#1311 Norwegen - Kvalöya, von Tromsö nach Somaröy

02. Dezember 2025, Dienstag

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Hallo zusammen, 

 

Schönen guten Morgen von der Insel Kvalöya. Hier stehen wir seit gestern Abend. Oben auf einem Pass. Einsamer Parkplatz. Top gepflügt. Minus 8 Grad gestern Abend, gleiches Bild heute morgen, nur alles heller als gestern. 

 

Freundliches Wetter empfängt mich gegen 9:30 Uhr. Spät ins Bett, lang geschlafen. 

Draußen Ruhe, wir sind hier oben alleine. 

 

Die morgendliche Routine wie immer. Als alles erledigt ist, ab vor die Tür. Der Himmel klar, nur am Horizont ein paar Wolken. Alles weiss, der Neuschnee ziert die Landschaft und es ist knackig kalt. Nach den ersten Filmaufnahmen friert meine Hand schon ordentlich. 

Doch es wird noch schlimmer. Aufklärer in die Luft. Blöd ist, Flughafen Tromsö ist nah und die Flieger starten in unsere Richtung, fliegen im Bogen praktisch über uns hinweg. Co-Pi muss also tief bleiben und möglichst bergnah. Das führt dazu, das er nach dem ersten Bergüberflug gleich mal den Kontakt zur Drohne verliert. Mist...hoffentlich kommt sie zurück....kurz ein banger Moment...japp...sie kommt...das Bild kommt wieder, Kontakt  hergestellt, Rückflug Abbruch. Weiter gehts. 

 

Und weil wir tief sind, muss ich irgendwann den Controller übernehmen und vor die Tür. Der Co-Pi fliegt ja immer im KaiMAN sitzend, was das Signal schwächt. So stehe ich kurz darauf draußen und hol mir den Fingergefriertot beim steuern der Drohne. Dem Co-Pilot mit seinem Pelz würde das alles nix ausmachen. Aber nein, der edle Herr geht ja nicht vor die Tür. 

 

Ich frier mir also die Finger ab, lande die Drohne und sitze kurz darauf kniend vor dem Heizungsauslass der Timberline und warte, dass meine Finger auftauen. Leck ist das kalt und tut das weh!

 

Besuch kam vorhin, vor dem Flug, auch noch. Ein riesen Omnibus kam hoch zu uns, parkte hier 15 Minuten und fuhr weiter. Seltsam...der Busfahrer hatte wohl Bock auf einen schönen Spot für seine Pause. 

 

Ich mache uns startklar für den Tag, Kamera aufstellen und Abfahrt. Heisse Schoggi in Form von Caotina Blance ist im YETI Becher. Lecker! Schmeckt wie warmer, flüssiger Vanillepudding. 

 




Die Systeme im KaiMAN laufen übrigens alle noch. Auch kein Wasser eingefroren über Nacht. Wir rollen von unserem Berg, treffen auf -11 Grad unten am Meer. Alter....frostig hier unten. Das Meer dampft und lässt die Tromsö Brücke mystisch aussehen.

 

Wir stoppen kurz zum tanken und düsen weiter gen Eidkjosen. Im Eidehandel heute mal kein Stopp. Den kennen wir ja schon gut und einkaufen waren wir gestern.

 

Somit...weiter gen Sommaröy, über die Hochland Strecke. Das Wetter noch immer gut und ich hoffe, es hält bis in die Nacht hinein. Gäbe nochmal eine Chance für Polarlichter. 

 

So jagen wir ordentlich bergauf, übers Hochland, stoppen an einem altbekannten Parkplatz. Hier drehte ich damals das Video zum Thema www.autopassferje.no und übernachtete  auch hier in Zottl. Toller Platz, bei schönem Wetter aber gut besucht von Tourenskifahrern. Hier übernachten hätte ich jetzt auch Bock, doch...kein guter Spot für Polarlichter. Also, nach einer kurzen Pause, weiter. 

 

Wieder runter ans Meer, dem Fjord folgen. Enge Straße, bei großem Gegenverkehr wird es verdammt eng. Uns kommt natürlich prompt ein Bus entgegen....in Schrittgeschwindigkeit passieren wir einander. 

 

Weniger Glück hatte ein Tourist aus Asien. Sein Wagen hängt zur je Hälfte auf der Gegenspur und im Graben. Ich stopp, er steht draußen und nimmt gerade sein Telefon vom Ohr. Ich frage auf English, ob er Hilfe benötige oder jemand verletzt sei. Er verneint, meint, er habe gerade Hilfe gerufen, sie sei unterwegs. So verabschiede ich mich und wünsche alles Gute. Ja, die Strecke hier am Fjord entlang ist sau glatt, könnte mal wieder ne Steinschleuder vorbei fahren und für Traktion sorgen. Da ist man schnell mal von der Straße gerutscht bei Fahrfehler oder Gegenverkehr. 

