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#210 Die letzte Tour mit Avanti on Tour 2020 - Über dem Nebel und unter den Wolken - Rheinschlucht & Safiental

Moin zusammen,

boah...was ne Nacht. Hat das hier oben gestürmt und den Zottl durch gerüttelt. Alter Schwede. Das hat man davon, wenn man so exponiert steht. 


Noch vor Sonnenaufgang bin ich wach nach dieser unruhigen Nacht. Und als ich sehe, dass das Wetter und die Sicht bombe sind, muss es schnell gehen. 

Gut, die Timelaps verkacke ich, kann ja mal passieren, aber meine Canon R6 verkackt nix und macht heute morgen bei tollem Licht gigantische Bilder. 
Wir blicken auf ein Nebelmeer, im Hintergrund die Alpen und schwupps...da ist die Sonne. Hab mich gerade noch rechtzeitig durch die Dachluke geschoben um alles zu sehen. Fantastisch. Was für ein Blick, was für ein Wetter...uff...und war für ein WIND. Kann den mal bitte einer abstellen! Danke!

Auch des Avanti's Dirk würgt sich durch seine hintere Dachluke, wobei er es einfacher hat, seine ist größer als meine. Die Unterhaltung ist schwierig bei dem Sturm, aber ich vermute jetzt einfach mal, es gefällt ihm hier und er hat nix zu mosern. 
Naja, und wenns doch was zu mosern gibt, dann wird er das jetzt machen und ich höre es nicht, wegen dem Wind...somit: alles prima!

Ich harre noch etwas aus im Sturm, Dirk taucht wieder ab, nur um kurz darauf am vorderen Heki aufzutauchen. Irgendwas ist lose bei ihm...äh seinem Avanti. Er hat Duck Tape in der Hand und will sein Dach festkleben....oder so. 

Irgendwann höre ich von innen lautes Schimpfen...huch...Co-Pilot..was ist los? Irgendwas mit Wind....Fell...verknoten...Sturm in Zottl...ach...ich hör nur die Hälfte von dem was er vor sich hin grummelt. Wird schon nix wichtiges sein. 

Nach einigen weiteren Minuten wird es mir etwas frisch und ich tauche zurück in Zottl. Da liegt ein verwuschelter Co-Pilot. Huch, was ist denn mit Dir los...warst du im Wind!?
Uff...wenn Blicke töten könnten...mein letztes Stündlein hätte jetzt geschlagen. Ups...äh ich muss nach vorne in die Dinette, Heizung höher stellen. Ich wuschel ihm noch kurz durchs Fell und bin weg.


                

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Hey, und bevor ich jetzt irgendwas anderes mache...da steht noch ein schönes Paket rum. Das so als Frühschoppen zu öffnen, wäre doch schön. 
Gedacht, gemacht. Während es von hinten grummelt...oder ist das der Wind...packe ich fröhlich viele Twix Spekulatius aus... Verhungern müssen wir also nicht! Sooo geil!!!

Später geht es nochmal durchs Fenster aufs Dach. Dort treffe ich wieder Dirk.

Er: hast du meine WhatsApp bekommen

Ich: Nö

Er: Frühstück 09:30 Uhr
Ich: ok

 

Kommunikation: können wir!!!

Um 09:30 Uhr steh ich halbwegs parat und mit Essen in der Hand bei den Avanti's. Der Wind hat sich etwas gelegt. Meinen Kaffee trage ich heute auch selbst mit mir rum, ich kann also auch Kaffee kochen. Und auch sonst bringe ich Essen mit, ich schnorre mich also mal nicht durch.
Das Frühstück ist herzhaft und herzlich wie immer, im Anschluss darf ich auch wieder abtrocknen. Juhu!!!!

Als Nachtisch...ein Drohnenflug...jedoch nur einen kurzen. Neben uns starten und landen Helis, Flugschule. Da will ich nicht im Weg sein. Ja, fliege hier gerade dicht an anderen möglicherweise fliegenden Objekten, aber:


So ein Heli startet nicht von jetzt auf gleich. Der muss erstmal 5 Minuten warm laufen, so dass ich locker hätte landen können wenn da Flugbetrieb startet. Und anfliegende Helis sieht man auch schon Meilenweit im Voraus. Somit ist das Risiko recht gering.

 

Und irgendwann, nachdem alles erledigt ist, heißt es: Co-Pilot, Friedrich...Abfahrt...schwupps...sitzen sie vorne neben mir und es kann losgehen. 



