# 41 IO HAWK Exit Cross Offroad eRoller - Fahrtests

 

 Hallo zusammen,

 

heute ist es soweit, das Wetter ist gut, ein schöner sonniger Herbsttag Ende Oktober 2019, eigentlich sollte ich Videos schneiden, aber egal. Ich geh raus an die frische Luft. Meinen IO Hawk Exit-Cross nehme ich mit. Heut wird er auf Herz und Nieren getestet. Vorgesehen ist folgendes:

 

1. Bergfahren mit mir alleine

2. Bergfahren mit Zusatzgewicht

3. Unebenheiten in der Fahrbahn

4. Kopfsteinpflaster

5. Bordstein abgerunden und ungerundet

6. Schotter

7. Gras 

 

Ein ordentliches Programm also, das wird inklusive Filmerei einige Stunden in Anspruch nehmen. Eine helfende Kamerahand wäre hilfreich, doch es ist Sonntag und der Co-Pilot hat frei. Gut, mach ich es halt alleine!

 

Bevor ich fahren kann, muss ich den Exit-Cross Offroad eRoller aber erstmal 30 Stufen hochtragen. Dafür klappe ich ihn nicht zusammen, sondern trage ihn so hoch. Das geht erstaunlich gut. Eine Hand an der Lenkerstange, die andere am Board. Zack oben, aber etwas außer Atem. 20 KG sind halt doch 20 KG. Und weil ich gerade so schön in Fahrt bin, gleich noch das Zusatzgewicht. Denn ich mit meinen ca. 75 kg, bin ja keine Referenz für den Scooter.

So würge ich einen 25 KG Regeneriersalz Sack in meinen großen Rucksack und schleife den auch hoch an die Straße. Denn die ist zufällig ansteigend, 10% Steigung/Gefälle. Das passt für einen Test prima.

 

1. Bergfahrt nur ich:

Erstmal nur ich, ohne Rucksack. Mit einem kräftigen Stoß bringe ich den Roller mit dem Fuß in Schwung. Gebe vorher am Lenker Vollgas und schaue was passiert. Der Schub kommt erst spät, nach einer Gedenksekunde greift der Motor ein. Kurz bevor ich wieder zum Stehen komme, greift das Drehmoment und beschleunigt mich ohne große Probleme und zügig auf 18 km/h. Bedenkt man, dass der Roller in der Ebene max. 20 km/h fährt, ist 18 km/h bei 10% Steigung ein gutes Ergebnis. Batterien sind natürlich vollgeladen.

In unserer Wohnstraße sind immer wieder ca. 3 m Abschnitte mit Kopfsteinpflaster integriert. Wer das baulich zu verantworten hat, war wohl kurzfristig nicht ganz bei sich, denn sowas macht nun mal keinen Sinn, nur Lärm wenn ein Auto drüber fährt. Aber ich schweife ab…

Für den Roller Test ist das jetzt dann doch ganz praktisch. Ich fahre bergauf über die Kopfsteinpflaster Abschnitte, sicher und gut. Natürlich gibt es Erschütterungen, aber die bringen den eRoller nicht aus der Fassung. Die Federung schluckt das aber nicht. So bekommt man also gut mit, über was für einen Untergrund man fährt.

Bergab geht dann die Luzi ab. Mit bis zu 36 km/h jage ich den Berg runter. Wenn man bergab vom Gas geht, rollt man schnell schnell. Ich stehe sicher drauf, der breit Lenker und die breiten 10“ Offroad Reifen machen ein stabiles Fahren möglich. Auch über das Kopfsteinpflaster komme ich prima drüber.

Die Scheibenbremsen greifen gut zu, wenn auch nicht übermäßig bissig. Aber ich will ja auch nicht über den Lenker gehen. Allerdings neigt natürlich das Hinterrad gerne mal eher zum Blockieren. Die Bremshebel am Lenker kann man von der Position her anpassen, denn je nachdem wie hoch der Lenker ist, liegen auch die Hände anders am Lenker und die Bremshebel müssen gut und bequem erreichbar sein. Ohne das das Handgelenk zu sehr abknicken muss.
Bergfahrfähig: JA

 

2. Bergfahrt mit Gewicht:

Gut, mit meinen 75 kg klappt das alles prima. Jetzt mit Zusatzgewicht. Ich würge den 25 kg Rucksack auf meinen Rücken. Leck ist der schwer. Wieder fahre ich am Berg an. Wieder zieht der Roller nach einer Gedenksekunde an und würgt mich den Berg hoch. Er beschleunigt auf 14 km/h und hält diese. Bedenkt man, dass gerade 20 kg (Gewicht des Rollers) + 75 kg (ich) + 25 kg  (Salzsack) den Berg hochfahren, ist das ganz ordentlich. Der 500 Watt Motor hat Kraft. Zum Glück will der Co-Pilot nicht auch noch mit…aber der hat ja frei heute!
Die Bremsen bringen uns auch wieder gut zum stehen. Somit funktioniert alles gut,  auch mit Mehrgewicht, denn die Kopfsteinpflaster Abschnitte laufen prima. Flache und abgeflachte Bordsteine finde ich hier auch, jage drüber. Und das ganze macht sogar richtig Spaß

