#3 Ost-West-Nord Tour - Omnia Kuchen backen im französischen Jura

Guten Morgen zusammen aus Les Rousses,

 

gähn….bin noch etwas müde…aber ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich so langsam mal aus‘m Bett kommen sollte. Denn heute soll je der Frühling vor der Tür stehen. So erwarte ich, als ich das Verdunkelungsrollo öffne, einen blauen Himmel. Hm…Pustekuchen…nix blaues zu sehen. Sieht nach Hochnebel aus. Ich sinke zurück ins Bett und checke das Wetterradar. Und das zeigt mir das Elend: in der Schweiz im Mittelland ist der Frühling. Hier, im französischen Jura noch nicht. Letzte Restwolken hängen faul in den Bergen. Aber das wird noch, sagt die App. Na dann….wecke ich mal vorsichtig Co-Pilot und Friedrich. Ich ernte jedoch nur ein grummeln und lass es dann lieber.

 

Egal, ist steh mal auf. Es geht auf 9 Uhr zu und wir haben ja heute noch was vor. Dachfenster vorn aus, Blick raus…oh...sieht schon ein wenig besser aus, ich sehe eine kleine Wolkenlücke und blauen Himmel. Als ich mein Verdunkelungsrollo in der Küche öffne, sehe ich, dass der Nachbar auch schon wach ist. Sitzt in der Dinette und putz sich die Nase. Hm….ich öffne das Fenster.

Ädu fühlt sich wohl beobachtet, schaut rüber und redet…ich versteh ihn kaum. Er redet weiter…ich versteh ihn weiter nur schwer…hm, er könnte ja auch sein Fenster auf machen…macht er aber nicht…hm…irgendwann rufe ich „mach Dein Fenster auf“…das funktioniert und schön läuft das mit der Unterhaltung deutlich besser. Er hört sich jedoch verschnupft an, nicht fit. Wir verabreden uns zum Frühstück bei ihm.

 

Ich produziere schnell meine Ausgleichsmasse (besteht aus Hafer und Sojaflocken, gemahlen, heisses Wasser drüber, Erdnussbutter oder braunes Zeug, Nüsse, Rosinen), dazu schnell einen Espresso aus der Nanopresso. Schon bin ich parat für den Marsch rüber zu Ädu. Dabei sehe ich, dass die blauen Lücken zu nehmen, dass unser Parkplatz heute relativ trocken ist, die Wasserflüsse von gestern sind versiegt. Hinter uns steht ein Mülleimer und ein Spielplatz. Der Bereich ist beliebt bei Joggern und Hundeliebhabern die hier mit ihren freundlichen Zeitgenossen Gassi gehen.

Die nächsten Häuser sind so 100 Meter weit weg, nur wenig Autoverkehr heute Morgen. Heut Nacht hörte ich nix.

Der Schnee rund um uns hat sich auch reduziert im Vergleich zu gestern Abend.

 

Und schon steh ich bei Ädu. Wir frühstücken in Ruhe und schauen auf der Karte wo es heute hingehen soll. Ja, ihr lest richtig, wir schauen auf der Karte! Ädu ist ein Papierkarten Mensch. Und ich muss sagen, das macht Spaß und erinnert mich an alte Zeiten. J

 

Gegen 11 Uhr haben wir einen Plan. Bringen noch unser Altglas weg und werfen unseren Müll vorschriftsmäßig in die Mülltonnen und starten die Motoren. 2 Stunden Fahrt über Berg und Tal liegen vor uns. Gefühlt fahren wir kreuz und quer durch den französischen Jura. Ich verliere komplett die Orientierung. Folge einfach Ädu und hoffe, er weiss wo es langgeht. Wir kommen an großen Eisenbahnbrücken vorbei, fahren über Bergrücken, genießen tolle Aussichten und vor allem das WETTER. Der Himmel ist mittlerweile blau und sonnig. Ein Traumtag. Die Temperatur deutlich zweistellig.

Unterwegs rufe ich Ädu noch an, denn mir fällt ein: ich brauche noch BUTTER!!! Stop mal irgendwo wenn Du nen Laden siehst.

 

Als wir Saint-Coulde durchfahren, ergibt sich eine Möglichkeit. Allerdings eine schlechte. In der Innenstad, die eng ist, gibt’s einen SPAR. Allerdings keine Parkplätze für Kästen, alles vollgeparkt. So stehen wir kurz im Weg und beratschlagen. Ich sage: weiter! Irgendwo kommt schon noch was auf der grünen Wiese. Autos kommen an uns vorbei, dann aber kommt der Stadtbus. Hupt! Jetzt aber flott weg hier!

