#1394 Schweiz - Uni Spital Besuch Nr 4. Nicht der Letzte!

7. Mai 2025, Krankenhaus

.....

Hallo zusammen, 

 

Wecker braucht es heute keinen. Um 7:10 Uhr werde ich von selbst wach. Nach anfangs guter und dann etwas unruhiger Nacht, bin ich wach. Aber sicher nicth fit. 

 

Heizung an, kalt. Warten. Aufstehen. Bad. Anziehen. 10 Minuten bleiben dann noch, bis ich los muss. Geld, Handy, Unterlagen. Alles liegt parat. Checke nochmal wo ich hin muss. Alles gut beschrieben. 

Der Bärenbande rede ich nochmal Mut zu, wird schon alles gut gehen. Ich komme wieder. Keine Sorge!

 

Das Wetter passt zur Stimmung. Grau und kühl mit ein paar versprengten kleinen Tropfen von oben. Um 8:33 Uhr laufe ich los. Temrin 9:15 hUhr. Halbe Stunde vorher soll ich dort sein. 

 

Den Weg kenne ich, die Aufzüge finde ich auch, alles läuft gut. Am Empfang im 6. Stock werde ich freundlich empfangen. Unterlagen passen, ich darf durch gehen bis zur Kabine D. Na, das ist ja wie letztes Mal. Da lag ich auch in D. 

Vorher komme ich aber noch am Empfang vorbei von wo aus die Kabinen betreut werden. Dort grüsst mich die Krankenschwester, die auch letztes mal schon Dienst hatte. Super nett. Ich glaube, sie erkennt mich sogar. Bin mir aber nicht ganz sicher. 

 

Sie begleiet mich zu Kabine D, erklärt mir alles, wir gehen kurz die Dokumete durch. Zuletzt gegessen wann? Gester 19:30 Uhr. Getrunken? Nein, nichts. Lose Zähne. Nope! Alles fest. Sie lässt mich kurz alleine. 

 

So lege ich mich auf Bahre....äh...Trage...äh...Liege, ziehe vorher Schuhe und Pullover aus und warte bis sie wieder kommt. Kurz darauf erscheint sie , legt mir einen Zugang, Blutdruckmannschette und Finger-Ding für Puls. 

Wir kommen kurz ins Gespräch und wir finden heraus, dass sie gar nicht so weit weg von Weinsberg herkommt. Seit 3,5 Jahren in der Schweiz ist und sich fragt, warum sie nicht schon viel eher hergekommen ist. Diese Hinterfragung kann ich, im Gesundheitsbereich, sehr gut verstehen. 

 

Danach lässt sie mich alleine, meint aber noch, ich müsse nun sicher 20 Minuten warten, ob ich noch meine Handy wolle. Ich lehne danken ab. Schließe die Augen und versuche mich etwas zu entspannen. 20 Minuten Handy freie Zeit...fast schon Luxus. 

 

 




Irgendwann kommt sie wieder und mit einer Kollegin zusammen schieben sie mich in den "OP". Der Arzt kommt wenig später, kurzes Gespräch. Letztes mal wurde NICHT geweitet. Nur gemessen. Aber selbst dass führte schon dazu, dass ich seither etwas besser Essen konnte und mich in den letzten 5 Wochen kein einziges mal übergeben musste. Das gab es glaub seit 2 Jahre nicht mehr.

 

Ja, ihr wisst vieles nicht, was bei mir in den letzten Jahren nebenher und ohne Kamera so lief. Es war nicht immer einfach und oft etwas am Limit. Das Leben war nicht immer so toll wie es vielleicht in den Videos aussah. Aber egal....so ist das Leben halt. 

 

Der Plan für heute. Nochmal Speiseröhren Sighseeing, Messen und Dehnen. Jedoch nicht übermässig stark und viel vermutlich. 20 max 30 mm. Keinen Riss riskieren. 

