Flauschy Samstag, 28.02.2026
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Hallo zusammen,
schönen guten Morgen aus Capbreton. Wir stehen hier auf einem schnöden aber kostenlosen Parkplatz in unmittelbarer Meernähe. Soweit so gut. Um 9 Uhr wache ich auf. Die Nacht war ruhig, bis auf ab und an etwas Regentrommeln auf den Dachfenstern war nichts zu hören. Gut geschlafen.
Leider verheisst der Blick nach draußen nix gutes. Mit Hoffnung auf blauen Himmel öffne ich die Verdunklung und sehe....graue Wolken und....ja...später sogar immer wieder Regenschauer. Für dieses Wetter sind wir jetzt also 1.400 km gefahren. Na bravo! Friedrich würde durchdrehen...doch er hat heute frei und somit bleibt der Gefühlsausbruch seinerseits aus. Dafür sitzt FLauschy bereit, mit Sonnenbrille im Gesicht. Hm....weiss sie mehr als ich? Kommt heute noch die Sonne? Hm...ich sag mal so....Flauschy ist verdammt weise...aber mit Sonne hat das heutige Verhalten ihrerseits nichts zu tun. Doch dazu später mehr...
Bis 11 Uhr arbeite ich am Laptop. Schneide, rendere, lade ein Video via Starlink hoch. Die Starlink Antenne funktioniert weiterhin hervorragend aufm Dach. Ein Traum, das Teil nicht immer wieder hoch und runter würgen zu müssen. Die Antenne bleibt jetzt permanent auf dem Dach. Mit 4x20 kg Magneten auf einer Edelstahlplatte magnetisch befestigt. Diese wiederum ist verschraubt mit den Latten meiner Dachterrasse. Zudem ist die Antenne noch mit Gummibändern gesichert. So kann sie sich nicht vom Dach lösen.
Als die Regenschauer durch sind, wage ich mich mal vor die Tür. Werfe Müll weg und laufe bei leichtem Nieselzeug gen Strand. Noch bevor ich Strand sehe, begrüsst mich Sand. Der Winter war hier wohl hart. Was hier an Mengen an Sand rumliegt....das muss hier heftig gestürmt haben. So ein Atlantik hat es schon in sich.
Als ich die sandige Promenade passiere und am Strand stehe, ist auch hier einiges im Argen. Sandberge zeigen, dass hier neuer Sand verteilt wird, auch Strandspülungen gibt es. Man versucht, den Küstenschutz zu erhalten. Doch Stürme und Strömung machen dem Strand das Leben schwer.
Und obwohl heute kaum Wind ist, landen ordentliche Brecher am Strand an. Da will man gar nicht wissen, wie das hier aussieht wenn Windstärke 10 herrscht. Das muss verdammt krass sein! Ich schaue Surfern am Strand zu, betrachte Wellen, filme, hoffe auf etwas mehr Sonne. Diese Hoffnung wird erfüllt. Vom Meer her schieben sich blaue Lücken zu mir an den Strand und die Sonne scheint irgendwann vermehrt.
Am Strand selbst liegen ne Menge toter Seevögel, Holz und Müll. Teilweise beginnt das Großreinemachen schon, Holzstapel liegen rum und warten auf Abtransport. Oder zünden die das hier direkt am Strand an?
Nach 45 Minuten drehe ich ab und um, laufe zurück zum KaiMAN. Aufräumen und Abfahrt. Erstmal 3 km zur Tankstelle. Dort wird für 1,69 Eur getankt. Das nächste Ziel: Puerto de Larrau, 1.500 m hoch. Laut Google Maps offen. Pass in den Pyrenäen.
Wieder wähle ich eine mautfreie Strecke nach Google Maps. Das funktioniert prima. Wir rollen entspannt über die Landstraßen Südfrankreichs. Wer braucht schon Autobahnen die bezahlt werden müssen. Friedrich freuts und ich genieße die ruhigen Sträßchen. Der KaiMAN fährt sich super, geht sicher und gut durch alle Kurven mit dem 4x4 proyect Fahrwerk. Macht Laune. Einzig nervig die verdammten Bremshügel. Sowas von unökologisch. Vor jedem verdammten Hügel abbremsen, drüber, wieder Gas geben. Erhöht sinnlos den Spritverbrauch.
Und als ich mal wieder über solche Hügel in einer 30er Zone dümpel und danach wieder auf 30 beschleunige, überholt mich ein durchgeknallter Franzose mit seiner Rostlaube wie ein Bescheuerte. Sicher mit 50 km/h jagt er an mir vorbei. Ich nehme mir die Freiheit heraus und gebe ihm zweimal kurz Lichthupe. Dank meiner massiven STRANDS Befunzelung nach vorne bekommt er das auch mit...und zeigt mir den Mittelfinger. Gut, kann ich auch!
Ich hoffe, er kracht gegen den nächsten Baum! Totalschaden wäre nett, er sollte aber nicht verletzt werden dabei,...so dass er zukünftig Bus fahren muss und keine potentiellen Fußgänger, Kinder oder Tiere mit seiner Fahrweise gefährden kann.
Die 140 km ziehen sich, doch langsam wird die Landschaft hügeliger. Die Sonne liegt hinter uns, Regen ist immer mal wieder bei uns. Und als wir den Pyrenäen immer näher kommen....zeigt ein Schild an der Straße: FERME! Und das in Bezug auf unseren Pass. Hm...blöd....aber wir sind in Frankreich. Vielleicht haben sie nur vergessen, das Schild zu entfernen? Der Pass nicht hoch, wir haben im Tal 10 Grad.