 

So fahren wir raus aus der Stadt. Kurz vor dem letzten Kreisverkehr kommt ein Intermarche…Ädu fährt dran vorbei…am Kreisverkehr steht ein großer Casion….Ädu fährt dran vorbei. Ich schaue nur verwundert den Friedrich an, der zuckt mit den Schulter. Der Co-Pilot…wackelt mit den Ohren…hä…was will er mir jetzt damit sagen??  

 

        

     

Immerhin biegt Ädu am Kreisverkehr an der ersten Ausfahrt ab und fährt ins Gewerbegebiet. Kurz darauf, weiss ich welches Ziel er verfolgt. Ein Lidl Schild steht am Wegesrand. Da will er also hin J. Einige hundert Meter weiter stehen wir auf einem RIESEN Lidl Parkplatz, im Hintergrund eine Felswand. Keine schlechte Kulisse!

Ädu bewacht die Kästen, ich geh Butter holen.

 

Als die Butter an Bord ist, geht’s weiter. Eine halbe Stunde später erreichen wir den Stausee Lac de Vouglans. Ein riesen Ding. Lang aber nicht sooo breit. An Maisod vorbei erreichen wir die ruhige D 301. Folgen ihr ein Stück und irgendwann blinkt Ädu links. Wir sind da! Ein Rastplatz unter Bäumen mit Waldboden und toller Sicht. Wir parken erstmal parallel zu Straße. Wollen uns noch nicht sofort in den Waldboden stellen. Erstmal schauen wie feucht das alles ist.

Eine erste Prüfung fällt positiv aus. Das wird gehen.

 

Allerdings belagert derzeit noch ein turtelndes Pärchen mit Moped den Rastplatz. Wir lassen ihnen noch etwas Zeit bevor wir die Kästen in ihre Nähe stellen. Sind ja keine Unmenschen.

45 Minuten später, finden wir, haben wir lange genug gewartet. Ädu parkt seinen Kasten unter den Bäumen, anschliessend ich den guten Zottl. Wir stehen eben und gut. Ein toller Platz!! Und jetzt? Der Tag ist noch jung….was machen wir!

 

Naja, Ädu macht Mittagessen, Einer Roulade im Plastikbeutel. Ich backen einen Kuchen! Japp, ihr lest richtig! Ich kann nicht nur schlecht kochen, ich kann auch schlecht backen! Aber der Omnia hilft mir sicherlich. Ein Schokoladenkuchen soll es werden.

Die Zutaten hab ich zu Hause schon abgewogen und in Nutellagläser.

200 g Mehl

200 g Zucker

4 Esslöffel Kakaopulver

1 Tüte Backpulver

3 Eier

200 g Butter

100 g Kuvertüre

Schoggitropfen

Statt einem Esslöffel Mehl geb ich einen guten Schuss Rotwein rein.

 

Kleiner Tip von mir: die Butter sollte schön weich sein. Also gut vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Das hatte ich verpasst! Es war ein Kampf, das Ding cremig zu bekommen. Erst hab ich die ganze Butter über der Gasflamme hin und her bewegt. Dann in kleine Stücke geschnittenin eine Schüsse und diese über der Flamme geschwenkt. Das dauerte eweig.

Wie auch immer, alle Zutaten nach Omnia Rezept in die Schüssel, gerührt wie ein Esel. Zum Schluss, und dafür bin ich vor die Tür gegangen, kamen Mehl und Kakao in die Schüssel. Das staubt natürlich ziemlich, geht in meinen Augen nur unter freiem Himmel. Danach sah es auch ein wenig nach einem geplatzen Koksdeal aus rund um die Rührschüssel. Gerührt wird übrigens alles von Hand.

 

Der Teig sieht top aus, ein paar Schoggitropfen kommen noch mit rein und zu guter Letzt kommt alles in die Silikonform. 30 Minuten auf kleinster Flamme ist angesagt.

 

Ädus Futterzubereitung läuft gut, seine Eierroulade liegt im heissen Wasserbad und wird schön gegart.

 

Eine halbe Stunde später ruft der Co-Pilot, dass der Kuchen jetzt dann fertig sei. Aha…da steht wohl einer auf Schoggi-Kuchen! Ich eile in Zottl, heben den Deckel…wow…schön hochgegangen. Aber ich geb noch 5 Minuten drauf.

