#1419 Kroatien/Bosnien - Befahrbarer Bunker & Offroad

14. Juni 2025, Kroatien, bei Rijeka

 

Guten Morgen, 

 

7 Uhr irgendwas, ich bin wach. Draussen alles ruhig. Aufstehen nach 15 Minuten, Laptop an, Video schneiden. Gestern Abend nix gemacht, also jetzt. Bis 8:30 Uhr schneide ich, mache dann mein Frühstück und sitze um 9 Uhr draußen. Mona und Niko auch schon wach, so geniessen wir die frühe Sonne. Unten im Tal dröhnen die Motorräder über die Rennstrecke. 

 

Um 10 Uhr sind wir soweit fertig mit essen, ausruhen, abwaschen und starten den Aufklärer und die Vans. Der große Flug fällt aus, unten eine Landebahn, wir fliegen heute nur bodennah. 

 

Mit etwas scharrenden Vorderläufen, bewegt sich der KaiMAN den Berg hoch, zurück auf den Weg. Hinten gute Traktion, vorne zerrt es. Aber weit weg von kritisch. Der Sprinter kommt auch gut weg. Prima. Dann weiter...in einer S-Kurve den Berg hoch, zur gestrigen Kuppe und drüber. Läuft..

 

Drohne wieder einfangen und weiter auf den Hauptschotterweg. Die Kurve aber so eng, dass ich erst wieder ein paar 100 m in die falsche Richtung fahre, bis ich einen Platz zum drehen finde. Im Gegensatz zu gestern, steht dort heute jedoch ein PKW. Geht aber dennoch gut zu drehen. 

 

Wenig später stehe ich wieder an der asphaltierten Hauptstrasse. Mona und Niko ebenso. Von hier nun bergauf auf über 1.100 m. Tolle Sicht aufs Meer und  ein Skigebiet mit riesen Parkplatz. Hier fahren wir rechts. Kennt Google Maps da einen Abkürzung nach Bosnien? Einspurig. Durch Wald. Fehlt nur noch Schotter. Doch der kommt nicht. Durchwegs asphaltiert. Keinerlei Verkehr und durch tiefsten Wald. Ein links und rechts. Cool!

 




Nach 30 Minuten Wald kommen wir wieder auf eine normale Straße und es geht bergab ans Meer. Haben uns für die mautfreie Strecke entschieden. Günstiger und schöner am Meer entlang. 

Wir fahren also gemütlich an den vorgelagerten Inseln vorbei, das Meer schön blau in der Sonne. Der Verkehr an diesem Sonntag hält sich in Grenzen. Kroatien kommt mir hier ein wenig vor wie Südfrankreich, Sonne, Meer, Straße. Aber mit weniger Kreisverkehren und ohne Bremshügel und ohne Franzosen. 

 

Gegen 11:30 kommen wir an einer kleinen Bucht vorbei. Drehen kurz und fahren zurück und hin. Ein kleiner, versteckter Hundestrand. Wenige Autos, ein Camper. Nix los. Komisch. Die Bar ist geschlossen. Liegt wohl daran. 

 

50 m über uns führt die Küstenstraße lang, hört man praktisch nix von. Das Meer liegt seicht vor uns. Wenig später sind Mara und Mona drin. Steinstrand, Mara hat ihren Spass, Mona findest kalt aber erfrischend. Mir ist nicht heiss genug für ein Bad, zudem keine Badeschuhe dabei. Wären für Steinstrand aber recht praktisch. 

 

Nach ordentlicher Erfrischung für Mensch und Hund pausieren wir noch ein wenig, essen was und machen uns nach 1,5 h wieder auf den Weg. Unser Ziel fest vor Augen: Bosnien-Herzegowina. 

 

Wir folgen noch ein wenig dem Meer, biegen irgendwann links ab und jagen den Berg hoch. Gefühlt ewig. Tolle Strecke. Danach über eine Ebene und immer weiter gen Bihac. Wenig Verkehr. Nur ein wahnsinniger Busfahrer, der meint, auf Landstraße zwei Vans überholen zu müssen, die nach Beschilderung die Geschwindigkeit halten. Wahnsinn!

 

Kurz vor der bosnischen Grenze aber noch ein Stopp. Ein riesen Flugfeld, mit riesen Hangar im Berg. Noch zugänglich. Früher waren hier Kampfflugzeuge stationiert. Versteckt gelegen, und der Eingang so geformt, dass ein Flieger mit hochstehender Heckflosse durch passt. Es ist gut betrieb aber nicht voll als wir eintreffen.Kurz ein paar Fotos, ein Deutscher Spielt hier am Eingang E-Gitarre und beschalt den ganze Flugzeugbunker...müsste ich jetzt nicht haben...aber gut...ist so. Kalt ist es im Bunker, Mit jedem Meter rein wird es frischer. Warm anziehen wenn man sich hier ohne Fahrzeug länger aufhalten will. 

 

Nach den Bilder fahre ich rein mit dem KaiMAN. Von der Höhe her passt es zum Glück. Licht an...taghell im Bunker...geil...ich fahre tiefer rein, dann rechts...wieder rechts...alles sehr verfallen. Stahlstreben schauen von der Decke. Der Bunker ging früher 3 km tief in den Berg. Heute leider nur noch ein kleiner Teil beschaubar. Schade. Hätten sie mal besser damals nicht gesprengt das Ding. 

Ich komme an einen weiteren Ein/Ausgang, drehe, fahre wieder rein in den Bunker, nochmal rechts, Sackgasse, drehen und wieder zurück zum Haupteingang. Echt beeinddruckend was hier vor zig Jahrzehnten gebaut wurde. 

