06. Dez. 2025, Nikolaus komm in unser Haus....
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Hallo zusammen,
schönen guten Morgen aus Norwegen, Senja. Zwischen Gryllefjord und Torskens im Hochland. Bis 9 Uhr geschlafen an diesem Samstag. Aufstehen, in die Dinette vor laufen, Heizung höher stellen und...huch...was bzw. wer sitzt denn da?????
Ein Bär in rotem Gewand. Sieht ein wenig aus wie der Co-Pilot...ist aber irgendwie auch der Weihnachtsbär oder der Nikolausbär? Wer auch immer...egal...da sitzt er. Roter Anzug, Bart, rote Mütze. Wie kam er hier rein? Wir haben keinen Kamin? Warum sitzt er hier noch? Hat er nix anderes zu tun? Redselig ist er nicht so. Also lasse ich ihn da erstmal sitzen. Ziehe mich an, vor die Tür. Nicht besonders kalt draußen, Wetter gut, keine Wolken, hell, keine Sonne.
Ich rufe nach dem Co-Pilot...nix...wo steckt der? Hat er sich jetzt als Nikolausbär verkleidet um nicht mehr arbeiten zu müssen bis Weihnachten? Die Drohne muss doch in die Luft!
Mangels Co-Pi übernehme ich das dann halt. Wenn der Flug heut also nix ist...Co-Pilot ist schuld!
Die Berge mehrheitlich Schwaz-Weiss. Aber geil. Hoch und weit geht der Flug. Mit piepender Akkuanzeige lande ich 30 Minuten später auf der letzten Rille. Doch der Akku reicht noch für einen schnellen Anfahrversuch am kleinen gegenüberliegenden Steigungsstück von 10 Metern. Ich stelle den KaiMAN in die Steigung, vielleicht 12 % auf Schnee. Stoppe. Fahre an....er zeigt sich komplett unbeeindruckt. Kein Durchdrehen. Nix.
Rückwärts wieder runter und Abfahrt. Runter nach Grylefjord. Dort noch schnell ein paar Dinge besorgen und ein paar Worte an euch.
Wir folgen also der 86 bis ans Ende. Der Hafen in Gryllefjord total vereist, Zentimeterdick. Wo im Sommer Autos auf die Fähre warten, liegen jetzt Eis und Schnee. Ja, und das ist auch unser Problem. Die Weiterfahrt. Von hier wollten wir auf die Vesteralen. Doch im Winter, das wusste ich, fährt kein Schiff. Auf dem Landweg: über 400 km! Unsere Zeit aber langsam knapp.
22. Dez in Weinsberg steht fest. Lofoten hab ich schon länger abgehakt. Nur durchrasen macht keinen Sinn. Auch das Wetter die nächsten Tage mit Plusgrade gesegnet in der Region. Dazu Regen. Nee. Dafür fahr ich nicht bis weit über den Polarkreis. Wir wollen nochmal Winter, Kälte und Schnee. Doch das finden wir derzeit nur woanders. Daher die Entscheidung: Versteralen auch gestrichen! Machen wir ein anderes mal. Wir fahren heute hier vom Ende der 86 zurück! Der Rückweg startet. Jedoch bei weitem nicht der direkte Weg! Dranbleiben lohnt sich, das Abenteuer geht weiter. Wir bleiben noch im Norden. Viel Schnee, Eis, Spannung und Treffen folgen noch in den nächsten Tagen.
Jetzt aber schnell einkaufen. Etwas Milch, Bamesmums, Lauch sieht nicht gut aus, Kaubonbons für Flauschy und schon bin ich wieder draußen. Laufe noch eine Runde durchs Dorf. Hoch in die Parallelstraße wo auch Weihnachtsschmuck steht und ein Rentier im Gryllefjord Herz.
Zurück am KaiMAN...hoppelt noch ein Rentier direkt die Hauptstraße entlang. Ich setze mich in den KaiMAN und fahre ab. Tschüss Gryllefjord. Schade habt ihr im Winter keine Fähre!
Wir düsen aus dem Dorf. Am Ortsrand fällt mir ein: Scheisse, die Starlinkantenne liegt noch auf dem Dach. Stoppen, einholen, weiter.
Über die Brücke, durch den Tunnel und dann rüber ans Meer und diesem in vielen Kurven folgen. Straße heute besser gestreut. Nicht so rutschig. Wir kommen flott voran. Die Dämmerung setzt schon wieder ein. Senja das Inland tief verschneit, die Temperatur sackt auf -10 Grad. Tolle Fahrt. Nix los.
In Finnsness über die Brücke, minus 1 Grad nur noch. Der Parkplatz beim Rema 1000 sack voll. Wir parken gegenüber auf dem Womo Parkplatz. Halbe Stunde rund 15 Nok. Also etwas mehr als n Euro.
Schnell durch den Rema 1000, Lauch, Bamse Mums, Zeug für Timo, noch ein paar andere Sachen und zurück zum KaiMAN. Abfahrt. Tanken hier nicht. In 30 km kommt eine super günstige Tanke an der E6. Vorteilhaft wenn man sich hier auskennt.
So ist es auch, Circle K für 18,99 NOK. Fast geschenkt, voll machen und weiter. Der E6 gen Alta folgend. Lange Zeit. Über Hochland, bei Wind und fast Sturm. Müll wird noch fachgerecht entsorgt, es geht rauf und runter, ist dunkel und der Mond scheint am Himmel. Irgendwann verlassen wir die E6 und wechseln auf die E8 gen Finnland, Kilpisjärvi steht auf den Schilder. Der Wind nimmt nochmal zu, bläst den Schnee über die Straße. Garstiges Wetter. Die Bewölkung nimmt auch zu. Der Mond verschwindet. Der Verkehr noch weniger als auf der E6.
