25.11.2025 Viel Risiko
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Hallo zusammen,
guten Morgen von unserem Kreisrunden Parkplatz am Rande der E69. Gestern noch durch den Nordkapptunnel bis hier her gefahren, gut geschlafen und nun raus aus den Federn um 9 Uhr. Tageslicht nutzen. Wetter....windig aber sonst okay. Aufräumen, heisse Schoggi machen und los. Drohne in die Luft?
Co-Pilot nickt...also bereite ich alles vor. Motor des KaiMAN läuft schon, dann mal los mit dem Aufklärer. Kaum in der Luft weiten sich die Augen des Co-Piloten. Sind das Schneeflocken in der
Luft??? Und warum ist der Wind plötzlich so stark!
Wir rollen schon, aus unserer Schneewehe der letzten Nacht raus, doch kommt alles zum Abbruch. Der Wetterumschwung zu massiv. Drohne sofort landen, raus aus dem MAN, Drohne einsammeln und wieder rein. Uff....Was war das denn jetzt???
Co-Pilot traurig, so ein abgebrochener Flug ist immer schlimm für ihn. Er fliegt doch ao gerne.
Tja, vielleicht nachher nochmal...jetzt aber erstmal los. Bei Schneefall und Wind zurück auf die E 69 und gen Olderfjord. Das sind noch einige Kilometer entlang der Küste. Verschneite Fahrbahn, nix los zum Glück.
Der Schneefall wird irgendwann schwächer, legt sich. Doch das Wetter so dunkel und grau, dass der Co-Pi nicht fliegen will. So fahren wir ohne Luftunterstützung.
Nach vielen Kilometern...ein Rastplatz. Ich fahre ihn an...kein Mülleimer...und fahre gleich weiter. Wir brauchen heute dringend einen!
Später dann noch ein Rastplatz, mit WC Anlage die sogar offen ist und einem Mülleimer, in den noch was reinpasst. Perfekt. Zeug aus der Heckbox fliegt raus und der neue Müll auch. Erleichterung herrscht. Wettertechnisch übrigens gerade wieder Schneesturm.
Also weiter. Als nächstes folgt ein langer Tunnel und als wir den hinter uns lassen, herrscht anderes Wetter. Freundlicher Himmel, der Horizont glüht, kein Schneefall, nur wenig Wind. Drohne in die Luft. Der Co-Pilot grinst, los gehts!
Ich fahre, er fliegt, keine anderen Verkehrsteilnehmer. Alles easy. Blöd nur, dass rechts neben uns hohe, verschneite Felswand ist. Da heisst es höllisch aufpassen. Der Wind kann hier sehr tückisch sein. Fallwind oder starke Böen aus dem Hochland...alles drin. Doch es kommt anders.
Der Co-Pilot fliegt konzentriert, muss dann aber mal niesen und verliert kurz die Drohne aus den Augen. Die fliegt gerade einen Bogen vorne um uns rum in rund 50 m Höhe. Und der FLugbogen führt sie direkt auf die Felswand zu die hier ein sehr steiler verschneiter Hang ist. Ich sehe die Drohne in der Luft wie sie schnell dem Hang näher kommt und rufe nur STOPP!!!!!!
Der Co-Pilot nimmt die Tatzen vom Controller. Die Drohne stoppt in der Luft und schwebt selbständig...ungefähr 1,5 m vor einem veritablem Einschlag und Totalverlust im Berghang.
Co-Pilot reisst die Augen auf, beginnt sofort einen Steigflug und entfernt sich nach links von der Felswand. Als die Drohne wieder gesunden Abstand zum Hang hat, geht der Flug weiter. Aber innerlich hab ich einen halben Herzinfarkt und der Co-Pilot einen vergleichbaren halben Watteinfarkt. Das war knapp! Arschknapp!
Wenig später piept die Drohne und meldet geringe Akkuleistung, ich stoppe bei nächster Gelegenheit und lande den Aufklärer. Danach erstmal noch kurz den halben Schock und Flugstress abbauen mit einer kleinen Pause.
Bis Olderfjord ist es nicht mehr weit. Wir bringen die Nordkapp Strecke gut zu Ende, war wieder ein Genuss die Fahrt. Sowohl hin als auch zurück. Olderfjord erreichen wir heute jedoch nicht. Wir biegen vorher nach Havöysund auf die 889 ab. Auf dieser wechseln wir nun von der Ostküste zur Westküste. Die Dämmerung erreicht uns dabei schon wieder. Auch Schneefall setzt ein.
Da es mehrheitlich geradeaus geht und auch sonst niemand unterwegs ist, kommen wir zügig vorwärts und landen 20 km später an der gut verschneiten Westküste, fahren rechts und bleiben auf der 889 für weitere 70 km. Die Strecke eine Scenic Road. Landschaftlich also besonders schön. Lange am Meer entlang, die kleineren Fjorde ausfahrend. Hier und da noch Siedlungen, Schneefall kommt und geht. Die Dämmerung nimmt langsam Fahrt auf.
