#1362 Spanien/Andorra - Zwei Städte die unterschiedlicher nicht sein könnten!

Samstag, 07.03.2026

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Hallo zusammen, 

 

Gute Morgen aus Spanien, knapp vor Andorra. Gestern Lehmweg hoch gefahren bei Regen. Und heute so?
Naja, um 8:30 Uhr schaue ich raus, sehe ein kleines Stück blauen Himmel, sonst Nebel und wenig. Geben wir dem Ganze noch etwas Zeit. 

Gegen 11 Uhr, nach Frühstück, Arbeit, Bad und sonstigen Dingen: sieht schon besser aus. Die blauen Lücken größer. Die Wolken verschwinden, es scheint sogar das gelbe Ding vom Himmel. Bekommen wir heute wirklich gutes Wetter?

In Gummis vor die Tür, alles durchnässt, aber nicht kalt. Gut der leichte Wind schon, aber mit Sonne auszuhalten. Pullover Wetter fast.....aber ne Weste darf es dann schon auch noch sein später. 

 

Gut. Abfahrt. Doch irgendwas stimmt im MAN TGE Cockpit nicht. Wir haben Samstag! Und neben mir hockt gespannt die Truppe Friedrich, Lena und Co-Pilot. Völlig planlos sitzen sie da. Absicht? Vorsatz? Überstunden scheffeln? Lena und Co-Pi wollen ja sicher mal Urlaub nehmen und wegfahren mit ihrem Balu. Wer jetzt nix versteht, dem empfehle ich AdVantureBears auf Insta oder YouTube. Dann wirds klarer. 

 

Anyway...ich hab sie erwischt...und zack...verschwinden sie wie von Geisterhand. Haha...ja genau...ich bin die Geisterhand die sie nach hinten ins Bett schleppt und Flauschy lieb fragt, ob sie gerne nach vorne möchte. Da sagt sie nie nein und schwups, trage ich das flauschige Leichtgewicht nach vorne ins Cockpit. Abflug. 

 

Die Drohne begleitet uns ein paar Meter und wir rollen langsam den Berg runter auf abtrocknender Lehm-Stein-Strecke. Etwas rutschig ist es durchaus noch. 

 

Die ersten Meter Asphalt sind dann auch nicht toll. In den Radkästen hört es sich an, als wäre Krieg. Bin ich froh, hab ich den Radlaufschutz von Green Monkey drin. Nie mehr ohne. 

 

Wir erreichen die Hauptstrasse und wenden unsere Nasen gen Andorra. Ohne dort vorerst jedoch anzukommen. Nach wenige Kilometern kommt die Provinzhauptstadt La Seu d'Urgell. 13.000 Einwohner, soll recht schön sein. Somit stoppen wir und schauen uns das an. Parken ist nicht einfach. Samstag...alles voll...was ist hier los???


Ich muss auf dem Stellplatz parken. Der kostet pro Nacht 11 Uhr und wird von Campingcar Park betrieben. Schrankenanlage etc. Es braucht ne Chip Karte um reinzukommen. Hab ich aber keine. Die Beschreibung ist nicht besonders gut und ich versteh nix. Bin kurz davor unverrichteter Dinge abzuhauen als mich ein älterer Engländer anspricht und mir kurz sagt, wie das geht. Ein zweiter Herr kommt auch noch und macht Ergänzungen, dann ist es klar.  Hier am Automat registrieren, die Chipkarte bekomme ich vom Automat. Gut...schaff ich....vermutlich...

 

Wenig Minuten später spuckt der Automat meine Chipkarte aus und ich bin 10 EUR ärmer. Das war recht simpel wenn man weiss wie es geht. Die Chipkarte wird aufgeladen per Kreditkarte. 

 

Als ich dann auf den Hof fahre, will die Schranke sich erst nicht öffnen, nach dem dritten Versuch funktioniersts dann aber. Wir sind drin. 6 h parken kostet 5 Euro. Fair. Dafür gibts Strom for free und V&E. Leider brauch ich nix davon. 

