#1320 Schweden - Sonne, Schnee und Kälte!

Freitag, 12. Dez 2025

 

Schönen guten Morgen, 

 

Wie ist die Lage? Eigentlich gut. Wetter super. Blauer Himmel und in den nächsten Minuten kommt die Sonne über den Horizont. Wir sind wieder südlich vom Polarkreis. Nix mehr Polarnacht. Hier herrscht 2,5 h Sonnenschein…wenn das Wetter es zulässt. 

 

9:30 Uhr wache ich auf. Bleibe liegen. Irgendwie platt heute. Erst um 10 Uhr stehe ich auf und kurz darauf haben wir einen Gast im Van: die Sonne! Kein Scherz. Sie scheint durch das hintere Fenster ins Bett. Wow…dass man sich über sowas heutzutage noch freuen kann. Aber nach 4 Wochen ohne dieses Phänomen, ist es einfach grandios. 

 

Später scheint die Sonne sogar durchs Dinette- und durchs Fahrerfenster. Völlig verrückt. Getrübt wird die Freude nur dadurch, dass das Wasser wieder eingefroren ist. Draußen minus 13 Grad. War also zu erwarten gewesen. Das Wasserkabel liegt zu nah an der Karosserie ohne Zugang zu Warmluft. Das müssen wir im Januar ändern wenn ich wieder zurück in Österreich bin. 

Aber egal…geht auch mal ohne Wasser. Ein wenig hab ich ja gestern vorsichtshalber noch abgefüllt. 

 

Vor der Tür stelle ich fest: Arschkalt! Nicht die minus 13 sind das Problem. Der Wind ist das Thema. Nordwind. Affenkalt wie schon gestern Nacht. Innerhalb weniger Minuten schmerzen die Finger ohne Handschuhe und ich muss wieder rein in den Van. Kurz aufwärmen. Dann fliegt der Co-Pilot ne Runde. Aus dem Cockpit natürlich. Bloss keine kalten Tatzen holen. 

 

Die Sonne scheint und als er landet, räume ich auf, mache noch ne heisse Schoggi und dann heisst es: Abfahrt. Genießen wir den Tag mit Licht und Sonne. Hatten wir selten genug auf dieser Tour. 

 

So verlassen wir unseren Platz am alten Hafen, standen hier total alleine. Auch keine Besucher heute Morgen. Fahren den eisigen Weg zurück zur Straße, begleitet von Drohne und Kameras. 

 

Die Stoßrichtung heisst Storuman an der E45, dem Innlandsvägen. Ja, wir sind hier zwar gerade auf der E4, doch hab ich nicht vor, die nun bis Stockholm und weiter zu fahren. Zu langweilig. Daher biegen wir wieder Richtung Inland ab. Spaß muss sein. Wollen noch Schnee und Kälte. 

 




Der MAN TGE macht mir etwas Sorgen. Seit gestern zeigt er einen Getriebefehler an, dies ist im Notlauf, doch man kann damit weiterfahren. Zudem spinnt das 12 V Bordnetz des MAN. Der muss dringend zu MAN für einen Check. Ich hoffe, er hält jetzt noch die letzten 2,500 km durch. Wir sind noch nie liegen geblieben und das würde ich gerne so belassen. 

 

Die nächsten 159 km folgen wir der E4. Deutlich länger als gedacht. Die Sonne links, die tief verschneite Landschaft rosa-orange wenn Sonnenstrahlen sie treffen. Was für ein Anblick, was für ein Licht. Die Fahrt ein Genuss. Auf die Bremse trete ich erst, als ich feststelle: Scheisse, Starlink noch aufm Dach! Schnell stoppen. Reinholen. 

 

In Lulea biegen wir rechts ab und fahren wieder eins Inland. Weg vom Meer, hin zu den Bäumen und dem tief verschneiten Schweden. Sieht das geil aus. Schweden im Winter so viele Potenzen cooler anzuschauen als im Sommer. Ich liebe diese weiten verschneiten Landschaften. 

 

Langsam schwindet das Licht, wir stoppen nochmal für eine Volltankung und fahre in Richtung Westen. Bergauf, an einem Windpark vorbei und immer weiter in die Tiefe Schwedens. Die Temperatur im freien Fall. Lange um die minus 17 Grad. Doch einmal sogar bei minus 23 Grad. Nicht hilfreich für unser gefrorenes Wasser. Aber egal. 

 

Langsam halte ich Ausschau nach einem Schlafplatz. Doch sind die Parkplätze alle nicht gepflügt. Null Chancen, es liegt n halber Meter Schnee. Da hilft auch kein Allrad. Da bräuchten wir einen Panzer. 

 

So fahren wir immer weiter in die Nacht und viel weiter, als eigentlich geplant. Mit wachsender Verzweiflung erreichen wir Mala. Der erste größere Ort seit Lulea. Große Parkplätze gibts im Ort, doch wirklich toll sind die nicht. Aber immerhin kann ich an einem, jenem beim ICA und der Polizei, mal parken und was essen. 

Schnell baue ich mir zwei Spiegeleier und Toaste mir Brot. Danach gehts etwas besser und ich finde am Ortsrand einen Platz der evtl. als Übernachtungsspot dienen könnte. 

Motor an und hin fahren. Erste Anfahrtsversuch scheitert. Die Straße wird zu Fuss- und Fahrradweg. Drehen, zurück auf die Hauptstraße und dieser folgen. Bergan….und dann ein Wunder…links ein Aussichtspunkt mit hohem Turm. Geräumt. Etwas zurückversetzt von der Straße. Kurzes Stück ordentlich bergauf und schon sind wir da. Der Spot kommt mir bekannt vor. Ich war hier schonmal, nicht über Nacht, aber als Zwischenstopp mit Zottl auf meiner ersten Tour. Heute bleiben wir hier über Nacht. Viele Parkmöglichkeiten gibt es nicht, ich wähle die einzig halbwegs ebene und mache den Motor aus. Feierabend. 

 

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Draußen Minus 17 Grad. Drinnen arbeitet die Timberline unauffällig und hält uns lecker warm. Kein Fehler #29 mehr während der Fahrt. Nix. Alles bestens. 

 

Als nächstes Laptop auf den Tisch und schneiden. 18 Uhr durch. Wird Zeit, dass ich etwas arbeite. 

Später am Abend kommt noch mehrfach Besuch von der Dorfjugend mit ihren Autos. 4 Fahrzeuge die alle zwei Stunden auftauchen und wieder fahren. Seltsame Hobbys haben die hier. Aber egal, im KaiMAN höre ich ohnehin nix von der Außenwelt. Sollen sie kommen und gehen, so lange keiner in den KaiMAN knallt, ist mir alles wurscht. 

 

Als Abendessen gönne ich mir ein 3Bears Granola und im Anschluss stolpere ich über eine Tüte SMASH. Die ist wenig später fast Geschichte. Gegen Mitternacht beginnt es leicht zu schneien. Eher unmotiviert, doch wird der KaiMAN leicht angeweisst. 

Unsereins müde und liegt um 1 Uhr im Bett. Morgen gehts hier weiter. Ob wir Storuman erreichen? Wir werden sehen. Es gibt auf jeden Fall ne ordentliche Überraschung auf der Fahrt. 

 

Gute Nacht und viele Grüsse

  

 

Kai und Team

 

 

GPS Koordinaten:

abends: Mala

 

 

Unsere heutige Route: ca. 350 km

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