Vom grünen Lac de la Gruyère ins tief verschneite Saas Fee

Nach 3 Monaten in Nutzung und doch etlichen Nächten in Zottl, gibt es die ersten kleinen Defekte.

 

1. Die Gummi Halterungen der Topfträger sind defekt, also nicht alle, aber am linken Topfträger zwei Stück. Somit ist der Träger nicht mehr stabil und wackelt 

2. Ein altes Problem ist wieder da, hinten rechts das Fenster ist undicht. Nach dem Regen hier am Lac de la Gruyère, sammelt sich unten links am Fenster wieder Wasser

 

Erinnerung an mich: Termin bei Auto Melzer in Jestetten machen.

 

Ansonsten alles tip top. Naja alles, nicht ganz, aber dafür kann Zottl nix. Meine SD Karten die ich in meiner Canon 77D verwende sind nicht schnell genug. Die Aufnahme bricht gerne nach 3-4 Sekunden ab, weil die Schreibgeschwindigkeit nicht ausreicht. Okay, if filme auch in Full HD mit 50 Frames/s. Das ist nicht wenig. Ich brauche neue SD Karten….puh…wieder mal Geld ausgeben.

Meine GoPro hat sich über Nacht irgendwie entladen. So kann ich heute Morgen nicht filmen. Muss ich erst während der Fahrt wieder aufladen.

 

Aber sonst alles tip top. Naja, eigentlich nicht ganz, das Wetter ist immer noch besch**** heute Morgen am Lac de la Gruyère. Weiterhin Regen, weiterhin kühl, weiterhin Wind. Hört das eigentlich nie auf?

 

Okay, genug gejammert. :)

                   

Die Nacht am Lac de la Gruyère (Mein Platz dort: 46°41'17.6"N 7°07'16.0"E) war gut, Zottl hat mich durch den starken Sturm wieder in den Schlaf geschaukelt. Ich hoffe, ich gewöhne mich nicht dran. Was mach ich sonst, wenn es mal nicht windet? Der Platz an dem ich stehe, gefällt mir weiterhin gut. Hier komme ich im Sommer nochmal her. Da kann man abends sicher schön den Grill rausstellen und im See baden.

Aber jetzt, auf geht’s. Motor an, 180° U-Turn und den schmalen Weg zurück. Ab auf die Autobahn.

 

Kurz vor der Autobahn, ich seh das Übel schon länger aus der Ferne, schneit es. Stark. Die Umgebung wird langsam weiß. Ich hoffe nur, dass das jetzt nicht bis Lausanne so geht. Da muss ich nämlich in 1 h sein. Und wenn das so weiter schneit, kann ich mir das ans Bein streichen. Selbst auf der Straße setzt es schon leicht an. Ich verringere die Geschwindigkeit.

Kurz darauf kommt mein Glück zurück. Es hört auf zu schneien. Die Straße sieht wieder gut aus. Ich geb wieder Gas um kurz darauf wieder zu entschleunigen. Jetzt geht’s bergab, aber sowas von. Die Autobahn schlängelt sich den Berg runter an den Genfer See. Um nicht dauernd auf der Bremse stehen zu müssen, schalte ich einen Gang runter. Aber nicht überraschend, hilft das nicht viel. Die Motorbremse beim Citroen Jumper ist nicht sehr ausgeprägt. So stelle ich mich nicht permanent auf die Bremse, sondern lasse im Schubbetrieb rollen und bremse ab und an etwas stärker ab um es dann wieder rollen zu lassen. So überhitzen die Bremsen nicht schnell.

 

Unten am Autobahndreieckt halte ich mich in Richtung Lausanne und fahre am Genfer See entlang. Tolle Stecke. Gewaltige Aussicht über den See nach Frankreich rüber. Das sieht sogar bei schlechtem Wetter gut aus.

Pünktlich erreiche ich Lausanne.

 

Dort tue ich Dinge, die hier nicht hingehören. Aber keine Angst, alles legal. Bergwerksarbeit halt.

 

Im Anschluss an die Bergwerksarbeit, telefoniere ich, checke Emails und fahre anschließend wieder am Genfer See zurück, Richtung Montreux und dann weiter Richtung Wallis. 2 Stunden Fahrt gibt mir Google an. Nach Hause hätte ich 3h gehabt. Spare also eine Stunde heute. Und so wie es aussieht, komme ich auch bei Helligkeit in Saas Fee an. Super!

