Die ersten vier Nächte - 28.10.2017 - Frankfurt

 

Gähn....die zweite Nacht in Zottl. Schon besser geschlafen. Allerdings fuhren doch einige Autos hier rum. Um 7:30 Uhr war ich wach. Um 10:16 Uhr war ich zum Frühstück verabredet. Also noch schön Zeit. 

Das morgendliche Ritual durchgezogen. Naja, nicht ganz, heute kein Porridge, sonst krieg ich um 10:16 Uhr keinen Bissen runter. Also nur Kaffee. Der ist aber schon den zweiten Tag in folge klasse. Die Bialetti macht das super! 

Heute steht noch etwas neues auf dem Program: Duschen! Hab ja noch nen vollen Wassertank. Somit begann ich, die Vorbereitung dafür zu treffen. Heißwasser checken. Duschvorhang befestigen.

Ich mag es nicht, wenn der Duschvorhang mir am Körper klebt, er hat ja, wenn er nass wird, so eine Kuschel-Tendenz. Daher klebte ich im Bad Neodym Magnete an die Wände und in den Duschvorhang. Diese Magnete werden nun zusammengeführt. Der Duschvorhang sitzt dann bombenfest an der Wand und hat keine Chance, sich an meinen Körper zu kuscheln. Soweit die Theorie.  

Im Gegensatz zu meinen sonstigen Theorien, die in der Praxis oft nicht so der Knaller sind, ging dieser Plan voll auf. Duschen ohne Vorhangkuscheln war genial. Man hat auch gleich mehr Platz weil man nicht dauern an den Vorhang stößt.

Blöd ist, dass es in Zottel keinen Platz gibt, die Brause aufzuhängen. Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Aber ansonsten war das Duschen wie zu Hause, nur mit weniger Wasserdruck. Für meine Kurzhaarfrisur aber locker ausreichend zum Auswaschen des Shampoos. Lange Haare wollte ich damit nicht unbedingt spülen, da bedarf es ja auch Unmengen an Wasser. Mein Duschvorgang verbraucht geschätzt 7-10 Liter Wasser. Der Tank war noch immer 3/4 voll danach.

 

Kleine Exkursion Wasserverbrauch: Für mich ist Wasser der flüchtigste Teil beim Campen. Ist der Tank leer, gehts nicht weiter und man muss in die Zivilisation zurück. Strom ist kein Problem, Solar auf dem Dach und eine Lichtmaschine im Motor die bei laufendem Motor die Batterien füllt. Aber Wasser? Alle ist alle!

 

Tips zum Wassersparen:

  • zum Hände waschen das Wasser nur stärker tröpfeln lassen. Das reicht locker, niemand brauch einen starken Strahl zum Hände waschen
  • Wenn man warmes Wasser benötigt und erst nur kaltes kommt, dieses auffangen. Kann z.B. zum Spülen der Toilette verwendet werden.
  • Wasser während des Zähneputzens und während man sich die Hände einseift, ausstellen.
  • kurz duschen, Wasser abstellen während des Einseifens. 

Mein Trinkwasser beziehe ich nicht aus dem Onbord Wassertank sondern aus gekauften Flaschen. Zum Zähneputzen und Mund ausspülen nutze ich es in der kalten Jahreszeit schon. Im Sommer wird man sehen ob ich dies ändere.

Exkursion Ende.

 

Nach dem erfolgreichen ersten Duschen in Zottl war nun die Frage: wie bekomme ich die Dusche trocken? 

 

1. Alle Fenster auf. Bin in der glücklichen Lage, dass ich im Bad ein Dachfenster und ein seitliches Fenster habe, somit easy Durchzug machen kann. Fenster ohne Bad...äh...Bad ohne Fenster käme für mich nicht in Frage. Eins ist Pflicht, zwei die Kür.

 

2. Nutze was Du hast im Kasten. Ich hatte nicht viel, da Zottl noch nicht voll eingerichtet ist. An zusätzliche Handtücher zum Trockenreiben dachte ich nicht beim beladen. Aber: ich hatte eine Zewa Rolle mit dabei.

 

Einige Blätter abgerissen. Duschvorhorhang, der noch zu 3/4 mit Magneten an der Wand befestigt war, abgerieben. Danach die Bodenwanne kurz mit Zewas ausgewischt. Fertig! Fenster weiter offen gelassen zum Lüften.

Somit wird man schnell die Feuchtigkeit los. Trocknet man alles mit einem Handtuch und hängt es später im Bad oder Wohnbereich zum Trocknen auf, bleibt die Feuchtigkeit im Kastenwagen. Die Zewa fliegen, sobald ich den Kasten verlasse, in den Müll. Somit ist die ganze Feuchtigkeit aus dem Kastenwagen raus.

 

Nach dem Duschvorgang war es schnell 10:00 Uhr und ich machte mich auf den Weg zu meiner Frühstücksverabredung. Leckeres home made koreanisches Frühstück. 

