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#234 Nix wie zurück - Wir sehen Schwarz! Treffen mit Jens

Hallo zusammen,

 

der letzte Blog endete mit dem Abschied von Ulli am Friedhof von Putzbrunn. Wir waren bei Truma, die Dieselheizung Combi D6 wurde repariert, und wir müssen jetzt dringend zurück in die Schweiz. Um 19 Uhr muss ich in der Ostschweiz sein, Treffen mit Jens. Es geht mal nicht nach Graubünden, wir bleiben in St. Gallen.

 

Also nix wie auf die Autobahn, am Freitagnachmittag durch München, Stau und viel Verkehr und später die Kemptener Autobahn runter gen Lindau. 

Unterwegs kurzer Einkaufsstopp bei Lidl. Wir brauche noch Essen fürs Wochenende und für nächste Woche. Dann aber schnell weiter. Viel Raum für Verzögerungen hat unser Team nicht. Jens wollen wir auch nicht warten lassen. 

 

Bei einbrechender Dunkelheit erreichen wir den Bodensee. Diesmal leider kein Treffen mit Timo, wir rauschen an allen Ausfahrten vorbei und direkt auf Österreich zu....und direkt in den Grenzstau!


Was'n hier los? Zwei Fahrspuren verengen sich auf eine. Der Verkehr wird auf einen Rastplatz mit Tankstelle umgeleitet. LKW sind davon ausgenommen, die (Corona)Polizei hat es nur auf PKW, Womos und sonstiges abgesehen. So ein Scheiß! Ich lag so gut in der Zeit, wäre deutlich vor 19 Uhr am Treffpunkt gewesen...und jetzt DAS. Im Schneckentempo verlassen wir die Autobahn, fahren auf die Rastanlage...warten...rollen weiter... Überall steht Polizei. Sie kontrollieren scheinbar, ob jemand gegen Corona Maßnahmen verstößt. Quarantäne und so Zeug halt. 

Ich mache mir da für uns keine Sorgen. Co-Pilot und Friedrich sind nicht gefährdet, ich selbst bin auf Geschäftsreise, hab einen negativen Test dabei und in Österreich auch nur auf der Durchreise. 

Als ich an die Kontrollstelle komme, läuft erstmal der Kontrolleur weg. Toll...ich verliere nochmal 2 Minute. Bis er dann wieder da ist, teile ich ihm mit, dass ich in die Schweiz will. Er winkt mich weiter! Prima und Danke! Schönen Abend noch.

 

Gesamthaft hat mich dieser Spaß nun 15-20 Minuten gekostet...ich komme zwar noch pünktlich an, aber nicht mehr überpünktlich.

 

Schnell wieder auf die Autobahn, durch den kostenfreien Pfändertunnel und irgendwo sagt Google, ich solle hier jetzt raus. Google hat mir heute auch komischerweise einen extra versteckten Grenzübergang AT/CH rausgesucht. Den erreiche ich nach weiteren 15 Minuten, eine Eisenbrücke über den Rhein, Zollstellen sind nicht besetzt. Kein  Mensch zu sehen, weder bei den Österreichern noch bei den Schweizern. Zack, sind wir wieder in der Schweiz, als wäre nix gewesen. 

 

Schnell wieder auf die Autobahn, Co-Pilot meint, ich solle mal ordentlich Gas geben. Friedrich bekommt bei dieser Aussage Locken ins Fell vor Wut und meint: für Strafzettel gibt es kein Budget! 

Na, dann fahr ich lieber anständig!

 

Um kurz vor 19 Uhr setze ich den Blinker bei Sennwald und fahre ab. 500 m später biege ich um eine Kurve, sehe unseren Treffpunkt mit Jens und....er ist schon da! War ja klar. 

 

Nach der Begrüßung wird es ernst: Jens will mir nicht verraten, was er fürs Abendessen plant. Tut ganz geheimnisvoll. Sehr seltsam. Mein Nachfragen führt auch zu nix. Es ist nix aus ihm herauszubekommen. Ich sehe nur, dass es in seinem Van raucht...irgendwas ist er schon am Kochen. Kartoffeln, wie sich herausstellt...die haben aber nix mit dem Abendessen zu tun... Ich bekomme ein ungutes Gefühl.