Allerdings weiss ich noch nicht genau, wie die Straßen- und Schneeverhältnisse nach Saas Fee hoch aussehen. Was ich weiss: sie haben ordentlich Schnee da oben. Die letzten Tage kam in der Höhe einiges zusammen. Nun ja, lassen wir uns überraschen. 

Die Fahrt ins Wallis verläuft komplikationslos. Landschaftlich ein Augenschmaus. Die Weinanbaugebiete, der schroffe Fels der aus der Erde ragt und uns klein aussehen lässt. Dieser Landstrich sieht zu jeder Jahreszeit eindrücklich aus. Und er ist grün/braun heute. Heißt, im Tal liegt nix was an Schnee erinnern könnte.

In Susten (Leuk) stelle ich überrascht fest, dass rechts an der Straße eine Womo-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung ist (46°18'39.0"N 7°38'04.1"E). Das muss ich mir anschauen, ich drehe und fahre auf den leeren Platz. 15 CHF kostet eine Übernachtung. Wasser ist abgestellt. So kann ich mein Schwarzwasser nicht entleeren.

Der Platz liegt leider direkt an der Hauptstraße, ist leicht schräg, 4 Stromanschlüsse sind vorhanden für 5 Parkplätze.

Mein Fazit: zur Ent- und Versorgung (kostenlos) genial, zum geplanten übernachten zu laut für meinen Geschmack, als Notfallplatz aber okay. Mehr Infos zu dem Stellplatz gibt’s im YouTube Video unten.

 

Nach meiner ausgiebigen Stellplatz Inspektion geht’s weiter gen Saas Fee. Es geht nochmal durch einen langen Tunnel und von nun an nur noch bergauf mit vielen Kurven. Straße sieht gut aus, schwarz geräumt. Nicht übermäßig Verkehr, niemand drückt von hinten, vorne blockiert auch nix. So fahre ich erstmal recht entspannt berghoch. Die Sonne scheint sogar, die Temperaturen sind im plus Bereich. Auch von viel Schnee ist noch nichts zu sehen, nur zu erahnen wenn man sich die umliegenden hohen Berge anschaut.  

Kurz stockt mir der Atem, als ich nach 8 km berghoch fahren (von 20 km) an eine schlecht geräumte Stelle komme. Von jetzt auf gleich ist die Straße weiß. Das macht mich doch etwas nervös. Aber, und ich atme tief durch, nach 500 m ist die Straße wieder schwarz. Uff….Auf der weiteren Stecke bis Saas Grund läuft es gut. Der Schnee wird neben der Strecke mit jedem Höhenmeter mehr. Die Straße ist schmal, mir kommen Postbusse und Schneepflüge entgegen und ich bin wieder mal froh, fahre ich einen schlanken Kasten.

Zottl schwimmt übrigens wunderbar im Verkehr mit. Ich fühle mich auf keinen Fall als Verkehrshindernis. Die 163 PS leisten gute Arbeit und ziehen mich und ihn gut den Berg hoch. Keinerlei Grund zur Klage. Es macht richtig Spaß.

 

Viele Kurven und Kilometer später erreiche ich Saas Grund. Die Straße im Dorf ist nicht überragend gestreut, aber gut geräumt. Aber wie mag die Straße von Saas Grund nach Saas Fee aussehen. Ich habe in Erinnerung, dass diese recht steil ist und einige enge Kehren aufzubieten hat. Ich bin etwas angespannt.

Die Straße im Dorf macht einen Rechtsknick, es geht über eine kleine Brücke, die Straße…naja…gut geräumt ist anders…kurz denke ich, ob das, was ich hier mache, eine gute Idee ist. Aber zu spät, ich fahre durch einen Linksknick und es geht bergauf. 300 m später werden die Straßenverhältnisse wieder besser. Kaum Schnee, nur hier und da etwas am Rand oder in der Mitte. Puh….dann kommt die erste Kehre. Die Straße ist hier matschig, besonders auf meiner Seite beim Rausbeschleunigen. Ich fahre deutlich auf die Gegenspur, die Sicht ist gut und niemand kommt von oben. Zottl müht sich ein wenig mit Traktion hab ich den Eindruck, packt es dann aber gut und beschleunigt wieder. Nach der Kehre werden die Straßenverhältnisse auch wieder besser.