5 Minuten später ruft der Co-Pilot wieder, die 5 Minuten seien nun rum!

Wieder laufe ich zu Zottl, schauen unter den Deckel…hm…sieht noch feucht aus. Dennoch stelle ich ab, öffne den Deckel und der Cool Down Prozess beginnt. Dabei kann ich förmlich zuschauen, wie der Kuchen in sich zusammen sackt…och menno…war so schön aufgegangen. Das ist echt frustrierend. Hab ich doch zu früh abgestellt? Oder hätte ich mit Deckel drauf abkühlen sollen? Hm….

 

Nach 20 Minuten stürze ich den Kuchen aus der Omnia Form. Dafür lege ich einfach einen Teller oben drauf und drehe die Form auf den Kopf. Schon liegt der Kuchen auf dem Teller. Und so, nun wo oben unten liegt, sieht man auch gar nicht mehr, dass der Kuchen eingefallen ist. Sehr praktisch! J Dann dreh ich ihn auch nicht wieder um. Als das Teil kühl ist, bestreiche ich ihn noch mit 100 g Kuvertüre. Soll ja auch nach Schokolade schmecken!

 

Bevor wir aber dem Kuchen frönen, ruft Ädu zum Essen. Hm…ob ich den Kuchen jetzt einfach so in Zottl stehen lassen kann? Nicht dass Co-Pilot und Friedrich drüber herfallen. Ich rede ihnen ins Gewissen, appelliere an ihre Vernunft….hm…und gehe zu Ädu.

10 Minuten später sitzen wir an einem der Tische des Rastplatzes, schauen auf den See, genießen die Sonne die uns auf den Pelz scheint und mampfen eine super leckere Eierroulade mit Salat.

 

Nach dem Essen, bevor die Müdigkeitskeule zuschlägt, es ist 16 Uhr, schicke ich noch die Drohne in die Luft. Die fligt weg und verliert prompt die Verbindung zum Controller. Zu viele Bäume und die Drohne recht tief. Da fährt mir mal wieder der Schreck in die Glieder. 2 Minuten steh ich da und überlege…dann höre ich ein entferntes brummen das lauter wird. Sie kommt automatisch zurück. Puh…aber hier stehen überall BÄUME. Wenn sie automatisch landet, streift sie evtl. einen….oh f****.

 

Und fast so kommt es, die Drohne sinkt über mir herunter, direkt an einem Baum entlang. Dessen Äste werden nach unten breite… Aber ich habe Glück! Die Sensoren der Drohne erkennen die Äste und sie stoppt ihren Sinkflug. Puh…da schwebt sie jetzt und wartet bis der Akku alle ist?

Ich stelle nun die Fernbedienung aus und wieder an. Die Drohne verbindet sich wieder mit dem Controller und ich kann so die Drohen vom Baum weg bewegen und Landen. Schockerlebnis überstanden. Weiter geht’s. Wir starten wieder.

Diesmal fliege ich über den See und höher und schon läuft alles wie geschmiert. Verdammte Bäume!

 

15 Minuten später lande ich wieder. Alles gut. Die Drohne und ich haben uns wieder lieb. J

 

Ädu hält in meiner schweren Zeit Mittagschlaf. Er ist echt nicht fit, hatte letzte Nacht kaum geschlafen und kann jede weitere Minute brauchen. Ich lass ihn mal lieber weiter pennen und nutze die abendliche Sonne für ein paar schöne Fotos zur Golden Hour.

 

Ne Stunde später kommt Ädu aus seinem Kasten. Ich bekomme schon wieder Hunger und so schlage ich vor: Kaffee und Kuchen zum Abendessen? Ädu ist gleich dabei. So treffen wir uns in Zottl, ich stelle die Bialetti an für nen ordentlichen Kaffee und schneide parallel den Kuchen an. Und der ist….der HAMMER. Super saftig, toll schokoladig! Ich hab noch nie so einen guten Schoggi Kuchen gemacht. Geschmacklich top, bestätigt auch Ädu.

So sitzen wir noch bis halb neu zusammen. Anschließend ist bei Ädu Feierabend. Hoffen wir, dass er gut nächtig und sich morgen fitter fühlt.

 

So sitze ich bei ziemlicher Dunkelheit in Zottl und mache das, was ich immer mache: Videobearbeitung! Das zieh ich bis 1 Uhr durch und falle im Anschluss ziemlich tot ins Bett. Da liegen auch schon Friedrich und der Co-Pilot…wie sind die denn da hin gekommen?

 

Wünsche eine gute Nacht und viele Grüsse

Kai

 

GPS Koordinaten:

Morgens Les Rousses: 46.488849, 6.052576

Abends am See: 46.497553, 5.684132

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