Gestärkt und fast schon träge durch das tolle Frühstück, stand nun ein Besucht bei IKEA an. Das ein oder andere benötigte ich noch für Zottl. Also ab in Richtung IKEA an der Züricher Strasse. Da stellen sich dem Schweizer die Nackenhaare auf, das müsste eigentlich Zürcher Straße heißen. Das "i" fällt weg. 

Samstags zu Ikea, keine gute Idee. Es ist der Teufel los. Zum Glück jedoch noch nicht auf den Zufahrtsstraßen, aber der Parkplatz ist voll. Zuerst jedoch: ACHTUNG bei der Einfahrt!! Nicht da lang wo die Höhe auf 2,30m begrenzt ist. Sonst gibts ein Cabrio-Zottl. Somit folgen wir der 3,3 m Beschriftung. Es gibt sogar extra Parkplätze für Fahrzeuge mit Übergröße oder Anhänger. Toll! Leider alle belegt. Weniger toll.

Wir umkreisen den Bereich zwei mal, keiner Fährt weg, nix bewegt sich. Wir warten einige Minuten. Nix! Und jetzt? Auf einen Behindertenparkplatz parken? No Way! Das ist sowas von schäbig, geht gar nicht! 

 

Dann tut sich was. Gegenüber der Behindertenparkplätze wird ein normaler PKW Parkplatz frei. Den schnappe ich mir. Genug Platz zum rangieren solange nicht alle Behindertenparkplätze belegt sind, was ja eher selten vorkommt. 

Zottl ist zwar etwas arg lang, aber wird schon gehen (siehe Bild).

Suchbild...finde den Zottl. :)

Wir verbrachten viel Zeit bei IKEA, aßen Kaffee und tranken Kuchen...oder so ähnlich. Gefunden habe ich vieles aber nicht alles. In Sachen Aufbewahrungsboxen bin ich nun aber besser aufgestellt. 

Im Anschluss sind wir noch kurz zu Hornbach, Gasflasche besorgen. Meine jetzige musste ich ja im Schwarzwald wieder zurück geben. Zottl ließen wir dafür aber wo er ist und machten das kurz zu Fuss. 

Mit Gasflasche am Arm kamen wir zurück zu Zottl. Alles verstaut und anschließend umgeschaut wie ich jetzt die Parklücke am besten verlasse. Da stelle ich fest, mein Plan geht nicht auf. Alle Behindertenparkplätze belegt. ALLE! Komischerweise hatte jedoch keines der Fahrzeuge einen Behindertenausweis ausgelegt. Ich denke mir an dieser Stelle meinen Teil und schreibe nicht, was mir in dem Moment durch den Kopf ging.

Da Stand ich nun. Ohne die Rangierfläche der Behindertenparkplätze kam ich aus meiner Parklücke nicht oder nur sehr schwer wieder raus. Und nu? Ich startete dennoch einen Ausparkversuch, vorwärts, rückwärts, vorwärts, kurbeln am Lenkrad zwischendurch. Nee, das wird nix. Eine Beule wollte ich mir nicht einfangen. Half alles nix, warten war angesagt. Warten darauf, dass eines der Fahrzeug um uns rum wegfährt.

Und was passiert? Manchmal hat mein einfach Glück. Nach 5 Minuten kommt doch tatsächlich der Fahrer des Wagens der genau vor unserer Motorhaube geparkt hat. Eilig hat er es jedoch nicht. So warten wir noch etwas länger bis sein Auto beladen und der Einkaufswagen entsorgt ist und er im Auto hockt. Er fährt raus, ich sofort hinterher bevor noch einer auf die Idee kommt, dort einzuparken. Wir sind frei! Jetzt nur noch die richtige Ausfahrt erwischen, es gibt eine für 2,3 m Höhe und jene für 3,3 m Höhe. Wir wählten die Richtige!

 

Von IKEA ging es, es war bereits 17:00 Uhr direkt zum nächsten Übernachtungsplatz. Der sollte am Goetheturm liegen (50°05'21.8"N 8°42'35.2"E). Ruhig, etwas abseits und verbrannt roch es auch nicht mehr. Erst vor kurzem war der Holzturm ja komplett niedergebrannt. 

Der Platz ist umgeben von Schrebergärten und dem angrenzenden Wald. Allerdings auch in der Anflugschneise des Frankfurter Flughafens. Damit konnte ich jedoch gut leben.

Zu Fuss oder mit dem Fahrrad (es gibt einen Fahrradverleih vor Ort) kommt man schnell nach Sachsenhausen. Auch eine Bushaltestelle ist vor Ort.

Abends ging es von hier aus noch Running Sushi essen. Die Nacht war sehr ruhig. Kein Autoverkehr. Sehr zu empfehlen der Parkplatz.

Wie immer gilt bei solchen Plätzen: niemanden stören, nicht im Weg stehen, keinen Müll hinterlassen. Mülleimer sind vor Ort vorhanden. 

Weiter geht es morgen mit dem Frankfurt Marathon, gutem Frühstück, einer defekten Toilette und der Fahrt nach Lahr.

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