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#56 Italien - Die Ruhe nach dem Sturm, Rückfahrt

Guten Morgen,

 

gähn….ah…was eine Nacht. Ich glaube, Zottl ist wieder sauber! Es hat geschüttet wie blöd.

Mehrfach vom Geplätscher wach geworden. Auch ein ordentlicher Wind ging einher damit. Mittlerweile ist es zwar trocken, doch der Wind bläst noch. So bleibe ich erstmal drinnen, räume auf, starte etwas den Laptop und lasse den Tag ruhig beginnen.

Die Sonne hat sich schon einen guten Platz am Himmel erkämpft, das wird schon noch mit dem Wetter heute.

 

Gegen 10 Uhr treffe ich auf Markus der aus dem Van purzelt. Wir verabreden uns zum Frühstück in Zottl. Ich darf Rühreier machen, hab noch Pilze und Eier. Beides muss weg. Also los. Topf auf den Herd, Eier in ne Schüssel, verrühren, etwas warme Butter dazu (hm…hab nur Margarine)…egal…parallel schmore ich die Pilze an und zum Schluss kommt das Ei in den Pilztopf. Brot hab ich auch noch ein wenig, Markus noch Toastbrot. So treffen wir uns wenig später zu einem entspannten Frühstück in Zottl.

 

Eigentlich wollte ich heute ja um 12 Uhr abfahren. Doch schon beim Frühstück merk ich, das wird wohl nix. Viel zu entspannt unterwegs.

Nach dem Frühstück heißt es aufräumen und auch ein Drohnenflug steht noch an. Ein Blick von oben auf diesen tollen Spot muss auch sein. So steigt meine DJI Mavic Pro alias Aufklärer in die Luft. Ganz reibungslos verläuft der Flug nicht. Wieder mal hab ich Verbindungsprobleme. Irgendwann wird das noch der Tod der Drohne, vermute ich. Aber diesmal hab ich noch Glück und die Verbindung findet sich wieder und ich kann weiter fliegen und filmen.

Das Ganze funktioniert aber auch nur, weil sich der vor 2h noch sehr starke Wind mehr oder wenig komplett gelegt hat. Glück gehabt!

 

Nach dem Flug hab ich noch immer keine Lust zusammen zu packen. Es zieht mich einfach nicht nach Hause. Und das, obwohl ich morgen (Montag) richtig früh raus muss, denn um 7 Uhr geht mein Flieger nach Berlin. Business Trip fürs Bergwerk auf die IFA für zwei Tage. Kundentermine, Stress, Trubel….nein, es zieht mich echt nicht nach Hause.

 

So sitzen wir noch etwas in der Sonne, genießen den tollen Ausblick ins Tal und auf den Lago di Lugano. Seele baumeln lassen. Ein echt „langweiliges“ Wochenende. Nur gut, ist Markus mir da ziemlich ähnlich. Auch er kann einfach nur rumsitzen, reden und Aussicht genießen. Da haben sich also zwei gefunden dieses Wochenende.

 

Gegen 14 Uhr lässt es sich aber nicht länger aufschieben. Ich mache Zottl abfahrbereit. Markus bleibt noch ein wenig hier oben, fährt erst gegen Abend weiter gen Lago Maggiore. So verabschieden wir uns. Hoffe, dass wir uns bald mal wieder treffen und ich manövriere Zottl aus seiner Parklücke.

Heute am Sonntag ist hier gut was los, fast jeder Parkplatz ist belegt. Zottl kommt aber gut raus und so hangeln wir uns wieder den Berg runter. Bei Tag sieht das doch deutlich besser aus als bei Nacht. Man sieht die Schlaglöcher besser, die überhängenden Bäume und auch die Serpentinen laufen. Doch auch bergab muss ich zweimal zurücksetzen. Auf dem steilsten Stück (18% Gefälle) aktiviere ich wieder mal die Bergabfahrhilfe und kurbel mir durch die Kurven schier einen Elch. Die Augen des Co-Piloten werden schon wieder deutlich größer. Traut er meinen Fahrkünsten nicht oder zeigt er sich beeindruckt von eben diesen?! Ich weiss es nicht…da er aber nicht aufspringt und wegrennt, tippe ich auf letzteres.

 

Friedrich, der auf dem Co-Pilot rumturnt, erlebt mal wieder einen kleinen Absturz und fällt auf sein Näsli. Bergab, bremsen und Kurve war zu viel für seine Stabilität und er segelt in den Fußraum.

„Ja, Herr Cop-Pilot, Ihre Aufgabe ist es, Friedrich festzuhalten!“….das denke ich natürlich nur, dies jetzt aussprechen und wir hätten Wolltränen im Cockpit. Daher halte ich den Mund, rette Friedrich aus seiner misslichen Überkopflage und setzte ihn wieder dem Co-Piloten aufs Bein.

Friedrich hat den Abflug gut überstanden, sieht aber dennoch etwas bleich aus. Vielleicht müssen wir doch wieder den Gurt verwenden und die beiden irgendwie sichern. Aber mögen tun sie das auch nicht…schwierig!

             

Den Rest der Bergabfahrt schaffen wir ohne Vorkommnisse. Einmal wieder es jedoch noch richtig eng. Wieder in Arogno. Die Hauswand an dem engen Linksknick kommt Zottl's Außenhaut extrem nahe, wieder halten alle die Luft an, ziehen die Bäuche ein und ich hoffe nur, dass ich vorne rechts nicht zu nah an die Mauer komme. Hinten links sehe ich im Rückspiegel, dass es sau eng ist. Geschätzte 3 cm trennen uns von der Wand. Im Schneckentempo schleichen wir durch den Engpass. Zum Glück kommt nicht auch noch Gegenverkehr!

Kurz bevor wir ersticken, sind wir durch. Zottl’s schlanker Hintern macht es möglich, dass wir durchrutschen. Ein TI wäre hier am Ende und hätte einen Riss in der Außenwand. So schnaufen wir erstmal wieder tief ein und zottln weiter. Bis zur Autobahn nur noch ein paar Höhenmeter, ohne Überraschungen.

 

Von Lugano bis  zur Entsorgung am letzten Rastplatz vor dem Gotthard läuft es gut. Bevor ich entsorge, bleibe ich noch ein wenig hier stehen. Am Gotthard ist ordentlich Stau. Da nutze ich lieber noch die Zeit, esse einen Happen und bearbeite eines meiner Schottland Videos. 2 h sitz ich auf dem Parkplatz, dann entsorge ich und stell mich in den Stau. Sicher 5 km…es zieht sich und wir zottln in Schrittgeschwindigkeit vor uns hin bis wir endlich in den tollen Tunnel dürfen. 17 km Dunkelheit und auf der anderen Seite Regenwetter.

 

Die weitere Rückfahrt dann ohne Fährfahrt über den Vierwaldstättersee. Wir können über Luzern, mal kein Stau an dem Nadelöhr. Wunderbar! Gegen Abend schlage ich zu Hause auf, schleppe mein Zeug in die Wohnung, schiebe den Müllcontainer an die Straße (ja, bin der Rausschieb-Beauftragte in unserer Überbauung), mach mir schnell was zu Essen, setze mich an den Laptop und lade ein Video hoch. Nebenbei startet sogleich die Bearbeitung des nächsten Videos. Es hört nie auf! J

 

Doch die Tour endet hier. Feierabend für heute. Bis zur nächsten Tour, die startet bereits nächstes Wochenende. Wohin es geht fragt ihr euch? Abwarten...aber es wird verdammt genial!

Viele Grüsse

Kai

 


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