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#238 Lichtenstein & St. Gallen - Es ist der Wurm drin...

Hallo zusammen,

 

da bin ich wieder. Freitag Nachmittag, Anfang März 2020. Nach einer langen Bergwerkswoche ist endlich der Freitag erreicht und rum und wir können los. Natürlich wieder später als geplant und wie immer verdammt hungrig. Aber zum Glück liegt hier noch mein Frühstücksbrot rum. Dazu war im Bergwerk heut keine Zeit.

Nebenher wird die Transportbox geladen, auch Co-Pilot und Friedrich hüpfen rein. Normalerweise bleiben sie ja unter der Woche in Zottl und schauen, dass alles funktioniert und niemand einbricht, aber da ich letztes Wochenende nicht unterwegs war, hatte ich sie mit in die Wohnung genommen. 

 

Oh, und wer gerne sehen möchte, was ich an einem Wochenende mache, wenn ich zu Hause bin, dem empfehle ich das nebenstehende Video. Da seht ihr was wir so treiben...vor allem auch, was der Co-Pilot so treibt...

 

Aber ich schweife ab. Ich schnappe mir also die Transportbox und schleife alles runter zu Zottl. Einladen und....wieder hoch! Ich brauch auch noch 60 Liter Wasser. So laufe ich noch dreimal mit 2x10 Liter Gießkannen in den Händen bei mir die über 50 Stufen hoch und runter...dann aber heißt es: Abfahrt.

 


Parallel halte ich Kontakt mit meinen Reisegespänli Susanne & Thomas. Die sind schon unterwegs und am ersten angedachten Übernachtungsplatz angekommen. Leider folgen kurz darauf schlechte News: Alle Parkplätze in der Nähe von Maienfeld beim Heididorf sind mit schönen Schilder versehen: Campen verboten! Mist!

So schlage ich eine Alternative in Liechtenstein vor. Auch diese werden die beiden vor mir erreichen und dann einen Statusbericht durchgeben.

Ich sitze unterdessen in Zottl und jage gen Autobahn...durch Schneefall. Der Winter will einfach nicht abziehen, schickt nochmals Schneeflocken vorbei. Zum Glück nur die Reste einer Kaltfront. Dürfte unser Tun also nicht beeinflussen.

  

Als wir kurz vor Liechtenstein sind...eine WhatsApp...auch mein zweiter Platz in Liechtenstein am Rhein funktioniert nicht. Heli Landeplatz.....ja so ein Kack aber auch. Heut ist ja echt der Wurm drin.

 

Aber zum Glück sind Susanne & Thomas auch versierte Freistehplatz-Sucher und machen nun einen Gegenvorschlag in Liechtenstein. Sie waren dort schonmal, also eine sichere Bank. So schicken sie mir schnell die GPS Koordinaten und ich biege auf die Autobahn gen Liechtenstein ein, während der Co-Pilot Google Maps bedient. 

Kurz darauf kommen wir an einer Polizeikontrolle vorbei...irgendwas liegt noch mitten auf der Straße. Zum Glück kann ich bremsen und es umfahren.

Bei der nächsten Ausfahrt, Balzers, verlassen wir die Autobahn und nähern uns dem Treffpunkt. Der ist ein ziemlich städtisch anmutender Parkplatz bei einem Food Truck und vis a vis zu einer Kirche und Burg. Eigentlich ruhig...aber...Kirchen machen ja gerne mal Lärm nachts. Glocken und so!

Susanne und Thomas sind schon da, wir parken uns daneben und ich geh sie erstmal begrüßen. Dabei stellt sich heraus, dass die beiden von dem Food Truck Besitzer noch einen Parkplatz Tip bekommen haben. Etwas Außerhalb, kurz vor der Schweizer Grenze und ohne Kirche Da müssen wir nicht lange überlegen, einsteigen und weiter. 

Co-Pilot und Friedrich sind nicht so glücklich mit dieser Entscheidung. Hatten sie doch schon den Chillmodus aktiviert. Jetzt plötzlich wieder in den Aktivmodus zurück zu schalten, ist schwierig. Ich biete ihnen an, hier zu bleiben und auf einem Baum zu schlafen... Ihr solltet die verächtlichen Blicke sehen, die man mir dann zuwirft.

 

Gut, dann fahrt mit aber mault nicht! 

 

Keine 5 Minuten später sind wir durch Balzers durch und treffen auf der Ausfallstraße gen Grenze linksseitig auf einen etwas zurückversetzten Parkplatz. Von der Straße abgetrennt mit einer breiten Buschreihe. Blinker links...Parkplatz leer...perfekt! Sofort ist klar: hier bleiben wir.

