#1402 Frankreich - Nayont-Ilse de Noirmoutier

18.03.2026. Noirmoutier Ankunft

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Hallo zusammen, 

 

irgendwie komische Geräusche draußen und Gerede. 8 Uhr. Motoren. Metall das aufeinander schlägt....was treiben die hier in Frankreich am Montagmorgen um diese Uhrzeit?

 

Erst um 8:30 Uhr bin ich wach genug und werfe einen Blick raus. What da Fuck? Was ist das denn? Da stehen lauter rote Wagen hinter uns. Und da steht....CIRQUE drauf in großen Lettern. Was will ein Zirkus auf einem Stellplatz??? 

 

Neben mir parkt schon ein Wohnwagen. Meine österreichischen Nachbarn aus Feldkirch sind schon auf der Flucht und fahren ab. Sogleich schieben die Zirkusleute einen Miniwohnwgen auf  den Spot. Die Dachfenster sehen....wie soll ich sagen...nicht so aus als hätte sie ein Profi gegen Wassereintritt abgedichtet. 

Aber halten wir mal fest: hier wandert gerade ein Zirkus ein. Ich glaub ich steh im Wald. Neulich Kirmes, jetzt Zirkus...was kommt da als nächstes bitte?

 

Ich stehe auf, mir schwant, die wollen meinen Platz auch noch. Anziehen, aufräumen, Rollos hoch...und schon klopft es an meiner Tür. Die Dame in blau aus dem Miniwohnwagen....ich glaub sie will, dass ich abfahre. Ist aber sehr freundlich. Ich sage ihr, dass ich in 5 MInuten abziehe. Das macht sie happy...mich auch. Bloss weg hier aus dem Trubel. Am Ende rammen die mir noch irgendwas in den armen Nasenbär. Oder wollen, dass ich helfe. Oder sehen die Bären und wollen sie für den Zirkus...hmm...... 

 

Kurz vor die Tür, filmen und Motor an. Nix wie weg. Wir kommen gut raus und verlassen den großen Platz ohne den Stellplatz noch genauer zu checken. Ist nicht drin heute. Da er kostenlos ist, ist es eigentlich auch egal wie er ist. Ruhig wars heute Nacht. Dunkel auch. Obs Klos gibt ist mir praktisch so breit wie hoch. Ab auf die Hauptstraße und weiter gen Angers und Atlantik. 

 

Das Wetter ganz ordentlich, bewölkt mit etwas Sonne. Nicht kalt. Wir rollen ohne Frühstück dahin. Nach 20 Minuten kommt ein Parkplatz...voll...weiter.... Einmal will uns Google Maps auf eine Peage Maut Autobahn vor Nantes schicken. Ich merks zum Glück und korrigiere. Die bei Google wissen auch nicht immer was sie so treiben. 

 

Später treffe ich auf einen leeren Parkplatz mit vollen Mülleimern. Parke, BioTioo Pause, und schon kommt die Müllabfuhr und leert hier alle Mülleimer. Super...Dankeschön. Wenig später esse ich leckeres Porridge und werfe danach meinen Müll in jungfräuliche Mülleimer. Prima. Weiter. 

 

Es läuft gut. Wir kommen auf Landstraße gut voran. Null Euro Maut gezahlt in Frankreich. Geht auf Landstraße echt super. Wer braucht da ne Autobahn. Landschaftlich gestern wie heute aber wenig spektakuläres. Felder, Felder, Felder...Dörfer,...Kreisverkehre...Windräder...und wieder von vorne. 

 




Tanken bleibt uns heute erspart, die Dieselpreise irgendwo zwischen 2,20 und 2,05 Euro. Auch sonst brauchen wir nix. Machen nur Kilometer gen Ilse de Noirmoutier, dem Ziel von heute. 

