#2 Schwyzer Mythen Region - Regen, Wanderung am Sattelegg, Wägital

 

Guten Morgen ihr Lieben,

 

die Nacht im Schnee haben wir gut überstanden. Es kam zum Glück auch kein weiterer hinzu, die Temperatur zeigt knappe Plusgrade und der Blick nach draußen verrät: ganz trauriges Wetter. Grau, es regnet oder schneit ein wenig und nichts, aber auch gar nichts treibt mich an, aufzustehen.

Also bleib ich liegen, öffne die hintere Verdunkelung, schaue raus und mir das graue Elend an. Ob das heut noch was gibt mit Outdoor Aktivität? Immerhin ist der Schnee um uns rum etwas geschmolzen so dass ich aus meinem Parkplatz ziemlich sicher gut rauskommen werde.

 

Nach langem faulenzen im Bett, entscheide ich mich dann doch mal aufzustehen. Hilf ja nix. Gut ist Samstag, ich alleine unterwegs, da muss ich ja auch keinen Stress haben. Relaxter Start in den Morgen. So bereite ich mein Frühstück vor, mache einen leckeren Kaffee und frühstücke ganz entspannt in Zottl’s Dinette.

Einige Autos fahren vorbei, der ein oder andere Fahrer schaut leicht verwundert, aber das wars auch schon an Action an diesem Morgen.

 

Tja, und plötzlich ist Mittag. 12 Uhr…und ich….schnappe mir den Co-Pilot und Friedrich, setze sie auf den Beifahrersitz, räume Zottl auf und fahre ab. Noch eine Nacht wollen wir hier ja nicht stehen. Der Kanton Schwyz bietet noch andere schöne Ecken.

Zottl kämpft sich wunderbar aus seinem Schneefeld raus und wir fahren den Weg zurück den wir gekommen waren. Über die  Sattelegg Passhöhe, nach Oberiberg und durch Unteriberg durch bis an den Sihlsee. Wir folgen dem See bis Willerzell, biegen dort ab und folgen der ansteigenden Straße gen Sattelegg. Eine kleine Passhöhe irgendwo im Nirgendwo. Aber es gibt einen großen Parkplatz und ein Restaurant.

Der Wunsch des Co-Piloten ist es, hier eine kleine Pause einzulegen. Klar, sind ja jetzt auch schon sicher wieder 30 km gefahren. Da kann man schon mal Pause machen. Der größtenteils schräge Parkplatz ist ziemlich leer, wir parken gaaaanz am Ende, sicher 100 m von der wenig befahrenen Straße weg.

 

Warm ist anders, aber immerhin ist es trocken. So ziehe ich meine Wanderschuhe an und begebe mich nach irgendwo. Keine Ahnung in welche Richtung ich laufe. Folge einfach dem Weg, der hauptsächlich bergan führt. Über Schneefelder, an Abhängen vorbei und über gewundene Schotterabschnitte. Schön hier, je höher ich komme, desto besser die Sicht aus den Voralpen raus in Richtung „Flachland“. Die Wolken hängen zwar recht tief, dennoch sieht man immer wieder, wie weit man schauen kann…ich glaub…ich seh die Nordseeküste! J

Nach viel bergauf stehe ich irgendwann oben, neben dem Gipfelkreuz. Das gabs schon lange nicht mehr! Natürlich muss das verewigt werden. So mache ich Fotos, filme und genieße die Aussicht. Die Nordsee stellt sich jedoch als Zürisee heraus. Wenig überraschend! J

 

Hier oben geht ein zügiger Wind, die Wolken in der Ferne sehen nach Regen aus, so verweile ich nicht zuuu lange hier oben, sondern mach mich wieder auf den Abstieg. Der geht auch bedeutend schneller denn ich filme dabei nicht, hab ja schon alles gesagt und gefilmt beim hochlaufen.

 

Kaum bin ich zurück bei Zottl, erkenne ich, was für ein Glück ich hatte. Denn kaum sitz ich in der warmen Stube, beginnt es draußen doch recht ordentlich zu regnen. Da der Co-Pilot noch nicht weiter möchte, warum auch immer, verweilen wir noch ein wenig. Ich beschrifte Zettel mit Nummern, schneide sie zurecht, bereite die Excel Liste vor auf der die Namen von jenen vermerkt sind, die mein silwy Video #1 kommentiert haben. Die Liste ist genauso nummeriert wie die Lose. So wird ein Schuh draus und ich kann morgen um 15 Uhr die Verlosung durchführen. Nicht live, aber das Video wird sofort nach der Verlosung bearbeitet und sollte gegen 18 Uhr dann online sein. So mal der Plan….

 

 

Als vor mir 150 Lösli liegen und ich soweit alles parat habe, gibt der Co-Pilot das Zeichen des Aufbruchs. Aha…dem Herr ist es nun genehm, dass wir weiter fahren. Dann wollen wir mal. Wir könnten zwar auch hier nächtigen, doch unser Ziel für heute heißt anders. 