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Als von hinten jedoch LKW Ungemach droht, fahre ich einen Rastplatz mit Wasserfall an. Der ist zwar gefroren, aber der LKW kommt so an uns vorbei und wir können danach in Ruhe weiterfahren. Plan geht auf. LKW rauscht vorbei, wir pausieren etwas und fahren dann unbehelligt weite. Immer schön bergan bis auf über 500 Meter. Karg wird es, Hochland vom feinsten.
Oben angekommen....langsamer werden...irgendwo hier muss es links gehen....äh ja...hier...oh..... !!!! Grosse Augen im Cockpit. Auf dem angedachten Weg ist seit dem letzten stärkeren Schneefall niemand gefahren. Schneewall zur Straße rund 30 cm. Dahinter schwer zu sagen wieviel liegt. Aber sicher nicht weniger. Der Weg führt zu einem Parkplatz an nem See. Ist dabei leicht abschüssig.
Hm...ich fahre rein. Durchbreche die Schneemauer. Geht gut. Danach erst nicht so tiefer Schnee, wir kommen gut vorwärts, zum Glück stecken Schneestecken im Boden und markieren den Weg. Ohne diese wüsste ich nicht, wo es lang geht. Dann jedoch das 15 m bergab Stück. Verweht. Ich fahre langsam runter, die Räder schwimmen auf dem Schnee auf. Der Van wird dadurch schwieriger zu lenken. So kann man schnell mal vom Weg rutschen. Zudem hab ich den Fehler gemacht, das ESP/ASR nicht auszuschalten. Das macht zwar bergab nix aber als wir die Passage gemeistert haben und auf dem Parkplatz sind, regelt die verdammte Elektronik immer wieder die Motorleistung runter für mehr Grip. Dabei brauchen wir hier im 30 cm Tiefschnee Power und nicht reduzierte Motorleistung. Da ich in der einen Hand die Kamera habe und die andere zum lenken benötige, kann ich das Scheiss ASR auch nicht ausstellen. Mir bleibt nur: voll aufs Gas. Kick down und den KaiMAN zwingen. Die Elektronik mit Macht überwinden. Klappt halbwegs. Wir bleiben in Bewegung.
Mit Fahren hat das Ganze auch nicht mehr viel zu tun, es ist eher ne Art graben! Wir graben uns unseren Weg. Die ATs ziehen und schieben uns vorwärts. Krass! Hecksperre hätte man auch noch rein machen können unter diesen Bedingungen. Hab ich aber auch nicht drin. Nie benötigt bisher.
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Letztlich schaffen wir es an den Rand des Parkplatzes ohne steckenbleiben aber mit etwas erhöhtem Puls. Puh...das war nicht ohne. Am Seerand etwas weniger Schnee, hier wurd er wohl verblasen. Somit können wir gut parken und sacken auch nicht ein. Uff...Alter Verwalter. Das war ja jetzt mal ne Nummer. Hoffentlich kommen wir hier morgen wieder weg und die kleine Steigung mit tiefer Schneeverwehung wieder hoch. Das wird spannend. Ohne Höherlegung hätten wir hier wohl auch verloren gehabt. Ohne Allrad auch. Kein reiner Pulverschnee. Nur die oberste Schicht, unten deutlich kompakter und weniger nachgiebig.
Ich gehe mir das Elend bzw. den Spass noch zu Fuss anschauen und bin baff, wie der KaiMAN sich da durchgewühlt hat. Und wir hatten fast keinerlei Kontakt mit dem Unterboden am Schnee. Nur an einer Stelle leicht, sonst...hoch genug. Das lässt für morgen und die Abfahrt hoffen.
Kaum im Auto, klingelt das Telefon. Meine Eltern. 20 Minuten später sind alle Neuigkeiten ausgetauscht und ich mache mich ans kochen. Kartoffeln von gestern hab ich noch. Wasser dazu, geheime Zutat, Salz, erhitzen, Lauch schneiden, dazu geben, verrühren und erhitzen. Als der Lauch wenig später weich ist, mit dem Pürierstab alles zerkleinern. Butter dazu und Wienerlie reinschneiden. Aufkochen lassen....Essen. Kartoffel-Lauch Suppe mit Wienerlie...geil!
Nach dem Essen heisst es dann: arbeiten! Und zwar bis weit nach Mitternacht. Starlink brummt. Von Mitte Oktober bis Mitte November hab ich damit übrigens 300 GB Daten hochgeladen. Ohne jegliche Probleme.
Um 1 Uhr mache ich Schluss für heute. Hundemüde. Daußen deutlicher Frost und Wind. Ich bin froh als ich unterm Federbett liege und die Augen schließe. Doch der Mist ist: ich bin müde, bekomme aber die Kurve nicht. Kann nicht einpennen. Was soll das denn jetzt? Es dauert gefühlt ewig bis ich endlich weg bin.
Hat mich etwa der grüne Gnom noch so aus der Fassung gebracht? Der saß da plötzlich aufm Bett als ich rein wollte. Sah etwas aus wie Friedrich, aber hatte so ein
Elfenoutfit. Ganz seltsam. Komische Dinge gingen hier heute vor. Naja, vielleicht ja morgen alles wieder normal....oder so.
Gute Nacht und bis morgen.
Kai
GPS Koordinaten:
abends: Kurz vor der finnischen Grenze bei Kilpisjärvi
Unsere heutige Route: ca. 250 km
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