 

Wir bringen die letzten 10 km gut hinter uns und erreichen die Brücke zur Insel Sommaröy. Kurzer Stopp, Blick auf die Brücke, dunkel mittlerweile. 14 Uhr rum. Für Polarlicht noch zu früh. Also ab auf die Insel. 

 

Wir stoppen an altbekannten Stränden und Plätzen. Finden die V&E die aber leider im Winter ausser Betrieb ist. Schade. Auch der Stellplatz/Campingplatz sieht geschlossen aus. Sonst aber gut was los auf der Insel. Fußgänger, Autos...ich hab die Insel noch nie so geschäftig erlebt. 

 

 

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Nach der Runde über die Insel, fahre ich zu einem Parkplatz mit kleinem Strand und mache Pause. Baue mir ein Spiegelei-Burger und arbeite 2 Stunden. Übernachten will ich hier jedoch nicht. So fahre ich gegen 18 Uhr wieder von der Insel runter und stelle mich auf den Parkplatz kurz vor der Brücke auf dem Festland. Hier steht schon ein Mietcamper. Und nun auch wir. Super Spot für Polarlichter. Weiss leider nicht nur ich sondern auch alle, die hier Touristentouren anbieten. Daher herrscht  ein reges kommen und gehen aller Nationalitäten.

 

Erstmal tut sich aber am Himmel gar nix. So arbeite ich, esse später nochmal n Happen und schaue irgendwann Random raus und....Polarlicht. Gut sichtbar. Jetzt aber schnell. 

Jacke an, Mütze auf, Stirnlampe, Stativ, Kamera, Kamera Einstellung machen, Schuhe an und los...

 

Als ich an Schusslocation und -Position bin, geht es los. Polarlicht Show...nicht so massiv wie auch schon auf dieser Tour, aber für einen Abend, an dem die Vorhersage für PL eigentlich echt mies war, ist es ne super Show. Tanzendes Polarlicht in Echtzeit über der Insel Kvalöya. Schon sehr geil. Und das Beste: ich steh hier alleine. Niemand hier außer mir. Das Paar im Mietcamper verpasst es, und alle anderen Touristen kommen erst, als die Show eingetütet ist. Und ich hab das Gefühl, das wars für heute auch. Da kommt nix mehr. 

 

Nett unterhalte ich mich noch mit einem Schweizer der mich anspricht. Arbeitet in Schwyz bei Victory Knox, kommt aus Luzern, hier mit Mietwagen unterwegs. Aus Tromsö angefahren für Polarlichter. Da am Himmel nix läuft, unterhalten wir uns ne Viertelstunde nett. Hat mich sehr gefreut!

 

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Da am Himmel nix mehr läuft, laufe ich zurück zum KaiMAN und arbeite weiter bis gegen Mitternacht. Mietwagen kommen und gehen, was nicht mehr kommt, ist Polarlicht. Eine Show heute, und ich war der Einzige der sie hier sah. Perfektes Timing ist alles bei Polarlichtern. 

 

Um Mitternacht breche ich meine Zelte ab und fahre zum 5 km entfernten Strandparkplatz den ich auch schon gut kenne. Der ist ruhig und vermutlich stehen wir dort alleine.

 

Als wir ankommen, Zufahrt und Platz top geräumt. Oh menno...wie langweilig. Als ich hier letztes mal war, war hier noch Kraut und Rüben Schnee. So gut geräumt, lockt der Parkplatz natürlich auch andere an. Doch nicht heute...niemand hier...wir die ersten. Ich parke uns ordnungsgemäß hin, auch das klappt gut mit unserem 680er. 

 

Ein wenig setze ich mich noch an den Rechner, doch gegen halb 2 ist Schluss für heute. Zeit für unser schönes Heckbett und ein paar Stunden erholsamen Schlaf. Über Nacht soll Schneefall einsetzen, morgen früh also vielleicht ein paar cm Neuschnee. Das wäre cool!

 

Morgen ist geplant, nach Senja überzusetzen und dort ein paar Tage zu verweilen. Donnerstag solls gutes Wetter geben, da begebe ich mich nochmals auf Polarlicht Jagd. 

 

Für heute aber gute Nacht und bis morgen. 

 

Viele Grüsse

GPS Koordinaten:

abends: 69.614918, 18.099479 

 

Unsere heutige Route: ca. 80 km

 

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