Wanderung zum Glaswaldsee, danach zurück in die Zivilisation

Guten Morgen vom Glaswaldsee Wanderparkplatz im mittleren Nordschwarzwald. Die guten Neuigkeiten zuerst: Der Zeh-Schmerz hat deutlich nachgelassen, die Farbe bleibt jedoch. Und es gab keinen Schnee! Uff….!

Die Temperatur liegt bei 1°C und es nieselt, regnet vor sich hin. Aber an Regen hab ich mich ja schon gewöhnt auf meinen Touren.

Die Nacht war gut, wenn auch schräg. Jetzt erstmal Kaffee und Frühstück um das Hirn und den Körper in Gang zu bekommen.

 

Im Anschluss geht es vor die Tür, der Regen ist stärker geworden. Ich überlege kurz ob ich den Hike zum Glaswaldsee abblase, entscheide aber: Nope, da wird jetzt hin gelatscht. Komme was wolle. Während ich draußen überlege und etwas filme, haut es mich schier noch auf den Hintern. Der Boden ist noch kalt, das Wasser gefroren und eine solche gefrorene Wasserlache auf schrägem Grund attackiert mich hinterhältig während ich beim Filmen umherlaufe. Zum Glück kann ich einen Sturz abfangen. Was ein Schreck. Wenn das Hirn auch nicht mehr so rund läuft, die Reflexe tun noch.

Aufgrund des Regens tausche ich noch die Cameras, statt meiner Canon nehme ich meine GoPro Hero5 mit. Die hat kein Problem mit Wasser.

Der Waldweg ist nicht geräumt, weder weiß noch schwarz. Es waren aber zum Glück schon Fußgänger unterwegs, so dass ein schmaler Pfad besteht. Der ist dankenswerter Weise sehr eisig und sau rutschig. Schneeketten für meine Schuhe wären jetzt echt nett. Mein Profil ist nämlich nicht das Beste.

 

Ich folge dem Weg, immer schön bergauf, mal steiler mal ein Stück eben, um dann doch wieder anzusteigen. Der Regen wird zum Glück nicht stärker, je höher ich steige, desto weniger wird es was da vom Himmel fällt. Die Strecke ist nicht sonderlich lang, ca. 1 km bergauf und so ca. 120 Höhenmeter sind zu bewältigen. Bei sauber geräumtem Weg, kein Problem. Bei dieser rutschigen Schnee und Eissituation nicht ganz so einfach. Zum Teil geht es über Eisplatten und ich frage mich: Startet hier gerade die nächste Eiszeit?

Einige Kurven, Filmaufnahmen und Steigungen später stehe ich oben. WOW! Das Ganze sieht aus wie ein Kratersee auf 839 m Höhe. Die bewaldeten Seitenwände gehen bis zu 100 m hoch, der See ist zu Eis erstarrt, es herrscht Ruhe bis auf das Plätschern des Baches. So ein schöner Flecken Erde, so leicht zu erreichen. Wie sieht es hier erst bei schönem Wetter aus? Oder im Sommer ohne dicke Eisschicht? Wer mehr über die Geschichte und Entstehung des Sees erfahren möchte, klickt hier.

 

https://www.schwarzwald-informationen.de/glaswaldsee.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Glaswaldsee

 

 

Es gibt einen schönen Rundweg um den See welchen ich auch sogleich in Angriff nehme. Nach 30 m kapituliere ich jedoch. Aufgrund des leichten Tauwetters und des vielen Schnees ist der Weg total aufgeweicht. Schlamm, Pfützen und Matsch so weit das Auge reicht. Mit Gummistiefeln sicher ein Spaß (Erinnerung an mich: Kauf Dir Gummistiefel, Du Dubbel), mit meinen Winterschuhen jedoch ein garantiertes Hochwasser IM Schuh. Ich breche das Unterfangen daher ab. Verweile noch ein wenig, genieße die Aussicht und die Landschaft, freue mich, dass ich den „Aufstieg“ gemacht habe und diesen schönen Flecken Erde besucht habe.

