#2 La Brévine - der manchmal kälteste Ort der Schweiz

Hallo zusammen,

 

schönen guten Morgen vom Grand Ballon im Elsass. Nach ruhiger Nacht, nur ein Regenschauer hat uns gestreift, empfängt uns der Morgen mit strahlendem Himmel, Sonne und angenehmen Temperaturen. Um 08:30 Uhr ist es hier oben noch recht ruhig. Und das, obwohl wir hier an einem Touristen Spot sind.
Ich werfe mal einen Blick nach draußen und sehe, Adrian ist schon auf, und sitzt im Kasten. Da reiße ich mal die Tür auf und begrüsse ihn mit einem noch nicht ganz wachen "guten Morgen". Er ist schon recht fit und meint, der Brotteig sei schon am gehen und in ner Stunde könnten wir frisches Brot frühstücken. 

Ich halte diese Aussage erst mal für einen Scherz, hatte ich doch gestern den Witz gemacht, er könne doch am nächsten Tag in seinem Omnia Ofen frisches Brot für uns machen. 

Als er mir dann jedoch den Teig zeigt, den es aus einer Brotbackmischung vorbereitet hat, bin ich baff. Aus meinem Scherz vom Vortag, wird nun doch tatsächlich Realität. Wie geil ist das denn?! Frisches Brot backen, in einem Kastenwagen. Hammer cool! Adrian, geile Sache!!!!

So räumen wir wieder unser Camping Gear raus, Tisch, Stühle, Geschirr. Stellen alles schön in den Zwischenraum zwischen unseren Kästen und warten, bis das Brot fertig ist. Dazu gibt's noch Honig, welchen wir im Shop kaufen, den wir gestern noch kurz angeschaut hatten. Schon geschickt so ein Honig und Marmeladen Laden auf der Passhöhe.

Und so sitzen wir gegen 10 Uhr beim Frühstück, genießen frisches Brot und leckeren Honig und fragen uns, warum das Leben nicht immer so schön sein kann. Während wir so vor uns hin kauen, fragen wir uns, wo soll es heute noch hin gehen. Wir unter Männern so üblich, ist das keine große Diskussion. Als Vorschlag steht La Brévine im Raum. Einer der im Winter kältesten Orte der Schweiz. Im Jura gelegen, knapp an der französischen Grenze. Ich war dort noch nie, wollte aber schon immer mal hin. Adrian kennt den Ort schon. Hat auch Bock drauf, also entscheidne wir schnell und einfach: das wird unser Ziel für heute Nachmittag. 
In La Brévine ist einen großen Parkplatz außerhalb des Ortes an einem kleinen Badesee gelegen. Genug Platz für Camper die dort auch offizielle parken und nächtigen dürfen. Wir erwarten einen gut besuchten Platz und machen uns gegen Mittag auf den Weg. Auf dem Grand Ballon wird es gegen 12 Uhr richtig voll, die Parkplätze gehen aus. Als wir los fahren, wartet schon ein neu ankommender Camper auf meinen Spot, ein PKW auf Adrians Parkplatz. Es gibt kurz ein wenig Parkplatz Tetris eh wir raus kommen und die Neuankömmlinge rein.
Aber alles ohne Stress und hupen...

Los gehts vom Berg wieder runter, auf die Autobahn, das erste Mal Péage zahlen mit Zottl, noch ein wenig weiter und schon geht es wieder runter vom Highway und quer durch die Pampa der Doubs entlang. Eine schöne gewundene Strecke die mit Zottl richtig Laune macht. 
Unterwegs an einem kleinen Parkplatz machen wir einen Stop und erholen uns ein wenig von der Kurven Hatz. Essen unseren gekauften Kuchen in dem wir ihn brüderlich Teilen, genießen den schönen Schattenplatz und machen uns nach 30 min Pause wieder auf den Weg gen Schweiz und La Brévine. 
Viele Kurven, Höhenmeter und schöne Aussichten rollen wir über die Grenze und sind wieder auf eidgenössischem Boden. Jetzt nochmal etwas bergab und wir sind dort, wo wir hinwollen. In La Brévine lasse ich dann Adrian vorbei und vorfahren, schließlich war er schon mal da und kennt den Weg. Zielsicher führt er uns auf den Park/Stellplatz und wir suchen uns ganz links ein Eck im Halbschatten. Soooo viel los wie befürchtet, ist gar nicht. Die Camper die hier schon auf ihren Keilen thronen, parken großzügig und genießen das schöne Wetter.
Man kann hier theoretisch auch das kleine Sträßchen direkt am See entlang nach hinten fahren. Eine schöne größere Parkbucht wäre dann das Ziel. Es ist aber schon von weitem ersichtlich, dass diese bereits gut zugeparkt ist. So sparen wir uns den Weg und bleiben auf dem großen Parkplatz stehen. So links im Eck haben wir auch ein ruhiges Plätzchen. 

