#5 Wohin - na wohin wohl, heimwärts natürlich...

Schönen guten Morgen zusammen,

 

wobei, so schön ist es nicht. Meine Kopfschmerzen von gestern sind zwar besser, ab nicht weg. Ich fühl mich nicht ganz so fit. Immerhin sind Friedrich und Co-Pilot top fit. Gegen 9 Uhr wache ich auf, diesmal auch ohne italienische Stimme im Hintergrund sondern ganz aus freien Stücken.

 

Friedrich informiert mich auch so gleich, dass der Himmel gut aussieht und es wohl wieder einen schönen Tag gibt…ich schaue ihn verwundert an, bin ich doch so viel Aktivität und Information von meinen sonstigen Mitreisenden nicht gewohnt. Friedrich scheint mir ein mitteilsamer Zeitgenosse seiner Art zu sein. Schön und praktisch!

Somit ist die Wettersituation also schon mal geklärt.

 

Ich bleibe dennoch etwas liegen. Es drängt ja nix. Das Einzige, was heute tatsächlich ansteht: die Heimfahrt! Alles andere ist optional.

Nach 30 Minuten, schaffe ich es dann doch, aufzustehen. Vielleicht bringt ja ein wenig frische Luft meine Lebensgeister zurück. Tür auf, Kamera in die Hand, raus. Ich filme etwas durch die Gegend, genieße die frische Luft und die Ruhe hier oben an meinem Schlafplatz. Wieder mal eine gute Wahl gewesen.

 

Ein wenig fitter fühle ich mich schon nach dem Parkplatz Rundgang. Als ich zurück bei Zottl bin, die Tür öffne, staune ich nicht schlecht: da steht ein Kaffee und auch mein Kraftfutter steht bereit. Auf dem Bett sitzt Friedrich und grinst mich an. War er das…hä? Oder ich vorhin noch? Ich bin verwirrt! Auch der Co-Pilot sitz bei Friedrich und grinst. 

Ist im neuen Jahr irgendwie alles anders???

 

Aber egal, Hauptsache es ist alles bereit. Ich habe zwar nicht wirklich Appetit, esse aber dennoch. Muss ja was rein ins System. Nebenher schreibe ich den Blog vom Vortag, was natürlich mal wieder länger dauert als das Frühstück selbst.

Den Abwasch spare ich mir. Alles was irgendwie schmutzig ist, kommt in die Abwaschbox, Deckel drauf, gut ist. Heute nur noch die wichtigen Dinge.

 

So gehe ich an Zottl’s Heck, öffne es und hole mein Bike raus. Denn: hier oben sind noch ein paar Wege die ich gerne abfahren möchte. Keine große Bike Tour, eher ein erforschen der näheren Umgebung.

Dennoch ziehe ich mich um, Bike Klamotten an, Helm auf, Rucksack dabei, Wasser…und ab geht die Post. Es ist eben, ich schalte in einen hohen Gang und gebe Gas. Wir fliegen über den Schotterweg, werden von einem Smart „verfolgt“, japp, heute am 1. Januar ist hier mehr los als gestern Abend, lasse ihn aber nicht vorbei J. Ist ja kein Auto. J

Nach einigen hundert Metern geht es ein Stück bergauf, dann ist Schluss. Ich stehe vor einer Absprungbasis für Gleitschirmfliegern. Schaue mir das kurz an um dann abzubiegen und weiter die Umgebungs anzuschauen. Ich sehe weitere Parkmöglichkeiten und, jetzt schließt sich der Kreise, komme da raus, wo ist gestern zu Fuß mir die Lokalität angeschaut hatte. Aha….
Nebenher mache ich noch einige Fahraufnahmen, filme durch die Gegend. Nach einer kurzen Strecke bergab und einmal links abbiegen, bin ich wieder bei Zottl. Hallo!

 

So nehme ich mir noch einen anderen Weg vor. Der führt schönerweise ein gutes Stück begab, Schotter und belaubter Untergrund, irgendwann wird daraus ein Single Track der weiter ins Tal führt. So langsam schwant mir, ich  muss das alles wieder hoch triebeln. Oh….ich glaub ich dreh mal um.

Leicht aus der Puste komme ich wieder oben an bei Zottl. Mir reichts. Mein Schädel pocht leicht. So tausche ich das Arbeitsgerät, Bike gegen Drohne. Die fliegt heute immerhin problemlos, niemand geht verloren oder macht Probleme. Auch mal ganz nett. Allerdings übertreibe ich es auch nicht, fliege permanent auf Sicht und mache nur wenige riskante Flugmanöver in der Nähe von Bäumen. Davon gibt hier nämlich einige.

Als alle Aufnahmen im Kasten sind, lade ich mein Bike wieder in Zottl’s Keller, Vorderrad raus und schon passt es liegend so eben rein. Anschließend muss in Zottl klar Schiff gemacht werden. Alles wird aufgeräumt, gesäubert und fertig für die Abfahrt gemacht. Die Kameras stelle ich auf, eine pappe ich an Zottl. Und los geht’s.

Die Abfahrt filme ich, stoppe nochmals, sammle die Canon ein und rolle kurz darauf die schmale Zufahrt zurück gen Zufahrtsschotterstrecke.

Zottl leidet wieder ein wenig auf der schmalen Zufahrt, Zweige und Blätter streifen seinen Pelz. Es quietscht auch mal leise. Aber hilft ja nix, wir müssen da jetzt durch. Der andere Weg, den ich vorhin mit dem Bike gefahren war, ist auch nicht besser. Länger und steilere Passagen und ebenfalls Bäume und Büsche im Weg..