 

Ich wiederhole alle Fahrten mehrmals um zu prüfen ob sich was ändert. Nein, die Geschwindigkeiten bleiben gleich. Alles gut!
Bergfahrfähig mit Mehrgewicht: JA

             

3. Unebenheiten:

Im Anschluss fahre ich bei uns durchs Dorf, bergauf, bergab. Bodenwellen und Unebenheiten machen dem Roller keine Probleme. Wichtig ist, dass man nicht stocksteif drauf steht, sondern locker und bei Unebenheiten mit den Knien etwas abfedert. Dynamisches Fahren nenn ich das mal. Mit der Stehposition auf dem Rolle ist das ne richtig coole Sache. Beide Füße nebeneinander ermöglichen es auch, dass man sich etwas in Kurven legen kann, ohne dass die Fahrt unsicher wird. Echter Fahrpaß stellt sich ein!
Tauglich für Unebenheiten: JA

 

4. Kopfsteinpflaster:

Wo bekomme ich jetzt das wieder her…..hm, unser Dorf hat alles! Der Dorfkern wurde schön mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Dann geh ich mal ein paar Runden vor Volg und Rathaus drehen. Mit leichtem Bergabschwung biege ich auf den Dorfplatz ein und spüre sogleich den Belagwechsel. Aber nix, was den Exit-Cross in Schwierigkeiten bringt. Er gibt zwar die Unebenheiten weiter, die Federung schluckt nur ein wenig, aber er kommt gut mit dem Untergrund zurecht. Und ich somit auch. Fahre mit Vollgas über den Platz, ziehe Kreise und Kurven und denke mir: sehr cooles Teil! Auch beim Bremsen haben die Reifen gute Haftung am Boden, kein Rutschen. Die Kurvenfahrten packen die Stollenreifen super.

Kopfsteinpflastertauglich: JA

 

5. Bordstein:

Wo bekomme ich jetzt einen ordentlichen, kantigen, unabgerundeten Bordstein her? Aber auch hier hat mein Dorf eine Lösung. Direkt gegenüber dem Dorfplatz, schöner, alter, kantiger Bordstein. Ca. 15 cm hoch. Und daneben einer, der eine Auffahrhilfe bietet, so dass man sich die Reifen nicht kaputt macht, denn an dieser Stelle ist eine Einfahrt zu einem Privatgründstück. Super, genau was ich brauche!

Zuerst nehme ich mir den unabgerundeten Bordstein vor. Ich fahre den Bordstein in Schrittgeschwindigkeit an, kurz bevor ich darauf treffe, reiße ich kurz am Lenke und lupfe das Vorderrad. Will mir ja nicht Reifen oder Felge kaputt machen. Mit dem MTB mache ich das genauso. Also Rad kurz in die Luft, es hat somit keine Berührung mit dem Bordstein und dann etwas Gas geben um mit dem Hinterrad über den Bordstein zu fahren. Im ersten Anlauf funktioniert es nicht. Zu wenig Schwung. Der Roller nimmt das Gas nicht an als ich mit dem Hinterrad über den Bordstein will.

Im zweiten Anlauf mit etwas mehr Dampf funktioniert es wunderbar. Reine Übungssache also. Aber es funktioniert prima. An scharfen Bordsteinen muss man also nicht absteigen.

Und wie funktioniert es mit dem Bordstein mit Auffahrhilfe (kleine betonierte Minirampe)?

Einfach drüber fahren! Ohne Probleme. Ich gehe nicht über den Lenker, sondern fahre einfach den Bordstein hoch.
Bordsteintauglich: Ja, wenn man den Kopf einschaltet

 

6. Schotter:

So, und wo krieg ich jetzt Schotter her??!! JEEEEENSSSSSS….SCHOTTER!!!!! Wo bist Du wenn man dich einmal braucht! J. Stille….kein Jens umme.

Hier im Dorf sind die Schotterzeiten vorbei. Also muss ich raus aus dem Dorf. Ich könnte mit dem eRoller zur nächsten Schotterpiste fahren, doch das dauert mir zu lange. So fahre ich nach Hause, klappe den eScooter zusammen, lege ihn in den Kofferraum meiner Skoda Superb Limousine und fahre kurz 10 km zu einem schotterigen Weg der durch das Rothenthurmer Moor führt. Ausladen, Lenker aufrichten, hallo SCHOTTER.