Sollte all das nicht funktionieren, bleibt eine OP. Es gibt neue Möglichkeiten der Achalasie zu Leibe zu rücken. Doch wäre dass die vorletzte Option....schlimmer wäre nur noch: Speiseröhre entfernen! Doch das steht derzeit überhaupt nicht im Raum. 

 

Ich drehe mich auf meiner Bahre äh Liege  auf die Seite und die Krankenschwester startet mit der Einleitung des Propofols. Davon merke ich nichts. Es brennt nicht, auch sonst...bin ich noch immer wach. Sie drückt immer mehr...ich bin noch immer wach....hm....ich versuche mitzubekommen, wie mir die Lieder schwer werden und ich wegfliege. Doch nix da....in der einen Sekunde bin ich noch da mit offenen Augen....dann wohl nicht mehr. Ich bekomme es jedoch nicht mit....

 

Irgendwann wache ich auf. Bin wieder in meiner Kabine D. Alleine. Die Augen fallen wieder zu. Es dauert bis ich die Augen länger offen halten kann. Die Krankenschwester kommt irgendwann und fragt, ob alles In Ordnung sei. Schmerzen?

 

Äh...ja...etwas....sie hängt mir ne Pulle Schmerzmittel an den Tropf und nach 5 Minuten merke ich, wie der Schmerz sich verzieht. Danke....

 

Irgendwann (ich erinnere mich nur verschwommen an die ganzen Abläufe) kommt sie wieder...ob ich noch etwas brauche?

 

Ja....alles soweit gut...ich müsse aber auf die Toilette, meine ich. Sie erwidert darauf hin, wir sollten noch ein paar Minuten warten, bis mein Kreislauf sich stabilisiert hätte. Sie teilt mir noch mit, dass ich ne ordentliche Menge Propofol bekommen hätte und knapp 3 Liter Kochsalzlösung. Kein Wunder muss ich pinkeln wie ein Elch. 

 

5 Minuten später kommt sie mit einer Kollegin zurück und ich bekomme einen Fahrdienst bis an die Klotür mit meiner Bahre. Das nenn ich mal Service. Wow! Die sind hier echt der Hammer. Ich stehe langsam auf, klappt ganz gut, tapse wie der Co-Pilot auf wattigen Beinen ins Klo. Setze mich und lasse laufen. Dauert n Moment...Nachfrage von aussen...alles okay? Japp...alles gut. 

 

Amazon Link für alle anderen Einkäufe:

 

Danach zurück zur Trage und zurück in Koje D. Wenig später kommt der Arzt. Kurze Infos wie es gelaufen ist. Sie konnten 20 mm Dehnen. Mehr ging nicht. Zu gefährlich. Das Narbengewebe von der OP vor 13 Jahren ist nicht so nachgiebig wie das restliche Gewebe. Neigt eher zum reissen und das wäre der Supergau. Bereits bei den 20 mm kam es zu Blutungen. Daher wurde nicht mehr gemacht. Aber er meint, ich werde diese 20 mm beim essen merken. Es wird besser gehen. 

Doch er sagt auch: er will mich wieder sehen. Juni! Neuer Termin zu einer weiteren Dehnung. Das muss in langsamen Schritten geschehen und er hofft, dass er dann noch ein wenig mehr für mich tun kann. 

 

 

Tja, dann bin ich im Juni wohl nochmal hier. Das wird ja bald mein x-tes Zuhause. Der Arzt verabschiedet sich, ich bleibe noch etwas liegen. Mittlerweile nach 13 Uhr. Das ging heut wieder echt lange. Die Krankenschwester, überwacht mein Aufsitzen und Aufstehen. Schuhe an, Pullover an, Jacke...dann verabschiede ich mich. Tschüss...bis zum nächsten mal....und laufe, wie ein Betrunkener den Gang entlang. Stehe kurz darauf vor der Tür und wanke weiter gen Zottl. Und mache drei Bären, als ich in ihm verschwinde.

