#1446 Schweiz/Italien - Überraschender Einkauf und Kilometer

19. Juli 2026

 

Schönen guten Morgen, 

 

sogleich am Morgen, 8 Uhr, ich gerade mal wach, kommt vom Co-Pilot die Ansage: In 9 Monaten Geburtstag er hat! Aha...wichtig zu wissen, oder? 

Ich stecke mir meine Ohrstöpsel wieder ins Ohr, versuche nochmal einzuschlafen, doch nix ist. Wenig später gebe ich auf, stehe auf, anziehen, Laptop. Video von gestern fertig machen, rendern und später noch schnell hochladen. Das Netzt von Sunrise hier super, haute Abend sind wir wohl in Italien mit weniger Netz. 

 

Vor der Tür treffe ich auf Dirk, der hat bis knapp 9 Uhr gepennt. Der einstige Frühaufsteher scheint Geschmack am längeren Schlafen gefunden zu haben. Gemütlich essen wir Frühstück vor der Tür. Die Sonne drückt ab und zu zwischen den Wolken durch. Trocken ist es, ohne Sonne etwas frisch,  angenehm. 

 

Gegen 10:30 Uhr sind wir fahrbereit. KaiRado  ist aufgeräumt und ready to go. Topf von gestern Abend ist sogar auch wieder sauber geworden. Benzinkanister steht auch wieder im Keller. Müll ist bereit für die Entsorgung. Wir brauchen dringend einen Mülloimer. 

 

Dann mal los, ich fahre vor,  stoppe kurz darauf schon wieder an einem Mülleimer. Alles raus und weiter. Auch im Puschlav gibts überall Mülleimer, das freut uns Reisende natürlich sehr. Für uns geht es nun das Tal runter bis zur Schweizer Grenze. Gut Verkehr, die Sonne scheint, es wird immer wärmer. Als wir unten sind und am Kreisviadukt von Brusio vorbeikommen, ist die Temperatur schon weit in den Zwanzigern. Der Sommer hat uns wieder. So auch Italien. Niemand an der Grenze. Wir rollen einfach rein ins Land. 

 




In Madonna di Tirano im Kreisel rechts und weiter gen Lago di Como. Oberhalb von diesem haben wir für heute unseren Schlafplatz gefunden. Einen Platz mit offroad Anfahrt....allerdings wissen wir noch nicht, dass das nix wird. Naja....weiter....oh...ein Lidl...ich muss schon länger ziemlich pinkeln und so ein LIDL hat ja immer einen großen Parkplatz. Blinker links....genau in diesem Moment blökt das Funkgerät, Dirk: Hey, da ist ein Lidl....stopp da mal!

 

Ja...so stoppen wir beim Lidl. Und der hat heute am Sonntag sogar offen! Geile Sache, so kann ich kurz meine BioTioo bepinkeln und wir auch gleich noch einkaufen gehen. Das hätte man nicht besser planen können!

 

Die Temperatur bei 30 Grad, mich trifft schier der Schlag als ich aus dem gut klimatisierten VW Crafter steige. Klima läuft, weil Flauschy das so wünscht. Zu viel Wärme ist nicht gut für ihren Flausch. Und Friedrich bekommts ja nicht mit, ist ja Flauschysonntag heute. 

 

So streifen DIrk und ich durch den Lidl. Füllen den Einkaufswagen, zahlen an der Kasse 35 Euro und verlassen den Shop wieder. Die Ernährung für die nächsten Tage save. Allerdings benötigen wir noch etwas Holz! Müssen wir morgen noch besorgen. Denn die folgenden zwei Tage und Nächte werden wir hoffentlich am Lago del Naret stehen. Weit, weit weg von allem und jedem. Das zumindest unsere Hoffnung. 