 

Als wir Bellevue sur Mer errechen, sehe ich ein Schild, dass mir was sagt...hm...ich stoppe...Google....ah...genau....Brücke oder Wattstraße. Hier gibts ne 4 km Straße durch das Watt auf die Insel. Die Anzeigentafel im Ort sagt: ansteigendes Wasser seit knapp 1,5 h. Hm....schauen wir uns mal an. Vielleicht kommen wir ja noch rüber. 5 km sinds von hier.

 

Schnell sind wir da, nicht viel los, parken und zu Fuss schauen. Gezeitenapp checken. Ebbe ist durch, Wasser steigt...und zwar schnell und hoch. Mehrere Meter. Ich filme, verliere mein Ansteckmikro...eine Shopangstellte hat das wohl gesehen und bringt es mir...leider ist aber wohl schon ein Auto drüber gefahren. Kaputt das Ding. Scheisse. Gut hab ich noch ein zweites und drittes.

 

Die Straße noch wasserfrei. Es fahren überall noch Autos. Stehen sogar noch Fahrzeuge im Watt. Die Polizei fährt auch noch drüber. Ich überlege hin und her.... dann entscheide ich: Wird schon gehen. Wir fahren auch. Kneifen gilt nicht. Der Nasenbär kann doch sicher auch schwimme, oder Clemens?

 

Motor an und los. Die ersten 200 m fahren wir eine Rampe runter auf Wattebene. Dann auf grossem Kopfsteinpflaster oder Asphalt weiter. Ich stoppe kurz am Wegesrand. Keine Ahnung ob man darf....aber mir egal...Drohne in die Luft. Diese Fahrt muss man einfach aus der Luft festhalten. So düsen ich mit dem Team durchs Watt. Die Drohne in der Luft. 4 km. Da geht der Adrenalin Pegel etwas höher und der Puls auch. 

 

Das Wasser teils schon sehr nah an der Straße. 10 min später und hier könnte tatsächlich schon Wasser über die Straße laufen. Wir sollten zügig weiter fahren. Gegenverkehr haben wir auch kaum noch. Nach 3/4 der Strecke lasse ich einen PKW vorbei. Sonst ist dort auch niemand mehr. Die Drohne scheint niemanden zu interessieren. Und so erreichen wir ohne Probleme die Insel. 4 km Meeresboden liegen hinter uns. uff....Rampe hoch und einen Parkplatz am Ende des Piers anfahren. Stoppen, Drohne einfangen, landen und schnell weg mit dem Ding. Danach...erstmal durchschnaufen und Pause machen. Co-Pilot ist ziemlich geschafft von dem Flug. Da wir auf der Wattstrecke nicht stoppen konnten, war es nicht möglich, die Drohne im Stand am Himmel umzuplatzieren und einen anderen Blickwinkel zu kriegen. Alles musste während der Fahrt gemacht werden. Eine echte Herausforderung. 

 

Nach 25 Minuten Pause schaue ich mit dem Canon 600 mm Objektiv was die Straße macht....welche Straße? Da ist keine mehr. Komplett überspült. Alles. Wow! Krass. Das ging aber mal verdammt schnell. Kein Wunder stehen da überall Warnschilder. Um 1 Uhr ist wieder Ebbe. 

 

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Zur Erholung filme ich noch ein paar Vögeli die hier im Wasser rumvögeln. Einer verspeist sogar noch einen riesen Fisch. Gefühlt erstickt er fast dran. Krass wie er den in den Hals bekommt. Da werde ich ja fast neidisch...oder so. 

 

Gegen 17 Uhr ziehe ich weiter nach Noirmoutier Downtown. Der angepeilte Parkplatz hat Höhenbarriere 2 m oder 2,10 m. Ein großer Camping Car Park Stellplatz ist vor Ort. Will ich aber nicht drauf... Zum Glück sehe ich noch einige andere Parkbuchten entlang der Straße ohne Höhenbarriere. Parken. Kosten? 

Keine wie mir scheint. Momentan sind die Dinger kostenlos. Erst in der Ferienzeit muss man zahlen. 