Unsere Fahrt verlangsamt sich, zweimal geht es ins Hochland hoch. Kurvig, steil, verschneit. Der KaiMAN meistert alles mühelos und bringt uns alle Berge hoch und auch wieder gut runter. Was auch immer der ADAC da getestet hat...die BF Goodrich sind im weichen wie auf festem Schnee verdammt gut. Klar, nicht so gut wie ein echter Winterreifen, aber in Verbindung mit Allrad funktioniert das hier oben super. Dies sage ich aufgrund meiner Erfahrung über viele tausend Kilometer auf Schnee und Eis mit verschiedenen Fahrzeugen, Antrieben und Reifen.
Es ist bereits stockdunkel und 16 Uhr rum, als wir Havöysund endlich auf seiner kleinen Insel liegen sehen. 900 Menschen wohnen hier, sieht man die vielen Lichter und Häuser, könnte man meinen, es sind mehr.
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Noch bevor wir über die Brücke die Insel befahren, stoppe ich an einer Haltebucht und mache mir etwas zu Essen und Pause. War ne anstrengende Fahrt hier her.
Erst gegen 18 Uhr ziehen wir weiter, über die Brücke, nach Downtown. Der Womo Stellplatz ist geschlossen, der Diesel kostet über 23 NOK und ne Menge Neuschnee haben sie bekommen. Die Räumfahrzeuge noch voll im Einsatz. Im Hafen wird Schnee versenkt und am Berg blinkt es überall.
Ich parke am Hafen und laufe ne Runde durchs Dorf. In den letzten Tagen muss es hier heftig geschneit haben. Sicher 50 cm liegen auf einzelnen Fahrzeugen oder Camper die hier von Lokals auf einem Parkplatz abgestellt sind.
Mein Weg führt mich zum Coop, zur Kirche, und zu einem Schild: Arctic View. Hm...hört sich interessant an. Ich bemühe google Maps und sehe, dass dies ein Aussichtspunkt am anderen Ende der Insel ist. Der Weg dort hin führt über den Berg, durch den Windpark und auf die andere Seite. Hm...ob die Strecke gepflügt ist? Finden wir es raus.
Zurück zum KaiMAN, Arctic View als Ziel eingeben und los. Steil bergauf ins Wohngebiet, dann aus dem Dorf raus zum Friedhof...hier könnte man auch im Tiefschnee nächtigen und weiter führt der Weg den Berg hinauf. Er ist geräumt, aber nicht sonderlich sauber. Ich schalte das ASR am KaiMAN aus und gebe Gas. Schauen wir mal wie weit wir kommen.
Rechts von uns eine hohe Schneemauer. Aufgeschoben vom Räumgerät das sich hier durchgegraben hat. Der Weg schmal, Gegenverkehr darf hier keiner kommen. Zudem wird es immer steiler und auf immer mal wieder mehr Schnee auf der Strecke. Wirklich nicht sauber geräumt und ich frage mich, ob das, was ich hier mache, eine gute Idee ist. Immerhin die Sicht ist gut und mein Fernlicht kann seinen Job machen.
Der KaiMAN durchpflüg alle Passagen problemlos und wir kommen oben auf der Anhöhe an. Sehen die Windräder und folgen dem Weg weiter. Es geht wieder bergab. Die Strecke weiter schlecht geräumt. Ohne Allrad keine Chance hier hoch. Am Ende kommen wir jedoch nicht weiter. Ein Platz erscheint, ein Gebäude, dass zum Windpark gehört und dann ist Schluss. Weiter ist nicht geräumt. Schneeberge versperren den Weg. Ich wende den KaiMAN, kurze Pause. Hier oben übernachten? Nope...nicht bei dem Weg und den Wetteraussichten. Soll windig werden über Nacht und schneien. Dieser Weg wird übel zugeweht werden. Das Risiko, hier nicht mehr weg zu kommen, gehe ich nicht ein.
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So steige ich nach einigen Minuten wieder in den KaiMAN und jage die Strecke über den Berg zurück. Auf der Rückfahrt mit tollem Blick auf das beleuchtet Havöysund. Wieder sieht es nach mehr als 900 Einwohnern aus.
Als ich unten am Friedhof ankomme, parke ich uns in den Tiefschnee, fahre noch ein paar mal vor und zurück und festige so den Weg für die Abfahrt morgen. Wollen hier ja nicht steckenbleiben.
Im Anschluss ab an den Laptop und schneiden bis weit nach Mitternacht. Draußen ab und an ein PKW, eine Schneefräse kommt und geht wieder und Schnee fällt immer wieder. Der Wind nimmt zu.
Um 2 Uhr liege ich endlich im Bett. Erschlagen vom Tag und freu mich auf eine gute und ruhige Nacht. Wir sehen uns morgen wieder. Dann ziehen wir weiter nach
Alta.
Viele Grüsse und Gute Nacht.
Kai und Team
GPS Koordinaten:
abends: Havöysund, Friedhof
Unsere heutige Route: ca. 170 km
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