Naja, schnell erzähle ich noch von meiner Truma Reise, zeige Jens meine defekte Brennkammer. Auch er findet keinen Zugang ins Innere der Kammer. 

 

So besteigen wir letztlich unsere Vans. Denn hier zwischen Autobahn und Rhein wollen wir natürlich nicht bleiben. Der Weg führt uns in die Höhe...und wenn wir wüssten was kommt, wären wir wohl etwas angespannter. Denn eigentlich rechnen wir mit einer recht problemlosen Anfahrt. 

Wo es hin geht? So ca. auf 1200 m, zu einem der Parkplätze des Voralpsees.

 

Aufsitzen und los. Jens darf vorfahren. Wir folgen. Eigentlich bin ich schon recht müde und kaputt. Aber die paar letzten Kilometer und Höhenmeter schaffen wir nun auch noch. Paar Meilen Autobahn, bei Haag wieder runter, Landstraße bis Grabs und dann...fährt Jens plötzlich komisch.

Google Maps sagt mir, weiter geradeaus, aber Jens dreht. Ich folge. Scheint, sein Navi ist etwas anders gepolt. Und so kommt es auch. Auf schmaler einspuriger Straße geht es jetzt ordentlich bergauf. Ich überfahre fast noch nen übermütigen Hund. Wir schrauben uns höher bis wir irgendwann wieder auf die normale Zufahrtsstrasse kommen, die wieder breiter ist. An der Richtung ändert sich nix, immer schön bergauf.

                

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Stockdunkel ist es seit meiner Ankunft am Treffpunkt und wie wir hier hoch eiern, bekommen wir einen schönen Blick ins Rheintal. Wiedermal herrlich!

Doch irgendwann ist auch damit Schluss, wir entfernen uns vom Rheintal und fahren in unser eigenes Tal hinter. Die Straße nun wieder einspurig, zwischen Feldern entlang, weniger stark ansteigend. Allerdings rückt ein anderer Feind immer mehr ins Bild. Wir bekommen links und rechts der Strecke Schnee zu sehen. Hm....

 

Wir fahren unbeirrt weiter. Es wird waldiger, der Schnee nimmt zu und irgendwie sieht der Boden...nass bzw. gefroren aus. Diese Feststellung bestätigen auch kurz darauf Zottl's Vorderräder. Die suchen nämlich nach Traktion. Schnell mal Traktion+ drücken. Vielleicht hilfts.

Es wird stellenweise sau glatt. Anhalten wäre hier in diesem waldigen und tagsüber wohl schattigen Bereich keine gute Idee. Also flott weiter. Jens legt ein gutes Tempo vor, wir bleiben dran. 

 

Nach der ersten eisigen Passage können wir nochmal durchatmen, die Strecke wird kurz trockener, nur um nach der nächsten Kurve Schnee und Eis auf der Straße vorzufinden. Uff...das wäre jetzt echt nicht noch notwendig gewesen. Mit griffigem Schnee hat der Untergrund auch nix zu tun. Das ist Eisschnee....nicht griffig und demzufolge rutschig. Und es geht weiter bergan. Da hilft nur am Gas bleiben und hoffen, dass die Passage nicht allzu lang ist. Auf Ketten montieren hab ich echt keinen Bock.

 

Co-Pilot und Friedrich bekommen neben mir langsam nen Vogel. Co-Pilot würde wohl gerne schimpfen, ist aber so überrascht, dass er gar nicht weiß, was er sagen soll. So bleibt er stumm. Friedrich drückt sich wie immer tief in des Co-Piloten Fell. Was für eine Anfahrt! 

 

Bis zum Parkplatz Voralpsee schaffen wir es immerhin. Hier dürfte ein Parkautomat stehen, Parken kostet. Allerdings finden wir keinen, über den Winter wohl abgebaut. Auch gut. Dann halt kostenfrei.

