Eine Nacht in der Westschweiz / Montage Hecktür-Sicherung womo-tuning.de

Was macht man, wenn man theoretisch geschäftliches fürs Bergwerk mit einem Trip in Zottel verbinden könnte? Man denkt nicht lange drüber nach und macht es. Zudem hat Zottl Allwetterreifen drauf, also quasi Winterreifen, wohingegen mein Skoda noch mit Sommerreifen unterwegs ist. Somit ist es mit Zottl sicherer.

Ich musste Freitag um 14 Uhr in Lausanne sein. Am Abend vorher und am Morgen Zottl schnell vorbereitet, ging schon schneller als bei den ersten malen. Aber für eine Nacht musste auch nicht so viel mit. Übernachtungsüberlegungen machte ich mir auch schon, wieder mit Hilfe von Google Maps. Es sollte aber anders kommen...

Um 10 Uhr brach ich am Freitag auf, kurz noch bei Galaxus vorbei, etwas abholen was ich für Samstag Vormittag benötigte. 

Die Fahrt verlief entspannt und ohne Stau. Wen es interessiert: bei Tempomat 105-108 km/h und gelegentlichem Überholen konsumiert Zottl 8,9 L Diesel auf 100 km. Kein schlechter Wert. 

Kurz vor Kerzers kam ein Autobahnparkplatz (46°57'40.5"N 7°12'39.6"E) an dem Ent- und Versorgung möglich war. Für Wasser wollten sie allerdings Geld. Kein Problem, leider passte jedoch mein Schlauch Equipment nicht. So fuhr ich mit leerem Wassertank weiter. Aber ich hatte noch Plan B.

Kurz vor Lausanne, Autobahnraststätte Bavois mit Shell Tanke (46°40'26.3"N 6°34'10.0"E), hatte ich noch einen Versuch. Et voilà, es gab Wasser. Kostenfrei. Entsorgung auch. Sogar Strom gab es. Auch hier passte mein Schlauch Equipment nicht, so machte ich mich dran, meine Gießkanne zu verwenden. Kurz darauf fuhr ein Campingbus mit Thurgauer Nummer an die andere Seite der Wasser Säule. Fahrer stieg aus, sah meine Gießkanne und frage ob er sie sich kurz leihen dürfte wenn ich fertig sei. Klar, kein Problem. 

Kanne voll gemacht, Wasser in den Tank, nur wenig lief daneben. Plötzlich hörte ich ein fröhliches Plätschern von unter dem Auto. Verflucht, der Frischwassertank ist noch offen. Gießkanne dem Thurgauer in die Hand gedrückt, er können ruhig bei sich Anfangen. 

Ich machte mich dran, die Hecktür zu öffnen, und möglichst flott den Frischwassertank zuzudrehen. Ist ja alles nicht ganz so handlich gelöst. Unter dem Auto wurde das Geplätscher schon weniger. Na toll, die erste Kanne einfach durchgelaufen...naja...so wurde der Frischwassertank mal durchgespült.

Der freundliche Thurgauer war mit seinem Vito Campingbus und Anhänger auf dem Weg nach Spanien zu seiner Finka. Er hatte vergessen, Wasser zu bunkern. Es war mittlerweile 13 Uhr, ich verbrachte quasi meine Mittagspause mit Wasser füllen, und er wollte heute noch das Meer sehen. Da hatte er noch was vor. Sein kleiner Tank war zügig voll. Gute Fahrt und viel Spaß. Tschö mit Ö!

Jetzt, da mein Tank zu war, läpperte ich 5 Gießkannen in meinen Wassertank. Das sollte reichen für eine Nacht. Der Tankwart der Shell Tankstelle kam noch kurz rüber, fragte ob alles okay wäre. Denke, er hatte mich filmen sehen... Dank meines vorzüglichen...hüstel...Schulfranzösisch verstand ich ihn und konnte artikulieren: alles top!

Reibungslos ging es weiter zum Meeting der Bergwerker. 2 h später war auch das geschafft und ich im Wochenende Modus.

 

Ich wollte auf den Jaunpass, der liegt 1500 m hoch und in der weiteren Umgebung von Lausanne. Google Maps App gecheckt...oh..das Ding hat Wintersperre! Echt jetzt?? Verdammt. (Im Nachhinein stellte sich raus, der Pass ist offen und Google Maps spinnt ab und an...aber da erzähl ich sicher nix neues).

Also Plan B, bei Gruyères  hatte ich mir einen Wanderparkplatz ausgesucht, der abgeschieden in bergiger Lage lag. Rein in Zottl, Motor angeworfen und ab gings. 1 h später verließ ich in Gruyères die Autobahn und folgte den Google Maps Anweisungen.

Von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße auf eine Nebennebenstraße auf eine (wieder mal) Single Track Road. Ich wusste aber was auf mich zukommt, war ja gut informiert.

