#1313 Norwegen - Senja Rohrkrepierer

19.03.2025

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Hallo zusammen, 

 

schönen guten Morgen. Irgendwann, keine Ahnung wie spät es war, höre ich draußen den Schneeschieber rumkratzen....schlafe dann aber wieder ein. Um 9:30 Uhr wache ich. Huch...schon so spät? Na egal...lange ist es ja noch nicht hell. 

Blick raus....oh...das sieht nicht so gut aus wie ich gehofft hatte. Erstens sieht der Schnee komisch aus...japp... Plusgrade bestätigt mein Außentemperatursensor, zweitens: noch ziemlich grau! Sollte es heute nicht aufklaren? Hm....

 

Aufstehen, anziehen, heisse Schoggi, aufräumen und Motor an. Dann wollen wir mal. Weit komme ich jedoch nicht. Am Hafen WC stoppe ich schon wieder. Blick rein...huch...super sauber und ne DUSCHE! Funktionsfähig. Das ist ja mal geil hier in Botnhamn. Dazu ein Waschbecken, in das eine Gießkanne passt....na das ist doch ein Zeichen. 

 

Schnell entleere ich meinen BioTioo Urinbehälter, dann hole ich meine Gießkanne und fülle knapp 50 Liter Frischwasser in den KaiMAN. Das reicht wieder ne Weile. 

Müll will ich eigentlich auch noch entsorgen...eben...eigentlich... Doch bin ich zu abgelenkt vom Test, wie ich beim MAN TGE im Stand den Motor laufen lassen kann und abschließen dabei. Der Test dauert, führt aber zum Erfolg. Details dazu im Video. Jetzt Motor an und los. Ab gen Gryllefjord, ohne ihn heute jedoch zu erreichen. 

 

Kurz. nach Botnhamn kommt ein Abzweig nach Baltsfjorden. Die Strecke bin ich noch nie gefahren. Geht bergauf, sieht interessant aus. So drehe ich  und ziehe den Berg hoch. Komme kurz ins Hochland und auf der anderen Seite steil bergab in ein vergessenes Dorf. Doch sooo vergessen ist es dann auch nicht, Schneeräumarbeiten sind im Gange und am Ende der Straße ist....was wohl? Na eine Fischzuchtfirma! Die sind hier echt überall. 

 

Ich parke, niemand interessiert sich für mich, filme, fotografiere...nett hier...aber recht schwarz-weiss-grau. Wenig später starte ich den KaiMAN, fahre ihn aus dem hohen Schnee raus und düse die Strecke wieder zurück. Waren wir hier doch auch mal. 

 




Auf der Rückfahrt fällt mir auch die Sache mit dem Müll wieder ein...verdammt! Also nochmal zum Hafen, Müll weg und jetzt aber los. Wird schon bald wieder dunkel.

 

Unser nächstes Ziel: Husöy. Insel die übers Hochland erreicht werden kann. Paar Kilometer folgen wir der Küste, dann rechts und ab in die Berge. Die ganze Strecke bis hoch zum Tunnel gut präpariert und braun. Ne Menge Sand wurd hier verstreut. Wenn Straßen so aussehen, dann kann man sich denken, dass am Ende eine größere Fischfabrik steht. Für die Sattelschlepper braucht es den vielen Sand, sonst ist Schluss am Berg. 

 

Wir folgen also dem braunen Band, immerhin etwas Farbe hier an diesem Tag. Erst ein Tal entlang, leicht ansteigend, dann steil hoch zum Passtunnel und auf der anderen Seite kurz durchs Hochland, noch ein Tunnel und wieder steil runter. Coole Strecke. Lohnt sich zu fahren, finde ich. 

 

Meinen angedachten Haltespot muss ich jedoch verwerfen, Parkplatz nicht geräumt, so fahre ich  doch bis ganz runter ins Dorf zum Stellplatz. Der ist jedoch mitten in einer Baustelle, hier wird kräftig gegraben und gearbeitet. Vermutlich weitere Fischfabriken?!

Seit meinem letzten Besuch hier hat sich viel getan. Der Ort im Aufwind der Fischzucht. Einerseits gut, Geld und Arbeit für die Leute hier, andererseits....schön ist anders!

 

Ich halte mitten auf der Baustelle. Pausiere und der Co-Pi verlustiert sich mit der Drohne. Mit breitem Grinsen baut er hier wieder Aufnahmen für ein Schwarz-Weiss Flugvideo. Aber immerhin hat er Spaß bei der Sache. Das freut mich immer zu sehen. 