Durch die nächster Kehre geht es gut, raus beschleunigen kein Problem, es geht aber gut bergauf. Die Temperatur ist mittlerweile bei -1° angelangt. Für ca. 1.700 m Höhe und Januar nicht wirklich kalt. Aber die Temperatur wirkt sich unmittelbar auf die Straßenverhältnisse aus. Die Strecke ist grau und mit Schneematsch versehen. Je weiter ich fahre, desto schlechter wird es, irgendwann ist sie ziemlich weiß/grau.

Wie weit ist es noch Frage ich mich. Wird das etwa noch schlimmer? Schlimmer wird es, aber nicht hier sondern gleich. Ich fahr am Ortsschild Saas Fee vorbei, ich hab es geschafft, viel kann jetzt nicht mehr schief gehen. Ja, denkste….

Kurz darauf fahre ich am Schild für den Stellplatz vorbei, in 100 m links. Alles klar. Ich setzte den Blinker, sehe links an der Stellplatz Einfahrt einen LKW der gerade Schnee den Hang runter entlädt. Ich fahre in die Einfahrt und stoppe erstmal. Die Einfahrt ist nicht geräumt. Es liegen sicher 15 cm Schnee, die Schranken sind immerhin oben. Die Einfahrtspur macht jedoch einen leichten Linksschwenk. Und rechts ist eine Wand. Aufgrund der schlechten bzw. gar keiner Räumung der Strasse, hab ich die Befürchtung, nach rechts zu rutschen und die Wand zu touchieren. *Hup*…hä, wer hupt da und stört meine Überlegungen….*huuup*…. Oh man…wer nervt?

Ah, die Truckfahrer, die hier den Schnee aus dem Dorf entsorgen…ich steh ihnen wohl im Weg. Sorry Jungs! *huuup*….ja, leck, ich habs verstanden!

Also, schnelle Entscheidung: ich muss und will auf den Parkplatz. Also fahre ich los. Allerdings nicht über die Einfahrt, sondern über die Ausfahrtspur. Die ist gerade. Streckenführung geht sehr leicht bergab, das sollte hoffentlich gehen bei dem Schnee. Gang rein  *huuuup* los geht’s.

Exit und Einfahrt fängt ja beides mit E an, ist also irgendwie ähnlich. Niemand kommt mir entgegen, ich fahre nicht zu langsam um im losen Schnee nicht hängen zu bleiben. Es läuft, ich komme auf den Platz. Der ist ebenfalls ungeräumt. Ich will nicht stoppen im hohen Schnee, suche mir im Fahren aus wo ich stehen kann, fahre hin, Motor aus. Durchatmen. Angekommen (46°06'37.4"N 7°56'00.1"E). 

Hm… ich stehe etwas nah an meinem linken Nachbarn. Nach rechts ist mehr Platz. Egal.

Geradeaus geht es steil den Berg runter, die Aussicht auf die Berge ist der Hammer. Freie Sicht, beste Lage. Wahnsinn!

 

Erstmal an die frische Luft. Beim Aussteigen begrüssen mich 15 cm Neuschnee. Servus!

Nicht viel los hier. Außer Zottel stehen hier noch 4 oder 5 andere Fahrzeuge. Prima. So gefällt mir ein Stellplatz. Strom gäbe es hier, ich hab aber kein Stromequipment dabei. Meine zwei Batterien sollten das die zwei Nächte packen.

Als nächstes schaue ich mir die Toiletten von außen an. Kleiner Container am Rande des Stellplatzes. Daran hängen auch die Platzinfos. Man soll sich den Bürgerpass im Tourismusbüro besorgen um statt 40 CHF nur 23,50 CHF zu zahlen pro Nacht. Der Bürgerpass kostet pro Nacht 4,5 CHF. Macht also Sinn.

