15. Juni 2025. Bosnien Offroad
Schönen guten Morgen,
wir stehen am Rande des UNA Nationalparks, auf Kamp Kestenovac. Nem unkomplizierten Campingplatz für 10 EUR die Nacht. Ruhig wars. Gut geschlafen. Um 7:30 Uhr wach. Sofort springt das Hirn an und sagt mir, was ich alles noch machen muss vor der Abfahrt. Ich glaub, ich steh mal auf.
Schneiden, mit Starlink rumägern. Das Video hat es über Nacht nicht komplett hochgeladen. Auch heute morgen stellt sich die Starlink Antenne immer wieder ab. Kein Wunder ging da über Nacht auch nix. Vermutlich bekommt sie nicht genug Strom über den Zigarettenanzünder Verteiler. Irgendwann schließe ich sie direkt an die 12 Buchse an. Dann gehts. Stabile Verbindung. Uff.
Ich benötige unbedingt 2 100 W USB-C Dosen im KaiMAN für Laptop und Starlink. Besser wären noch drei. Eine fürs Laden von Drohnenakkus.
Den Laptop lade ich jetzt schnell per Wechselrichter auf 230V. Strom haben wir ja genug und fahren heute auch noch einige Stunden, so dass wieder was reinkommt.
Nachdem die Arbeit getan ist, Starlink läuft, ist auch die Laune etwas besser und ich esse ein paar schnelle Cornflakes. Danach vor die Tür und nochmal umschauen. Warm, sonnig, das schlechtere Wetter lässt noch etwas auf sich warten.
Mona und Niko finde ich unten am Fluss, an der Una. Ruhig und klar liegt er da. Viele kleine Fische im Wasser. Wenn die mal alle groß werden...ui, ui, ui.... Mona liegt auf dem Steg und filmt im Wasser mit der Action Cam. Mara bellt ein altes Holzboot an, weil dies die Frechheit besitzt, sich mit der minimalen Strömung zu bewegen. Der Platz schon deutlich leerer als gestern Abend, einige schon abgefahren. Jetzt wäre in der ersten Reihe was frei.
Ich glaube, hätten wir mehr Zeit, würde ich hier jetzt noch ne Nacht dran hängen. Arbeitspause in schöner Umgebung. Aber so...wir haben nur bis Freitag oder Samstag Zeit. Somit ist klar, dass wir heute weiter ziehen.
Gegen 10:30 Uhr ist es soweit. Motor an und los. BioTioo Urin noch schnell im WC entsorgt. Eine V&E sehe ich sonst nicht. Niko berichtete noch von der Dusche, das die Temperatur wechselnd war. Mona berichtet von "eher kalt".
Gezahlt haben wir mit Euro, dann mal los. Doch weit kommen wir nicht.
Wir folgen der schmalen Asphaltstraße an weiteren Campingplätzen entlang. Doch die liegen alle näher an der Straße als unserer. Und als wir an der Einfahrt des letzten Camps kurz halten müssen, weil Gegenverkehr kommt, werden wir erkannt. Stell sich raus, sind Follower von uns und Kunden von Mona und Niko. Sind hier gerade im Urlaub. Sachen gibts!!! Trifft man sich hier im tiefsten Bosnien. Verrückt.
Nach einem netten Gespräch, ziehen wir weiter, Schotter wartet auf uns. Doch erstmal weiter an der Una entlang, an einer Tankstelle die sich im Bau befindet und einem super schönen Fluss der immer wieder Rastplätze bietet. Am besten hier unter der Woche lang fahren, am Wochenende sind sicher viele Locals vor Ort und es ist deutlich mehr los.
Nach einigen Kilometern verlasse wir die einspurige Strecke und fahren bergauf. Nach diversen Serpentinen sind wir oben, herrlicher Blick auf bosnische Wälder und Schluchten. Wow...Bosnien kann was. Und nix los. Traumhaft ruhig und schön dazu. Da kann man schon mal sagen: vergesst Spanien und Frankreich....fahrt nach Bosnien! Naja, oder lieber nicht, sonst wirds hier zu voll.
Wir fahren weiter...gefühlt ewig. Durch Graslandschaften, kommen an vielen verfallenen Häusern vorbei, an Rohbauten die nie fertig gestellt wurden. Was mag da der Hintergrund für sein? Der Krieg? Landflucht?
Es ist kaum Verkehr, wir rollen vor uns hin durch tolle und weite Landschaft. Oder Wald. Oder Buschland. Einfach geil.
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Als wir nach Drvar kommen, endlich eine Tankstelle. Mein Spritverbrauch hat sich zwar stabilisiert, doch bin ich froh, dass ich voll machen kann. Immerhin kommen noch einige Kilometer und später Piste und Schotter.
Etwas über 1,5 Euro der Liter Diesel. Friedrich schluckt zwar, aber fällt nicht um. Das wird später passieren....