 

Einkäufe verräumen und weiter. Sind noch rund 100 km bis zum Ziel. Was ich beim Verräumen übersehe: die Pfirsiche die noch auf der Küchenzeile stehen. Die bemerke ich erst, als wir schon wieder auf der Hauptstraße sind. Extra anhalten will ich nicht, also hoffe ich auf eine rote Ampel oder ähnliches um die Dinger in Sicherheit zu bringen. Die nächsten Kilometer muss ich also äusserst vorsichtig fahren. 

Das klappt zum Glück gut, es geht praktisch nur geradeaus. Die Kreisverkehre fahre ich sehr vorsichtig, die eine Ampel auf die ich zurolle wird leider grün als ich ihr näher komme. Mist!

 

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Dann aber schlägt mein Glück zu...und das Pech auch sogleich. In einem Kreisverkehr müssen wir an der dritten Ausfahrt raus, doch eine Bahnschranke die im Anschluss kommt, ist geschlossen. Ich muss also im Kreisel stoppen....super...da kann ich die Pfirsiche retten...doch bremse ich etwas zu scharf....ich höre sie noch rutschen und dann auf dem Boden aufschlagen. SCHEISSE!!!!!

 

Die Schranke noch unten, vor mir einige Autos, ich schaue mir das Elend an. Scheint halbwegs gut gegangen zu sein. Immerhin keine Sauerei. Ich sichere schnell die Pfirsiche, lege sie ins Bad und setze mich wieder hin. Kurz darauf geht die Schranke auf. Ein Italiener würgt sich links noch an uns vorbei und vor uns...den zweiten würge ich ab. Er hupt, ich hupe....hab aber die Nase vorn und bin der Größere. 

 

Die nächsten Kilometer geht es weiter viel geradeaus, bis wir den Lago di Como erreichen. Wir folgen der nordwestlichen Route entlang der Küste. Es ist gut was los, 30 Grad, Ferienregion. Ein Stopp irgendwo ist unmöglich zu machen. Alle Parkplätze belegt, sonst auch keine Möglichkeit zu halten. Nix....ein Kaffee oder Kuchen ist heute einfach nicht zu realisieren. Kein Platz für uns. Schade.  

 

Nach einigen vielen Kilometern am See entlang, fahre ich dann noch falsch. Verpasse die Abfahrt gen Lago di Lugano. Google Maps hatte mich im Tunnel nicht ordentlich weiter verschoben, so dass ich die Ausfahrt zu spät realisiere die hinter dem Tunnel kommt. Wir fahren also falsch...in den nächsten Tunnel und können erstmal ewig nicht drehen. Was ein Dreck! 

 

 

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Erst zig Kilometer später können wir stoppen, checken nochmal den angedachten Schlafplatz und verwerfen ihn auf Grund der vermutlich engen Zufahrt durch ein Dorf und des potentiell sehr unebenen Platzes. Suchen uns einen Parkplatz in der Nähe und drehen endlich. Zig Kilometer zurück, richtig fahren zwischen den Tunneln und ordentlich den Berg hoch. Weiter vorne vor uns ein riesen Bus, der den Berg hoch schleicht. 

 

Oben angekommen müssen wir zum Glück rechts ab ins Hinterland. Der Lago di Como liegt hinter uns, wir fahren in die Berge. Enge, gewundene Straßen, schmale Dörfer. Wir sind mitten in Italien auch wenn die Schweiz gar nicht so weit weg ist 

Große Autos gibts hier kaum noch. Der Fiat 500 und andere Kleinwagen bestimmt das Straßenbild. Man kommt sich vor wie ein Elefant im Glasladen. Aber mein 6 m Crafter macht das gut. Kommt um alle Kurven gut rum und bergauf kann er auch auch super. 