 

      

Nach so viel sitzen und fahren beschließen wir eine Runde am See entlang zu laufen. Es ist heiß. Man könnte auch baden. Der See könnte auch im Schwarzwald liegen, sind wir doch umgeben von bewaldeten Hügeln mit Tannen. Entspannung für die Augen. Das hier im Winter bis zu minus 30°C erreicht werden, ist heute schwer vorzustellen...haben wir doch sicher +30°C an diesem Tag.
Auf dem Rückweg vom See stellen wir fest, dass es sich hier um einen vollwertigen Stellplatz handelt. Es gibt Ver- und Entsorgung und öffentliche WCs. Mülleimer gibt es ebenfalls. Und all das: kostenlos! Und ja, wir befinden uns in der Schweiz. Die Schweiz kann also auch günstig! :)

 

Nach einem schönen Spaziergang kommt der Abend immer näher und wir räumen wieder unser Gerümpel aus der Garage. Tisch, Stühle, Grill. Markise raus. So wie richtige Camper das halt machen. Auch ganz nett :)).

Und irgendwann später....meldet sich mal wieder der altbekannte und nicht so sehr geliebte...HUNGER. Wir sind auf solche Notsituationen zum Glück vorbereitet, haben alles in unserem Schneckenhaus dabei. Ich baue den Grill auf, bereite die Aubergine vor, tränke sie schön mit Öl und lasse sie noch einen Moment alles schön aufsaugen. Nürnberger liegen noch im Kühlschrank, die werden heute auch vernichtet.

Dazu gibts noch mehr Würstli und noch wieder einen gefüllten Omnia Oven mit Gemüse von Adrian. 

 

Der Rest ist schnell gemacht, mein Enders Urban 2095 heizt enorm schnell auf, wir werfen alles drauf, Klappe zu, ne Weile brutzeln lassen, fertig.
Der Omnia Oven braucht etwas mehr Vorlauf, daher läuft dieser schon eine Weile. Man muss eine Vorlaufzeit von 60 min einplanen.

 

Das Mahl verspeisen wir in aller Ruhe, die Sonne schaut uns dabei sinkend über die Schulter und so gaaaanz langsam sinken die Temperaturen in einen angenehmeren Bereich. Die Schatten werden länger, der Tag klingt entspannt aus...naja, nicht ganz, der Grill muss noch gesäubert werden und auch der Abwasch kann nicht länger aufgeschoben werden, denn: die Waschbox ist voll, der Deckel geht nicht mehr zu = ABWASCHEN.

Gegen späteren Abend, bei angenehmer Temperatur, schnappen wir uns noch unsere Müllbeutel und laufen in Richtung WC. Nein, wir wollen nicht den Müll in der Toilette versenken, aber im WC Bereich steht der Mülleimer. 
Auf dem Weg quer über den Platz, riechen wir plötzlich stärkeren Duschgel Geruch. Wo kommt der denn jetzt her. Ich schalte mal meine Handy LED Lampe als Taschenlampe ein und stelle fest, dass wir kurz vor einer großen Wasserlache stehen die von einem der geparkten Teilintegrierten kommt. Und man hört dann auch gut, dass es irgendwo plätschert. Da wir Holms und Watson sind, wo bei nicht klar ist wer wer ist, folgern wir: da duscht soeben jemand in dem Camper und hat seinen Grauwassertank sperrangelweit offen. Da sind wir mal froh, dass das Wasser nicht in unsere Richtung läuft, sondern in die entgegen gesetzte. Aber immerhin riecht das Duschgel gut. :)

Nach dem Müll- und Grauwasser Abenteuer, kehren wir zurück zu unseren Kästen, lassen uns in die Stühle fallen und machen....nix mehr. Für heute ist Feierabend. Alle Berge bezwungen, alle Arbeiten erledigt und keine Lust mehr auf irgendwas...außer hier zu sitzen, die Sterne zu sehen und sich noch ein wenig zu unterhalten.

Gegen Mitternacht fallen uns die Augen zu und wir steigen jeder in seine Hütte. Die sind mittlerweile gut durchgelüftet, alle Fenster waren auf und so lässt es sich angenehm schlafen.

Wünsche euch allen eine angenehme Nachtruhe und viele Grüsse

Kai

 

GPS Koordinaten:
Grand Ballon / Großer Belchen: 47°54'18.5"N 7°06'12.9"E 47.905136, 7.103574

Stellplatz La Brévine: 46°58'18.0"N 6°35'20.2"E  /  46.971667, 6.588937
Parkplatz direkt am See: 46°58'03.0"N 6°34'49.5"E 46.967499, 6.580421

        

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