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#682.4 Albanien, Montenegro, Bosnien Herzegowina, Kroatien und ein Lost Place

24. April 2023 - Viele Länder und ein Ende in Ruinen

  

Moin,

 

9 Uhr ist Abfahrt. Oder war es dann doch 10 Uhr? Was genau haben wir gestern besprochen? Ich weiss es nicht mehr. Und da ich bis 8:15 Uhr schlafe, keinen Wecker gestellt, wird das mit der Abfahrt um 9 Uhr auch verdammt eng. Ich muss noch den Blog für heute Abend klar machen. Das allein dauert locker ne halbe Stunde. 

 

Um 8:30 Uhr ne WhatsApp von Tino: Abfahrt so 9:30 Uhr. 9 Uhr schafft er nicht. Puh...guuut....mehr Luft auch bei mir. 

 

Also schnell an den Lapi, Blog klar machen, durchs Bad und vor die Tür. Tino auch auf und wir stellen fest, dass auch 9:30 Uhr wohl nix wird. Müssen uns hier ja noch verabschieden und Tino ist auch noch nicht ganz bereit. Aber ist ja auch wurscht. Wir fahrn ab, wenn wir abfahrn. 

So sagen wir in der Bar noch tschüss, Tino brauch dann nochmal n Moment im Van und ich schreibe so lange noch etwas Blog. Jede freie Minute muss sinnvoll genutzt werden. Keine Zeit vergeuden. 

 

Gegen 10 Uhr fahren wir ab, durch die nahe Stadt Shenjin und dann weiter gen Norden. Wetter bombe, Sonne und warm. Problemlos gelangen wir an die Montenegrinische Grenze. Müssen etwas warten, kommen dann aber ohne Problem aus dem Land raus und ins neue Land rein. Der Reisepass sammelt Stempel. 

Montenegro ist für uns nur Transitland. Erst war der Plan, wieder Küstenstraße zu fahren, doch meint Google, im Inland und über de Berge ist es schneller. Also gut...so würgen wir uns durch Podgorica und Glavica. Genießen Stau und idiotische Autofahrer. Da kann man teils nur noch den Kopf schütteln. Manche Leute sollten ihr Leben lang zu Fuss gehen müssen!

 






Nach den Städten geht es in die Berge. Schnur gerade entlang einer Felswand. Immer höher. So hoch, dass wir sogar Regen abbekommen. Über den Bergen brauen sich schon wieder heftige Gewitter zusammen. Es erwischt uns zum Glück keines. Wir sehen nur die Blitze und die Regenfälle am Himmel. 

 

Die Straße, eine Panoramic Road die ihren Namen zu Recht trägt, schlängelt sich durch endlosen Wald, an Seen vorbei und immer Höher. Tolle Landschaft! Bis plötzlich, aus heiterem Himmel und im Nirgendwo die Grenze nach Bosnien Herzegowina auftaucht. 

 

Ausreise aus Montenegro kein Problem. Super netter Grenzer der erstmal nach meinem Auto fragt. Einen MAN als Camper hat er bisher noch nie gesehen. Was kostet sowas, fragt er. Wir unterhalten uns kurz über das Fahrzeug, dann rolle ich weiter und auf die Grenze von Bosnien-Herzegowina zu. 

Auch hier die Einreise kein Problem. Der Reisepass bekommt einen Stempel und weiter gehts. Die nächsten Meter Strecke sind mal kurz und aus heiterem Himmel atemberaubend. Geniale Sicht und die Straße an den Berg geklebt. Links geht es im freien Fall den Hang runter. Hunderte Meter. Wow!!! Bosnien Herzegowina unser neuntes Land auf der ganzen Balkan und Griechenland Tour. Wow, keine schlechte Ausbeute für 3 Wochen. 

 

Wir folgen der Straße wieder ins Tal. Die gesamte Strecke in Montenegro vorhin, top ausgebaut, guter Belag, keine Schlaglöcher oder Wellen.  Auch in BIH die Straßen gut zu fahren. Nach dem Berg geht es noch durch eine Schlucht und so erreichen wir Trebinje. Fahren durch und immer weiter gen Kroatien. 

 

Kurz vor der Grenze nach Kroatien wird Tino mal wieder von der Polizei angehalten. Ich fahre weiter, stoppe 1 km später an der ersten Gelegenheit und warte. 5 Minuten später kommt er angetuckert. Alles i.O. Keine Probleme.

