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#291 - Lago del Naret - Zwei sind verschwunden...

Moin,

 

heute klappt das mit der Erinnerung, wir waren gerade am Lago del Naret im Tessin angekommen und die Vorbereitungen fürs Abendessen starten. Mit dabei, ein Bier von Thomas, mein HighFire und Holz vom anderen Thomas. 
Das Abendessen ist schon lange entschieden. An diesem Ort muss es einfach Raclette geben. Co-Pilot und Friedrich bleiben diesem Gelage lieber fern, der Käsegeruch ist nix für ihre feinen Nasen. Dennoch, erscheinen sie mir heute ein wenig komisch und aufgeregt. So, als würden sie was aushecken...doch vergesse ich das vor lauter Hunger schnelle wieder. Rächen wird sich das am nächsten Morgen. Doch ich will nicht vorgreifen...

 

Die Vorbereitungen fürs Abend essen sind in vollem Gang, Käse wird geschnitten, Salami zerkleinert, Feuer entzünden, Zwiebeln und Knoblauch gehäckselt und viele mehr. Das Buffet ist gut gefüllt. Einzig auf die Kartoffeln warten wir lange. Auf 2.300 m brauchen die ewig. 

 

Irgendwann, wieder mal kur vor dem Hungertod, ist es endlich soweit. Alles ist parat, die Pfännli können gefüllt werden, das Feuer ist heiß. Die Pfännli kommen unter das Feuer, auf das Edelstahltablett von www.styyl.de. Und kurz darauf beginnt der Käse zu schmelzen und uns läuft das Wasser im Mund zusammen. 

Viele Pfännli werden so zubereitet. Unsere Mägen füllen sich bis irgendwann das Limit erreicht ist. Das Tageslicht verschwindet währenddessen immer mehr und die Temperatur sinkt deutlich. Es wird frisch. 
Puh...was für ein geniales Abendessen mit Blick über die Seen bis rüber zu den Staumauern. Grandiose der Blick, hervorragendes Essen .Unser hart erkämpfter Platz bereitet uns viel Freude. 

                 

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Doch die Kälte zwingt uns zum Handeln. Schnell die Lebensmittel verräumen und näher ans Lagerfeuer rücken. Die Alternative wäre, im Van sitzen mit Heizung an...aber dafür ist es draußen viel zu schön. Holz haben wir zum Glück noch genug, daher: Feuer frei! Wir geben alles um es gemütlich warm zu haben.

 

Zwischendurch bin ich auch mal kurz in Zottl und sehe Friedrich und Co-Pilot die Köpfe zusammenstecken. Was ist da nur los, geht es mir durch den Kopf...schnappe mir den Himbeerschnaps und bin wieder raus und vergesse die beiden. 

 

Der Abend zieht dahin, wir schauen runter, sehen überall Taschenlampen rumlaufen. Die Zeltler sind unterwegs und versuchen, nicht verloren zu gehen. 
Wir halten uns an Bier und nem Schnäpsli fest und genießen die wohlige Wärme. Thomas geht irgendwann pennen, so dass nur noch der 4x4 Thomas, Susanne und ich am Feuer sitzen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. So sollte jeder Tag enden, per Gesetzt!

Wann wir ins Bett gehen? Keine Ahnung! Vermutlich um Mitternacht rum...oder etwas später. Ist aber auch egal, es war ein toller Tag und Abend und wird im Gedächtnis bleiben. Lago del Naret ist schon irgendwie ein magischer Ort, selbst wenn viel los ist.

 

Zurück in Zottl benehmen sich die zwei Mitreisenden wieder unauffällig. So wie immer. Sitzen lethargisch auf dem Sitz des Co-Piloten und lassen sich bereitwillig (evtl. etwas zu bereitwillig????) nach hinten ins Bette tragen.  Hm.....

Doch ich bin zu müde und kaputt um der Sache auf den Grund zu gehen. Mache noch schnell eine Runde durchs Bad und lege mich schnell ins Bett. Auch in Zottl kühl, 12°C ist nicht viel im Nachtgewand. 

Kaum liege ich, bin ich weg und bekommen nix mit von dem, was am frühen morgen passiert...


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Guten Morgen, 08:30 Uhr am Sonntag Morgen. Ich erwache gut erholt, öffne das seitliche Fenster auf meiner Bettseite, schaue raus....herrlich! Die Sonne ist schon am Himmel, der See beschienen und die Sicht einfach ein Traum. 

Gerade will ich dem Co-Pilot Bescheid geben, doch auch einen Blick rauszuwerfen, als ich feststelle....er ist nicht da! Das Bett neben mit zeigt keine große Nase. Auch keine kleine! Auch von Friedrich keine Spur. Komisch! 

Wahrscheinlich hockt der Co-Pilot auf'm Klo und Friedrich turn im Cockpit rum, denke ich mir, als ich aufstehe und die Heizung höher stelle. 