Die Strasse führte durch Felder, an allein gelegenen Häusern vorbei immer bergauf. Es kamen mir doch ein paar Autos entgegen und mit Zottl ist dann immer recht schnell klar wer weichen muss: der PKW. Ich fange nicht an zu rangieren. Die Autofahrer sehen das dankenswerter Weise auch immer sofort ein. Find ich toll! Dennoch war es eng, einmal musste ich an einem Bergstück mit den zwei rechten Reifen auf unbefestigtes Terrain. Steil, 3 Tonnen und loser Untergrund. Nicht gut. Rechter Vorderreifen verlor sofort Traktion. Ah, man muss dazu sagen, dass es daneben recht Steil den Hang runter ging. Da fragte ich mich schon kurz, ob das hier eine gute Idee war. Aber: wer nichts wagt der nichts gewinnt. Aber ich kam wieder zurück auf die Strasse, also weiter. 

Nach weiteren entgegenkommenden Autos und noch immer einer ziemlichen Strecke bis zum Ziel, kam ich an einem großen Schotterparkplatz vorbei. Erst auf den zweiten Blick erkannte ich: ist der Parkplatz einer kleinen Skistation mit Schlepplift. Sah eigentlich ganz einladend aus, war ab vom Schuss und ich könnte mir weitere Ausweichmanöver sparen. Also warf ich kurzentschlossen den Anker. Stellte mich ganz ans Ende des Parkplatzes. Mein Platz für die Nacht. 

Ich könnte jetzt schreiben, ich richtete mich häuslich ein...nee, hab ich nicht. Heizung an, Laptop raus, paar Bergwerkthemen notiert. Später Laptop getauscht und am privaten Videos editiert.

Nach der Stunde war der Strom all, also nicht Zottls Strom, sonder Lapi Batterie. Da kam wieder mein Bestek Mini-Inverter zum Einsatz. Geiles Teil. Spottbillig bei Amazon, 300 Watt Ausgangsleistung bei 12V Spannung. Läuft gut, das einzige was man hört ist der Lüfter. Aber nicht störend. Und er lädt die Batterie flott wieder auf, hat zusätzlich noch 2 USB 2,4 A Ports. 

Essen gabs auch noch: Maultaschen, die ich mir warm machte. Um Mitternacht war schicht im Schacht. Pennen.

 

Top geschlafen. Meine MPWO LED Leuchten mit Bewegungssensoren welche ich in Zottl verteile sind nachts nicht angegangen, somit waren keine Einbrecher im Fahrzeug unterwegs. Die vorderen Türen sind bei mir immer mit den Guten gesichert, das erschwert das öffnen. Die Hecktür-Sicherung kommt heute dran. Für die Schiebetür hab ich auch schon eine Idee...mir fehlt aber noch eine Säge.

Aber erstmal Frühstück. Kaffee und Powerbrei. Im Anschluss schnitt ich noch etwas am Schwarzwald Video. 

 

Btw, jemandem aufgefallen, dass ich etwas schräg stand? Bild oben zeigt es. Sitzen, schlafen null Problem. Die Schubladen der Küchenzeile gingen immer brav von selbst wieder zu. Und wenn ich aufstand, kippte ich immer leicht zur Seite. Das Wasser in der Küche wollte auch nicht ganz freiwillig in den Ausguss. Aber sonst störte mich "schräg" nicht die Bohne. Auffahrkeile werd ich mir im Leben nicht zulegen.

 Exkurs Hecktürsicherung:

Im Anschluss ging es an die Hecktür Sicherung. Ich kaufte mir schon vor Wochen bei Womo-Tuning.de Metallteile die hinten am Schließmechanismus befestigt werden. Genau heisst das: Hecktür-Sicherung Einbruchschutz x250/x290 Bj 2006 bis heute . Kostenpunkt 29,90 EUR.

TIP: kauft auch gleich den Winkelschraubendreher TORX T40. Das hatte ich übersehen, daher gab es bei mir Verzögerungen beim Einbau. Einen solchen Torx zu finden ist nicht ganz einfach. Musste ihn mir online bei Galaxus.ch bestellen für 8 CHF plus 9 CHF Mindermengenzuschlag. Die haben echt einen an der Klatsche! Aber was sollte man machen, brauchte das Ding. Bei Womo-Tuning kostet das Teil übrigens entspannte 1,90 EUR. Ich fühle mich leicht über den Tisch gezogen bei Galaxus. Der Preis bei Womo-Tuning ist mehr als fair. 

Der Einbau ist echt easy. Oben an der Tür am Schließmechanismus 2 Schrauben entfernen und eine lösen. Ich entfernte alles drei Schrauben, machte auch keine Probleme. Dann die Metallplatten anlegen und alle Schrauben wieder anziehen. Fertig. Tür prüfen ob sie ohne Probleme aufgeht. Job done. 

