#1 On the Road mit Martin - Pässetour im Oktober

Hallo zusammen,

 

ihr fragt euch, wer Martin ist? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Kenn ich auch nicht wirklich. Ich weiss nur, dass er nette Emails schreiben kann, sehr erfrischend und lustig, er ist etwas älter als ich und wohnt in der Pfalz. Fährt einen selbst ausgebauten Kasten, einen LT35.
Wir hatten über mehrere Wochen einen schönen Mailaustausch und irgendwann beschlossen wir, einmal gemeinsam eine Tour zu machen. Da er zeitlich relativ ungebunden ist, kam von seiner Seite das Angebot, mich in der Schweiz zu besuchen und mit mir dann hier los zu ziehen. 
Die Terminfindung ging schnell, 4 Wochen vorher wurde ein Wochenende gefunden. Jetzt musste nur noch das Wetter mitspielen.

Soweit die Geschichte von Martin und mir. Jetzt kommt die Gegenwart. Martin ist bereits im Anflug auf den Kanton Schwyz. Um 16:30 Uhr meldet er sich aus Basel. Ich bin zu der Zeit gerade auf dem Weg nach Hause. Seine geplante Ankunft ist mit 17:45 angegeben. Somit hab ich noch gut Zeit, die letzten Dinge in Zottl zu räumen und den Wassertank zu füllen. Alles Routine mittlerweile. So schaffe ich auch alles pünktlich und bin um 17:45 Uhr am Treffpunkt. Aber wo ist Martin?


Ich stelle mich an die gut befahrene Straße, fühle mich ein wenig wie eine Bordseinschwabe wie ich da so dumm rum stehe, wie bestellt und nicht abgeholt. Die Minuten vergehen, die Sonne verschwindet hinter dem Berg, es wird kühler. Wo bleibt der denn? 
Einige Womo's fahren an meinem Standort vorbei, keines jedoch ein Kastenwagen. Kann also nicht Martin sein. Ich warte. Und dann, endlich, sehe ich, wie ein Kastenwagen falsch abbiegt. Das muss er sein. Zum Glück merkt er seinen Fehler, dreht und fährt somit direkt auf mich zu. Ich zücke die Kamera und filme gleich mal los. Denn: Martin hat sein OK gegeben, dass ich ihne auf SD Karte speichern darf. Er wird also ein 100% Teil dieser Reise.


Er parkt, steigt aus und ich halte ihm gleich mal die Kamera ins Gesicht Das ist zwar nicht unbedingt höflich, aber so ist das halt bei nem YouTuber. Da wird halt viele gefilmt.

Er kommt auch sofort natürlich rüber, ein Naturtalent! Wir begrüßen uns, tauschen ein paar Worte, dann mache ich die Kamera aus und wir beginnen zu labern. Die Zeit vergeht. Wir kommen irgendwie nicht weg. Der Plan, heute noch bis zum Grimselpass zu fahren, wird nicht mehr möglich sein. Würde zu spät werden. Pässe bei Dunkelheit fahren, ist nicht so clever, man verpasst die tolle Landschaft. Somit: noch bevor es los gehts, wird der Plan geändert. Wir fahren nur über den Sustenpass und bleiben dann im Paradis für eine Nacht. Damit ist die Region des Steingletschers gemeint.

Als das geklärt ist, sitzen wir endlich auf und machen uns vom Acker. Runter nach Schwyz, auf die Autobahn, an Brunnen vorbei, Axenstraße am Vierwaldstättersee entlang, wieder auf die Autobahn und vor dem Grotthard rechts ab, gen Sustenpass. Bis fast zur Passhöhe haben wir noch etwas Tageslicht.

 

Als wir unten am Fuss des Steingletschers ankommen, ist es stockdunkel. Aber das kenne ich ja schon. Am Zahlautomat, werfe ich 2x5 CHF ein. Das erlaubt das Parken für zwei Kästen je eine Nacht. Das schmale Sträßchen gehts bergauf bis zum obersten Parkplatz. Dort stehen schon zwei Camper, wir bleiben ebenfalls, stellen uns aber möglichst weit weg. Wollen ja niemanden stören.

Dann gehts schnell. Wir haben beide ziemlich Hunger. Martin hat leckere Maultaschen dabei, seine Frau Andrea hat noch Kartoffelsalat gemacht. So schnipsel ich schnell eine Zwiebel klein, die Maultaschen kommen mit Butter in die Pfanne, die Zwiebel dünste ich vorher kurz. Anschließend kommt alles zusammen in eine Pfanne und das ein oder andere Ei findet auch noch den Weg dorthin.

 

Gekocht wird draußen, es ist zwar kühl aber nicht kalt. Für Oktober noch sehr angenehm. Und das, obwohl wir auf 2.000 m sind und es sternenklar ist. 
Gegessen wird in Zottl. Der ist am geräumigsten. Maultaschen sind sehr lecker, der Kartoffelsalat ein Traum und die Unterhaltung sehr angenehme und lustig. Die Chemie zwischen Martin und mir stimmt. Wir haben einen sehr kurzweiligen Abend in Zottl. Der Co-Pilot ist natürlich auch mit am Start, belegt einen der Vordersitze und hört aufmerksam zu. Sagt aber wie immer keinen Ton. 

 

Gegen Mitternacht gehen bei uns so langsam die Lichter aus. Die Rotweinflasche ist gelehrt, wir beide müde und es heißt ab ins Bett. Martin macht sich somit auf den Heimweg, 2,5 m rüber in seinen Kasten. Ich schaffe den Co-Pilot nach hinten, schleppe mich noch durchs Bad und liege wenig später ebenfalls hinten im Heck von Zottl. 

Wenn es jetzt noch eine gute Nacht gibt, dann steht einem tollen Tag morgen nix im Weg. Wir wollen auf den Grimselpass, dann die Panoramastraße fahren und am Ende an einem Stausee nächtigen. Ein top Plan...doch leider wissen wir noch nicht, dass alles anders kommen wird!

Aber dazu dann morgen mehr! Ich wünsche eine gute Nacht und bis morgen.

Viele Grüsse

Team TravelCampingLiving

        

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