Wir ziehen weiter. Wieder berghoch, weiter durch die schönen Landschaften Bosniens. Nun weniger waldig, mehr Wiesen. Landwirtschaft wird hier weniger betrieben. Entweder heuen die nur oder das Land liegt brach. Sieht aber schön aus so wie es ist. Unten wo wir rollen Ebene, rund um uns Hügel und Berge. Cool.
Gegen 14 Uhr gibts ne kurze Pause. Ich werfe mir ein Brot mit Käse ein. Danach weiter.
In Glamoč tanke ich nochmal 14 Liter in den KaiMAN, denn gleich geht es offroad in die Berge. Das Tankstellenpersonal hier keine Ausgeburt der Freundlichkeit. Kein Hallo, kein Tschüss, kein Augenkontakt....sehr seltsam. Naja, egal...weiter.
5 km später rechts, an einem Militärgelände vorbei und später auf Schotter, erst queren wir eine Ebene, dann geht es bergan. Es staubt gut, ist aber easy zu fahren. Der Aufklärer geht in die Luft, die Sonne scheint noch, jedoch immer mehr Wolken am Himmel. Kommt da womöglich noch Regen?
Die Drohne fliegt, bis der Akku leer ist, ich hole sie wieder ein. Flug war gut, wurde nur gestört von einer riesen Bremse die ins Auto flog und die ich kurz einsaugen musste mit meinem Powercleany Staubsauer. Wenn die anfängt zu beissen, wäre hier aber Anarchie im Bus gewesen.
Die Sonne verschwindet nun immer öfter hinter Wolken, ein paar Regenspritzer bekommen wir noch ab, und fahren auf teils groben oder auch etwas losen Schotter den Berg hoch. Mopeds kommen entgegen, Quads und ein Abschleppwagen. Der stoppt und lässt uns durch, fragt bei Mona und Niko jedoch nach Feuer als sie auf gleicher Höhe sind. Lustig!
Die Sicht wird immer besser, weiter Blick ins Tal...Hammer. Tolle Region. Die Piste haben wir im Balkan Buch von Pistenkuh gefunden, ist also nicht auf unserem Mist gewachsen.
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Im Buch heisst es, man kann die Piste auch ohne Allrad fahren. Ja, ich denke das geht, doch AT Reifen sind ein muss und hier und da bedarf es evtl. etwas mehr Schwung als mit Allrad. Zutrauen würde ich mir die Piste ohne Allrad, aber mit ist DEUTLICH entspannter. Grober Schotter, teils Fels, hier und da auch etwas steiler...
Nach viel Geschaukel erreichen wir 1,450 m, Passhöhe. Rechts ne befahrbare Wiese. Begleitet von rund 20 Bremsen und 200 Fliegen parken wir uns dort hin. Cool hier. Und der Wind hält die Fliegen in schach. Sie stürzen sich aber auf die Autos. Auch Unterwegs wurden wir schon von einer großen Anzahl Bremsen begleitet. Fenster auf war immer gefährlich!
Erstmal ausruhen...also Laptop aufn Tisch und arbeiten. Fenster auf, MaxxFan an...super. Im Auto ziemlich warm. Meine Lüftung im Cockpit funktioniert nicht aufgrund des 12V Fehlers, Klimaanlage läuft zwar, doch kommt ohne Ventilation kaum kalte Luft ins Cockpit. Blöd...aber wir kommen damit klar. Fenster auf reicht meist. Nur hier hoch halt nicht aufgrund der vielen Bremsen.
Eine Email kommt noch rein...Auto Heinzer Schwyz...die Rechnung für Zottl: MFK, Hintere Bremsen, Federwegbegrenzer tauschen, Service, Ersatzauto, etc....total: 3.400 CHF brutto. Autsch. Friedrich, obwohl ich ihn gewarnt hatte, dass es ungefähr so teuer wird, zuckt nur kurz...dann fällt er um. Lena fängt ihn auf, nimmt ihn zu sich und streichelt ihm über seinen Rücken. Oh je...die nächsten Tag haben wir wohl Ruhe vor Frieder...
Bis 20 Uhr arbeite ich, Nebel zieht auf, die Wolken tief, doch Regen kommt keiner. Ich mache mir noch Tortellini mit Käsesahnesosse und gehe rüber zu Mona und Niko damit, Die essen Currywurst von Fleischwerk....sehr lecker!!! Darf auch mal probieren.
Bis 22.30 Uhr sitzen wir zusammen. Ich geh ich zurück in den KaiMAN, Rechner an, arbeiten bis 0:30 Uhr. Dann ist Schluss. Hundemüde. Ab ins Bett.
Morgen geht es offroad weiter...bin gespannt was Bosnien noch so zu bieten hat. Gute Nacht und viele Grüsse
Kai und Team
GPS Koordinaten:
abends: 44.153408, 16.976683
Unsere heutige Route: ca. 220 km
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Erika (Dienstag, 23 Juni 2026 19:03)
Danke Kai für den Blog nochmals einen schönen Abend Gruß Erika