 

Ich setze mich, mache die Kamera an und rede irgendwas....weiss momentan aber nicht mehr was...erinnere mich nicht. Danach...ich bin komplette im Arsch...werfe ich meine Klamotten irgendwohin und falle ins Bett. Drücke mir noch einen Stöpsel ins Ohr und schlafe ein. 

 

Um 16 Uhr wache ich aus traumlosem Schlaf auf. Etwas erholt. Doch bleib ich noch 45 Minuten liegen. Informiere einige Freunde und Familie, dass ich überlebt habe und wie der Stand der Dinge ist. 

 

Der leichte Hunger treibt mich aus dem Bett, ich baue mir eine Kartoffelsuppe mit einer Handvoll Spätzle die ich noch in Zottl finde. Arzt meinte, lieber flüssig heute. Die Kartoffeln schäle ich, schneide sie ganz klein, sind sie schneller durch und koche sie in Bouillon. Irgendwann ist das Ganze fertig, ich lasse es noch etwas abkühlen und esse. Kaue es zu Brei und Schlucke. Keine Schmerzen, geht gut und auch wohl durch. Ich spüre nicht, das es irgendwo hängen bleibt. Auch nicht im weiteren Verlauf. 

 

Nach dem Essen fällt mir ein, dass ich noch das Video für heute planen muss und den Blog Korrektur lesen. Als das erledigt ist, schneide ich das Video von gestern und vorgestern zu Ende. Schaffe es aber nicht mehr ganz Korrektur zu schauen. Die Schmerzen kommen zurück...ich muss mich auf die Dinettebank legen und Wasser trinken. Das hilft, ich stelle den Laptop auf den Bauch und schaue zu ende. Danach wird gerendert und der Upload gestartet. 12 GB in in rund 45 mInuten. Sunrise ist verdammt schnell am Flughafen. 

 

Mehr läuft nicht. Um 23 Uhr liege ich im Bett. Um 23:55 Uhr schreibe ich noch immer hier am Blog diese Zeilen. Jetzt ist aber Schluss. Morgen verlasen wir Zürich und fahren nach Schwyz und dann in den Schnee...

 

Gute Nacht und viele Grüsse

Kai und Team Sorgenvoll

Amazon Link für alle anderen Einkäufe:

Amazon Link für alle anderen Einkäufe:



Amazon Link für alle anderen Einkäufe:

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Geli (Mittwoch, 13 Mai 2026 19:57)

    Lieber Kai
    Es ist schön zu lesen das sie es zumindest auf 20mm geschafft haben. Und das du wohl auf bist und die erste Dehnung gut überstanden hast.
    Ich kenne das mit den Vernarbungen und dem Dehnen. Habe auch ein paar Dehnungen durch.
    Und auch bei mir ging es nur in mehreren Schritten weiter.
    Aber auch du schaffst das ���Auch wenn es noch ein paar Dehnungen braucht.
    Dann kannst du weitere schöne Reisen mit deinen Bären erleben..das wünsche ich dir von Herzen ♥️
    Ich werde dich und deine Bären natürlich weiter begleiten und wünsche dir jetzt erst mal gute Genesung…..
    Bis ganz bald ��‍♀️

  • #2

    Petra B. (Mittwoch, 13 Mai 2026 20:55)

    Hallo Kai, jeder hätte Verständnis gehabt, wenn du nach der Tortur kein Video hochgeladen hättest und keinen Blog geschrieben hättest ! Weiterhin viel Glück, dass sich alles bessert ! LG

  • #3

    Reyhan (Mittwoch, 13 Mai 2026 21:05)

    Herrschaftszeiten ! Gönn Dir doch die Ruhe und Pause. Videos / Blog können / sollten warten.

    Gutes Rutschen des Essens und gute Besserung

  • #4

    Udo (Mittwoch, 13 Mai 2026 21:50)

    Kopf hoch und gute Besserung