 

 




Flauschy lasse ich nun allein zurück und laufe los in Richtung City. 800 m vielleicht. Dort wird klar, warum so viel los ist: Markt! Alles voll Ständen und Menschen.

 

Es beginnt mit Klamotten, 18 EUR für ne Jeans. 3 EUR für n T-Shirt. Dann biege ich ab in eine schmale Gasse. Vom Rest des Marktes bekomme ich erstmal nix mehr mit. Laufe dort, wo weniger los ist. Enge Gassen, Bars, Shops, auch hier wird ein wenig altes Zeug verkauft. Eher so flohmarktmäßig.

 

Ich lasse mich treiben und ende am olympischen Kanu Park. Auch hier gut was los. Scheint ein Wettbewerb stattzufinden.  Route ist abgesteckt im Wildwasserkanal, einige Athleten und ne Menge Boote. Wetter weiterhin sonnig aber frisch. Das Wasser im Kanal bräunlich. Und ne gute Strömung. 

Leider noch niemand im Wasser, keine Action. So laufe ich die Strecke ab, sehe, dass die Anlage zur Olympiade von 1992 gehört. Damals in Barcelooooona. Den Song hab ich immer noch im Ohr....

 

Zurück in die Altstadt und zum Markt. Am Poulet Stand ist die Schlange am längsten. Sicher 20 m. Muss also wohl gut sein. So riecht es auch. Ich wandere über den Markt weiter. Oliven, Käse, Würste, Gemüse, noch mehr Gemüse, Käse,...

Man kann sich hier durch die Region kaufen. 

 

20 Minuten später stehe ich wieder am Stellplatz beim KaiMAN. Stelle fest, dass er hier nicht so ganz hin passt. In der Pampa gefällt er mir besser als hier. Also...weiter. 

 

Ausfahrt vom Platz funktioniert reibungslos. Chipkarte vors Tastenfeld des Terminals halten und die Schranke öffnet sich. Jetzt aber ab nach Andorra. Wir brauchen Diesel. 

 

20 Minuten später...Andorra. Über einen Pass geht es von dieser Seite nicht. Nur stetig leicht bergan durch ein enges Tal. Grenze easy und dann ist man auch schon bald da. Verkehr und Stau halten sich heute in Grenzen. Parkplatzsuche ist allerdings nicht einfach. Auf den von mir angedachten, darf ich nicht. Womos verboten. So irre ich etwas durch die Gegend und sehe nach einigen Minuten ein paar Womos auf einem Parkplatz stehen. Wenn die das können, müssen wir das doch auch können. Aber wo ist die verdammte Einfahrt. Ich seh nur die Ausfahrt. 

Wir fahren einmal um den Block, finden die Einfahrt, nehmen die Camperspur und stehen kurz drauf auf einem Stellplatz mitten in Andorra. Tagespreis 52 EUR. Stunde glaub 4 Euro irgendwas. Uff. Gut bekommt Friedrich das heute nicht mit. 

 

 

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Platz für unseren 680er ist easy. Der MegaTravel2 hier durch die Stadt easy zu fahren, trotz des Radstandes. 

 

Jetzt aber los. Tauchen wir ein in die Stadt Andorra. Nach einigen hundert Metern steh ich in der Fußgängerzone. Es ist der Teufel los. Menschenmassen schieben sich hier durch. Ein Shop neben dem anderen. Aber alles entspannt und schön. Sieht alles neu gemacht aus. Generell in Andorra. Neu oder Renoviert. Alte Gebäude finden sich kaum. 

 

Ich treibe mir den Menschenmassen immer in Richtung unseres Ziels. Ich möchte dort hin, wo hoffentlich weniger los ist. 

Die Sonne scheint, es ist von der Temperatur in Winterjacke angenehm. 1.050 Meter hoch sind wir. Kein Wind. Perfektes Wetter für Europas höchstgelegene Hauptstadt. 