Ich war zwar schon mal hier, erinnere mich aber nicht, wo das Tourismusbüro ist. So beschließe ich, ins Dorf zu laufen. Saas Fee ist autofrei, nur Elektrofahrzeuge fahren überall rum. Und dazu Schneepflüge, Schneefräsen, LKW mit Schnee drauf….hab das Gefühl, das Dorf gräbt sich gerade aus.

Das Tourismusbüro finde ich schnell (46°06'33.0"N 7°55'45.5"E), ist am Ortseingang auf der rechten Seite. Und sogar geöffnet am Freitagnachmittag. Auf dem Weg dorthin höre ich etliche Explosionen. Die Lawinensprenger sind unterwegs. Auch den Heli höre und sehe ich fliegen. Hoffe, die Jungs machen alles schön parat für morgen, will ja auf die Piste zum Boarden.

Ich bekomme den Bürgerpass ohne Probleme und beschließe noch eine kurze Runde durchs Dorf zu laufen. Schön verschneit, hier sieht es richtig nach Winter aus. Teilweise blauer Himmel und weiße Berge rundum. Fantastisch! Im Dorf ist nicht viel los. Ein kalter Wind pfeift durchs Dorf. Hoffe, dass der sich noch legt, nicht dass die Bahnen morgen aufgrund Windes nicht öffnen können.

 

Ich beende meine Runde. Laufe zum Parkhaus, dass direkt hinter dem Stellplatz ist. Ich bekam ja kein Einfahrticket als ich auf den Stellplatz fuhr, die Schranken waren ja offen. Der dortige, sehr freundliche Mitarbeite im Terminal A, sagte mir, kein Problem! Ich solle am Sonntag, bevor ich abfahre, vorbeikommen. Dann könne ich zahlen und würde ein Ticket bekomme. Prima!

 

Gehe zum Aufzug, Drücke Level -5, komme an, wunder mich, bin falsch, zurück zum Aufzug, war dann wohl doch Level -6. Et voilà, ich finde zurück zu Zottl. Dabei hauts mich noch 2 mal fast auf den Hintern, rutschig hier. Hinzu kommt, dass es wieder leicht zu schneiden beginnt.

Die Aussichten für morgen: vormittags ruhig und wolkig. Ab Nachmittag und über die Nacht Schneefall und Sturm. Na, das wird spannend, besonders am Sonntag wenn es zurückgeht. So wie der Parkplatz jetzt aussieht, benötige ich Ketten um wieder raus zu kommen.

 

Jetzt baue ich erstmal meinen Laptop auf, Emails rufen. Und plötzlich ist es 19:30 Uhr, ich krieg einen Mörder Hunger, nicht überraschend, hatte ich doch vergessen, Mittag zu essen. Schnell die Reste von gestern aufwärmen, Essen. Danach bearbeite ich meine CMT Videos und um 0:00 Uhr falle ich müde ins Bett.

 

Bonne nuit! (Auch wenn man in Saas Fee eigentlich nicht französisch spricht)

  

GPS Koordinaten:

Freistehen am Lac de la Gruyère:

46°41'17.6"N 7°07'16.0"E

 

Stellplatz Susten (Leuk):

46°18'39.0"N 7°38'04.1"E

 

Stellplatz Saas Fee:

46°06'37.4"N 7°56'00.1"E

 

Tourismusbüro Saas Fee:

46°06'33.0"N 7°55'45.5"E

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Kommentare: 2
  • #1

    Rob.m.de.wit@kpnmail.nl (Mittwoch, 07 Februar 2018 17:19)

    Hallo Kai,
    Was war denn die Ursache von das wasser ins fenster? Hoffentlich kommt keine regenwasser drin? Oder doch?
    Hore gern,
    Rob

  • #2

    Kai (Freitag, 09 Februar 2018 19:11)

    Hallo Rob,

    tja, das Wasser kommt rein, wenn es viel und lange regnet. Also Regenwasser. Irgendwie ist das Fenster nicht 100% dicht. Hatte das Problem schon bei meinem ersten Schwarzwald Trip.
    Bringe Zottl am 17. Februar 2018 zum Händler. Fenster muss neu aus- und wieder eingebaut werden. Das dauert ein paar Tage. Ein paar weitere Kleinigkeiten sind auch noch zu machen.
    Viele Grüsse
    Kai