#3 Mit Jens auf dem Lukmanier Pass und im Tessin - Kommen wir hier wirklich wieder weg?

Moin,

 

ich erwache langsam aus dem Schlummerland. Öffne die Augen und sehe, dass bereits Tageslicht durch den ein oder anderen Miniatur Spalt einfällt. Wunderbar, dann ist es zumindest nicht erst 7 Uhr. Ich taste nach meinem Handy….wo ist das Ding denn….ah…liegt beim Co-Piloten, hat er heut Nacht noch wieder gechattet mit seiner Bärencommunity? Er zuckt leicht, als ich ihm das Handy weg nehme, wacht aber nicht auf. Somit keine Diskussion.

 

Blick aufs Display: 08:30 Uhr rum. Da kann man schon mal aufwachen und wach bleiben.
Da ich mich ziemlich wach fühle, öffne ich das Rollo zur Seeseite und werfe einen Blick raus. Der Anblick ist genial wie gestern. Wow! Noch liegt alles im Schatte, der Himmel ist jedoch blau und die Sonne kommt irgendwann.

 

Also steh ich mal auf, begebe mich zur Heizung, stelle sie hoch und starte mal den Laptop. Für heute gibt es eigentlich nur ein Ziel: ein Video muss noch fertig werden! Also mache ich mich gleich mal an die Arbeit. Von nix kommt nix.

 

Von meinem Nachbar höre ich noch nix. So arbeite ich, Lüfte nebenher Zottl über die Schiebtür, mache ein paar Videoaufnahmen, schaue irgendwann mal raus durch die Schiebetür und nach links und sehe: da hängt einer aus dem Fenster des benachbarten Kastenwagens, mit nem Handy in der Hand und filmt meinen Kasten! Das kann nur einer sein: JENS! Der alte Beschatter und Heimlichfilmer J. Ich scheiß ihn erstmal zusammen…J

Danach verschwindet er in Oski und ward erstmal nicht mehr gesehen….ich widme mich wieder meinem Video. 30 Minuten später steht er vor mir, frisch geduscht und wie das blühende Leben. Schönen guten Morgen! Frühstück bei Dir oder bei mir? Wir entscheiden bei ihm, er macht den Kaffee, ich bringe meine so called Ausgleichsmasse mit über die er sich so gerne lustig macht. Wir haben am frühen Morgen (es ist so 10 Uhr) schon einen heiden Spaß zusammen. Mit Jens unterwegs zu sein ist ähnlich wie mit einem langjährigen Kumpel zu reisen, den man schon ewig kennt. Dabei sehen wir uns erst das vierte mal. Schon komisch manchmal!

Wir frühstücken lange und ausgiebig, die Sonne taucht die gegenüberliegenden Hügel in gleißendes Licht, sie kommt auch unserem Platz immer näher. Streift uns um 12 Uhr, um uns kurz darauf wieder zu verlassen und ihren Kumpel Schatten wieder vorbeizuschicken. Dazu wird der Wind immer stärker. So verschiebe ich meinen Drohnenflug noch etwas. Geh ich doch erstmal duschen!

Duschen in Zottl ist immer wieder cool. Durch die zwei Heizungsauslässe im Bad kann ich dieses schön warm heizen, 25-27°C sind null Problem. Vorhang fix an die Wände magnetisieren, Wasser wird kurz heiß geboostet und schon kanns losgehen. Eine schöne heiße Dusche…mitten im Nirgendwo. Wie cool ist das denn? Immer wieder ein Spaß.
Richtig cool ist mein Dachfenster dabei. Warme, feuchte Luft steigt nach oben, somit das kleine Dachfenster auf und schon zieht einiges der feuchten Luft gleich raus, ohne sich im Kasten abzulagern. So beschlagen noch nicht mal die Spiegel im Bad. Auch spüre ich keinen Zug. Perfekt!
Heute darf es auch eine etwas ausgiebigere Dusche sein, Wasser hab ich genug, somit geht’s heute etwas länger…denn von Natur aus, bin ich ein Richtig-Lang-Duscher. Fragt meine Eltern, die sind in meiner Jugend schier verrückt geworden mit meiner Ewig-Duscherei! J

 

Nach dem Duschen wird gleich das seitliche Fenster auch noch geöffnet, somit Durchzug durch das Dachfenster. Jetzt schnell abtrocknen und raus aus dem Bad. Wird sonst kühl.

Mit frischen Klamotten am Leib, wird die Duschwanne noch trocken gerieben und der Duschvorhang grob etwas getrocknet. Den Rest erledigen Heizung und Durchzug. Läuft!


