#3 Ein entspannter Tag auf dem Urnerboden

Guten Morgen,

 

ruhige Nacht, obwohl wir recht nah an der Straße stehen, war es angenehm. Aber warum wache ich jetzt schon um 8 Uhr auf? Am Sonntag! Da müsste doch 9 Uhr drin sein. Irgendwie ist es hier auch recht hell drin. Heller als sonst…komisch…ich hebe meine Rübe und schaue in Richtung Cockpit. Und das erklärt die Helligkeit. Ich Dubbel hab gestern vergessen, im Cockpit die seitlichen Verdunkelungen zu schließen. Und bei der Helligkeit draußen, wird’s natürlich hell drinnen. Toll gemacht, Kai!

Hoffentlich merkt der Co-Pilot das nicht. Vermute aber, seine große Nase wirft genug Schatten, so dass er die Helligkeit nicht wahrnimmt. Friedrich absorbiert die Helligkeit besser mit seinem dunklen Fell. So erreicht das viele Licht seine Äugli erst gar nicht.

 

Gut, hätten wir das geklärt. Da mich heute nix treibt, bleib ich mal noch entspannt liegen und genieße die Ruhe. Für heute hab ich nicht viel vor. Muss nur nach Hause fahren. So verbringe ich einen ruhigen Morgen in und um Zottl. Frühstücke gemütlich, heute gibt’s Bialetti Kaffee. Nach dem Futter, wird das Wetter interessanterweise immer besser. Somit lasse ich die Drohne nochmals in die Luft, flieg weit und hoch, übertreibe es knapp, denn die Drohne will schon wieder automatisch zurück fliegen, weil ihr sonst der Saft ausgeht. Das wird natürlich sofort unterbunden. Aber danke für die Warnung. Ich flieg manuell zurück und lande mit noch 25% Akku.

 

Im Anschluss muss ich an die Arbeit. Ein weiteres Video soll noch fertig werden heute. Ja, manchmal ist man ein wenig Sklave der YouTube Videos. Die Sachen schneiden sich ja nicht von alleine. So sitze ich also, bei noch besser werdendem Wetter, gemütlich in Zottl und vertiefe mich in meine Heizungsthematiken.

Als ich mal kurz rausschaue, bin ich etwas verwirrt. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein weißer Touran, mit dem Heck im Schnee und vorne ohne Gripp. Was ist denn da passiert? Ein Mann steigt aus und versucht durch schieben den Wagen wieder flott zu bekommen. Aussichtslos. Ich schau mir das kurz an und beschließe: da muss geholfen werden. Schuhe an und raus.

 

Am Touran angekommen, frage ich, ob Hilfe benötigt wird. Die wird gerne angenommen und so schieben wir zu zweit. Auch für uns ist der Untergrund sehr rutschig. Schieben daher schwierig. Zum Glück stoppt noch ein weiterer PKW. So schieben wir kurz darauf zu dritt, während eine Dame am Steuer sitzt und Gas gibt. Mit geballter Kraft schaffen wir es. Der VW kommt frei. Ein Rücklicht ist kaputt, sonst scheint alles heil.

Mit freundlichem Dank im Gepäck, mache ich mich auf, zurück zu Zottl. Schnell wieder in die Wärme, vor allem, raus aus dem Wind. Der hat jetzt doch etwas angezogen und bläst stark. Wir sind zwar etwas geschützt durch Schneeanhäufungen rund um uns, dennoch wackelt Zottl bei dem Seitensturm recht heftig. Bis wir wegfliegen, fehlen aber noch ein paar Sturmstärken. 

        

     

Gegen frühen Nachmittag bekomme ich doch noch ein wenig Hunger. Die Reste von gestern Abend sind schnell erwärmt, gegessen wird aus dem Topf, Geschirr wird heut nicht mehr dreckig gemacht. Und ich muss sagen, das Geschnetzelte schmeckt heute fast noch besser als gestern. Dieses Gericht werde ich wohl noch häufiger essen. Schnell, einfach, lecker!

