Nordkap #3 - Ab auf die Fähre, von Rostock nach Trelleborg und weiter nach Jönköping

GUTEN MORGEN AUS ROSTOCK!!!! Der Tag fängt genial an. Augen auf. Rausschauen. Sonne und blauer Himmel! So muss ein Urlaub starten bzw weitergehen. Wenn das die nächsten 21 Tag so läuft, werde ich mich nicht beklagen.

Ich lasse es ruhig angehen. Mein Boot geht um 13:45 Uhr. Da hab ich keinen Stress. Noch vor dem Frühstück zieht es mich aus dem Kasten. Wetter und Sonne genießen und mal bei Licht schauen wo ich hier stehe. Am Meer. Top.

 

Ich laufe ans Ufer, sehe einen Trampelpfad, folge ihm, stehe zwei Minuten später an einen Ministrand. Umrandet von Schilf. Vögel nisten in der Uferböschung aus Sand. Das sehe ich jedoch erst, als ich fertig bin mit filmen. Sorry, liebe Vögel, ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr gestört. Halte mich anschließend auch nur noch am Rand der Buch auf, wo ich die Vögel nicht störe. Die fliegen dann auch sogleich wieder ihre Behausungen an.

 

Die ersten Böötler fahren auch schon raus, alles sieht nach einem chilligen Sonntag aus...naja...für mich nicht ganz. Ich laufe zu Zottl zurück und mache Frühstück, hau rein, mach noch dies und das, checke nochmal meine online Check-in Daten für die Fähre. Japp, hab alles.

 

Gegen 11 oder halb 12 Uhr mach ich mich abfahrbereit. Da kommt ein Biker vorbei, älteres Semester, sieht meine Canon mit Mikro und Katzenfell drauf und fragt mich, ob ich Vogelstimmen aufnehmen will damit. Ich erstmal etwas perplex....bin ich ein Vogel...haha...nee, der meint echt die Vögel die fliegen und nicht einen "komischen Vogel" wie mich. Naja, ich klär ihn dann auf. Seine Frau kommt kurz drauf angeradelt, hält sich etwas im Hintergrund. Als wir uns verabschieden meint sie noch, ich hätte ja einen lustigen Reisekameraden. Japp, da hat sie wohl recht, er ist genügsam, ruhig, pflegeleicht und ein guter Zuhörer. Und wie sich später in Schweden herausstellt, besitzt er ein Tankstellenimperium. Aber ich will hier nicht vorgreifen.

 

Zum Fähranleger sind es 6 Minuten zu fahren. Der Übernachtungsplatz ist echt genial! (54°07'48.3"N 12°05'57.4"E) Hey...und ich hab kein Stau. Ist das nicht n Ding!!!??


Am Hafen angekommen, reihe ich mich links in die PRECHECKED Reihe von TT-Line ein, was heißt Reihe, einer ist vor mir. Als ich dran komme, öffne ich den Barcode des Dokuments aufm Handy, klappt nicht sofort, aber beim zweiten Anlauf. Ich bekomme ein Ticket mit noch nem Barcode. Schranke geht hoch. Drin bin ich. Nach 400 Metern kommt nochmal eine Schranke. Vorher musste ich nur den Hinweisschildern "Trelleborg" und "TT-Line" folgen. 

An der nun folgenden Schranke zeige ich dem Barcode Leser nun das Ticket welches ich gerade erhielt. Schranke hoch, weiter gehts. Auf dem Ticket steht auch in welcher Reihe man sich dann anstellen muss. Ich war Reihe 12, recht weit links. Es stehen auch schon einige rum, aber so richtig voll sieht es nicht aus.

 

Ich komme mit einem Womo-Fahrer mittleren Alters ins Gespräch. Ich weiß nicht wie lange wir uns unterhalten, aber plötzlich fahren die ersten aufs Boot. Dann ist auch meine Reihe dran. Bin ein ganz klein wenig aufgeregt. Schon lange nicht mehr mit einem Auto geschweige denn einem Kastenwagen auf eine Fähre gefahren. Find das spannend.

Es geht von der Seite auf die Fähre, alles in geordneten Bahnen. Wir müssen auf dem Boot noch eine Etage höher fahren, die Rampen sind geriffelt. Der ganze Kasten tönt, als würde er gleich auseinanderfallen. Ich glaub ich muss später alle Schrauben neu anziehen. Das Gerappel tut einem in der Seele weh. Bin froh als ich oben ankomme. Ich erhalte einen unüberdachten Platz, cool. Da haben die Solarzellen noch was zu schaffen während der Fahrt. Der Planet Sonne brennt vom Himmel.
Ich packe mein Zeug, Kamera, Laptop-Tasche, Wasser...bepackt wie ein Esel. Der Tankstellenbesitzer kann im Auto bleiben. Was'n Glück, hätte keine Hand mehr frei, den auch noch zu schleppen.

Mit deutlicher Verspätung legen wir ab und machen uns auf die 6 h Überfahrt nach Trelleborg. Top Wetter. Ich bin eine Stunde an Deck, befürchte dann aber, ich bekomme einen Sonnenbrand und gehe in den Aufenthaltsbereich der Huckleberry Finn. Schöne Fähre, alle noch recht neu. 

Ich suche mir einen Platz, Hauptkriterium: Steckdose in der Nähe! Das klappt. Lapi auf den Tisch, Ohrstöpsel ins Hirn...äh Ohr. NEIN, ich schaue hier keine Videos. Ich arbeite. Schneide die Videos von vorgestern, gestern und heute. 5 h Knochenarbeit. Komme aber gut vorwärts.

 

Da mein Stromkabel jedoch über den Gang liegt, sage ich in den 5 h bestimt 389 mal, "Vorsicht Kabel". Irgendwann kennt mich jeder!

 

Um 19:00 Uhr rum werden alle unruhig...aha...die Türen zu den Decks sind offen. Wir können zu den Fahrzeugen. Das war eine schnelle Bootsfahrt. Ich packe meinen Krempel zusammen, hechte zurück zu Zottl....nur um dann noch 15 Minuten dumm in ihm rum zusitzen und zu warten bis wir runter können.

 

Runter gehts wieder über diese Killer-Riffelbleche. Mei, mei, mei...armer Zottl. Anschließend rollen Zottl's Puschen über schwedischen Boden. Wir halten uns Richtung Malmö, dann Jongköping. 
Die Fahrt zieht sich, ich komme an Autobahnbushaltestellen vorbei, beleuchteten Brücken, Flugzeugen die aufgespießt neben der Autobahn stehen und beleuchtetem Wald vorbei. Alles top. Tanken muss ich nicht, hatte ich ja noch in Deutschland.


Kurz nach Jönköping gehts rechts ab von der Autobahn, ordentlich den Hang hoch, 15% Steigung. Zottl muss sich ein letztes Mal anstrengen (für heute). Dann fahren wir auf einen großen Schotterparkplatz der zu einem Naturreservat gehört (57°48'34.6"N 14°16'57.1"E). Es ist mittlerweile morgen, ich hundemüde. 
Zeit fürs Bett, denn morgen wirds heftig. 1.000 km sind geplant, es soll bis hinter Umea gehen. 
Ich falle ins Bett. Und weg!

 

Seid gespannt wie es morgen weiter geht. Wünsche eine geruhsame Nacht und viele Grüsse aus Schweden.

Kai

 

PS: Aufgrund eingeschränkten Daten-Roaming-Volumens kommen Bilder zum Blog erst später. Einfach nochmal reinschauen. Danke für Dein Verständnis.

 

 

Von Rostock nach Jönköping:

 


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