#3 Elsass - Auch wenn es schön ist, ich muss zurück

Moin zusammen,

 

Sonntag Morgen. Eigentlich dachte ich ja, ich werde frühzeitig vom Verkehr geweckt. Aber nix wars. Ein Blick auf die Uhr zeigt…es ist schon 9 Uhr. Mit meinen Stöpseln in den Ohren hatte ich von der Straße, die hinter Zottl entlang führt, nix gehört. Stöpsel und Zottl’s Geräuschdämmung sei danke, hab ich schön ausgeschlafen. Ob die anderen beiden, also ich meine Diana & Kai, schon wach sind? Ich schick mal ne Whatsapp nachdem ich mein Wlan aktiviert habe.

Anschließend lass ich den Morgen ruhig angehen. Die anderen zwei, also Co-Pilot und Friedrich, schlafen noch. Um Ruhe zu haben, lasse ich sie weiter pennen.

 

Irgendwann, nachdem nach 20 Minuten noch immer keine Antwort von Diana & Kai gekommen ist, schlafen die etwa noch?, laufe ich mal kurz rüber und checke die Lage. Die Sonne scheint schon wieder aus allen Knopflöchern. Allerdings geht ein frischer Wind. Einige Meter später stehe ich vor Carlos, klopfe und vernehme Leben. Gut! Sie schlafen nicht mehr.

Wir sprechen uns kurz ab bzgl. Frühstück, dann begebe ich mich zurück zu Zottl und mache mich früstücksfertig. 

Gegessen wird lange und ohne Stress. Draußen füllen sich die Parkplätze, es wird immer voller. Kein Wunder, dass bei dem Königswetter alles auf den Berg strömt. Die Sicht ist auch heute wieder fantastisch. Die Mischung aus Sonne, blauem Himmel, Schnee und Fernsicht…eigentlich sollte man sich einen Stuhl in den Schnee stellen und den ganzen Tag die Aussicht genießen.

 

Unsere Camper Nachbarn machen sich schon vom Acker, ein großes Alkoventeil fährt ab und plötzlich haben wir auch schöne Sicht nach links. Die Lücke schließt sich sogleich wieder, ein PKW parkt neben Carlos, aber über den können wir hinweg schauen. Das Frühstück zieht sich, irgendwann geht es auf Mittag zu. Wir beschließen noch eine Runde zu laufen und uns dann so langsam vom Acker zu machen.

 

Als wir von unserer Runde zu Zottl und Carlos zurück kehren, kommen immer mehr Autos an. Parken auch gegenüber unserer Parkbucht. Was ein Abfahren für uns erschweren könnte. Wir sind ja doch ein wenig länger und benötigen beim verlassen unserer Parklücken etwas mehr Platz. Um dem Problem zu entgehen, wollen wir schnell los.

Mit Zottl geht das jedoch nicht, ein paar Handgriffe müsse noch gemacht werden, Kameras installiert und befestigt werden. Ich bin noch voll dran, als ich Carlos abfahren sehe. Schnell noch hinterher gewunken und weg sind sie.

        

     

Auf meinen Parkplatz wartet mittlerweile ein PKW. Hatte ihm zu verstehen gegeben, dass ich wegfahre. Jetzt steht er auf der Straße und blockiert den Verkehr. Es wird schon gehupt. Man, man…was’n Stress hier oben. Dadurch lasse ich mich jedoch nicht hetzen. Abgefahren wird, wenn ich soweit bin und nicht wenn jemand anders hupt. Direkt vor mir auf der anderen Straßenseite stehen nun auch PKW, das wird also ein wenig eng beim Ausparken. Gut steh ich rückwärts in der Parklücke drin.

 

Motor an, der wartende PKW fährt noch nen halben Meter zurück und mit einmal rangieren komme ich raus. Jetzt „nur noch“ durch das enge Fahrzeug Spalier. Links und rechts stehen Autos. Durch die Mitte müssen wir, bei doch starkem Gegenverkehr. Es ist eng und braucht etwas Geduld, aber wir kommen ohne Fremdkontakt durch und begeben uns auf ein paar KM bergab. Teils ist die Straße noch leicht vereist, aufpassen ist angesagt.

 

Am Lac de la Lauch vorbei, geht es wieder ins Tal, gen Colmar, weiter auf die Autobahnen, gen Mulhouse, über den Rhein und auf die deutsche Seite. Wir folgen bei wenig Verkehr der A5 in Richtung Basel, fahren aber wieder über Rheinfelden.

In die Schweiz lassen sie uns ohne Probleme, nur Co-Pilot und Friedrich zittern ein wenig, haben sie doch keine offiziellen Papiere. Sind also irgendwie Sans Papiers.

 

Der Verkehr hält sich schön in Grenzen an diesem sonnigen Sonntag. Wir rollen nach Zug zur Entsorgung. Leeren alle Tanks und dabei passiert mir ein böser Fehler.

 

Bevor ich die Toilettenkassette leere, putze ich noch das WC. Macht ja irgendwie Sinn. Dabei ist der Schieber geschlossen. Und das ist der Fehler. Mit der Klobürste drücke ich etwas zu fest auf die bewegliche Abdeckung und zack, höre ich, wie sich innen in der Toilettenkassette etwas löst. SHIT! Im wahrsten Sinne des Worte. Mir schwant Böses. Denn: als ich den Schieber wieder betätige, bewegt sich die Abdeckung nicht mehr. Die Mechanik die den Schieber sich bewegen lässt, ist nicht mehr in Takt. Verdammte Axt!

Bevor ich das jedoch genauer anschauen kann, muss ich die Kassette entleeren. Das wird schnell erledigt. Und ich ich höre schon, da klappert was in der Kassette. Hört sich nach einem losen Plastikteil an.

 

Als die Kassette geleert und gespült ist, mach ich mich auf die Suche nach dem Fehler. Es ist eine Scheiß Arbeit. Und wieder mal bin ich sehr froh, entsorge ich mit Einmalhandschuhen. Denn IN der Kassette rumhandwerken ohne Handschuhe…das wäre mal echt ekelig. 20 Minuten doktere ich an dem verdammten Mechanismus rum bis alles wieder funktioniert. Was für ein Act. Das brauch ich nicht öfter. Immerhin konnte ich die Operation bei Tageslicht durchführen. Bei Dunkelheit wäre ich wohl ausgeflippt.

 

Nach der Verzögerung geht es nun noch ins Fitnessstudio und anschließen nach Hause. Ausladen, Co-Pilot und Friedrich hochtragen, Abendessen kochen und dann ab an den Laptop, Video editieren.

 

Viel Grüsse und bis zum nächsten Reisli.

 

 

Kai und der Rest des Teams

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