zieht er weiter. Ich entzünde unser Feuer. Das brennt super und macht schnell warm. Bei den Temperaturen ist jede Wärmequelle recht. Minus 14 Grad ist schon recht wenig. 

Nebenher produzieren Katja und Mutter heisses Wasser mit nem Gaskocher. Ich hab Instantsuppe dabei, die anderen beiden Astronautenfutter. Wenig später stehen wir ums Feuer und kauen. 

 

Im Anschluss kommt noch mehr Besuch. Eine weitere Frau kommt vorbei und spricht uns mit etwas Deutsch und Englisch an. Ein weitere älterer Herr macht seine Runde und noch eine Dame mit Hund. Gut was los hier im Wald. Das ist hier wohl die Gassie und Rentner Runde...wenn die Bären schlafen

Wir sind jetzt wohl Stadtgespräch. Die bekloppten Touris mit Schneeschuhen bei kaum Schnee, die im Bärenwald bei ehemaligen Munitionsdepots Feuer machen und im Camper wohnen. Wir machen uns wohl besser auf den Weg, bevor die lokale Presse hier auftaucht...oder so. 

 

 

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Die Dämmerung bricht schon ein, als wir zusammen räumen, ich das Feuer lösche und so vergrabe, dass keinerlei Spuren zurück bleiben.

Wir hatten es lustig hier, siehe Video! Jetzt aber zurück zu den Vans. Wir wollen heute auch noch ein paar Kilometer machen. Denn morgen ist geplant, das Nordkapp zu erreichen.

 

Nach 2 km laufen ohne Bär und in die Luft geflogen zu sein, treffen wir wieder auf unsere Vans. Irgendjemand hat unsere hinteren Kennzeichen frei gekratzt vom Schnee. Danke dafür! Sehr freundlich. 

 

Alles wird verräumt, kann los gehen. Auf nach Lakselv und ans Meer. Rund 80 km. Ich hoffe auf mildere Temperaturen dort und dass meine Wasserkabel wieder auftauen. 

 

Da ich die bessere Funzeln verbaut habe, darf ich vor fahren. Der Nugget folgt. 

 

Nochmals durch Karasjok, ins Hochland, an unserem Schlafplatz vorbei. Die Temperatur noch zweistellig im Minus. Kältester Tag der Tour bisher. 

Links von uns verglüht die nie gesehene Sonne. Orangener Himmel begleitet uns. Die Strecke gut in Schuss, schön verschneit alles und wir kommen ohne viel Verkehr gut voran. 

Lakselv erreichen wir, ich fahre durch, die anderen beiden stoppen kurz an einer Circle K Tanke. 6 km außerhalb stoppe ich auf einem Parkplatz am Meer. Schnöder Rastplatz mit Mülleimer. Nix besonderes. Aber praktisch und geräumt. 

 

Wenig später rollt der Nugget an. Während ich einen geräumten Schneewall durchbreche und etwas abseits stehe, parkt der Nugget auf geräumter Fläche aber ganz in unserer Nähe. 

 

Der Abend verläuft arbeitsreich und wenig spektakulär. Etwas Polarlicht gesellt sich zwar noch zu uns, doch nichts was einen aus den Socken haut. Schöner Rotanteil, aber sonst wenig Dynamik, dazu Wolken und Hochnebel. Nicht der Burner. So bleibt Zeit für die Arbeit. Damit bin ich etwas hinterher. 

 

Bis 1 Uhr bleibe ich auf, schneide und tippe Blog und gehe dann ins Bett. Draußen hat der Wind zugelegt, aber es ist klar. Morgen wollen wir um 9 Uhr los. Das Ziel: Nordkapp! Wir müssen aber noch V&E betreiben, tanken, einkaufen und noch einen weiteren Stopp machen. Gut zu tun. Wetter soll gut werden. Wir gehen von einer komplikationslosen Anfahrt ans Nordkapp aus. 

 

Tja, gut wissen wir noch nicht, was uns da morgen tatsächlich erwartet. Es wird heftig und verdammt krass und ich zieh den Hut vor Katja und ihrer Mutter, dass sie das durchgezogen haben. Respekt!

Seid also gespannt was morgen geht. Dranbleiben lohnt! 

 

Viele Grüsse

Kai und Team 

 

 

GPS Koordinaten:

abends: hinter Lakselv

Unsere heutige Route: ca. 100 km

 

 

 

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