 

Am Abzweig in einem Dorf zum Offroadplatz kommen wir noch vorbei. Die Durchfahrt sieht verdammt eng aus....wir lassen es. Keine Lust, mit dem Carado in einem italienischen Bergdorf hängen zu bleiben. 4 km später erreichen wir, an der Straße gelegen, einen kleinen Parkplatz. Angekommen. Zwei TIschgarnituren, ein voller Mülleimer und sonst nix. Auch keine Häuser oder Menschen in der Nähe. Perfekt...ich brauch nämlich dringend Strom. 

 

Meine Aufbaubatterie ist auf 14% runter. Der Ladebooster lädt weiterhin nicht. Somit ist meine erste Tat, nach dem Parken, Honda EU1 Moppel vor die Tür, Kabel ziehen, alles anschließen und mit einmal ziehen den Moppel starten. Genial....900 Watt fliessen in den KaiRado. Wer brauch da noch Solar, dicke Batterien oder Wechselrichter. Einfach n Moppel und gut ist.

 

Klar, kann man nur abseits nutzen. Ich käme NIE auf die Idee, so ein Ding auf einem Stellplatz oder Campingplatz laufen zu lassen. Geht gar nicht...wobei...in Düsseldorf auf dem P1 werd ich ihn laufen lassen müssen. Für die erste Woche erhielt ich von der Messe nur einen Parkplatz ohne Strom....die guten Plätze mit Strom haben sie diese Jahr an kleinere YouTube Kanäle vergeben wir mir scheint.

Erst auf Intervention meinerseits bekam ich nach hälfte der Messe einen Platz mit Stromanschluss. Die Organisation der Parkplätze der Messe dieses Jahr noch übler als die Jahre davor.  Aber egal...hab ja jetzt n Moppel. Und bei dem Fluglärm der dort herrscht, fällt ein Moppel doch gar nicht auf....

ABER: Momentan ist bei mir nicht sicher, ob ich letztlich wirklich auf den Caravan Salon komme! Das wird sich wohl erst nächste Woche entscheiden. 

 

Die nächsten Stunden heisst es arbeiten. Im Van heiss, also sitze ich vor dem KaiRado im Schatten. Schneide das Video von heute, bereite Video und Blog für heute Abend schon vor und trinke noch ne kalte Schoggi und mache mir noch ein Brot mit Tomate. 

 

Gegen 19 Uhr treffen Dirk und ich uns zum Abendessen. Bei mir Tomate Mozzarella Salat mit Brot, bei ihm Instantnudelsuppe. 

Bis 21 Uhr sitzen wir noch gemeinsam draußen, die Sonne endlich weg, die Temperatur kühler. Kurz vor 21 Uhr dann ein Krachen aus dem Wald oberhalb von uns. Was ist das denn? 

Wir springen auf, ich schnappe meine Kamera.....hört sich an, als wäre irgendwo in Wald ein Baum umgefallen. Und da der Wald hier am Hang steht....könnte sowas auch eine Kettenreaktion auslösen. Doch der Wald verstummt wieder....nix mehr zu hören oder zu sehen. Kein weiteres Krachen. Keine Dinge die auf die Straße purzeln. Das war ja jetzt mal echt schräg. 

 

Und da wir nun ohnehin schon stehen, verräume ich den Moppel, Batterie schon länger voll, der Moppel aus. Dirk will noch etwas schneiden, ich schneiden und tippen. So sagen wir gute Nacht und jeder setzt sich in sein Fahrzeug. 

 

Jetzt, um 22 Uhr, tippe ich diese Zeilen und freue mich auf eine schön und kühle Nacht. Morgen ziehen wir weiter gen Lago del Naret. Vorher müssen wir jedoch noch schauen, ob wir irgendwo Holz finden. Wird kühl dort oben sein am Abend. 

 

Gute Nacht und bis morgen. 

 

Viele Grüsse

Kai und Team

 

 

GPS Koordinaten:

abends: irgendwo Italien

 

Unsere heutige Route: ca. 140 km

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Nina (Samstag, 25 Juli 2026 23:19)

    Immer wieder interessant, auch (!), den Blog zu lesen.