Nordkap #19 - Viele Fährfahrten und ein Loch im Berg

Schönen guten Morgen,

 

ein Blick raus...es liegt hier kein Schnee, die Berge etwas höhe sind jedoch weiß. Die Temperatur ist etwas angestiegen, knapp 5°C draußen. Der Blick immer noch umwerfend und außer mir, keiner hier. Ich hab wieder länger geschlafen als beabsichtigt. Egal. Frühstück.

 

Als das gegessen ist, aufräumen und klar machen zur Abfahrt. Wo ist der Co-Pilot? Liegt noch hinten in den Federn! Man, man...ich trag ihn nach vorne auf seinen Sitz und schnall ihn an. Er ist immer angeschnallt. Seine Aufgabe: Navigation und Kamera halten. Ersteres läuft nicht so gut, zweiteres prima.

 

Los gehts, bergab ans Meer. Die erste Fähre des Tages wartet, geht von  Nesna nach Levang und kostet........ NOK. 

Am Hafen liegt zwar schon eine Fähre bereit. Hier gehts aber zu verschiedenen anderen Häfen und Inseln. Es ist nicht meine. So warte ich...und warte...und warte....eine Stunde vergeht bis wir endlich weiter kommen. Vertane Zeit? Mit nichten. Ich schreibe Blog, editiere Video und höre Musik. Schön, wenn man immer was zu tun hat. Langeweile ist ein Fremdwort für mich.

 

Die Fahrt ist kurz, wir können in den Autos sitzen bleiben. 30 Min später rollen wir von Bord, die Rampen sind nicht sonderlich Steil, keine Gefahr für Fremdkontakt.

 

Weiter gehts durch Berg und Tal. Abwechslungsreiche Landschaft, tolle Berge, Fjorde und Aussichten. Ich genieße jeden Kilometer Fahrt und Aussicht. Dann bremst unseren Flow die nächste Fähre aus. Auch hier wieder warten. Roll on....fähre fahren...roll off. Wieder geht alles gut. Diesmal ging es von Tjötta nach Forvik für ............. NOK. Die Fahrt ist etwas länger, ich komme mit einem netten Niederländer ins Gespräch. Die haben mich schon auf der Tromsö Fähre gesehen, seither fahren wir irgendwie die selber Strecke und kreuzen uns immer wieder. An meinem Co-Piloten sei ich immer leicht zu erkennen, meinen sie. Super...dann geht der Plan ja auf, denke ich. :)

 

Nicht viel später, nach etlichen Kurven und Hügeln, die nächste Fähre. Von Andalsvagen nach Horn für .... NOK. Auch hier wieder warten. Ich komme mit einem Norweger ins Gespräch, der ist auf dem Weg zu seiner abgelegenen Hütte um das Dach zu reparieren. Kein Strom, kein fließend Wasser aber fantastisch gelegen. Er zeigt mir Fotos, ich bin sprachlos. Cooler Typ, sehr nett. 

Als die Fähre kommt, wie immer drauf, fahren, runter. Alles ohne Probleme.

 

Aber nur fahren heute? Da muss doch noch was kommen...ich erinnere mich an den Berg mit Loch (Torghatten, 

65°23'43.9"N 12°05'49.4"E). Den will ich noch sehen. Auf einer der Fähren checke ich die Koordinaten, Wetter auch halbwegs okay mit immer wieder Sonnenschein, aber kühl, einstellig. Der Torghatten ist ein Umweg, aber so what. Da fahren wir hin. 

 

      

Vor Ort treffe ich....die Niederländer wieder :) Soll aber das letzte mal sein. Der Weg hoch zum Loch ist nicht ganz ohne. Erst Schotter, dann Geröllfeld, durch Wald und Steine, eine steile Stufenpassage und Felsen folgt und man ist oben und steht vor einem Loch/Tunnel im Fels. Unterwegs warnt noch ein Schild vor Steinschlag. Das Loch sieht aus, als könnte jederzeit wieder ein Stein aus der Decke fallen. Um durch das Loch zu laufen, bedarf es nochmal ca. 100 Stufen abwärts zu steigen. Das lass ich mir natürlich nicht entgehen, steige runter und hoffe einfach mal, dass nicht gerade jetzt ein Fels aus der Decke auf mich fällt. Mein Co-Pilot hätte daran keine Freude.