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Google sagt wir müssen links, der Avanti Dirk ist jedoch schon rechts gefahren, also verärgere ich Google Maps und fahre auch rechts. Doch wer schimpft? Nicht etwa Google Maps...das ist beschäftigt mit rechnen. Nein, der Co-Pilot legt los. 
Ich glaub ich steh im Wald...stelle das Hörbuch lauter und ignoriere ihn. Irgendwann gibt er auf und es herrscht wieder Ruhe. 
Im ignorieren bin ich echt gut!

Google sagt nach einigen herrlichen Höhenmetern mit Blick auf Bodensee und in die Ferne...: Alter, hier links...ok...Blinker, abbiegen...dann kommt ein Schild: 3,5 T. Na, passt ja für uns!

Kaum an dem Schild vorbei, quäkt das Funkgerät. Dirk!
Er: Hör ma, Du weißt aber schon das ich da nicht lang fahren darf!?
Ich: ja
Er: warum fährst Du dann da lang?
Ich: weil ich hier lang fahren darf! Du  musst mir ja nicht hinterher fahren!
Er: schweigen...schimpfen...Over and out!

Ach, ich liebe es!!!
Friedrich verdreht die Augen...er hält nix davon, Verkehrsregeln zu dehnen. Kein Wunder, als unser CFO ist er natürlich von der genauen Sorte. Da gibt es keinen Graubereich...alter Rappenspalter!

Egal, wir fahren weiter. Schlussendlich zeigt sich, die Strecke kann auch ein 7,5 Tonner fahren. Das Schild steht wohl nur rum, um LKW daran zu hindern, diese Straße als Abkürzung zu nehmen und Anwohner vor Lärm zu schützen. 
Und noch was zeigt sich: das wars mit Sonne! Die Suppe...blub....und wir sind drin. Mitten im Nebel des Grauens. In diesem tummeln wir uns die nächste Stunde auf dem Weg gen Sargans und später gen Chur. 

Doch je näher wir Chur kommen, desto besser wird das Wetter wieder. Ist ja klar, da ist ja auch Jens unser Schönwetter-Bub.
Und genau mit dem hat der Co-Pilot unterwegs WhatsApp kontakt. Wie Jens des Co-Piloten WhatApps lesen kann, ist mir zwar ein Rätsel, aber wir schaffen es, ihm mitzuteilen wo wir sind und wann wir ca. ein einem möglichen Treffpunkt sind.


Und so verlassen wir bei Sonnenschein die Autobahn bei Bonaduz, fahren durchs Dorf und stoppen an dem offiziellen Stellplatz hier in der Region. Einmal ohne alles, aber man darf hier offiziell mit dem Camper nächtigen. Ob man allerdings unter den 40.000 Volt Leitungen wirklich stoppenwill, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Bei Ankunft schreibe ich Jens, dass wir am Treffpunkt sind. Sonja, Dirk und ich entscheiden, dass wir hier eine Pause einlegen und n Kaffee trinken, Spekulatius Twix und Kekse essen. 

Doch bis es zum Kaffee kommt, geschieht ein Wunder. Und ich schreib das jetzt nicht nur so, es ist wirklich eines. Es wird in die Geschichtsbücher eingehen als magischer Moment bei TravelCampingLiving. Vermutlich wird sowas auch nie wieder vorkommen. Denn Wunder wiederholen sich ja im allgemeinen nicht. Auf jeden Fall lässt es meine Mittfellreisenden sprachlos zurück. Und das will schon was heißen.

Dazu sei gesagt, der Platz hier ist brutal matschig. Viel Schnee, Tauwetter....mit normalen Schuhen kommt man hier nicht weit. Auch wenn Dirk es mit seinen Adiletten versucht. Kurz drauf holt er sich seine Killer-Feuerwehr Stiefel mit Stahlkappen aus dem Avanti Heck und schnürt sie sich an die Beinenden. 

Ich sitze noch auf meinem Fahrersitz, Tür offen und jammer. Mach ich ja sonst nie...aber hier schon. Ich jammer, weil alles so matschig ist und ich mit meinen normalen grün/orangenen Schuhen nicht raus kann. Meine Gummistiefel stehen soweit weg an der Schiebetür....
Diese Gejammer nimmt der liebe Dirk ernst...äh...oder doch nicht...auf jeden Fall geht er um Zottl, öffnet die Schiebtür und schnappt sich meine Gummistiefel. Ich unterstelle ihm ganz schnell Diebstahl, weil ich vermute, er stellt sie jetzt ans andere Ende des Parkplatzes und lacht sich n Ast wenn ich da mit meinen grün/orangenen Schuhen durch den Matsch hin eiern muss.