                

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Alles hängt noch bombendfest. Sowohl in der Küche, als auch im Heck und im Bad. Genial! 

Anmerkung:
Auch jetzt, zwei Monate später, wo ich diesen Text schreibe, hat sich nix bewegt! Das Zeug hält perfekt und bewegt sich keinen Millimeter. Klappert nicht, trägt alle Lasten und musste schon viele Bodenwellen aushalten. 

 

Oh, und hier hinten liegt auch noch ein längliches Paket für Thomas. Seit Weihnachten fahre ich die  beleuchtete Regenleiste nun schon durch die Gegend. Dieses Wochenende werde ich sie nun endlich los. Hauptsache, wir vergessen sie nicht.

 

Jetzt aber erstmal die wichtigen Dinge: ich schnappe mir ein paar Biere und gehe rüber zu den anderen beiden. Thomas hat angeboten zu kochen, ich bringe die Getränke. Faire Mischung :). Mein letztes Thunbier wird an diesem Wochenende wohl vernichtet, heute Abend trinken wir aber Lägere Bräu. 
Zu Essen macht Thomas einen Camper-Eintopf mit Kartoffeln, Rüebli, Schinken, Würstli usw. Einfach und schnell. Das kommt gelegen, denn der Hunger hat mittlerweile ein beträchtliches Ausmaß angenommen. 

 

Eine halbe Stunde später kann der Notstand behoben werden und wir schaufeln erst Salat und dann Eintopf. Lecker! Genau das Richtige bei dem kalt-nassen Wetter. 

Puh, und als ich eigentlich Pappsatt bin, gibts auch noch Schoggi Kuchen als Nachtisch. Der muss also auch noch irgendwie rein. 

 

So verbringen wir noch einen schönen Abend zusammen bis ich gegen 23 Uhr zurück in Zottl bin und selig unter mein Federbett krieche. Die Heizung brummt und läuft ohne E122H Fehler. Top und gute Nacht.

 


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Schönen guten Morgen,

 

nach ruhiger Nacht erwache ich gegen 8 Uhr. Hätte gerne noch ne Stunde mehr sein dürfen, aber ich steh mal auf und stelle die Heizung hoch. Dann aber wieder schnell ins Bett und warten.

15 Minuten später ist die Temperatur okay und ich kann aufstehen. Kälte am Morgen hasse ich!

Natürlich geht der erste Gang ins Bad. Zähneputzen und so. Hm...komisch...als ich meinen Allzweckbecher mit Wasser füllen will, kommt kaum was raus. Oh...aha...man, zwei Wochen nicht unterwegs und ich vergesse schon wieder morgens den Stromhauptschalter an zu stellen. Den mache ich nachts ja immer aus weil sonst die grüne Status-LED so hell leuchtet.
Allerdings sehe ich schnell....die Lampe ist grün und leuchtet. Strom ist vorhanden. 
Hm...aber warum kommt kein Wasser??

Ich gehe wieder zurück ins Bad, lasse das "Wasser" laufen...nix...kein Wasser. Verrückt! Hab doch gestern noch 60 Liter rein. Ist die Pumpe im Eimer? Ich lausche...nee...hört sich normal an und sie pumpt wie immer. 

Leitung eingefroren? Nee, so kalt war es heute Nacht nicht und die Heizung lief ja. 

Auch in der Küche: kein Wasser
Somit also überall: kein Wasser!!!

Nachdem ich alle Optionen also durchgegangen bin...geht mir so langsam ein böses Licht auf. Oh verdammt...ich grandioser Idiot... Das darf doch nicht wahr sein! Schnell überprüfe ich meinen Verdacht...japp...oh man. Ich könnte kotzen!

Was ist passiert?
Ich Depp hab gestern Wasser gefüllt, aber vorher das Frostschutzventil vom Truma Boiler nicht geschlossen. Somit lief da das Wasser lustig, munter wieder raus. Und somit ist mein Tank nun LEER. Wir haben kein Wasser dabei. Unterwegs oder über Nacht verloren. Mist! 
Ich hatte nach der letzten Tour, weil ich wusste ich bin zwei Wochen nicht unterwegs und es wird warm, das Wasser komplett abgelassen...und am Ende vergessen, das Ablassventil des Boilers zu schließen.
Nun denn, gut hab ich Mineralwasser dabei...wird halt heute mal Premium Wasser für die Zähne verwendet. 