Mit Zottl, in Verbindung mit freistehen, komme ich an Orte, die ich sonst niemals besucht hätte. Eine tolle Sache und ich bereue es bisher keine Sekunde, so viel Geld für Zottl ausgegeben zu haben. Das war die Beste Investition seit Jahren. Und das alles hier ist erst der Anfang. Es gibt noch sooo viel zu entdecken, nah wie fern.

Gut, genug geschwafelt. Ich muss hier auch wieder runter. Den glatten Abstieg gehe ich sehr vorsichtig an, will mich ja nicht auf den Hintern setzen. Keine weiteren Verletzungen bitte. Mein Zeh macht die ganze „Wanderung“ zum Glück klaglos mit. Wahrscheinlich ist er schon taub…hahah. Während ich rutschend den Hang runter stolpere, genieße ich nochmals die Ruhe und Einsamkeit bevor es dann von hier aus zurück Richtung „Zivilisation“ geht. Muss noch Einkaufen sonst gibt’s zu Hause nix zu futtern.

Ich erreiche Zottl wie ich ihn verlassen hatte, mache einen großen Bogen um die gefrorene Wasserlache die mich vorhin „fast das Leben gekostet hätte“ J und wärme mich im 19°C Grad warmen Zottl auf. Japp, ich heize durch, stelle die Heizung nicht runter wenn ich 2h nicht im Kasten bin.

 

Gegen Mittag lasse ich meinen 2 Liter Motor an, mobilisiere meine ca. 163 Pferde und begebe mich bergab ins Tal. Rolle vor mich hin, immer schön langsam in den Kurven oder vor unübersichtlichen Ecken. Und was ein Glück, bin ich langsam, kommt mir doch ein 2er BMW entgegen „geschossen“ an einer Ecke. Da bremst aber einer ordentlich vor Schreck. Hoffe, er hat was draus gelernt…man, man, man….

Auf der Hauptstraße angekommen, geht es rechts und dann gemütlich durch den Schwarzwald, an halb abgetragenen Bergen vorbei, am Werks Gelände von BBS (hm…sollte ich mal noch nach Alu-Puschen für Zottl fragen?), bergauf, bergab bei wenig Verkehr immer in Richtung Rottweil. Dort parke ich auf dem Handelshof Parkplatz und genehmige mir erstmal einen Kaffee und Kuchen in Zottl. Schön, wenn man immer alles dabei hat. Am liebsten wäre mir jetzt noch ein Schläfchen…gähn…stattdessen gehe ich aber doch lieber einkaufen.

 

Und dann passiert….nix mehr….an der Deutsch/Schweizer Grenze ist Stau, ich warte etliche Minuten, die lieben Grenzer winken mich durch und auch in Zürich ist es ziemlich ruhig. Ohne Verzögerungen aber bei Dunkelheit komme ich an meinem altbekannten Entsorgungsparkplatz kurz vor Zug an (47°13'37.4"N 8°27'46.2"E). Bei wiedermal Regen, wie könnte es auch anders sein, entsorge ich Schwarz-, Grau-, Heiß- und Frischwasser. Ein Geplätscher fast wie an den Niagarafällen. J

Die Entsorgung, die mir beim Kauf von Zottl am unangenehmsten erschien, erweist sich immer mehr als komplett easy. Selbst das Schwarzwasser lässt einen nicht in Ohnmacht fallen…haha....

 

Zu Hause in der Zentralschweiz angekommen, schneit es schon wieder, ich parke Zottl schnell, räume aus, stelle die Heizung auf 6°C (es soll Frost geben) und beende diesen Trip erfolgreich und ohne jegliche Probleme, jedoch reicher um ein cooles Feuerzeug, einen Weihnachtsbaum und schöne Erinnerungen.

 

Der nächste Trip ist gedanklich bereits in Planung, das Ende des Jahres 2017 werden wir nicht zu Hause verbringen. Es soll hoch hinausgehen….

Kommentar schreiben

Kommentare: 0