Die ersten Meter klappen erstaunlich gut. Selbst einhändig, was ich auf Asphalt schon erfolgreich probiert hatte, geht bei Schotter auch. Denn ich muss ja während der Fahrt auch filmen können.

Auf Schotter kommt dann der kleine Junge in mir wieder hoch. Schon als Kind und Jugendlicher hab ich gerne schöne Bremsungen mit meinen Bikes gemacht. Kann der Exit Cross das auch?

Ich jage ihn über den Schotterweg, mal grobkörniger mal feinere Steine und an der Stelle, wo ich vorher die Kamera platziert habe, haue ich die Hinterradbremse rein, lege mich leicht in die Kurve und mache eine Kurvenbremsung mit blockierendem Hinterrad. Läuft! Sicher und ohne unkontrolliertes Rutschen komme ich zum Stehen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ich glaube, ich könnte gerade dem Co-Piloten in Sachen Grinsen Konkurrenz machen.

Anfahren in der Ebene kann ich hier auch nochmal kurz testen. Ein leichter Schubs plus Gedenksekunde reichen und der Roller zieht tapfer los auf 20 km/h. Während der Fahrt wechselt die Tachoanzeige zwischen 19/20 km/h hin und her. Doch spürbar ist das für mich nicht. Auf Asphalt beobachtete ich das gleiche Verhalten.

Das Fahren auf Schotter mach nen riesen Spaß, ich packe noch die Drohne aus und lasse mich aus der Luft verfolgen. Ziehe noch die ein oder andere Bremsspur in Zeitlupe und mache zig Filmaufnahmen. Bekomme gar nicht genug!

Der Roller macht super mit, die 20 KG Gewicht spür ich beim Fahren nicht, auch manuelles Drehen und Wenden ist ohne Probleme machbar. Trotz seines Gewichts ist der Roller im Betrieb recht handlich.

Schottertauglich: JA

 

7. Gras:

Nein, ich fahre den eRoller nicht bekifft, hier geht es um die Fahrbahnbeschaffenheit!

Zufällig geht von meiner Schotterpiste eine Art Grasweg rechts weg. Erst eben, dann gaaanz leicht ansteigend. Aus voller Fahrt biege ich also von Schotter auf Gras ab. Die Wiese ist feucht, leicht matschig, das Gras steht ca 5-7 cm hoch.

Was macht der Scooter?

Er pflügt durch. Wird aber aufgrund des Gas Widerstandes langsamer. Als es dann leicht bergauf geht, wird er deutlich langsamer, bei Vollgas nur noch Schrittgeschwindigkeit. Ich höre richtig, wie feucht, sumpfig der Untergrund ist. Doch der Roller gibt nicht auf. Er kämpft, wir kommen hoch, drehen und jagen dann wieder das leichte Gefälle mit eingebauten Wellen runter. Auf so einem Terrain geht man besser etwas in die Knie, federt mit. Ein wenig fühlt es sich an wie Ski- oder Snowboard Fahren. Und weils so schön war. Gleich nochmal! J

Auch Anfahren im Gras ist kein Problem. Wir kommen immer wieder in Schwung. Sehr geil!

Grastauglich: Ja, solange es nicht zu hoch oder zu sumpfig, matschig ist

 

 

Fazit:

Der IO Hawk Exit-Cross hält offroad was Werbevideos und Marketing versprechen. Er kommt mit den unterschiedlichsten Untergründen gut klar. Hat genug Leistung (500 Watt, weitere Details hier) und kämpft sich überall durch. Etwas fahrerisches Können und eine gute Balance auf zwei Reifen vorausgesetzt. Mit einer Laufleistung von max 48 km hab ich auch nach diesem Test noch genug Saft um weiter zu cruisen.

Durch den Test hat sich am Exit-Cross nix gelöst, alle Schrauben sitzen noch fest, die Schutzbleche haben den Dreck gut gefangen und der Roller bietet in jeder getesteten Fahrsituation ein stabiles und kontrollierbares Fahrverhalten. Zudem macht es eine Menge Spaß mit dem eScooter abseits asphaltierter Straßen unterwegs zu sein. Und der Natur ist es egal, ob da nu ein eBike oder ein eRoller über den Weg rollt. Beides leise und lokal emissionsfrei.

 

 

Nach dem Zirkus mit dem defekten Schlauch am Anfang, hatte ich ja eigentlich schon die Schnauze voll von IO Hwak und dem Exit-Cross. Nun aber, nach den vielen Testfahrten, bekommt der eScooter eine Empfehlung von mir. Ein geiles Teil!

 

Danke schön fürs Mitfahren auf dieser Testtour und viele Grüsse

Kai

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