 

Die nächste Stunde schlender ich durch Noirmoutier. Ganz süss das Dorf. 10000 Einwohner wohnen auf der 20 km langen Insel. 5.000 in der City. Dafür gibts verdammt viele Restis und Shops. Tourigegend halt. Hier machen sie in Fisch, Salz, Tourismus. 

 

Kirche, Schloss, Fußgängerzone...man kann hier schon 1-2 Stunden oder mehr verbringen. Je nach dem wieviele der Bars und Restaurants man testen möchte. Es gibt viele. Eis auch. 

Ich beschränke mich aufs laufen. Wetter ordentlich, vorhin wars mal richtig Sonnig, jetzt mehr Wind und wolkiger. Aber noch immer okay. Gefällt mir hier auf jeden Fall gut hier Kann ich empfehlen.

 

Gegen 18 Uhr zurück am Nasenbär. Kurze Pause und weiter. An die Nordspitze der Insel. Dort der städtische Camping, einige Bunker, Strand und Meer. und vor allem: nix mehr los. Gar nix. Absolute Vorsaison. 

 

Gut, auf dem Camping stehen doch einige Camper, das wars aber auch. Hafen, Restaurants...sieht ausgestorben aus. Strand auch. Und endlich steh ich am richtigen Atlantik. Mit Wind, Wellen und ihhhhh...Sprühregen! Was soll das denn jetzt?????

 

Ich beschränke mich aufs wesentliche, schaue noch auf die Bunker vom zweiten Weltkrieg und drehe  um. Laufe über den Camping zurück zum Nasenbär der am Hafen steht. Zum Glück kurze Wege hier. 

 

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Und wohin nun? Freistehen ist hier nicht erlaubt über Nacht. Runter von der Insel oder Camping oder Stellplatz? Ich wähle  den Stellplatz in L'Epine aus. Der in Noirmoutier war mir etwas zu voll. Fuhr ich vorhin schon dran vorbei. Also jetzt noch schnell 8 km fahren. Nix mehr los. Glaub 2 oder 3 Autos treffe ich unterwegs. Sonst ist das hier das Ende der Welt. 

 

Der Stellplatz ist erst ca. halb voll als ich ankomme. 14 Euro. Kennzeichen eingeben, Personenanzahl und zahlen mit Visa. Fertig. Echt simpel. Keine sonstige Anmeldung oder anderer Mist. 24 h darf ich hier nun parken. Cool. 

 

Ich suche mir einen Spot ohne Nachbarn links und rechts. Und bin mal wieder verwundert wie manche Camper hier aufbauen. Was sie so um ihre Fahrzeuge bauen: man könnte meinen, hier lägen minus 30 Grad an. 

 

Stromsäulen gibts zu genüge. Aber interessiert mich nicht. Ich leg doch jetzt nicht Strom und muss das morgen alles wieder abbauen. Nass und kalt dann. Soll Regen geben über Nacht. Bisher komm ich mit dem Strom den ich habe aus. 

 

Nun aber essen. Bretonische Maultschen in Lauchsuppe. Wäre der Lauch auch mal Geschichte. 20 Minuten später esse ich endlich und schneide nebenher. Um 22 Uhr fängt der Regen an und hört bis 1:18 Uhr nicht mehr auf. Wind kommt hinzu. Ich stell irgendwann sogar noch die Heizung an. Und gehe jetzt ins Bett. Geht hier morgen weiter. Cooler Tag heute, ich freu mich auf mehr!

 

Gute Nacht und viele Grüsse


Kai und Team

 

 

GPS Koordinaten:

abends: L'Epine Stellplatz

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Brigitte (Montag, 25 Mai 2026 21:36)

    Wir waren früher oft in Frankreich und sind fast die gesamte Küste entlang gefahren. Aber dort waren wir noch nicht.
    Lieber Kai, du machst mir Lust mal wieder nach Frankreich, zum Atlantik zu fahren.
    Danke für deinen Block. Du hast ihn so schön bildlich geschrieben.
    Ich freue mich auf deinen Film, den ich noch nicht gesehen habe.
    LG Brigitte �