#1308 Norwegen, Arnöya - Neuland für uns!

29.11.2025

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Hallo zusammen, 

 

schönen guten Morgen aus unserem Hafen auf Arnöya. Der kleinen Insel. Wobei...sooo klein ist sie gar nicht. Doch das merke ich erst später. 

 

Erstmal wars ne ruhige Nacht. Die zwei LKWs haben nicht weiter gestört. Wind und Wetter auch nicht. Ich bin bei sowas ja auch nicht zimperlich. 

 

Um 9:30 Uhr wach ich auf. Draußen schon hell aber nicht richtig hell. Doch am Horizont sehe ich, als ich vor die Tür trete, leichtes Glimmen. Könnte ein Versuch der Sonne sein, etwas Licht über den Horizont zu schicken. Wir sollten hin machen um den passenden Moment und das beste Licht rauszuholen heute. 

 

Also wieder rein in den KaiMAN, Temperatur um die Null Grad, kein Neuschnee. Kein Wind. Aufräumen, heisse Schoggi machen, so viel Zeit muss ein. Doch die Monbana Schoggi  geht so langsam zu Ende. Als ich Friedrich zeigte, dass eine neue große 800g Dose knapp 30 Euro kostet,  zeigt er mir einen Vogel  und meint: Wenn ich braun werden wolle, solle ich mich in die Sonne stellen und nicht dunkle Schoggi trinken. 

Ich bin ob der Aussage so verblüfft, dass mir keine Antwort eingefallen ist. Seine Aussage ist einfach so abstrus...was soll man da sagen? 

Hier scheint keine Sonne mehr?!!!

Bräunung von innen via heisse Schoggi gibt es nicht?

Ich will aber!!!

 

Es hätte alles nichts gebracht. Der Hr. Friedrich hat seine eigene Logik und an der hält er fest, genauso wie an seinem Weltbild, dass alle großen Führer einen Sockenschuss haben. Die einen einen gewaltigen, die anderen einen, der sich in Worten schon gar nicht mehr ausdrücken lässt. Jo...aber lassen wir das. Friedrich halt. Er hat auch in gewisse weise einen gewissen Pelzschuss. Wer nicht?!

 

Gut....Motor an....funktioniert reibungslos danke EcoFlow Power Hub und los. Vom Hafen weg, auf die Hauptstraße. Ziel: andere Seite der Insel. Dafür geht es erst an der Küste entlang, dann durch einen Fjord, nochmal durch einen Fjord, durchs Hochland und zack...andere Seite. Google Maps gibt über 30 km an...huch...die Insel ist aber groß! Japp, da haben wirs...ich merke es...wir sind nicht auf einer kleinen Insel. Es ist die 15. größter Insel Norwegens. 92 km Küstenlinie. 

 

 




Wir ziehen los, dem Glühen am Horizont entgegen. Das wurde in der letzten halben Stunde intensiver. Gefühlt erreicht es seinen Höhepunkt bald. Immer schwer zu sagen. Aber es sieht geil aus. Berge orange-rosa, der Horizont rot-rosa-orange. Einfach ein Traum das so zu sehen.

Weniger ein Traum ist die Straße. Überfrierende Nässe heisst das wohl. Schweine glatt stellenweise. Zum Glück geht es größtenteils geradeaus. 

 

Und weil wir an Glätte ja gewohnt sind, zusätzliche Herausforderung: Drohne fliegen. Es ist Samstag, der Co-Pi hat frei und auch keine Lust. Also muss ich ran mit Flauschy. Alles nicht so einfach und reibungslos. Aber wir fliegen lange. Die DJI Mavic Pro begleitet uns durch den ganzen ersten Fjord. Die Farben einfach nur cool, die Drohne gibt alles. Zum Glück kaum Verkehr und an den wichtigen Stellen gar keiner. 

 

Als der Fjord uns wieder ausspuckt, ist der Akku alle, das Licht schwächer und wir fahren ohne Luftunterstützung weiter. In den nächsten Fjord. Fjord mit Dorf liegt hinter uns, hier nur noch einzelne Häuser und dann nix mehr.

 

Am hinteren Ende des Fjords verabschieden wir uns. Kurzer Tunnel und ab ins Hochland. Blick in den Rückspiele: was ist denn das hinter uns???? Wie sieht das denn aus? Ich suche mir eine Parkbucht und stoppe. Steige aus. Junge, Junge...der Himmel brennt. Aber sowas von. Gewaltig. Unfassbar geil. 

Kamera, Handy...Drohne....das schreit nach Drohne. Noch ein Flug. Sorry dafür. Aber mit dem Hintergrundlicht...das ist der Burner. Knallrot am Horizont. Der Schnee rot, das Meer rot, das Eis auf der Strasse reflektiert rot. Wie geil kann ein Licht, eine Stimmung sein....Unfassbar geil. 

 

Nochmal verballere ich eine komplette Akkuladung auf der Fahrt durchs Hochland. Berghoch filmen ist immer so eine Sache. Die Drohne muss mitsteigen, ich benötige also zwei Hände am Controller. Und welche lenkt? Ja...eben...das Knie hält den KaiMAN auf Linie. Gut ist nix los.