             

 

Somit stürzt sich Zottl nun wieder ins Tal. Auf etwas engerer Straße und mit vielen teils engen Kurven geht es runter gen Vorderthal. Von dort wiederum bergauf in Richtung Wägital und Innerthal. Auch diese Ecke kein Neuland für mich, mit dem Motorrad war ich hier bereits 1 oder 2 Mal. Ein abgelegener Stausee der umrundet werden kann. Die eine Seite gut ausgebaut, die andere Seite einspurig und maximal für Kastenwagen geeignet. Denn zwei enge Brücken stehen im Weg.

 

Es regnet immer noch, der See liegt grau vor uns als wir aus dem Tunnel schießen. Mystisch das Ganze und wenige Meter später sehe ich schon ein nicht gern gesehenes Schild: Camping verboten….auf dem Gebiet der Wägital AG. Hm…okay….und wie ist jetzt das Gebiet der Wägital AG gekennzeichnet? Woran erkennt man, dass man drauf steht? Handelt man wider das Gebot, muss man 50 CHF Strafe zahlen. Friedrich deutet irgendwie auf meinen Geldbeutel, ich glaube, er will mir zu verstehen geben:

1.       Wir sollen hier dennoch irgendwo nächtigen

2.       Ich soll im Geldbeutel nachschauen, ob ich 50 CHF dabei habe

 

Ich verstehe den Wink, schaue nach…japp…50 CHF sind dabei. Wir sind safe!

So zottln wir weiter am grauen See entlang, der ist umrandet von weißen Bergen die frisch verschneit sind. Und nach 1/3 der Umrundung kommt seitlich ein Schotterparkstreifen mit tollem Blick auf den See. Da stoppen wir doch mal und überlegen, ob wir bleiben oder noch weiter fahren. Checken wir mal kurz Google Maps was noch kommen könnte.

Nach 10 Minuten ist klar, wir bleiben hier. Tolle Sicht, Platz genug und Regen. Mehr braucht es nicht. Hier am Ende der Welt, wird uns wohl auch niemand wegschicken. Und ich denke, ich steh hier nicht auf Eigentum der Wägital AG. Und falls doch, werden wir sehen was passiert.

 

So drehe ich mal den Sitz des Co-Piloten um. Packe den Laptop auf den Tisch und schneide noch ein wenig an meinen Videos. Gegen später erwischt mich der kleine Hunger und ich wärme mir Rest der gestrigen Omnia Session auf. Ein wenig Käse drüber und schon sitze ich bei weiterhin regnerischem Wetter in Zottl und esse.

Rund um uns wird es immer dunkler bist irgendwann nix mehr zu sehen ist. Kein Licht. Stockdunkel. Ein Handvoll Autos fährt noch an uns vorbei, das wars aber auch. Wir werden weder verscheucht noch angesprochen noch gibt es eine Busse.

Nach der anstrengenden Bergtour von heute, gönne ich mir noch eine schöne heiße Dusche in Zottl. Ich stelle den Boiler auf HOT, warte ein wenig und bin dann gespannt, wie gut meine Duschbrausenhalterung von Michael funktioniert. Schnell ist alles vorbereitet, der Vorhang überall festmagnetisiert, die Duschbrause eingehängt und dann: Wasser marsch!

Was ich mich schon immer gefragt habe: wie viel Wasser verbrauche ich eigentlich mit einmal duschen? Das muss ich auf meinem nächsten Trip mal messen. Ich vermute, nicht mehr als 10 Liter. Eigentlich bin ich ja eher ein Langduscher, in Zottl hilft es aber, das Bad schön aufzuwärmen und dann zu duschen. Nix schlimmeres als frieren oder Kälte beim Duschen.

Und was soll ich sagen: die Duschbrausenhalterung ist der Hit! Ein ganz neues Duschgefühl. Beide Hände frei. Die Brause an einem festen Platz. Entspanntes Haare waschen. Ganz genial! Ich bin komplett begeistert. Jetzt dusche ich noch lieber in Zottl!
Im Anschluss wird trotz Regenwetter via Dach und Seitenfenster gut gelüftet während die Heizung läuft. So ist das Bad flott wieder trocken. Da es schlank runter regnet, ohne Wind, regnet es auch nicht rein.

 

Nach der schönen Dusche begebe ich mich noch ein wenig zu YouTube und beantworte Kommentare bis ich dann gegen Mitternacht hundemüde werde. Auch Friedrich und Co-Pilot hängen müde auf ihrem Sitz und so entscheiden wir einstimmig: ab ins Bett!

Wünsche eine gute Nacht und bis morgen.

 

Kai

 

GPS Koordinaten:

Unser Schlafplatz: 47.013534, 8.731170

Sattelegg: 47.126319, 8.847178

Ziel Wanderung: 47.116097, 8.847475

Wägital Schlafplatz: 47.072200, 8.921926

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