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#296 - Innereriz, Stellplatz Gasthof Schneehas, Kiental

Schönen guten Morgen,

Relativ ausgeschlafen erwache ich in Zottl's Heck. Neben mir schnarchen noch die beiden anderen. Was für ein Watteorchester!

Draußen scheint es schon ziemlich hell zu sein. Es drückt einiges an Licht durch meine vorderen Vorhänge. Man könnte meinen....japp...ein Blick durch das Dachfenster bestätigt es: sonnig! Cool!

Wie viel zu selten, ist das ein echter Aufsteh-Booster. Ich hüpfe aus dem Bett wie ein junges Reh....also in Gedanken jetzt...denn erstmal lege ich mich wieder hin und freue mich, dass auch heute das Wetter mitspielt. Juhu! Danach, also so 10 Minuten später, stehe ich gemächlich auf. 

 

Anziehen, Badrunde und ab vor die Tür. Hier blendet gleich mal die Sonne ordentlich...janz schön hell! Jetzt aber mal genauer schauen wo wir hier eigentlich sind. Ich streune um die Vans, treffe auch meine Mitreisenden...moin...und hey...ne Katze. Oh...und da ist noch eine...ne Junge. Beide turnen hier über den Hof. Die Junge etwas verrückter. Unsere erste Begegnung endet mit einem kleinen Kratzer an meiner Hand. Ziemlich verspielt das kleine Wesen. 
Da Tisch und Stühle auch schon draußen stehen, eignet sich die Katze gleich mal alles an. Springt auf den Tisch, spielt mit einem Joghurtbecher, fläzt sich auf einem Stuhl und fällt vor lauter Aktivität fast noch runter. 

Co-Pilot und Friedrich ist das alles nicht geheuer, sie bleiben lieber in Zottl. Scharfe Krallen und Watte...das kommt meist nicht gut.
Tja, doch wenn die zwei nicht rauskommen, geht die Katze halt zu ihnen. Bei dem Wetter steht natürlich Zottl's Schiebetür offen und zack, ist die Katze drin und schaut neugierig ins Cockpit. Co-Pilot und Friedrich, beide sitzen in der Dinette, geben keinen Mucks von sich und rühren sich nicht...also alles wie immer!

Kurz darauf ist die Katze zum Glück auch wieder draußen und turnt weiter  über Tisch und Stühle...

Wir frühstücken in der Sonne...was für ein herrliches Wetter.

 

Nach einer guten Stärkung, machen einige ihre eBikes klar. Doch bevor es los geht, werden wir noch eine mehr. Pia, die Lebensgefährtin von Silvio (www.sipiontour.com) reist mit dem Bus an. Somit sind wir vollzählig und können mit dem Sportprogramm beginnen.


Manfred, Silvio, Pia und ich machen uns auf den Weg zum Grünenbergpass. Der soll erreichbar sein mit eBike und eScooter. Erstmal geht auch alles entspannt los, Asphalt, später leichter Schotter, wir fahren ein Stück die Strecke, die ich gestern mit Zottl kam. An dem großen Schotterparkplatz vorbei, dann jedoch nicht scharf links den Berg hoch sondern geradeaus. Sofort wird der Weg etwas grober. Aber noch gut fahrbar. 
Eine kleine Schafherde lässt uns kurz stoppen, Alpabtrieb. Kurz darauf fahren wir weiter, der Weg wird immer grober, steigt an. Doch noch ziehe ich auf dem Driveman Offroad gut mit den eBikes mit. Bin sogar der Erste der an der nächsten Alb ankommt und auf die eBiker wartet.