 

Im Hintergrund verschwindet langsam das Rot, je weiter wir auf die Anhöhe kommen und ihr dann folgen. Tief verschneit, der See gefroren, kein Verkehr, links und rechts hohe Berger. Auf der anderen Seite abstieg in Richtung dunkle Wolken. Da braut sich was zusammen auf dem Meer. Ich lande die Drohne, packe sie weg, lade den Akku und fahre weiter bis ans Ende der Insel. Auch hier natürlich ein Dorf. Viele Häuser, vermutlich viele nicht bewohnt. 

 

 

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Ich dreh ne kleine Runde durchs Dorf und stell mich auf eine Wendeplatte am Ende einer Straße am Dorfrand. Am Meer mit etwas schmalem Strand mit Felsen. Meeresrauschen, kleine Wellen, fast kein Wind. Blick in die Ferne auf dunkle Wolken. Das Sturmtief für heute Abend liegt bereit. 

 

Nach etwas Genuss, ziehe ich weiter. Übernachten könnten wir hier. Zwar Häuser in der Nähe, aber unbewohnt. Doch ich will hier nicht im Sturm stehen. Doch einen Stopp mach ich noch. Denn auf P4N sah ich: es gibt hier eine V&E Station in der Nähe des Hafens. 

 

Und tatsächlich, ich finde sie, Schwarzwassereinlass ist offen. Doch Wasser abgestellt. Spülen nicht möglich. Ich entsorge also nicht. Mache das später auf anderem Weg. 

 

Auf einem Bild von P4N sehe ich einen Gulli im Boden. Soll wohl der Bodeneinlass fürs Grauwasser sein. Doch hier, unter dem Schnee, sehe ich ihn nicht. Zugeschoben, zugefroren. Keine Chance Grauwasser abzulassen. Einzige Möglichkeit hier Grauwasser loszuwerden, sind evtl. Waschboxen oder per Eimer in einen Gulli. Was anderes hab ich noch nicht gesehen. 

Nur gut hab ich in meinem Grauwasser nur etwas Zahnpasta und mal etwas Duschgel. Essensreste finden sich darin kein. Durch meine Abwaschweise mit Sprühflasche und Küchenrolle, landet das alles im Mülleimer.

 

Gut...nachdem hier also nix läuft, fahre ich zurück ins Hochland. Telefoniere unterwegs noch kurz mit Mona. Die zeigt mir den Stand ihres DUDE Ausbaus in Sachen Wasser- und Frostfestigkeit. 

 

Als ich im Hochland am zugefrorenen See vorbei komme, stoppe ich an einem freigeschobenen Platz den ich auf der Hinfahrt sah. Zwar nah an der Straße, doch ist hier ja nix los. Schöne Sicht, so geräumt, dass wir problemlos drauf kommen. Perfekt. Gekauft. Hier bleiben wir. Ich stelle mich mit der Nase in den stärker gewordenen Wind. 

 

 

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Dann mal an die Arbeit. Daten sichern und verschieben, schneiden, irgendwann ein paar Maultaschen und Chicken Nuggets essen. Weiter arbeiten und merken, dass draußen was nicht stimmt. Es ist bereits Abend...und irgendwie hat der Wind komplett gedreht. Kommt nun von hinten. Und dazu Schneefalls bei knapp über Null Grad. Soviel also zum Thema Nase in den Wind. Auf Van bewegen hab ich nun aber auch keine Lust. Also akzeptiere ich den Wind von hinten. Der wird auch noch durchaus etwas stärker im Verlauf des Abends. Die Temperatur sinkt noch etwas und der Schnee beginnt liegen zu bleiben. Auch mein Heck wird gut weiss. Zugluft spüre ich jedoch jetzt wie auch nachts keine. Das Heck den MegaTravel2 super dicht. 

 

Viel mehr läuft heute Abend nicht. Arbeit, Arbeit, Arbeit...bis weit nach Mitternacht. Flauschy fallen langsam die Augen zu, als wir uns gegen 1:30 Uhr ins Bett begeben. Nix wie unters Federbett und die Ohropax ins Hirn. Das blendet den Wind fast komplett aus und ich schlafe schnell ein. 

 

Morgen gehts hier hier weiter. Wir verlassen die Insel wenn es das Wetter zulässt und fahren nach oder gen Tromsö. Mal sehen wie alles so kommt...

 

Gute Nacht und bis morgen. 

Viele Grüsse

Kai und WochenendFlauschy

 

 

 

Die

GPS Koordinaten:

abends: Arnöya

 

Unsere heutige Route: ca. 60 km

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Reyhan (Mittwoch, 17 Dezember 2025 17:49)

    Superschön das " Rot "

  • #2

    Hansi (Mittwoch, 17 Dezember 2025 20:37)

    Nett dargestellt über Arnoya,
    fahre schon jahrelang zum Fischen dahin.
    Mach nich so viel Reklame von den einsamen Inseln…

  • #3

    Schmidt, Jutta (Donnerstag, 18 Dezember 2025 07:55)

    Hallo Kai,
    danke für wunderschöne Aufnahmen! Toll,wie du immer wieder das grandiose Licht einfängst.
    Ich freue mich jeden Abend, wenn ein neues Video von dir zu sehen ist. Wenn nicht, schaue ich ein älteres an. Verfolge auch zum x.- ten Mal die Tour von 2022.
    Ein frohes Weihnachtsfest im Kreise deiner Familie wünscht dir
    Jutta,die schon lange mitreist

  • #4

    Günther (Donnerstag, 18 Dezember 2025 16:17)

    Hallo Kai, was hat denn der Bürgermeister von Alta (aka Altaverwalter) mit der Insel zu tun? ;-)

    Grüße