 

Die Aussicht auf der anderen Seite hat was. Man schaut auf das Meer und kleine vorgelagerte Inseln. Dieser Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man könnte auch auf der anderen Seite weiter wandern, zurück zum Parkplatz. Das erscheint mir allerdings nicht soooo attraktiv. Ich baue ein kleines Türmchen und mache mich nach einer kleinen Pause wieder zurück durch das Loch die 100 Stufen hoch und dann an den Abstieg. 

Wenig später stehe ich wieder bei Zottl auf dem Parkplatz und frage mich, wohin jetzt?

 

Ich entscheide, wieder zurück auf die 17 zu fahren und noch die letzte Fährpassage heute Abend zu bewältigen (Vennesund - Holm). So hab ich morgen keine Gefahr unnötiger Wartezeiten. 

 

Als ich am Fähranleger ankomme, ist die Fähre da, fährt aber erst um 21 Uhr ab. Ich habe also noch 40 Minuten Zeit. Was machen? Ich könnte schnell kochen um später essen zu können. Denn auch nach der Fährfahrt will ich noch einige Km machen. So KM-Produktiv war der Tag heute noch nicht.

Also dann, kurz Zucchini, Aubergine und Zwiebel häckseln und schmoren. Hackfleisch anbraten. Nudeln kochen. Das alles dauert irgendwie länger als ich dachte. Plötzlich ist es 20:50 Uhr und der Zahlmeister kommt, will die Kreditkarte und mein Geld. Anschließend darf ich aufs Schiff fahren. Hab aber noch zwei Töpfe auf dem Herd...jetzt muss ich improvisieren. Nudeln dürften fertig sein, schnell abgießen, das dauert, hab kein Sieb dabei. Nachdem das Wasser halbwegs ausm Topf ist, umtopfen der Nudeln in Tupper. Und die Bolognese Soße? Ich stell sie notdürftig in die Spüle, Geschirrhandtuch drum, Glasabdeckung drüber und Motor an. Hoffentlich gibt das keine Sauerei.

Ich bin der zweite der aufs Schiff fährt.

 

Viel ist nicht mehr los, eine Hand voll Autos und ein LKW fahren auf die Fähre. Die geht von Vennesund bis Holm und kostet ....... NOK. 45 Minuten später bin ich schon wieder an Land. Fahre 500 m, sehe einen Parkplatz, und halte an. Abendessen.

 

Ich habe Glück, keine Sauerei, alles gut, ich heize die Bolognese nochmal auf, die Nudeln sind noch warm. Anschließend wird schnell gegessen und notdürftig aufgeräumt. Wir wollen weiter. 

Die 17 ist super leer, außer uns ist um diese Uhrzeit kaum noch jemand unterwegs, es ist deutlich nach 22 Uhr. Das ist ein klarer Vorteil zum fahren tagsüber. Es ist noch schön hell, die Landschaft zieht an uns vorbei, noch immer wahnsinnig schön und abwechslungsreich. 

 

Irgendwann, es geht auf Mitternacht zu, haben wir alle genug und brauchen eine Rast. Ich fahre einen Rastplatz an (64°28'48.4"N 11°51'58.1"E), mache den Motor aus und dann nicht mehr viel. 

Müde und etwas geschafft gehe ich zügig auf die Liegewiese im Heck und schlafe ein.

 

Was ich heute zum Glück nicht mehr realisiert habe: ich bin zu weit gefahren.....das gibt Ärger morgen früh.

 

Gute Nacht und viele Grüsse

 

Kai

 

 

GPS Koordinaten:

Schlafplatz morgens: 66°16'53.8"N 13°15'40.0"E

Schlafplatz abends: 64°28'48.4"N 11°51'58.1"E

 

Meine Route heute:

 

 

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