Am entscheidenden Kreisel....links oder rechts...ich nehme rechts, weiter gen Puerto de Larrau. Doch nach 300 m ein weiteres Schild: FERME! Geschlossen! Ich stoppe. Gibt es eine Alternative? Ja!
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Statt der D26 können wir auch die D113 fahren. Die war vorhin als OFFEN gekennzeichnet. Nach kurzer Konsultation mit Flauschy, die noch immer ihre Sonnenbrille auf hat, drehe ich und fahre auf die D113. Die ist auch nicht schlecht, wie sich zeigt. Eng, gewunden, durch Schluchten, immer bergan, steil, an verbrannten Bergen vorbei, immer höher. Kein Verkehr mehr. Wir fahren hier alleine durch die Gegend.
Irgendwann erreichen wir die Wolkengrenze, wir kommen in Nebel. Erster Schnee zeigt sich links und rechts der Straße. Mit jedem Meter Höhe wird das Weiss mehr. Als wir in freies Gelände kommen, den Wald hinter uns lassen, liegt fett Schnee.
Standen wir vorhin noch am Meer, ist hier tiefster Winter. Und da ist auch Neuschnee dabei. Der liegt noch auf den Bäumen. Doch die Straße ist frei und gut zu fahren. Dennoch, ich hatte mit so viel Schnee nicht gerechnet auf dieser Höhe. Die Wolken jedoch nicht sehr dick, es ist verdammt hell und ich muss meine Sonnenbrille aufsetzen um nicht zu sehr vom hellen Nebel/Schnee geblendet zu werden. Gefühlt wirft mir Flauschy in dem Moment einen wissenden Blick zu....ja, ja...sie hat das wohl kommen sehen. Wir auch immer sie das wusste...muss das Bären-Flausch-Wetter-Radar sein. Sie rückt kurz ihre Sonnenbrille zurecht, flauscht sich in den Sitz und lässt sich weiter von mir den Berg hoch kutschieren. Kennt ihr AdVantureBears auf YouTube/Instagram/TikTok. Da könnt ihr auch mal sehen, was Flauschy so den ganzen Tag treibt.
Der Schnee wird immer mehr, die Bäume immer verschneiter, das ist echt komplett surreal irgendwie. Wir sind hier voll im Winter gelandet. Und als wir auf die Passhöhe des Col de la Pierre Saint Martin kommen, 1760 m hoch...erblicke ich einen Parkplatz links und stoppe. Willkommen in Spanien! Die Straße 10 m von uns ist noch Frankreich, der Parkplatz aber schon Spanien. Weiter fahren würde bedeute, deutlich Höhenmeter zu verlieren. Doch wir entscheiden: eine Nacht im Schnee aufm Berg geht ja schon. Spass muss sein. Temperatur leicht im plus. Geht schon. Und so kann ich noch etwas die MAN Standheizung testen. Muss ja wissen was die kann.
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Und mit dem Test beginne ich sogleich. Stelle die Standheizung auf Dauerbetrieb und volles Rohr. Ziehe mich warm an, Mütze, Handschuhe, Winterjacke, Gummistiefel. Alles dabei! Der Profi rechnet immer mit allem!
Draußen erwartet mich leichter Nieselregen und ne Menge Schnee und wenig Sicht. Die Wolken hängen tief, wir drin. Nur schemenhaft sind weitere Berge oder Straße zu sehen. Cool! So wie ich mich vorgestern über 20 Grad freute, freu ich mich jetzt wieder über den Meter Schnee der hier liegt. Man muss sich anpassen können!
Nach einer kleinen Runde im Winter, schnell wieder in den KaiMAN. Trockenlegen und aufwärmen. Maultaschen in Suppe wandern in mich, der Laptop rennt die nächsten
Stunden und ich schneide das Video von gestern. Den Sand der Düne könnten sie hier sicher gut zum Streuen gebrauchen im Winter....
Um 19 Uhr geht draußen das Licht aus. Das Tageslicht weicht der Dunkelheit. Ein komischer Van stellt sich noch auf unseren Parkplatz. Immerhin lässt er Abstand. Ein paar mal knallen Türen, dann
herrscht Ruhe. Ich arbeite bis 22 Uhr weiter, esse zwei Scheiben Brot und schreibe nun noch diese Zeilen. So muss ich das morgen nicht. Draußen - 0,5 Grad, der Nieselregen hat den KaiMAN mit
einer dünnen Eisschicht und Eiszapfen überzogen. Bin gespannt wie es hier morgen aussieht.
Um 23:17 Uhr, also jetzt, tippe ich diese Zeilen und frage mich, ob ich noch den Schnitt des heutigen Videos beginnen soll oder lieber schlafen gehe. Letzteres klingt auf jeden Fall recht verlockend. Einen Plan für morgen bräuchten wir auch noch...
Gegen 1 Uhr gehe ich ins Bett. Letzter Blick raus aus dem Dachfenster: ich sehe Sterne. Es ist recht hell. Ob wir morgen wirklich schönes Wetter bekommen? Schlafen wir mal schnell, dann wissen wir es bald.
Gute Nacht und bis morgen.
Viele Grüsse
Kai und Team
GPS Koordinaten:
abends: 42.968800, -0.767773
Unsere heutige Route: ca. 160 km
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