Wie ein neuer Mensch trete ich vor die Tür…in den noch immer heftigen Wind. Drohne oder nicht? Ich wage es und steige trotz starkem Wind auf. Die Mavic Pro kommt mit dem Wind gut zurecht und steht halbwegs stabil in der Luft. Somit geht der Flug raus auf den See und Richtung Staumauer. Filme und fliege zurück, gegen den Wind. Stelle dabei fest, die Drohne kommt in 200 m Höhe kaum vorwärts so stark weht es. Zudem bekomme ich jetzt auch die rote Warnmeldung. Oh, oh! Ich habe irgendwie ein ungutes Gefühl. Die Drohne kommt kaum vorwärts…was mach ich jetzt? Ich entscheide, die Drohne auf 100 m abzusenken, evtl. ist der Wind dort geringer und ich komme etwas schneller vorwärts. Muss ja auch die Batterie im Auge behalten. Durch den Sinkflug und die Vorwärtsbewegung nimmt die Drohne endlich etwas mehr Fahrt auf. Puh…jetzt kommt das gut. Als ich die Drohne wieder gut sehe, fliege ich noch etwas um unseren Freistehplatz, aber nicht mehr weite Strecken. Bei dem Wind ist mir das nicht ganz geheuer.

 

       

 

Nach dem Flug ist vor dem Flug, alle Akkus wieder laden, denn später will ich noch unsere Abfahrt aus der Luft filmen und auch die Überfahrt über den Staudamm. Hoffe das funktioniert trotz Wind.
Die nächsten drei Stunden sitze ich am Laptop und arbeite an einem Video. Jens geht nochmal auf eine kurze Biketour, filmt ein Duschvideo und wird um 16 Uhr unruhig. Er will los. Ich eigentlich auch, allerdings brauch ich noch 30 Minuten bis ich das Video fix-fertig habe und es rendern kann. So lange kann er sich zum Glück noch beschäftigen.

Leider merke ich nicht, dass ich noch einige Fehler im Video habe, als ich den Rendering Prozess anschiebe….so werde ich es später nochmal machen müssen.

Jetzt aber flott. Alles zusammenräumen, fahrfertig machen…Jens hat es jetzt irgendwie eilig…rangiert an Zottl vorbei und fährt die Schotterrampe hoch. Wieder ohne Probleme. Ich denke nur: Mensch, ich wollte das doch filmen! Naja, zu spät. Dann filme ich halt Zottl. Drohne in die Luft, Canon aufstellen und los geht’s. Leider merke ich nicht, dass die Canon einen Speicherkartenfehler produziert und nicht aufnimmt. Aber immerhin Jens filmt noch von vorne, und die Drohne ist ja auch aktiv.

Ich bringe Zottl in Position, 1. Gang rein, kontrolliert Gas geben ohne Traktion zu verlieren, schon geht’s auf die Schotterrampe. Man merkt, dass die Vorderachse entlastet und leichter wird, die Traktion bleibt aber gut bestehen. Keine durchdrehenden Räder. Wir kommen gut hoch. Der Co-Pilot nickt zufrieden. Hätte er einen Daumen, würde er jetzt wohl einen „Daumen hoch“ da lassen. J

 

Schnell die Drohne einholen, Jens bringt mir die Canon mit der schlechten Nachricht, dass sie nicht aufgenommen hat. Und mit der Guten, dass er auch gefilmt hat. Puh, danke Jens!

Aufsitzen und ab durch den 2,5 m hohen Tunnel der eigentlich sicher 3,5 m hoch ist. Danach wieder stoppen, Drohne wieder in die Luft, wieder ins Auto, Active Track Funktion aktivieren und schon fahren wir über den Damm und werden aus der Luft gefilmt. Tolle Aufnahme, trotz Sturm.

Kaum über den Damm drüber, stoppe ich, hole die Drohne vom Himmel, und folge Jens zum großen Parkplatz. Dort legen wir die Rückfahrt fest. Ich fahre gen Autobahn und durch den Gotthard, er wieder über den Lukmanier und nach Hause gen Chur.
Auf der Abfahrt ins Tal filmen wir uns noch ein wenig gegenseitig und bevor die Wege sich trennen, stoppen wir nochmal kurz. Geben ein letztes gemeinsames Statement in die Kameras, verabschieden uns und sagen bis zum nächsten Mal.

Jens, war ne geile Tour. Hat mächtig Spaß gemacht und ich freu mich schon auf die Nächste, dann wahrscheinlich mit weißem Zeug um uns rum. J

Auf dem Weg zur Autobahn starte ich nochmal den Rendering Prozess neu, korrigiere vorher alle Fehler. Vor dem Gotthard leere ich noch alle meine Tanks, stehe kurz am Tunnel an und schon bin ich kurz vor Flüelen. Dort halte ich und lade schnell ein 1 GB Video hoch über 4G. Das geht schneller als zu Hause mit Wlan. Ich bin platt!

Von hier aus, auf direktem Weg nach Hause, ausladen. Feierabend!

Ich danke euch fürs Mitreisen und Mitreisen und freue mich schon auf den nächsten Trip mit euch.

Viele Grüsse und einen schönen Abend.
Kai

 

 

GPS Koordinaten:
Lago di Luzzone: 46°33'46.1"N 8°58'23.0"E  /  46.562792, 8.973052

Ver- und Entsorgung Tessin: 46°26'42.0"N 8°49'57.5"E  /  46.444997, 8.832625

 

      

 

       

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