Braucht jemand nen Torx 40? Hätte einen übrig! Naaa...ich behalt ihn mal. Werd ihn vergolden und rahmen lassen. 

 

Jetzt nur noch ein Schloss durch die zwei Löcher schieben und schon lässt sich die Tür von außen nicht mehr öffnen. Warum gibts eigentlich keine Schlösser bei Womo-Turning zu kaufen? Egal, ich hatte hier schon seit gefühlt Jahrzehnten eines rumliegen und das passte top.

 

Anmerkung: Ich habe mir die Sicherung zum vollen Preis gekauft. Kein Sponsoring oder sonstiges. Finde sie aber gut und teile hier meine Erfahrung.

Nach der Montage der Sicherung machte ich Zottl fahrbereit. Ich verstaute alles. Stellte noch 4 Kameras auf, welche die Abfahrt festhielten, sammelte sie im Anschluss wieder ein und ab nach Hause ging es. 

Nach problemloser Fahrt musste ich noch entsorgen. Geplant war es für kurz vor Luzern (47°06'38.5"N 8°14'02.6"E, Raststätte Luzern-Neuenkirch). Man muss sich jedoch gleich bei der Einfahrt in Richtung LKW Parkplätze einordnen, sonst kommt man nicht dran vorbei. Da ich dies nicht wusste, sah ich die Versorgungsstelle nur aus der Ferne und fuhr halt weiter. 

So machte ich einen Umweg über Affoltern am Albis, dreht dort, fuhr wieder auf die Autobahn auf und der nächste Rastplatz verfügt über Ver- und Entsorgung (kostenlos, 47°13'37.5"N 8°27'46.1"E, Rastplatz Eitenberg). Von dort ging es nach Hause in den schönen Kanton Schwyz.

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Kommentare: 5
  • #1

    Jens (Montag, 20 November 2017 19:21)

    Danke für den neuen Beitrag. Wie immer locker flockig und gut zu lesen. Die Hecktürsicherung erscheint mir recht sinnvoll, die werde ich unserem Clever auch gönnen.
    Grüsse
    Jens

  • #2

    Kai (Montag, 27 November 2017 12:09)

    Hallo Jens,

    Danke für Deinen Kommentar. Wie immer freue ich mich sehr darüber. Die Hecktür-Sicherung finde ich persönlich eine wirklich tolle Sache. Eine so stabile und einfach zu montierende Sicherung zu einem fairen Preis findet man sonst eher nicht.
    Man sollte nur darauf achten, dass man das Schloss der Sicherung während der Fahrt nicht schließt. Im Fall eines Unfalls könnte dies für die Retter evtl. Probleme bringen.
    Auch sollte man den Schlüssel nicht verlegen oder verlieren. Sonst hilft nur noch eine Flex. :)
    Viele Grüsse
    Kai

  • #3

    Walter aka mirror (Sonntag, 28 Januar 2018 10:11)

    Hej Kai, hast die die MPOW-Leds fest montiert oder verteilst Du die immer abends wie Du es gerade für richtig erachtest. Ich frage wegen der Sonneneinstrahlung zum Laden der Akkus.
    LG dein neuer Leser ;-)
    www.hinterdenhorizont.segelnblogs.de

  • #4

    Kai (Sonntag, 28 Januar 2018 12:53)

    Hallo neuer Leser, �
    Herzlich willkommen bei mir an Land. Hab mich auf Deinem Blog mal umgeschaut…segeln ist noch mal eine andere Hausnummer was Probleme angeht. Respekt!

    Die MPOW LED habe ich mit selbstklebenden Magneten versehen, so kann ich sie überall am Kasten befestigen, wo Metall vorhanden ist. Ich verwende sie z. T. einfach als Taschenlampe wenn ich abends was aus dem Keller holen muss. Für den Sommer will ich sie dann abends, wenn man noch draußen sitzt, an den Kasten hängen. Hab die Magnete deshalb extra mit Schutzkappen versehen so dass der Lack nicht leidet.
    Da sie mit Bewegungssensoren ausgestattet sind, kann man sie auch zur Einbrechabschreckung einsetzten. Besonders wenn man frei steht.

    Jetzt im Winter nehme ich die Lampen nach meinen Trips mit in die Wohnung, leg sie in die Sonne (große Fensterfront nach Süden raus) und dort laden sie. Im Sommer werde ich sie nach den Trips einfach außen an den Kasten hängen wenn ich wieder zu Hause bin. Privatstraße, da wird nix geklaut und sie hängen hoch.
    Unterwegs kann man sie aufs Dach magnetisieren zum laden, da sieht sie niemand. Man muss halt nur vor dem Abfahren wieder dran denken…..

    Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen.

  • #5

    Walter aka mirror (Sonntag, 28 Januar 2018 15:45)

    Danke für die ausführliche Erörterung.
    LG Walter
    www.hinterdenhorizont.segelnblogs.de