Als ich wenig später aus Zottl steige, sehe ich auch, wo das Wasser hin ist: schön verteilt auf dem Parkplatz. Von Zottl geht eine riesige Wasserlache weg. Peinlich! 
Thomas, der auch schon vor der Tür ist, hat schon bemerkt, dass da bei mir was nicht stimmt... 

 

       

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Und wo stehen wir jetzt? Gestern Abend war ja nix zu sehen. Heute: 

- Hinter uns fette Felswand

- vor uns Gebüsch

- hinter dem Gebüsch Straße und Felder und Blick auf verschneite Berge.

- Rechts von uns ein kleiner Teich mit Entli.

 

Sehr schön und kein Parkautomat oder Verbotsschild. Dankeschön Balzers! Toller Parkplatz. 

Aber einen massiven Nachteil hat der Platz: die fehlende Sonne!
Denn, oh Wunder, blauer Himmel und Sonnenschein! Letzterer aber nicht bei uns sondern etliche Hundert Meter weg. So können wir nicht frühstücken. Da erfrieren wir draußen. Also erstmal nur ein schneller Kaffee und im Anschluss eine schnelle Abfahrt. Denn auch die Geräuschkulisse hat zugenommen. Hinter dem Parkplatz liegt Holz rum und einer sägt da gerade wie ein Großer.

Kaum abgefahren, sind wir auch schon über die Grenze und wieder in der Schweiz und...äh...wo ist eigentlich...ah ja, da ist sie ja! Meine Sonnenbrille! Verdammt hell in der Sonne. 

 

Unsere Van-Nasen sind gen Maienfeld gedreht. Wir fahren an Militär Gelände entlang, Mitten durch eine Kaserne und kommen im Anschluss an einem südlich ausgerichteten Parkplatz vorbei. Perfekt fur eine Rast und Frühstück.
Kaum geparkt und vor der Tür: ui...kalter Wind! Aber im Windschatten der Vans....super! Und als wir gerade Stühle draußen haben und einen Tisch hinstellen wollen, rollt ein Polizei Auto auf der Straße vorbei. Bremst extra noch ab...schaut...und fährt weiter. Gut so. Wir wollen hier ja nicht nächtigen sondern nur Frühstücken. Und ob wir jetzt auf einer Picknickdecke sitzen oder auf Stühlen...die Picknickdecke drückt das junge Gras sicher stärker platt als unsere Stühle. 

Egal, Essen raus, Sonne genießen, frühstücken!

Und weil es so schön ist, bleiben wir etwas länger als nur für die Frühstückszeit. Die letzte Sonne ist ja schon etwas her und jeder Strahl ist balsam für die Seele.

Erst gegen 14 Uhr brechen wir auf. Räumen zusammen und fahren 2 km weiter zu einem Aussichtsturm (Aussichtsturm Eichenhaft) oberhalb von Maienfeld. In dem Wald, wo es die vielen Camping Verboten Parkplätze gibt. 
Über einspurige Strecke erreichen wir den Turm, können nicht parken und fahren weiter. Finden aber zum Glück ein Stück weiter unten noch einen schrägen Parkplatz für unsere Vans. 

Co-Pilot und Friedrich ist das alles nicht so geheuer. Vor allem der Turm. Ich erlaube ihnen aber, in Zottl zu bleiben. Sie müssen ja nicht mit auf den Turm... Schon ist die Stimmung wieder gut.

Der Rest läuft den kurzen Berg hoch und steht vor einem runden Turm aus Metall der vielleicht 20 m in die Höhe ragt. Umgeben von Bäumen. Na dann mal hoch. Leicht schwankt das Teil und ein Drehwurm ist inklusive als wir oben sind. Nix für Leute mit Höhenangst. Die Aussicht ist so lala. Eigentlich sollte man über die Baumwipfel schauen können. Doch scheint mir, sind die Bäume die letzten Jahre wohl noch etwas gewachsten. Der Turm jedoch nicht. On Top: es ist recht diesig und die Sicht daher nicht wirklich gut. Also, alle Mann und Frau wieder runter und zurück zu den Vans und weiter. 

Und wo es von hier aus hingeht, das lest ihr dann im nächsten Blog. Denn der Tag geht noch ein ganzes Stück weiter...

Viele Grüße

Kai und Team.

 



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Kommentare: 1
  • #1

    Joachim H. (Sonntag, 02 Mai 2021 22:00)

    Jaja, der Frostwächter - das ist schon manchmal ein heimtückischer Geselle! Aber sagt man man nicht, geteiltes Leid ist halbes Leid? Dann tröstet es Dich vielleicht, dass mir dieses Missgeschick auch schon in ganz ähnlicher Weise unterlaufen ist...Liebe Grüße, Joachim