Ein Blick ins Bad fördert jedoch keinen Co-Pilot zu Tage und das Cockpit ist auch verwaist. Seeehr seltsam. 

Anziehen und vor die Tür. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber vielleicht sitzen sie ja vor Zottl und sonnen sich. 

Doch auch dort...niemand. Aus Verwunderung entwickelt sich leichte Sorge. 

Mit meiner Camera laufe ich gen Grillstelle von gestern Abend und treffe dort auf die anderen. Moin....! Auch hier hat niemand Co-Pilot und Friedrich gesehen. Die beiden bleiben verschollen.

Haben die letzte Nacht den Lago del Naret unsicher gemacht und Zeltler erschreckt?  Wurden sie geschnappt und einkassiert? Ist der Co-Pilot in den See gefallen und kommt nun nicht mehr raus? Hat Friedrich es mal wieder mit dem "tief ins Glas schauen" übertrieben? Viele Fragen gehen mir durch den Kopf als ich herumlaufe und nach den beiden Suche. 

Ich beginne, mir ernsthafte Sorgen zu machen. 

       

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Ich suche die Gegen um unsere Vans ab, suche den See nach einem oben treibenden Co-Pilot mit Friedrich als Segel ab....nix. Das gibts doch nicht!

Weg! Einfach verschwunden. Wie soll es hier nun weitergehen? TCL ohne die beiden? Unvorstellbar!

In meiner aufkeimenden Verzweiflung, drehe ich mich zu einer sicher 4 Meter hohen Mauer um die den Hang hinter uns stützt....und sehe....in aller Seelenruhe dort sitzend...meine zwei flauschigen Fellfüße mit baumelnden Beinli. Gefunden! Am Rand der Mauer sitzen sie, gefährlich nah am Abgrund. Ich bin kurz erleichtert, dann erschrocken. Passt bloß auf, dass ihr da nicht runter fallt.

 

Was treibt ihr da oben? Doch als ich genauer hinschaue, sehe ich, dass da noch was vor ihnen steht. Quasi noch näher am Abgrund. Vor dem Co-Pilot steht meine Insta360 ONE R 1-Inch. Und vor Friedrich ist ein kleines Stativ mit Handy aufgebaut. WTF!
Doch langsam fällt der Groschen...die beiden Pappnasen haben den Sonnenaufgang fotografiert/gefilmt. Ihre Ausrichtung stimmt und ihrem Grinsen nach war es wohl ziemlich genial.

Die Frage die sich mir nun stellt? Wie kommen die beiden von dort nun wieder runter? Ich versuche, sie mit Frühstück zu locken. Nix. Rede ihnen gut zu. Nix. Werde etwas ungehalten und schimpfe. Nix. 
Einzig der Co-Pilot beginnt etwas rumzuzappeln. Ich rufe ihm zu, er solle aufpassen. Er zappelt weiter. Irgendwann wird es mir zu blöd und ich rufe hoch: Kommt jetzt sofort runter! 

 

Der Co-Pilot zappelt daraufhin noch mehr rum und macht komische Anstalten. Meine Hinweise, er solle aufpassen und nicht runterfallen, verpuffen in der morgendlichen Sonne. Die Lage spitzt sich immer mehr zu. Immerhin Friedrich bleibt noch gelassen und passt auf. 
Doch kaum auf Friedrich fokussiert, sehe ich gerade noch, wie der Co-Pilot da oben die Balance verliert, die lange Nase und der dicke Bauch tun ihr übriges und schon neigt sich der Co-Pilot gefährlich nach vorne. Er verliert den Halt auf der Mauer und stürzt..... Der Co-Pilot im freien Fall. Ich schaue mit Entsetzen hoch...das glaub ich jetzt nicht. Der fällt da jetzt echt runter....


Doch natürlich hatten wir mit sowas gerechnet und sind vorbereitet. Susanne und ich stehen mit einem Sprungtuch bereit und versuchen, den Co-Pilot damit aufzufangen.  Nicht ganz einfach, die Flugkurve von ihm gleicht einem nassen Sacke...nah an der Mauer entlang. Wir müssen uns mit dem Tuch in Sekundenbruchteilen näher an die Mauer verschieben um den Co-Pilot zu erwischen bevor er auf dem Boden aufschlägt. Er stützt mit der Nase voraus, das würde ein sehr schmerzhafter Aufprall werden. 

 

Mit all unserer Geschicklichkeit verschieben wir uns also gen Mauer und haben Glück. Erwischen den Co-Pilot mit dem Sprungtuch in das er kurz darauf tief eintaucht. Puh....wir haben ihn! Er ist gerettet. Aus dem Sprungtuch kommt Gegrummel...der Herr scheint sich doch etwas die Nase gestaucht zu haben. 

Doch wir können uns dem nicht länger widmen, denn Friedrich ist noch oben. Was macht er nun?

