#1423 Bosnien - Es war einmal ein Plan...

18. Juni 2026. Abschied

 

Schönen guten Morgen, 

 

die Nacht war durchwachsen. Erst warm, dann zugig wovon ich immer aufgewacht bin. Erst als die Fenster zu waren, ging es etwas besser mit schlafen. Um 7:30 Uhr ist aber Schluss damit. 

Aufstehen, Abwasch machen. Co-Pilot will Drohne fliegen, muss jedoch warten, er hat die Akkus gestern nicht geladen. Beide leer. Also muss erstmal nachgeladen werden, bevor er seinen Rundflug starten kann. Das gibt Jammern und Gemaule...dabei ist er selbst schuld. Es ist seine Aufgabe, die Akkus zu laden. Doch gestern war er zu sehr mit Lena beschäftigt. Ihr war etwas wattig zu mute aufgrund der harten Offroad Piste. 

 

30 Minuten später kann er  endlich in die Luft und fliegt eine ausgedehnte Runde über den 95 m tiefen Stausee mit vielen Inseln. 3.000 Menschen mussten umgesiedelt werden für diesen künstlichen Stausee der rund 90% voll zu sein scheint. Spiegelglatt liegt er heute morgen vor uns. Wir stehen noch immer alleine auf dem Stellplatz.

 

Heute morgen sitzen wir erstmal noch gemütlich auf Dach und Stuhl am Boden. Gaaanz entspannt. Wir haben einen Plan für heute, doch wird er nicht umgesetzt werden können. Niko erfährt am Telefon, dass dort, wo wir hin wollten, für uns kein Platz ist zu den Daten, wo wir wollen. Somit also kein Campingplatz in Südkroatien. Japp, wir wollen ans Meer. Nach mehreren Tagen harter Offroadfahrerei, ist uns jetzt gegen Tour Ende noch nach etwas Ruhe und Gemütlichkeit. Benötigen Mona und Niko auch mal, denn für sie geht es ja ab Montag wieder in den Werkstattstollen und ins Büro. Somit also.....ja...was nun? Gute Rat ist teuer. Bosnien hat ja leider kaum Meerzugang, sonst würden wir im Land bleiben. Uns gefällt es hier super. 

 

Doch unter den Bedingungen und der Suche nach Meer, müssen wir nun schauen, was wir alternativ machen können. Wir wollen Meer. Für uns. Für Mara. Für die Seele. Also....denke ich auch mal nach und dann fällt mir da ein Spot ein. Ich war ja noch nicht oft in Kroatien...aber einen top Spot kenne ich. War ich mit KaiMAN 1.0 und mit Tino. Die Videos gingen aber nie online, weil die Daten auf einer defekten SSD externen Festplatte liegen. Seit Jahren. Mein Vorschlag findet gehör, auch wenn es nicht ganz das ist, was vorher geplant war. Fresistehen, kein Campingplatz. Keine Restaurants in der Nähe. Dafür direkt am Meer und ruhig...wenn es denn alles noch so ist, wie es damals war. Weiss man ja nie. 

 




Ich gebe die Koordinaten bei Google Maps ein. 4 Stunden, 175 km. Erst Landstraße, in Kroatien Autobahn. Fahrtrichtung Split. 

 

Nachdem wir die Wassertanks mit ordentlich Druck noch befüllt haben, fahren wir gegen 11 Uhr ab. Schon mächtig warm in der Sonne. Klimaanlage an...kurz bläst sie...dann holt mich der 12 V Fehler des KaiMANs ein und das Gebläse stellt ab. Naja..dann halt Fenster runter und den Fahrtwind uns kühlen lassen. 

 

Wir fahren dem Stausee entlang, tanken noch für 3,05 Mark und als ich auf Mona und Niko warte und so meinen Van und die Räder betrachte, trifft mich schier der Schlag. Beim Blick auf die linke hintere Felge sehe ich am Felgenkranz eine Fette Macke auf einer Länge von 5 cm. Da hat es komplett das Material abgeschabt. Geht am Rand bis auf die Felge. Holy Shit. Eine weitere Beschädigung an anderer Stelle fällt mir auch auf. Jedoch nur der Felgenkranz. Beim Blick an diesen Stellen auf die Flanke des Reifens sieht es nicht besser aus. Tiefe Schnitte im Gummi. Vermute, das ist gestern passiert, da ging es stellenweise ja schon etwas rauer zu und her. 

 

Ich zeige Niko die Stellen als er mit dem tanken fertig ist. Zum Glück sieht er es wie ich: Die Beschädigungen sind heftig, aber nicht bis auf die Karkasse. Nur das Gummi ist betroffen. Die BF Goodrich Reifen haben zum Glück richtig dicke Flanken. Das hat mich wohl gerettet, gestern wie heute. Ein sofortiger Reifenwechsel nicht notwendig. Aber wenn wir zu Hause sind. Dann kommt der Ersatzreifen drauf, den ich ja ohnehin schon durch die Gegend fahre. Der beschädigte Reifen wird somit zum Ersatzrad degradiert. 

 

Wir starten die Motoren und ziehen weiter. Durch weitläufige Landschaften, über Berge und auf top Straße. Da wird so manche Deutsche Landstraße sehr neidisch.  Dazu kaum Verkehr. Entspannt zu fahren. Doch schnell kommen wir nicht vorwärts, die Kilometer zählen in Zeitlupe runter. 