Doch nun wird es noch übler was den Weg angeht. Gröbere Steine liegen im Weg. Meine kleinen Räder haben damit ordentlich zu kämpfen. Ich muss aufpassen wo ich lang fahre. Mit dem eBike aber noch alles easy wenn ich mir die anderen so anschaue. Ich kämpfe, der eScooter kämpft. Von der Leistung her kein Problem, doch bei einem Zwischenstopp und Temperatur Check, stelle ich fest, dass der hintere Motor schon gut warm ist. Kurze Pause! Die eBiker ziehen an mir vorbei. Ich bleibe einsam zurück, warte und genieße die Landschaft. Wald, Wiesen, Berge, Felsen, Sonne. Ich steh im Schatte, gut warm heute.

 

Nach 10 Minuten besteige ich meinen etwas kühleren eScooter und fahre weiter. Heftig. Es mach wenig Spaß hier hoch. Mehr ein Kampf als eine Freude. Vorbei an einer schroffen Felswand, rechts ist Wald und Tiefe. 
Als ich den eScooter mühevoll zur nächsten Alp gequält habe, beschließe ich, dass ich nicht weiter fahre. Ich lerne ja manchmal aus Fehlern und will daher nicht riskieren, dass mein Driveman Offorad hier komplett überhitzt. 
Die eBiker hatten hier auf mich gewartet und machen sich nun ohne meine Unterstützung auf den Weg hoch zum Pass. Der Weg nämlich weiterhin sehr grob und schlecht fahrbar mit kleinen Rädli.

So schaue ich also zu, wie sie bergauf von Dannen ziehen. Ich sehe mich hier auf der Alp etwas um. Genieße die Einsamkeit und Ruhe. Von hier kamen sicherlich die Schafe, denn das Gras ist raspelkurz, Frisur ala Schaf.

20 Minuten Pause gönne ich mir und meinem Scooter, filme noch etwas durch die Gegend, treffe einen komischen Stein und ein paar Brummer und begebe mich im Anschluss wieder runter ins Tal. 15 Minuten später stehe ich wieder bei Zottl. Vorher kommen mir noch Angelika und Marc entgegen...kleiner Spaziergang. 

 

Die nächste Stunde hänge ich ab, chille und mache...keine Ahnung was. Vermutlich diskutierte ich mit Co-Pilot und Friedrich über den unbefugten Zutritt der Katz in Zottl...oder so.

 

Irgendwann, treffen die Spaziergänger und eBiker wieder ein, früher Nachmittag schon, Zeit für Kaffee und Kuchen. Ja, Kuchen, Geli hat noch kurz einen im Omnia gebacken. Den verspeisen wir nun...und als ich mich setzten möchte...sitzen da schon zwei auf meinem Stuhl. Aha....der Herr Co-Pilot mit seinem Kumpel Friedrich, trauen sich auch vor die Tür. Keine Katze mehr zu sehen, wa!? Und wo soll ich sitzen?

Ich irritiere den Co-Pilot mit Aussagen wie "starken Sonnenstrahlen im Herbst", "Fellbrandgefahr" und anderen Schlagworten bis er überzeugt ist, dass es in Zottl für ihn gesünder ist! Weise Entscheidung mein Bester! Natürlich darf ich die beiden dort hin tragen. 

 

Jetzt aber...Kaffee und Kuchen...lecker!

 

                 

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Nach dem Kuchen-Gelage folgen einige dem Abwaschwahn. Unsereins eher nicht, kommt alles in die Spülbox. Natürlich vorher mit Zewa vorgereinigt, so dass nix riecht. 

 

Ich hab also Zeit, den anderen bei der Arbeit zuzuschauen. Bei Manfred, der hinter seinem Affinity steht und dort am Heck abwäscht, wird es sehr genau genommen. Zwei Spülbecken stehen auf seinem Tisch. Eines mit Schaum für die Hauptwäsche, eines mit klarem Wasser für die Schaumbeseitigung.
Da mache ich mal kurz große Augen...auf so eine Idee wäre ich im Leben nicht gekommen. Was für eine Wasserverschwendung. Das verkürzt doch die Autarkie um mehrere Tage.


Wascht ihr auch so ab?


