20. Juli 2026
Schönen guten Morgen,
noch in Norditalien zwischen Comer See und Luganer See. In den Bergen. Gegen 9 Uhr stehe ich auf, vorher schon gut Lärm draußen gehört, hier wurd wohl Rasen gemäht der Straße lang, aber Dank Ohropax, die ich mir tiefer ins Hirn steckte, wurde der Lärm ausgeblendet und ich konnte nochmal einschlafen.
Blick raus, Sonne scheint, warm ist es. Wir machen uns fahrfertig und fahren gegen kurz nach 10 Uhr ab. Runter ins Tal und gen Lago del Naret in der Schweiz. Gelegen am Ende des Maggiatals auf 2.300 m. Mit nicht zu unterschätzender Anfahrt!
Doch bevor wir hier ins Tal kommen, erstmal noch bergauf, schmale, einspurige Straße durch halben Dschungel. Dichter Wald überall. Zum Glück kaum Gegenverkehr, und wenn, dann an Stellen, wo wir irgendwie ausweichen können.
Nach der Passhöhe geht es endlich runter, genauso eng. Zum Glück auch hier nur ein schmales Dorf und wenig Verkehr. Der kommt immer dann, wenn passieren irgendwie wieder geht. Hier kann man aber auch so richtig Pech haben und ewig rückwärts fahren müssen. Uns bleibts erspart.
Wir kommen unbeschadet im Tal an, fahren links auf die Hauptstraße und 1,6 km zu einem Brico Laden. Wir suchen Holz. Benötigen noch welches für oben am Lago del Naret. Hoch und daher kühl dort abends. Da macht es ein Feuer erträglicher.
Doch im ersten Brico Store haben wir kein Glück. Finden nur Anmachholz in 5 KG Säcken. Doch die sind so leicht, dass man bezweifeln könnte, dass da 5 kg drin sind. Daher...ziehen wir ohne Kauf weiter.
Wenig später geht es für uns über die Grenze in die Schweiz. Wir kommen an den Lago di Lugano, ich fahre vor und falsch. Statt an Lugano vorbei, fahren wir direkt durch. Kostet Zeit, aber immerhin kein Stau Downtown.
Danach auf die Autobahn und an Lago Maggiore. Dort, noch kurz vor Locarno, fahren wir einen Jumbo Baumarkt an, der in einem großen COOP Shopping Center ist. Parkplätze gibts, sogar für Camper, doch ist alles belegt. Frustriert und leicht genervt fahren wir weiter. Ohne Holz.
Einen Versuch geb ich uns noch: Ancona, Bauhaus.
Machen wir es kurz: 10 km später am Bauhaus, parken, rein da....nix. Null Holz. Gibts doch nicht!!!!
Somit geben wir auf, zurück zu den Vans und noch frustrierter weiter ins Maggiatal rein. Dort die Maggia mit kaum Wasser aber vielen Badenden. Montags scheint hier niemand arbeiten zu müssen....meint der Co-Pilot und würde jetzt mit seiner Lena auch gerne etwas im Wasser plantschen. Doch nix da. Wir haben noch 50 km vor uns, plus ne Menge Höhenmeter und zig Kurven.
Anfangs alles easy geht es so 20 km vor dem Ziel los. In vielen Serpentinen den Berg hoch. Mit dem Crafter gehts aber super. Der macht das top und ich bin froh, hat er Automatik. Hier neben lenken und filmen auch noch schalten wäre echt schwierig.
Die Strecke zieht sich weiter, wird schmal, dann wieder breiter und am Ende ist sie praktisch einspurig bis zum Lago Sambuco hoch. Unübersichtlich aber schön und wenig los. Somit ne geile Strecke.
Am Lago Sambuco machen wir eine kleine Pause. Essen ein Eis am Kiosk das auf Friedrich geht und genießen die Pause und den Sonnenschein. Mit Dirk macht sowas viel mehr Spaß als wenn man hier alleine säße. Da wäre ich wohl einfach weiter gefahren. Aber so...ausruhen, labern, Eis schlecken...schön!
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Nach 30. Minuten Pause, Motor an und los. Die letzten rund 15 km. Erst am halb leeren Sambuco See entlang, dann hoch durch Wald, an einer Alp mit Rindern und Schweinen vorbei nochmal hoch durch einen weiteren lichten Wald. Die Strecke immer gewundener mit altem Fahrbahnbelag und welliger Strecke, vielen Kurven und steil.