 

Als die Uhrzeiger gegen 17 Uhr laufen, wird mir auf einen Schlag bewusst: ich sollte los! Es wird gleich dunkel. Und wenn ich noch etwas filmen möchte während der Fahrt, muss ich mich beeilen. Voraufgeräumt ist Zottl bereits, jetzt noch schnell die letzten Rest verräumen, ne Stange Wasser ins Eck stellen, GoPro montieren, Canon aufs Armaturenbrett und los geht’s. Teste heute mal, wie die Aufnahmen werden, wenn ich mich während der Fahrt mit der EOS 77 D filme.

 

Die Straße ist heut auf jeden Fall ordentlich aufgetaut. Das macht das fahren unangenehmer. Die flache und glatte Schneefläche ist nun teils matschig und teils noch gefroren. Zottl poltert über die Straße, wir pflügen durch Pfützen und durch Matsch. Erst als wir das Hochtal verlassen, wird die Strecke wieder besser und wir fahren wieder durchgängig auf Asphalt. Gesäumt von Schneewänden die bald so hoch wie Zottl sind. Beeindruckend!

 

Weiter unten muss dann mal scharf bremsen. Durch das Tauwetter, hat sich ein Schneebrocken gelöst und liegt jetzt mittig auf meiner Fahrspur. Ich muss auf die Gegenseite ausweichen um dran vorbei zu kommen, denn seinen Pflug hat Zottl heute nicht montiert.

Friedrich macht große Augen bei dieser Aktion, er war so in das Hörbuch vertieft, dass ihn meine Bremsung völlig aus einer anderen Welt geholt hat. Der Co-Pilot kriegt von all dem nix mit. Ist mal wieder eingeschlafen der Gute. Er kämpft noch immer mit seinem ausbleibenden Winterschlaf.

 

Den Rest der Strecke bis zur Autobahn fahren wir ohne weiter Vorkommnisse. Dann schlägt das Wetter zu. Kaum auf der Bahn, beginnt Starkregen mit Sturm. Der Verkehr kommt ins Stocken. Bis zur Entsorgung bei Wädenswil stürmt und schüttet es wie blöd. Mir schwant schon böses für die Entsorgung. Doch ein wenig Glück hab ich: der Regen lässt nach, nur der Sturm begleitet mich beim Entsorgen.

 

Nachdem alle Tanks leer sind, geht’s nach Hause. Auf der Strecke überrascht mich noch ein kurzes heftiges Schneeschauer. Mit 1°C ist es aber etwas zu warm, so dass sich nur eine Matschschicht bildet, aber keine Schneedecke.

Um 20:00 Uhr erreichen wir die heimatlichen Gefilde, drehen, parken und einer darf wieder alles hoch in die Wohnung tragen. Alle Mitreisenden, technisches Equipment, Lebensmittel und diverse Klamotten. Eine große IKEA Transportbox voll.

 

Das wars für heute, jetzt noch schnell was kochen, Abendessen und…Video editieren. Wie immer halt!

 

Schönen Abend und viele Grüsse

 

Kai und das Team

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Kommentare: 1
  • #1

    Simone Kahlmeier (Montag, 04 März 2019 12:09)

    Hallo Kai
    Vielen Dank für deine prompten Antworten auf die Kommentare.
    Sitze grade in Marrakesch auf dem berühmten Jemaa fe naa...dem Platz der Geköpften...im Cafe la France. Mein Mann ist z.Z. 3 Wochen in Laos für so ein
    " Männerding" on tour.( mir zu heiss) ...bis wir dann mit ??? unterwegs sind.
    Ja, Arbeit ist notwendig, um sich gewisse Dinge oder Lebensweisen leisten zu können...
    Wir werden in weniger als 4 Jahren uns monatlich unsere Pensionskasse auszahlen lassen...das ist nicht wirklich viel, nach dann knapp 18 Jahren in der Schweiz. Wir werden dann auf Europatour gehen. Geld ist bekanntlich nicht alles.
    Ich kann dir nur sagen, verfolge deine Träume und schau immer auf den Preis, den du bereit bist für etwas zu zahlen. Das gilt für das Leben allgemein...
    Mein "Bergwerk" ist eine Psychotherapiestation... täglich erlebe ich wie Leute, aufgrund ihrer Denkweise unglücklich sind. Lebe deine Träume...in deinen Videos machst du den Eindruck....der Mensch lebt nur einmal....
    Herzliche Grüsse Simone
    PS: Ich hoffe ich klinge nicht zu pathetisch....