Natürlich, wie könnte es anders sein, eifert er seinem großen Bruder nach....fängt auch an da oben rumzuhüpfen und zu zappeln.

Ich rufe gerade noch hoch, er solle aufpassen...als alles zu spät ist. Wie Batman segelt auch Friedrich von der Mauer. Wenn ihn jetzt eine Windböe erwischt, ist es vermutlich aus mit ihm und es verweht ihn bis nach Italien. 

Doch wir haben wiederum Glück, kein Wind, das Sprungtuch noch in der Hand, landet Friedrich neben einem noch immer grummeligen Co-Pilot. Alter, euch beiden spinnt es doch komplett!!

 

Nachdem sich alle von dem Schreck erholt haben, sitzen Co-Pilot und Friedrich entspannt in meinem Stuhl im Schatten von Thomas und Susanna's Markise und tun so, als wäre nix passiert! Man, man, man. Wer hat die eigentlich erzogen!


Und da wir jetzt irgendwie alle Hunger haben, holt Thomas seinen Enders Grill raus und zaubert ein perfektes Rösti. Zwar ohne Flugdrehung, das das macht dem Geschmack aber gar nix. Wir Frühstücken zur Mittagszeit wie die Könige. Auch Co-Pilot und Friedrich bekommen was ab, hatte ich sie doch mit einem Rösti vorhin auch versucht zu locken. 

 

Und da noch niemand aufbrechen will, baut Susanna  noch etwas im Omnia. Ich leihe ihr dafür meinen neuen Stabmixer mit Rührbesen Funktion. So macht es sich leichter, den Bärenmuffinteig zu rühren. Hab ich doch auch meinen Beitrag zu Kaffee und Kuchen geleistet. 

Viele Minuten später sind die Muffins fertig und schreien danach, lauwarm gegessen zu werden. Wow...!

 

Das Wetter mittlerweile nicht mehr ganz so super. Über uns entwickelt sich eine große graue Wolke. Das wird doch wohl nicht noch....

Doch vorerst haben wir Glück. Es bleibt trocken! Meine Wolke spendet lediglich Schatten. Leider soviel, dass es frisch wird und ich ne Weste brauche. 

 

Und bevor es zu frisch wird, machen sich meine menschlichen Mitreisenden auf den Weg zurück ins Tal. Es ist früher Nachmittag. Unser Team bleibt noch etwas hier. Einfach zu schön um schon abzufahren.  So filme ich noch aus der Ferne, wie zwei Kastenwagen sich auf den Weg über die Schotterpiste zurück zum See machen und dann bis vor zur Staumauer schaukeln. 

 

Und wir?
Die Sonne sehe ich zwar nicht mehr, aber immerhin auch keinen Regen. Ich trage meine EcoFlow Delta 1300 Powerstation vor die Tür, meinen Lapi ebenfalls und beginnen eine Video zu schneiden.  Gegen das schlechte Gewissen, wieder nix gemacht zu haben an diesem Wochenende. 
Zum Glück komme ich auch gut voran, niemand stört mich, nix lenkt mich ab. Erst gegen 18 Uhr merke ich, dass der Hunger zurück kommt. Nur gut hab ich noch Curry von vorgestern im Topf. Das strecke ich mit Sahne und weiterem Currypulver, werfe vorgekochten Reis hinzu und haben 15 Minuten später Essen in einer Schüssel. Keine Offenbarung, aber essbar.

Nach der Fütterung, baue ich so langsam meine Zelte ab. Will nicht bei völliger Dunkelheit runter ins Tal fahren. Da seh ich ja nix. Somit, alles wieder in Zottl, fahrfertig machen, Co-Pilot und Friedrich platzieren und ab geht die Post. 

Die Strecke bis runter zum See filme ich noch intensiv. Immer wieder muss ich stoppen, Kamera draußen aufstellen, wieder holen, umplatzieren. Bekomme noch ordentlich Sport. 

 

Der Rest der Strecke ist im weiteren Verlauf Routine. Am See entlang, über die Mauer und über viele Kurven und an Abhängen vorbei, runter ins Tal. Als ich am Lago Sambuco ankomme, ist es schon fast dunkel. 3 h Fahrt liegen noch vor uns. Entsorgt wird zwischendurch an der Autobahn, an einer V&E Station. 

 

Immerhin haben wir keinen Stau mehr am Gotthard als wir dort zwei Stunden später ankommen. Dafür beginnt der Kampf mit der Müdigkeit. 

Wir schaffen es jedoch gut nach Hause. Dort wird noch schnell ausgeladen und der Datentransfer von den diversen SD Karten auf den Laptop beginnt. Zeitraubende Arbeit aber unumgänglich. 

So endet die Tour also wieder mal an einem späten Sonntag Abend. Wir sagen Dankeschön fürs Mitreisen und bis zum nächsten Mal.

Viele Grüsse
Kai und Team

 

 



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