Crafter....ist unbeeindruckt. Fährt halt einfach hoch. Das Getriebe schaltet sanft, der Motor zieht, er hält super die Spur. Die Lenkachse frei von Antriebseinflüssen auf dieser welligen Strecke. Toll zu fahren. Und Landschaft: 1a. Geiler geht nicht. Je höher wir kommen, desto geiler wirds.
Die Strecke ist aber nicht für jedermann. Wir kommen an extrem steil abfallenden Hängen vorbei, einspurig, einmal kommt Gegenverkehr, Touri Auto. Keine Ahnung von Autofahren, fährt nicht gescheit aus dem Weg. Wir müssen übers Gras mit den rechten Reifen, haarscharf am Abgrund entlang. Da halten mal kurz alle im Van die Watte an. Alter Falter...hier sollte nicht jeder hoch fahren dürfen!
Die Vegetation lassen wir hinter uns. Keine Bäume, keine Sträucher mehr. Nur noch Gras und Fels. Ähnlich wie auf dem Grimselpass. Vor uns der gewundene, asphaltierte Weg, immer bergauf. Immer höher. Immer krassere Abhänge neben der Straße. Da hält man besser beide Hände am Lenkrad und stellt das Fotografieren und Filmen ein.
Irgendwann die letzte steile und enge Kurve und wir sind oben, auf der Staumauer des Lago del Naret. Fahren bei Sonnenschein drüber und am halb leeren See an der Seite entlang nach hinten durch. Dirt Road nun mit ner Menge Schlaglöcher.
Zu meinem angedachten Platz können wir nicht. Weg gesperrt durch einen fetten Stein. Somit fahren wir nicht rechts sondern links am Ende. Letzte Steigung, vor zig Jahren fuhr ich hier auch mit Zottl, da war der Weg in schlechterem Zustand und der Schotter tiefer. Heute....easy mit dem KaiRado und Allrad sowie weniger tiefem Schotter. Problemlos kommen wir oben an, parken und genießen die Aussicht über den See. Wow...gewaltig. Ich war hier schon zwei oder dreimal...aber immer wieder ist es gewaltig geil hier her zu kommen.
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Wir richten uns ein, Dirk fährt auf Keile, Stuhl und Tisch raus. Hier hinten am Ende von allem interessiert das niemanden mehr. Hauptsache es bleibt kein Müll zurück.
Solarpanel geht auch vor die Tür und ne heisse Schoggi gibts auch noch. Evtl.. sogar mit Schuss...oder so.
Und als ich gerade überlege, die Drohen in die Luft zu lassen, fährt ein kleiner Van an...aha....später Besucher. Unklar war, ob es klappt...aber da ist sie. Claudia aus Rosenheim schaut hier auch vorbei. Sie hat Urlaub, ist auf Wandertour in der Schweiz und auch ab Freitag auf dem Wallis Treffen. Und so treffen wir sie nun schon hier, war abgesprochen und ist schön.
Gemeinsam kratzen wir unser essen zusammen, machen Feuer auf dem Highfire und essen nochmals Raclette. Ich hätte bei meinem Aldi Stopp statt Milch auch noch Käse kaufen sollen...hab aber nicht dran gedacht. Aber egal....es reicht....alle werden Satt, die Vorräte werden schön dezimiert. Schafft Platz im Kühlschrank für neues.
Bis 22 Uhr halten wir es draußen aus, auf 2.300 m wird es dann aber ohne Feuer verdammt kühl und wir verschwinden in unsere Fahrzeuge. Ich stelle die Dieselheizung an, Dirk macht Feuer in seinem Ofen und beide schneiden wir noch. Ich bis Mitternacht, dann ist Schluss und ich muss ins Bett. Morgen geht es entspannt weiter. Pausetag für die Arbeit. Und gut ist, dass ich noch nicht weiss, was mir morgen früh passiert....
Für jetzt aber Gute Nacht und Dankeschön fürs Mitlesen hier.
Viele Grüsse
Kai und Team.
GPS Koordinaten:
abends: Lago del Naret
Unsere heutige Route: ca. 140 km
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Reyhan (Sonntag, 26 Juli 2026 18:00)
...immer diese Cliff Hanger !
:-)