 

Nach rund 1,5 km erreiche ich mein Ziel: die Altstadt. Vermutlich wenig bekannt. Denn es ist nix los. Vergleicht man es mit der Neustadt, bin ich hier praktisch alleine. Enge Gassen, schöne Häuser, nix los, hier und da ne Bar mit Sonnenplätzen. Schön! Sollte man sich anschauen wenn man hier ist. Sehr beschaulich. Kein Gefühl mehr von Großstadt und Einkaufswahnsinn. 

 

Ich lasse mich durch die Gassen treiben, genieße Ausblicke auf die City von hier oben und laufe später langsam wieder zurück gen KaiMAN.  finde ihn jedoch nicht auf Anhieb. Laufe falsch, muss auf Google Maps suchen und stelle fest: bin schon viel zu weit gelaufen. Also wieder zurück Die Extrameile sozusagen. 

 

Beim und im KaiMAN herrscht Ruhe, alles bestens. Ich zahle 10,80 Eur für 2 h parken und mache mich vom Acker. Auf nach Frankreich! Äh...ja...kommen wir heute aber wohl nicht an....

 

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Die folgenden zig Kilometer geht es. nur eins: bergauf. Ewig. Es nimmt kein Ende. Wir durchfahren Andorra gen Frankreich, kommen noch durch diverse Touridörfer. Alle wie geleckt und man könnte meinen, erst vor wenigen Jahren erbaut. Alles wirkt neu. Skigebiete zur rechten Hand, tolle Aussichten und irgendann, nachdem wir schon 2.000 m hoch sind, die Entscheidung: Mauttunnel oder Pass?

 

Unsere Entscheidung ist klar, oder? Pass natürlich. Ich zahl doch nicht für keine Aussicht Geld!!!

 

Also hoch....in vielen Kurven, steil. Aussicht grandios. Mittlerweile sind wir hier im Schneeparadies angekommen. Liegen sicher 1,5 m. Tiefster Winter. Wir überqueren die 2.300 m. Noch immer geht es weiter hoch. Erst bei 2.408 m ist Schluss. Höchster Punkt. Passhöhe. Zwei Tankstellen. Beide teuere als jene, bei der wir bei Ankunft in Andorra für 1,275 getankt hatten. Ich stoppe...erstmal ohne Plan. Viel zu überrascht bin ich, wie hoch wir sind und wie cool es hier ist. So generiert sich dann aber doch langsam ein Plan in meinem Kopf. Wir könnten hier nächtigen. ist zwar nah an der Straße...aber egal. Das stört nicht weiter. 

 

Aber wo parken? Alles ziemlich schräg und noch beparkt. Gut....warte ich mal ein wenig. Ein Rundgang über den Pass und aufwärmen im Van zeigt: die PKWa hauen ab. Es tun sich Lücken auf und eine ist unsere. Rückwärts rein. Heck in den Schnee. Wir stehen zwar deutlich bergab. Aber egal. Der Platz ist unser. 

 

Draußen -2 Grad, windig und Winter. Wer hätte das heute Vormittag gedacht, als ich noch in kurzer Hose durch ein schickes kleines Dorf lief. 

 

Den Abend verbringe ich mit Arbeit. Draußen Wind und Schneefall. Die Polizei fährt sicher 6 mal über den Pass. Der Verkehr nimmt irgendwann aber deutlich ab. Um Mitternacht ist niemand mehr unterwegs. Und als ich um 0:30 Urh vor der Tür stehe, pfeifen mir Schnee und Wind um die Ohren. Brrr....kalt....minus 3 Grad. Ab in den KaiMAN und ins Bett. 

 

Morgen, Sonntag geht es etwas entspannter zu und her...hoffe ich. Heute war schon Hardcore. 

 

Bis dahin...gute Nacht und bis dann. 

Viele Grüsse


Kai und Flauschy. 

 

 

GPS Koordinaten:

Stellplatz Andorra:  42.510449, 1.535598

abends: 42.540520, 1.718401

 

Unsere heutige Route: ca. 70 km

 

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