 

An der Grenze raus aus BIH keine Probleme und die Kroaten lassen uns auch rein. Jetzt noch ne Handvoll km und schon sind wir bei Lidl in Dubac.

 

               

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Tino meint, er brauche nix und komme nicht mit. Überdenkt dann seine Entscheidung und kommt doch mit. Und klar, er braucht nix. Dennoch füllt sich sein Einkaufswaagen. 

An der Kasse lasse ich über 40 Euro liegen, Der letzt Einkauf dieser Tour. Das muss jetzt bis zurück in die Schweiz reichen. Budget ist alle. Gibt nix mehr!

Ja, da ist Friedrich eisern. Eingekauft werden darf erst wieder, wenn die Vorräte aufgebraucht sind. Keine Diskussion. Ausnahme: Milch oder Honig sind alle. Die dürfen immer und jederzeit in rauen Mengen neu beschafft werden. 

 

Nach dem Lidl sind es noch 4 km bis zum Lost Place. Eine Hotelanlage mit Bauten aus 1906 und den 60er und 70er Jahren. Verlassen, verfallen und dumm ist, dass gleich zu beginn des Geländes das 7 verfallene Hotels beinhaltet, ein Camper verboten Schild hängt. Super...was ein Mist!

 

Wir ignorieren das Schild erstmal, fahren auf das Gelände, bis vor ans Wasser und kommen schon an einigen Ruinen vorbei. Betonbunker und ein Hotel, ich glaube das Grand Hotel, aus dem Jahre 1919. Hier hat früher die jugoslawische Prominenz Urlaub gemacht. Auch Tito hatte hier eine Vila stehen. Die liegt heute aber in Militärgebiet. 

 

Wer übrigens 70 Mio Euro übrig hat, kann das ganze Gelände kaufen! Tino und ich haben nicht ganz genug...Kauf somit ausgeschlossen. 

Die Ruinen zeigen noch deutliche Kampfspuren des Krieges. Es ging hier wohl hoch her. Die Ruinen heben wir uns jedoch für morgen auf. Jetzt erstmal auf die Steinmauer setzten und die letzten Sonnenstrahlen genießen. 

Es ist 18 Uhr durch, der Parkplatz gut gefüllt. Der Spot beliebt bei Locals die hier zum Baden herkommen oder Bier trinken. Von uns nimmt niemand Notiz. Die Sonne verschwindet hinter den Hotels hinterm Berg. Wir bleiben erstmal hier. Beide hungrig, also kochen. 

Ich bau mir einen Hünchensalat mit Tortellini, Feta Käse, eigener Salatsoße, Gurke, Radieschen. Super lecker am Ende! Gute Idee mit den Tortillas. Gegessen wird an der Strandmauer. Lecker und noch warm genug. 

 



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So auf dem Präsentierteller wollen wir hier eigentlich nicht stehen bleiben. Also schauen wir uns das Areal etwas genauer an. Gibts noch Möglichkeiten?

Ja, gibt es. rechts an den Hotels entlang kommt laut P4 N noch ein Spot.

Tino fährt vor, wir folgen. Fahren bis fast vor zur Hauptstraße, biegen links ab, Fahren nun hinter den Hotels entlang. Besser siehts dadurch jedoch nicht aus. 

 

Der Schlafplatz, den Tino vorher mit seinem boosted Board gesehen hatte, ist bereits belegt von einem TI aus Spanien. Wir stellen uns nicht kuschelnd daneben, sonder mit Abstand. Beim Parken reisst bei Tino zu allem Überfluss noch das Seil zur Handbremse. Schöner Mist. Das Elend können wir aber erst morgen betrachten, bei vollem Tageslicht. 

 

Wir essen noch ein Ankunftseis und danach geht jeder seiner Wege. Ich setze mich an den Lapi und arbeite. Schreibe zum Beispiel genau diesen Blog. Morgen ist gut was geboten, da komm ich wohl eher nicht dazu. 

 

Um Mitternacht fallen mir die Augen zu und ich lasse das Hubbett runter. Feierabend. Dachfenster bleiben über Nacht offen, warm hier drin. 

 

Gute Nacht uns bis morgen

 

Kai und die 9-Länder-Bären.

 

PS: Ein Video gibt es zu diesem Blog leider nicht. Die Daten befinden sich auf einer defekten externen SSD Festplatte von Western Digital.

 

 

GPS Koordinaten:

morgens: 41.776056, 19.602444

abends: 42.630890, 18.165992

 

Unsere heutige Route: ca. 251 km

 

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