 

Im Anschluss nochmal ein paar Fotos und weiter auf die Start/Landebahn der Anlage. Auch hier nochmal einige Fotos und Videoaufnahmen. Sehr cool. Das Navi meint: Willkommen in Bosnien! Oha....huch...wenig später sind wir wieder zurück in Kroatien und fahren zur offiziellen bosnischen Grenze. 

 

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4 km stehen wir an der EU Ausengrenze nach Bosnien-Herzegowina. Kleine Schlange. Wir stellen uns an. Langsam aber stetig geht es vorwärts bis die Kroaten meinen neuen Reisepasse sehen...ihn mir wieder geben und ich zum Schalter der Bosnier fahre. Dort gebe ich wieder meinen Reisepass ab, bekomme den ersten Stempel rein und ihn daraufhin wieder zurück. Uff...gut...der neue Pass funktioniert also. Gut zu wissen. 

 

So befahren wir nun das zweite mal Bosnien mit einem Camper. War hier ja vor Jahren schon mit dem KaiMAN 1.0. Damals auch alles mitgefilmt, doch leider die Aufnahmen auf einer defekten Festplatte. Ich komme nicht dran. Nervt mich noch heute!

 

Niko lässt gleich noch ein Erinnerungsfoto schießen. Radarkasten...zack...paar km/h zu schnell. Mist. Kann passieren. 

 

Wir erreichen irgendwann Bihac. Verfahren uns. Korrigieren und fahren richtig weiter. Die City heute nicht unser Ziel,. Wir wollen was anderes sehen. 

 

30 Minuten hinter Bihac rechts ab, Schotter, waldig....und ein Schlagbaum mit Menschen kurz darauf. 25 EUR zahlt Niko und wir dürfen rein und durch. Der Ranger meint: ja, mit euren Autos geht das. Evtl. aber Problem mit der Höhe und Bäumen. Wir sind im Una Nationalpark. Einem urtümlichen Wald. 

 

 

 

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Wir ziehen rein und fahren durch Urwald. Auf Schotter. Teils grob. Allrad ist ganz praktisch auf dieser Strecke. Besonders falls man sie aus der anderen Richtung fahren will, einige steilere Passagen. 

Ein PKW kommt uns auf 30 km entgegen. Wir schottern vor uns hin. Sehr coole Strecke. Eine kleine Kiesgrube wird noch für Fotos genutzt. Die Sonne scheint, 30 Grad, wir haben unseren Spass. 

 

Immer tiefer rein geht es in den Wald. Evtl. hätten wir vorher mal noch für rund 1,5 Euro getankt?! Bei mir geht der Tank irgendwie rapide gegen leer. Von Restweite 220 km auf 140 in Lichtgeschwindigkeit. Seltsam. Haben wir ein Leck?? Oder liegts an stetiger Bergabfahrt?

 

Die Fahrt durch den Dschungel lohnt sich, Bären und Wölfe soll es hier geben. Ich sehe jedoch nur Flauschy. Am Ende kommen wir an einen Wasserfall. Zivilisation. Leider keine Tankstelle. Wir parken, Mona und Niko laufen zum Wasserfall, ich folge 5 Minuten später. Treffe auf einen Ranger, der etwas rum mault, weil wir parken, wo wir parken. Dies sei kein Parkplatz! Der ist weiter unten. Aha...ich entschuldige mich, verspreche, dass wir gleich weiter fahren und er gibt uns 15 Minuten. So laufe ich schnell auch runter zum Wasserfall Štrbački Buk. 25 m auf recht breiter Fläche. Sieht toll aus. Und die Una hat ordentlich Wasser. Im Gegensatz zu mir was Diesel angeht. Langsam wird mir mulmig. Nur noch 140 km Restweite. Wenn der Diesel weiter so schnell verschwindet, sind wir leer bevor ne Tanke kommt. 

 

Die Wege zum Wasswerfall befestigt und gut zu laufen, mit Stufen. So müssen wir also bergauf zurück zu den Vans. Bei noch immer 30 Grad wirds da warm. 19 Uhr schon. Weit fahren wir heute wohl auch nicht mehr. Übernachten geht hier nicht, Nationalpark. So besteigen wir wieder unsere Vans und fahren weiter. 

 

Nach 10 Minuten kommt ein Camping....kurze Absprache über Funk...ja....drauf fahren. Enge Einfahrt, schön angelegt, freie Platzwahl. Direkt an der Una schon gut gefüllt. Aber nicht voll. Wir könnten uns noch zwischen zwei Vans reinstellen...wäre aber nicht höflich. So parken wir uns in dritter Reihe. Auch schön. Kamp Kestanovac. Sanitär nagelneu. Zwei Duschen, zwei WC. Sehr gepflegt. Die Dame sehr nett, Zahlen...morgen...kein Papierkrieg, keine Anmeldung. Alles easy. Cool. So mag ich Campingplatz. Und alles für gerade mal 10 Euro pro Van. 

 

Ich setze mich schnell lan den Rechner, Mona brät Ćevapčići an und macht n Gurke-Tomaten Salat. Wenig später essen wir, treffen vorher aber noch auf einen Follower der sich mega freut und ziemlich überrascht ist, uns hier zu treffen. Ja, wenn man nicht mit uns rechnet, tauchen wir plötzlich auf :). 

 

Das Essen ist super, wir sitzen draußen und genießen es nach dem langen Tag. Um 22 Uhr wird es aber echt kühl und wir gehen in unsere Vans. Ich muss dringend arbeiten. Die Glühwürmchen überlassen wir sich selbst. 

 

Bis Mitternacht schneide ich, starte diesen Blog dann noch im Bett...komme aber nicht weit..Gute Nacht und bis morgen. 

 

Viele Grüsse


Kai

 

 

GPS Koordinaten:

abends: Camp Kestanovac

 

Unsere heutige Route: ca. 370 km

 

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