Kurz beratschlagen wir ob wir hier bleiben oder weiter fahren. Denn der ausgewählte Parkplatz liegt noch etwas höher und ca. einen Kilometer weg von hier. 
Wer uns kennt, weiß was kommt...wir fahren natürlich weiter. Bis zum bitteren Ende und im Notfall rückwärts wieder den Berg runter.

 

So starten wir wieder die Motoren und ziehen los. Die ersten Meter alles prima. Dann kommt es aber wieder knüppeldick. Es geht rechts um die Kurve, wieder Wald, wieder schattiges Gebiet...und wieder fett Eis und Schnee auf der Strecke. Echt übel. Ich stehe auf dem Gas und hoffe einfach, dass der Schwung reicht. Wenn mal ein Stück mit Asphalt kommt, wird beschleunigt so gut es geht um auch die nächste Eisscholle zu überwinden. Es ist heikel und einige male sehe ich mich schon Schneeketten aufziehen. 

Irgendwann ist es ganz vorbei mit Asphalt. Es kommt nur noch Eis, doch zum Glück lässt parallel dazu auch die Steigung nach. Wir kommen also weiter voran. Müssen nochmal scharf rechts, nochmal durch Wald und steiler bergauf, jetzt auf Natur Weg mit Eis und Schnee und Schlaglöchern. Aber wir meistern irgendwie alles und kommen dort an, wo wir hin wollten. Ein Parkplatz am Wald. Ein unbewohntes Haus mit Schuppen und eine schneebedeckte Wiese über die wir Talblick haben. Wow! Grandioser Platz. Dazu noch alleine hier. Wir parken möglichst platzsparend, stellen den Motor aus und schnaufen erstmal tief durch. 

 

Friedrich löst sich aus des Co-Piloten Fell und hinterlässt einen Friedrich Abdruck. Davon bekommt der Co-Pilot aber nix mit, er muss sich noch sammeln. Da geh ich mal lieber schnell vor die Tür, dann muss ich mir die Schimpftirade nicht anhören. 

Schwupps bin ich draußen und filme. Gestört aber durch Jens, der noch an seim Fahrwerk rumpumpt  um möglichst gerade zu stehen. 

 


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Und nachdem die ersten Shots gemacht sind, Jens sein Fahrwerk in Position hat, fällt mir wieder das Abendessen ein. Oh je... Jens will noch immer nicht sagen was es gibt. 
Aber wir halten mal fest: wir sind hier am Arsch der Welt, Dunkelheit und Wald umgibt uns, niemand hier außer uns...hm. Ich rechne mal kurz die Überlebenschancen aus....

 

Mein Angebot, beim Kochen zu helfen, wird rundweg abgelehnt. Ich darf noch nicht mal in Oski sein und den Kochvorgang filmen!! Das gabs noch nie! Filmen durfte ich bisher immer. Mir wird immer mulmiger zu Mute. 


Jens meint, er rufe wenn ich kommen dürfe. Na dann. So ziehe ich mich in Zottl zurück, stelle die Heizung auf 22 Grad und erzähle dem Co-Pilot von den komischen Vorgängen rund um Jens. Er ist besorgt, meint ich solle ihm schonmal den Schlüssel von Zottl geben...nur für den Fall, dass ....

Ja, Co-Pilot, den bekommst Du nur über meine Leiche....äh...hm...stecken Co-Pilot und Jens unter einer Decke? Wollen sie mich ausschalten...? Alles mögliche geht mir durch den Kopf. Ich muss mich dringend ablenken. So schnappe ich mir mein Handy und poste schnell noch ein paar Bilder auf Instagram...hoffentlich nicht die Letzten. 

 

20 Minuten später ruft es von drüben...ESSEN!!! Ich schnappe mir Bier und begebe mich rüber zu Oski. Das geht sogar von Trittstufe zu Trittstufe, so kuschlig parken wir hier. Der Parkplatz ist recht matschig und so kann man Bodenkontakt vermeiden. 

