Wir verlängern den Winter...ab auf den Simplon Pass, Alpen-Wallis-Jura Tour Teil 1

Man sollte ja meinen ich bin mit Vorbereitungen für meinen dreiwöchigen Nordkap Trip beschäftigt...bin ich auch...das Leben geht jedoch weiter und ich muss vor meinem Urlaub nochmals nach Lausanne. Der Termin liegt auf einem Mittwoch, Donnerstag ist Feiertag und Freitag mache ich die Brücke und arbeite nur ein wenig aus Zottl. Das nötigste halt.

So kann ich den Trip von Mittwoch bis Samstag oder sogar Sonntag ziehen. Viel geplant ist nicht. Ich habe einige Ideen, aber nix ist fest. Ich fahre je nach Wetterlage und Lust.

 

Einige Male die Treppe hoch und runter und Zottl ist abfahrbereit. Neben Essen hab ich diesmal auch den Grill dabei. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit endlich mal. Zottl ist saudreckig von außen, alles voller gelber Pollen. Aber es soll ja die nächsten Tag wohl mal regnen, dann ist er wieder sauber.

 

Abfahrt bei Traumwetter, angenehme 22°C und blauer Himmel mit ein paar weißen Farbtupfern. Je weiter ich jedoch nach Lausanne vordringe, desto wolkiger wirds und kurz vor meiner Wasserbunkerstelle (Autobahnraststätte Bavois) regnet es in strömen. Darf ja wohl nicht wahr sein. Ich sehe mich schon patsch nass werden.

Je näher ich gen Rastplatz fahre, desto mehr sehe ich, dass genau über dem Parkplatzgelände keine dunklen Wolken hängen. Vielleicht habe ich Glück und kann genau in dem Regenloch versorgen.

 

Tatsächlich, kurz vor dem Parkplatz hört es fast auf zu regnen. Um zur Wassersäule zu kommen, muss ich an einem blöden PKW vorbei, der auf dem LKW Parkplatz steht, wie hol sind eigentlich manche Menschen so auf einer Skala von 1 bis 10? Dann steht auch noch ein LKW quer vor der Einfahrt zu Wasserzapfstelle, obwohl noch LKW Parkplätze frei sind. Sind heut denn alle verrückt geworden?

Wieder habe ich Glück, ich kann mich durchwurschteln und bis zum Wasser vorkämpfen. Jetzt aber flott, bevor mich der Regen einholt. Es wird schnell Wasser gefüllt, läuft top mittlerweile.

 

10 Minuten später gebe ich schon wieder Gas und fädel mich auf der Autobahn ein. 15 Minuten später bin ich überpünktlich am Meeting Ort. Schnell noch ins Business Dress umkleiden und los gehts. Das langweilige Business Zeug erspare ich euch hier und mache gleich weiter mit dem interessanten Teil.

 

Ich habe mich entschieden! Für was? Na wo ich hinfahre!

Ich wollte schon länger mal hoch auf den Simplon Pass der das Wallis mit Italien verbindet. Eine gut ausgebaute Passtrasse, auch im Winter meist offen, jetzt sowieso. Oben gibt es viele Parkmöglichkeiten, so dass ich schon ein Plätzli für Zottl finden werde. Schon noch ein Stück zu fahren, von Lausanne aus, aber was solls.

Motor an, Gang rein, ab gehts....allerdings nicht weit. Ich muss Zottl noch Dieseln gönnen, sonst wird das nix mit Simplon, sondern maximal Montreux.

 

Nach dem Spritfassen, es regnet mal wieder in strömen, gibts einen Stop an einem Parkplatz, ich muss noch eine PET Flasche loswerden. Die will ich nicht mit hoch auf den Simplon schleifen.

 

Je weiter ich anschließend gen Wallis fahre, desto besser wird das Wetter. Die Sonne begleitet mich über weite Strecken und irgendwann, tief im Wallis, gehts rechts und nur noch bergauf. Viel Verkehr, viele LKW, einer hängt vor mir und überholen is nicht. Nach dem ersten Drittel der Strecke lege ich eine kleine Pause ein. Genieße den Blick auf Berger, Brücke und Wiesen. Toll! Nur etwas laut. Die LKWs nerven ein wenig... 