Doch weit gefehlt. Er bringt mir tatsächlich die Gummistiefel an die Fahrertür. Unglaublich! Wenn das keine Wunder ist...dann weiß ich auch nicht. Nun gut, anziehen möchte er sie mir nicht, auch nicht dabei helfen...aber okay, das ist nur ein kleiner Schönheitsfleck an diesem Wunder. 

 

Als Dank filme ich dann seinen Hintern!

Und da ich ja nun mit Gummistiefeln vor die Tür kann, filme ich noch kurz etwas durch die Gegend, erwische Dirk wie er an Zottl rumfummelt (siehe Video) und schüttle innerlich nur den Kopf. 
Anschließend...Kaffee, Kekse und auf Jens warten. Der hat sich nämlich in der Zwischenzeit gemeldet und ist in 45 Minuten am Treffpunkt. Das läuft ja wie geschmiert heute...naja...fast!

Denn, ist ja klar, das Wetter schwächelt. Kamen wir hier bei Sonne an, herrschen nun Wolken vor. Und ich vermute, das wird sich nicht mehr groß ändern...tja!

 

 

Und als Jens endlich auf dem Parkplatz eintrifft, machen wir uns kurz darauf auf den Weg gen Safiental.


Doch...nicht so schnell. Wir haben ja hier nun einen Local Guide dabei, und der lässt uns natürlich an jedem Sightseeing Spot stoppen. Rheinschlucht zum ersten, Rheinschlucht zum zweiten mit Spaziergang an der Schlucht entlang. Überhaupt nicht gefährlich und Sonja, die solche Abhänge nicht sooo liebt, tut mir etwas leid. Doch sie hält sich tapfer und läuft mit.

Belohnt werden wir mit einem tollen Blick und die Bewegung tat auch gut. Und wie ich so vor mich hin filme...bin ich plötzlich alleine. Alle anderen zurück gelaufen, weg! Nur gut können sie nicht ohne mich fahren...

Aber, es lohnt sich etwas länger hier oben auszuharren. Der Zug kommt und ich kann noch einen schönen Shot mit meinem Canon R600 Objektiv machen. Genial!!!
Und da das nicht mehr zu toppen ist heute, laufe ich im Anschluss auch zurück, hole die Pappnasen ein und kurz darauf geht es weiter ins Safiental rein.

Je weiter wir ins Tal vordringen, desto enger werden die Straßen. Erst zweispurig und gut, später einspurig und etwas uneben. Aber der lange Weg lohnt sich. Je weiter wir kommen, desto spektakulärer wird das Tal. Dazu liegt hier noch eine ganze Menge Schnee rum von vorletzter Woche. Wow! Wunderschön. Schade spielt das Wetter nicht mit. Es bleibt bewölkt. 

Die Strecke zieht sich, wir filmen uns etwas gegenseitig und genießen die Fahrt. Allerdings ist gut Verkehr und es wird hier und da ziemlich eng. Breiter als ein Kastenwagen wollte ich bei dieser Zufahrt nicht sein! 
Zu guter Letzt kommt auch noch der Postbus...zum Glück nur ein kleiner...und er ist so nett und wartet an einer breiteren Stelle bis wir vorbei sein. Vielen Dank dafür!

Die letzte Sache, die uns den Tag noch ruinieren könnte: wenn der Parkplatz am Ende des Safientals nicht geräumt ist. Den ortsunkundingen Avanti schicken wir mal vor, sozusagen als Kanonenfutter. Doch wir haben Glück, der Parkplatz ist top geräumt und bietet auch noch Platz für uns. Ein paar PKW stehen rum, Langläufer oder Schneeschuhler, die werden heute Nacht weg sein. Vermutlich sind wir hier alleine in der kommenden Dunkelperiode.

Wir sortieren uns auf den Parkplatz. Dann mal raus hier und die Beine vertreten. Dirk läuft wieder der Witterung angepasst in Adiletten rum....man, man, man....und dann endet das Video an dieser Stelle und wir sind gespannt wie es von hier aus weiter geht. 

Vielen Dank fürs Mitreisen und bis zum nächsten Blogbeitrag.

Viele Grüße
Kai

 


GPS Koordinaten:

Morgens: 47.410982, 9.541116

Safiental: 46.619903, 9.277038



      

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