 

Nach seinem Flug machen wir uns wieder auf den Weg. Hoch, durch, drüber, durch und wieder runter. Runter jedoch mit einer Rückwärtsunterbrechung. An einem engen Streckenabschnitt bergab, kommt mir Post Nord entgegen. LKW ohne Anhänger. Er breit, wir nicht. Dennoch ist klar, wir kommen nicht aneinander vorbei. Somit lege ich den Rückwärtsgang ein und schiebe uns den Berg wieder hoch bis zur nächste Ausweichstelle. Was bin ich hier froh um Allrad und Automatik. Die Gleiche Situation mit Zottl und seiner Kupplung...oh je...das hätte wieder 10.000 Kupplungkilometer gekostet. Den MAN hingegen kratzt die Aktion einen Nullinger. 

Der Post Nord Fahrer gibt uns n Daumen hoch und winkt...japp...gerne gemacht...gute Fahrt noch. Die restliche Abfahrt schaffen wir ohne weitere Zwischenrückwärtsfahrten. Müllentsorgen am Hafen wird diesmal nicht vergessen. Und weiter.

 

Wir folgen als nächstes der 862 in Richtung Mefjordbotn und weiter gen Senjahopen. Tolle Strecke, coole Tunnel, eisglatt alles. Schnell fahren ist heute definitiv nicht. Aber da nix los ist, können wir auch problemlos langsam machen. 

 

 

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In Senjahopen rollen wir links, durch einen top Tunnel und kurz darauf sehen wir Ersfjord. Hier liegt der Parkplatz mit dem Goldenen Klo an einem tollen Sandstrand. Plan ist, hier mal zu pausieren und später noch etwas weiter zu fahren. 

 

Als ich jedoch die Zufahrt zum Parkplatz erreiche, große Ernüchterung im Team. Das wird wohl nix. Die Zufahrt zugeschoben und der Platz selber nicht geräumt. Schade. Also weiter. 

 

Wir folgen dem Fjord, erreichen kurz darauf Tungeneset. Einen Parkplatz entlang der Straße mit Mülleimer und abgeschlossenem WC. Diverse Touri PKW stehen rum, doch ist noch Platz für uns. Ich parke uns an den Rand und bin angekommen für heute. Mit Hoffnung auf Polarlichter, will ich hier mein Glück probieren. 

 

Mit letztem Tageslicht, gehe ich mich noch umschauen, checke ab, wie rutschig die Felsen sind...mit Spikes ist auf jeden Fall besser und schaue, wie die Wassertümpel aussehen. Einer gefroren...einer nicht. Dazu gerade Hochwasser, die Ebbe setzt bald ein. Prima. Wir werden also auch nicht aus versehen weggeschwemmt. 

 

Ich laufe zurück zum KaiMAN, setze mich an den Rechner und arbeite. Esse nebenher noch 3Bears Granola mit Milch und sehe draußen die Touri PKWs kommen und gehen. Fast ausschließlich Asiaten.

 

Tja...und was soll ich sagen...irgendwann ist Grün am Himmel zu sehen zwischen den aufgelockerten Hochnebelwolken. Vor die Tür, ans Wasser....weg. Nix mehr da. Kurz warten...ah...da...grün....kurz da....wieder weg. So geht das einige Mal, dann kommt nix mehr. Hm...ich breche ab und gehe zurück zum KaiMAN. Mittlerweile bin ich an diesem Spot ganz alleine. 20 Uhr. Es ist taghell...Vollmond und verschneide Landschaft.

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Machen wir es kurz: zig mal stehe ich noch vor der Tür, schaue raus oder vertrete mir die Beine. Doch ausser Vollmond der es taghell hier erscheinen lässt, passiert nix. Polarlicht komplette Fehlanzeige. Nix. Dabei sah die Vorhersage gar nicht so schlecht aus für heute. Gut, der Himmel hat auch nicht so aufgemacht wie die YR App es vorhergesagt hatte. Also alles in allem komplett fürn Arsch. Immerhin konnte ich ne Menge wegarbeiten. 

 

Gegen 2 Uhr hab ich jedoch genug vom Tag erlebt und lege mich in mein gemütliches Heckbett. Ohropax rein, alleine hier auf dem Parkplatz, auch kein Verkehr mehr, dürfte eine gute Nacht werden. 

 

Morgen wollen wir weiter ziehen gen...hm...ja...wohin eigentlich? Und wie danach weiter? Wohin nach Senja. Wir schreiben heute den 4. Dez. Am 22. muss ich in Weinsberg sein. Dazwischen liegen noch viele tausend Kilometer und drei Treffen. Ich sollte so langsam mal ins Finetuning der Rückreise gehen, sonst wird das alles nix. 

Naja, morgen ist auch noch ein Tag...machen wir es morgen...oder so. Jetzt erstmal gute Nacht und danke fürs Mitreisen und Mitlesen hier bei uns. 

 

Viele Grüsse

 

Kai und Team

 

 

 

GPS Koordinaten:

abends: Tungeneset

 

Unsere heutige Route: ca. 80 km

 

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