Wenig später fahre ich am Berg an und Zottl weiter bergauf. Recht bald hab ich wieder einen LKW vor der Nase. Als wir über die große Brücke fahren, durchgezogene Linie, absolutes Üerholverbot, die Straße macht auch noch eine leichte Linkskurve, überholt mich doch ein italienisches SUV, zörgert kurz ob er den LKW auch gleich noch packt, entscheidet sich dafür, und zieht dran vorbei. Unfassbar! So viel Idiotie in einem Auto sieht man nicht jeden Tag. Dem sollte man lebenslänglich den Führerschein abnehmen und täglich ÖV fahren lassen.

Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn einer entgegen gekommen wäre....

Natürlich ist es nervig, hinter einem Camper und einem LKW hinterher zu eiern, vor allem, wenn der LKW nicht schneller als 50-60 km/h schafft. Dennoch, so eine Aktion geht gar nicht!

 

       

Ich bleibe gelassen, freue mich, dass ich Zottl nicht den Berg hoch scheuchen muss, sondern gemütlich dem LKW folgen kann. So hat man mehr von der Aussicht, und die ist nicht schlecht. Und irgendwann, nach vielen Abgründen, Kurven, Tunneln und Aussichten, bin ich oben. 2000 irgendwas Meter hoch. Noch ziemlich Winter hier oben, recht bewölkt und nur 12°C kühl.

Ich laufe etwas umher, mache komische Dinge (siehe Video...sorry...mein Spieltrieb ging mit mir durch), spreche mit einem Hund der einen sau Spaß hat im Schnee und stelle irgendwann fest, das es recht kühl ist und es cleverer gewesen wäre, die Winterjacke anzuziehen. Dabei habe ich sie natürlich.

Man findet aber auch erste Anzeichen von Frühling, ein paar kleine Blümeli kämpfen sich ans Tageslicht. Es sieht jedoch noch mehr nach Winter als nach Frühling aus. 

Kalt. Ab in Zottl. Ich fahr mal noch ein Stück weiter, erstens kommen noch weitere Parkplätze und zweitens muss ich noch entscheiden wo ich heute Nacht parke. Schnell bin ich über den Pass drüber und es geht schon wieder bergab. Im Augenwinkel seh ich eine Abzweigung auf einen geräumten Schotterparkplatz...zum bremsen jedoch zu spät, aber ich merke mir den mal und fahre weiter bergab. Den nächsten Parkplatz nutze ich zum drehen, schaue noch dem Schweizer Militär in den Hinterhof, die verstecken hier oben so allerhand Fahrzeuge, und fahre zurück zu dem Schotterparkplatz. Halte gegenüber in einer Parkbucht, renne über die Straße und denke mir: OH!!

Der Parkplatz besteht aus Schotter und Fels, recht wellig...da kann man sich schnell was kaputt fahren, Kandidaten wären da Treppenstufe, Auspuff, Hinterachse, Grauwassertank. Aber, je näher ich mir das anschaue, desto mehr komme ich zur Entscheidung: das geht. Einfach links halten und parallel parken. Da könnte ich sogar halbwegs eben stehen. Gedacht, gemacht!

5 Minuten später stehe ich fast gerade und freu mich. Erstens alleine, zweitens trotz Straße recht ruhig, die Fels- und Schneewände um mich schlucken den Lärm sehr gut. Hier bleib ich.

Jetzt aber raus und Drohne hoch. Noch ist Licht, ist schon gegen 19:00 Uhr. Ich lasse die Drohne kreisen, hab meinen Spaß und beschleunigten Puls. Nach zwei verballerten Akkus ist Schluss. Hätte zwar noch einen dritten, aber mir ist kalt. Nur noch einstellige Temperaturen. Zeit, in Zottl die Heizung anzuwerfen und vor allem auch was zu Essen. Das ging wieder vergessen heute. Mittagessen? Öhmmm.....gelten M&Ms als Mittagesssen? Hmmm....

 

Ich wärme mir mitgebrachte und vorbereitete Reisnudeln mit Gemüse auf, werf noch eine der gekauften Cervelat rein und hau rein. Merke erst jetzt, wie hungrig ich bin. Das Ganze schmeckt sogar.

Danach wird NICHT abgewaschen. Ich habe erstens keine Lust, und zweitens ist es so wenig, da lohnt es sich nicht, das kostbare Wasser zu verschwenden. Ich warte auf das morgige Frühstücksgeschirr, dann lohnt es sich wenigstens.

 

Den Rest des abends bin ich sehr faul. Schaue YouTube Videos und entspanne. Faul halt. Gegen Mitternacht fallen mir die Augen zu, das Bett ruft. Und ich folge diesem Ruf. Hoffend, dass es eine ruhige und gute Nacht wird.

 

Bis morgen und gute Nacht.

 

Kai

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