 

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Irgendwann ändert Google Maps die Route. Da gibts eine mit weniger Verkehr, weniger Stau, auf Nebenstraße. Na dann....

Und was soll ich sagen, es stimmt. Plötzlich stehen wir an der Grenze,  Nur wenige Autos vor uns. Es geht flott. Reisepass zeigen als wir dran kommen, der Bosnier haut nen Stempel der Ausreise rein und wir können weiter. 

1 km später die Kroatische Grenze. Auch hier geht es flott. Reisepass, Fahrzeugpapiere und schon sind wir zurück in der EU und in Kroatien. Weiter geht die gemütliche Fahrt. 

 

20 km später erreichen wir die Autobahn gen Split...gesperrt. Wir müssen noch 10 km Landstraße gondeln und kommen erst in der nächst größeren Stadt auf die Autobahn. Vorher versuchen wir noch in einem SPAR einkaufen zu gehen...doch der Parkplatz so voll, dass wir schlicht keinen passenden Parkplatz für unsere Fahrzeuge finden. Na egal...kaufen wir woanders ein...weiter. 

 

Kaum auf der Autobahn, wird die Kilometeranzeige schneller kleiner. Nix los. Mit 100 km/h rollen wir vor uns hin. Gegen 14 Uhr und mit noch 120 km Restweite laut Google Maps, muss ich ne Pause einlegen. Hundemüde und einen sau Hunger. Ich fahre einen Rastplatz an, baue mir dort schnell ein Brot und versuche, wieder wach zu werden. Die Temperatur bei deutlich über 30 Grad. Ohne richtig funktionierende Klimaanlage ist das echt anstrengend. Klar ist, dass ich, wenn wir wieder zurück in Dornbirn sind, wieder in Zottl umziehe. Mit perfekt laufender Klimaanlage und funktionierendem Sicherheitsgurt. 

 

Nach der Pause reissen wir die letzten Kilometer noch runter. Hinter Split verlassen wir irgendwo  die Autobahn, zahlen dürfen wir für Kat. 2 knapp 13 Euro. Das ist okay. 

Wir folgen der Landstraße, kaufen noch kurz in einem kleinen Supermarkt ein und überfahren noch rund 40 Bremshügel auf den letzten Kilometern. Meine Aussage vom Anfang der Tour, dass es hier keine Bremshügel gibt, ziehe ich hiermit zurück. Nix nervigeres und unökologischeres als diese verdammten Hügel. Abbremsen, Gas geben und das zig mal. Nervt. 

 

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Aber immerhin kommen wir unserem Ziel immer näher. Hoffe nur, wir kommen auch noch hin. Auf P4N ist der Spot nicht. Was das bedeutet? Wir werden sehen....

 

Immerhin, als wir an den Abzweig kommen, können wir noch auf das alte Militärgelände, ein Flughafen, drauf fahren. Sieht aus wir vor 3 Jahren. Auch die Müllberge sind noch dort. Schutt, Müll, Matratzen...mir scheint aber, alles alter Müll. Kein neuer hinzugekommen. 

Jetzt müssen wir nur noch durch dieses Wegelabyrinth an den Strand mit kleiner Landzunge finden. Fahren, filmen, reden, navigieren...anstrengend. Aber von Erfolg gekrönt. Auf Anhieb finde ich den Spot. Ein paar PKW der Locals stehen im Kiefernwald am Meer. Unser Spot, die Minilandzunge aber frei....wenn der Typ, der da aufm Handruch sitzt und seine Schuhe gerade anzieht gleich weg ist. Das ist er zum Glück und ich fahre drauf. YES. Angekommen. Der Plan hat vorläufig mal funktioniert. Prima. 

 

Und weil es sackheiss ist, unterwegs 35,5 Grad, jetzt noch 33°C, Badehose an und rein ins Meer. Kurze Abkühlung im ziemlich angenehm warmen Meer. Glasklares Wasser, Steinstrand, Vorsicht Seeigel. Die Abkühlung angenehm und schön. Niko und Mara sind auch schon im Wasser. Mona folgt später auch noch. Herrlich hier. 

 

Nach der "anstrengenden" Badesession erstmal ein ordentliches Eis zur Stärkung Lecker. Danach macht jeder was er will. Mona sonnt sich, Mara pennt, Niko ist am Handy und ich erst am Handy dann am tippen dieses Blogs. Jetzt um knapp 19 Uhr bin ich damit mal soweit fertig. Zeit, über das Abendessen nachzudenken....

 

Resultat: Ich koche Kartoffeln von denen sonst niemand was will, esse sie mit Salz und Butter und bekomme noch ein par Fleischröllchen von Mona und Niko ab. Lecker und leicht. Den restlichen Abend sitzen wir draußen zusammen, die Tagesbesucher sind weg. es ist schön und ruhig und wird laaaangsam kühler. 

 

Um 23 Uhr gehen die einen schlafen, die anderen arbeiten und später schlafen. Morgen...hm...mal sehen was so geht. 

 

Gute Nacht und bis dann. 

 

Kai und Team

 

 

 

 

GPS Koordinaten:

abends: die Koordinaten teile ich diesmal nicht. Auch nicht auf Email Anfrage. Ich möchte in diesem Fall nicht, dass die Einheimischen hier übermäßig von potentiellen Campern überrannt werden. Zudem: eigentlich ist Freistehen in Kroatien verboten...

 

Unsere heutige Route: ca. 300 km

 

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