        

     

Nach der schmalen Zufahrt kommt jetzt die „normale“ Zufahrt. Auch da heissts: Augen und Ohren auf. Die Bäume hängen tief, der Weg ist auch nicht gerade top. Die Augen müssen überall sein. Der Co-Pilot hilft toll mit, behält die Straße im Blick, ich schaue hoch in die Bäume. Zusammen meistern wir es. Ganz vermeiden lässt sich Baumkontakt jedoch nicht. Friedrich staunt nur mit großen Augen was wir da treiben!

 

Für Kastenwagen mit normaler Höhe von 2,65 m geht die Zufahrt so gerade noch. Alles was breiter und höher ist: besser nicht diesen Platz anfahren. Am besten ist der Platz für das VW Bus Segment geeignet. Auch bei Regen könnte es hier ein wenig matschig und rutschig werden, da die Wege einen gewissen Erdanteil aufweisen.

 

Google sagt, links, gekommen waren wir von rechts. Ok Google, dann mal los. Blinker links, wir haben wieder Asphalt unter den Puschen. Alles gut. Bis….oh…hä…ungläubiger Blickaustauch mit dem Co-Piloten…was’n jetzt los? Die Straße teilt sich, in bergauf und bergab. Google sagt, bergab…die Signalstation sagt aber: no way bergab! Baustelle! Komplett gesperrt! Da kommen wir nicht weiter. Und nu?

Hoch fahren…nope...die Straße führt Gott weiß wohin. Also drehe ich. Zum Glück ist ausreichend Platz. Fahren wir also den Weg zurück, den wir gestern Abend gekommen waren. Mit schöner Meersicht. Dafür eng.

 

in einer Kurve kracht dann auch prompt fast ein italienischer Kleinwagen in Zottl. Er war deutlich zu schnell unterwegs, wir zum Glück sehr langsam.

Nach vielen Engstellen und engen Kurven kommen wir unten an der Promenade an, fahren links, rechts von uns nun das Meer. Einfach schön! Die Sonne scheint durch einen ganz leicht milchigen Himmel und wir zottln die Küste entlang von Celle Ligure nach Varazze und dort auf die Autobahn nach Genua.


Verdammt viel los, zwar keine LKW aber ein Haufen PKW. Allerdings läuft es dennoch recht flüssig und wir kommen gut voran. Kurz vor Genua sagen wir Tschüss zum Mittelmeer und fahren bergauf und später wieder bergab in Richtung Po Ebene, Fahrtrichtung Mailand.

 

Wir holpern wieder über zig Brücken, kommen aber gut voran. Mit der Abenddämmerung erreichen wir die Peripherie rund um Mailand. Auch hier kein Stau, nur vor den Zahlstellen eine kurze Wartezeit. Alles recht angenehm.

An der ersten Zahlstelle nach Mailand in Richtung Chiasso passiert es. Ich steuer auf eine leer Spur zu, auf der Spur links von mir staut es ein wenig. Zottl rollt mit angepasstem Tempo auf die Zahlstelle zu, wir sind noch ca. 20 m weg als ich sehe, dass ein PKW auf der linken Spur, wo es staut, sich aufmacht, auf meine Spur rüber zu ziehen.

 

Ich mache mich bremsbereit, denke aber, der wird ja wohl schauen und sehen, dass von hinten was Großes kommt…aber nix da. Der Vollidiot zieht einfach raus, vermutlich ohne zu schauen. Lustigerweise läuft meine GoPro gerade.

Ich steige voll in die Bremsen. Neben mir höre ich den Co-Piloten aufstöhnen und, Friedrich, hält die Luft an und ich….naja, wer mich kennt…weiß was kommt….erstens passiert nix weil ich schnell reagiert habe und schon bremsbereit war, zweitens gibt’s einen ordentlichen Fluch für den "Piiiieeep" von mir. Schön zu hören im Video, wen es interessiert. Schriftlich möchte ich das hier lieber nicht festhalten. J

So langsam geht mir jetzt auch noch der Diesel aus. Lange Zeit sieht es so aus, dass wir mit dem Tankinhalt auch noch über den Gotthard kommen. Allerdings ist die Restweitenanzeige beim Jumper sehr sprunghaft und variabel je nach Fahrsituation. In Chiasso kommen wir laut Restanzeige noch 300 km weit. Kaum sind wir am Fuss des Gotthardanstiegs, reduziert sich das in Kürze auf die Hälfte. Das ist mir zu heiß. Ich frage Google nach einer Tanke, Google hilft mir und 10 Minuten später hängt der Tankrüssel im Tank. 30 Liter laufen rein, das reicht bis nach Hause.

 

Mittagessen fällt aus, Abendessen mache ich zu Hause. Den ganzen Tag über keinen Appetit, auch jetzt nicht. Was ist los mit mir…mein Kopf scheint aber etwas besser zu werden…hab auch ordentlich Wasser getrunken heute und Kaffee am Morgen.

  

Vor dem Gotthardtunnel gibt es noch einen kurzen Miniatur Stau. 20 Minuten später sind wir durch und nochmal 1,5 später bin ich nach der Entsorgung zu Hause. Was für eine toller Trip. Das könnte zur Tradition werden. Jahresende am Mittelmeer…wenn das Wetter passt. Mal sehen, was 2019 am Ende des Jahres auf dem Programm steht. 

 

Viele Grüsse und ein gutes neues Jahr!

 

Viele Grüsse
Kai und seine Mitreisenden

GPS Koordinationen:
Morgens: 44.250523, 8.437095

 

 

       

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