Angekommen bei Oski, taste ich mich langsam vor und sehe...einen Topf auf dem Dinette Tisch. Es riecht...komisch und als ich in den Topf schaue, bin ich mir sicher! Das wars! Das überlebe ich heute nicht! Ich hätte dem Co-Pilot wohl doch besser den Schlüssel gegeben. Hoffe, meine Erben streiten sich nicht  zu sehr mit Friedrich und Co-Pilot. Oh...und ein RIP Abschiedsvideo für meine YouTube Zuschauer hab ich auch noch nicht gedreht. Verdammt! 

 

Nun ja, ich gehe näher ran an den Topf. Sein Inhalt blubbert gefährlich und ist...rabenschwarz! Ja, ihr lest richtig. Die Masse im Topf die da im angefeuerten Topf vor sich hin blubbert ist SCHWARZ. Nicht irgendwie grau...nein....schwarz! Beängstigend!

Mir fällt so auf die Schnelle kein Lebensmittel ein, dass schwarz ist. Braun...ja, da würde mir so einiges einfallen, aber schwarz?! Nee! Und Jens will mir auch nicht sagen was das nun ist. Als ich daran schnuppere, riecht es nach Käse. Aber so schwarzer Käse??? Noch nie gesehen.

Wir setzen uns und ich schau noch immer ungläubig die schwarze, blubbernde Masse im Topf an. Jens hat sichtlich Spaß daran, drückt mir ne Fondue Gabel in die Hand, verteilt Brot und meint: Tunk! 

Tja, was soll ich da machen? Klar, ich könnte schreiend davon laufen...aber ich hab echt Hunger! Also, Brot aufspießen und tunken....fühlt sich an wie Käsefondue. Sieht aber nicht so aus! Erinnert eher an Teer, Asphalt, Bitumen oder sowas in der Art. 

Da ich nicht ewig hier rumtunken kann, muss ich jetzt wohl mal probieren. Die schwarze Masse zieht Fäden wie Käse...und schwupps...hab ich das Zeug im Mund. 

 

      

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Geschmacklich kommt es rüber wie Käse....Fondue Käse halt. Von Schwarz schmeckt man nix. Ist also kein schwarzer Käse oder verschimmelter oder was auch immer. Sehr seltsam. Geschmackloses Gift??!

Jetzt probiert auch Jens...das schockiert mich...war ich jetzt echt das Versuchskaninchen?

Du hast das selbst noch nicht probiert!!?!?! Ich bin erschüttert!

 

Nun, aber da ich nach einer Minute noch nicht tot umgefallen bin, kann er ja schon auch so mutig sein und das schwarze Etwas probieren. 
Und er ist sichtlich zufrieden nach der ersten Geschmacksprobe. Man schmeckt tatsächlich nix.
Wovon!?? Frage ich mich!

Aber da es schmeckt, wird fleißig weiter Brot getunkt und gegessen. Egal was später passiert, schlimmer als hier verhungern kann es fast nicht sein. 
So ist ruckzuck der Topf leer, das Brot alle und wir voll gefressen. Lecker wars! Dankeschön Jens. Und wie es scheint, dürfte ich es wohl auch überleben. Zumindest fühle ich mich bisher gut.
Zur Sicherheit aber vielleicht doch noch lieber etwas Bier und Schnaps hinterher schütten. Sicher ist sicher.

Wir können also festhalten: das Alleinstellungsmerkmal von Avanti Dirk ist wohl Geschichte. Jens kann auch schwarz! Allerdings schmeckt sein Schwarz irgendwie besser und käsiger als das von Dirk. 

Und so verbringen wir noch einen schönen Abend in Oski und gegen Mitternacht wanke ich müde zurück in den warmen Zottl. Stelle die Heizung auf 13 Grad, lege die Nasenfraktion hinten ins Heck und mich daneben. Zeit für ein paar Stunden Schlaf. Die letzte Nacht war definitiv zu kurz.

Gute Nacht und bis zum nächsten Blog.

Kai und Team.

 




Das Video nur zum Problem, ohne Reise Drum-rum:

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans (Freitag, 23 April 2021 12:12)

    coller Blog wieder einmal. Ich wünsche mir, dass Du den Inhalt des dunklen Fondues noch aufklären kannst.
    VG Hans