Nachdem ich mich ein wenig lustig gemacht habe, ziehe ich weiter und komme bei Pia vorbei, die mit der Außendusche des MegaMobils ihr eBike reinigt. Praktisch so ne Dusche! Auch hier schaue ich kurz zu, kommentiere und ziehe weiter...zu einem Teilintegrierten. Werfe dort einen Blick in den riesen Stauraum im Heck, alles sauber aufgeräumt, und ziehe dann weiter zum Haupteingang. Kurze Blick rein...oh...da hatte jemand Geburtstag vor längerem... Geli ist zu Hause und wir schwatzen einen Moment. Und da es die beiden gut mit mir meinen, bekomme ich noch ein paar Flaschen Bier aus Italien von ihnen. Japp, etwas mehr Gewicht auf Zottl's Hinterachse. Ganz lieben Dank dafür!
Und wenn ich das hier richtig deute, räumen die beiden zusammen. Sie müssen bis morgen Abend noch ganz bis bei Bremen und verlassen uns heute leider schon wieder. 

 

Und so verabschieden wir uns 10 Minuten später von den beiden. War schön mit euch! Danke für den Tipp mit der 4/5G Antenne, Marc! Ist mittlerweile gekauft und wartet auf den Einbau Mitte Dezember. 

Und als die beiden vom Hof rollen, versucht Manfred ihnen noch etwas "anzuhängen"...scheitert aber...behält es dann in der Hand und versucht es, in meiner Gegenwart...hallo!!!!...in Zottl zu schmuggeln. "Ich stehe hier, Manfred! Ich sehe alles!!!"

 

Minus ein Van also....und was machen wir? Nun, zusammen packen und weiter ziehen natürlich! Unser Ziel ist das Kiental, in dem Freistehen verboten ist. Das kratzt uns aber nicht..... 


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Aufsitzen. Abfahrt! Tschüss Katze!
Was nun folgt ist eine Gurkerei über absolute Nebenstraßen. Hoch, runter, links, rechts, schmal, sehr schmal, sau schmal, Tunnel, Brücken, Wald, Felder, Aussicht, Hängebrücke...einmal alles! Wahnsinn.

Silvio führt uns über die abgelegensten Straßen, hoch am Thunersee entlang. Geile Strecke! Wer es mag, kommt hier auf seine Kosten, wer es hasst, fährt hier lieber nicht lang. 
PKW Fahrer meinen, die Straßen gehören ihnen, schütteln häufig den Kopf wenn sie uns sehen.  Ja mei, lebt damit. Wir dürfen hier auch fahren, es gibt kein Fahrverbot für Zottl und Co.

Doch die Fahrt zieht sich, gefühlt fahren wir ewig bis wir endlich Beatenberg erreichen. Dort stoppen wir und schauen auf Eiger, Mönch, Zugspitze, Mount Everest, K2 und was weiß ich noch alles. Berge halt, mit Schnee drauf. Grandiose Aussicht. Unten im Tal versteckt sich Interlaken, rechts davon Thunersee, links Brienzersee. Toll hier!

Von nun an geht es hauptsächlich bergab, Interlaken lassen wir links liegen und fahren auf der anderen Seeseite des Thunersees zurück. Erst ein Stück Autobahn, dann Landstraße und nach der Überfahrung eines Hügels erreichen wir Reichenbach im Kandertal.
Dort, geht es wieder hoch und im Anschluss hinter ins Tal. Wer sich erinnert, ich war hier schonmal. Bei schlechtem Wetter und einem bitteren Ende....Freistehen überall verboten.

Diesmal sind wir besser organsiert. Denn Silvio kennt einen Bauern, der dort ein Stück Land hat auf dem wir eine Nacht parken und schlafen dürfen. Super cool! Herzlichen Dank dafür! Das Land ist privat. Also bitte nicht nachmachen! 

Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir das Dorf Kiental. Fahren kurz darauf am offiziellen Stellplatz Kiental vorbei, der Kostet 25-30 CHF und bietet ein Dixiklo. Zu zahlen ist per App...wer aber Sunrise hat, bekommt ein Problem: Kein Empfang!

Keinen Kilometer später bremsen Silvio und Manfred vor mir, es geht rechts in einen schmalen Weg rein. Und wie ich so warte, dass Silvio abbiegt, ich stehe sicher 100 Meter weg...sehe ich, dass da was nicht gut läuft. Da steht ein großer, fester Holzpfosten rechts der Einfahrt, die echt schmal ist. Silvio berührt ihn ordentlich....das sieht aus der Distanz schon nicht gut aus...wie dann erst aus der Nähe. Oh fuck! Was ein Scheiß!
Er muss nochmal ein Stück zurück, schafft es im zweiten Anlauf dann rein, Manfred und ich folgen, holen weiter aus, kommen ohne Fremdkontakt auf die Wiese. 
Oh man...bei Silvio ist die Schiebetür ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, Plastikteile sind abgefallen.

       

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Ich gehe im Video nicht weiter auf dieses Missgeschick ein. Es käme mir schäbig vor, das Leid anderer auszuschlachten und zu filmen. Es ist passiert, es ist Mist. Aber, Hut ab, Silvio und Pia lässt das nicht die Laune verderben. Natürlich ärgern sie sich, doch die Tour geht weiter. Einzig problematisch ist: die beiden wollen Ende nächster Woche in Urlaub nach Spanien...mit kaputtem Auto? Eher nicht...da muss ne schnelle Lösung her!

Zu allem Mist, stellen wir fest, das der Platz nicht sooo toll ist. Ziemlich feucht, laut vom nahen Bach und kühl dazu. So laufen wir kurz über die Straße, einen kleinen Hügel hoch und schauen uns die Alternative an. Besser!

Tja, so drehen wir auf dem Wiesengrundstück, würgen uns wieder durch das schmale Tor und fahren den Hügel auf Schotterweg hoch und haben einen super Spot. Hätten wir gleich so machen sollen!

Als wir uns am neuen Platz drapiert haben, greift Subaru Manfred ins Geschehen ein. In der heutigen Zeit einen Van fachgerecht reparieren und lackieren zu lassen innerhalb von 5 Tagen...praktisch unmöglich!
Aber: wir haben Manfred. Gut vernetzt im Wallis, seit Jahrzehnten im PKW Geschäft und natürlich kennt er da einen Karrosseriebetrieb, der top ist und schnell. Der wird noch an diesem Abend angefunkt und es heißt: Auto Montag bringen, bis Freitag ist er vollständig repariert!

Hammer! Danke Manfred!

 

Da wir hier nun auf Privatland stehen, können wir uns auch ausbreiten. Tisch, Stuhl, HighFire. Wetter weiterhin prima. Sieht nach sternenklarer Nacht aus.
Besuch kommt auch noch vorbei. Erst stehen zwei Esel am Zaun und schauen neugierig unsere Vans an. Kurz darauf schauen noch die Rinder vorbei und erkundigen sich mit stummen Blicken, was hier los ist. Natürlich schauen alle den schönen Affinity an. Nur ein Rind....starrt mich an als wäre ich sein Frühstück. Und ich dachte, das sind Vegetarier. 
Co-Pilot und Friedrich diskutieren schon in Zottl, wer den Van nach Hause fahren darf, wenn ich nun vom Rind gefressen werde. Vielleicht sollte ich mir die beiden schnappen und hier auf die Weide setzen...und einfach mal schauen, was passiert!

 

Und so beginnt ein schöner Abend...von dem es dann im nächsten Blog mehr zu lesen gibt. Und der Trip ist morgen auch noch  nicht zu Ende. Es geht weiter...und wird noch etwas seltsam.

Bis dann und viele Grüsse

Kai und Team



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