#1 Die 3 vom Berg - Sankt Antönien ruft und wir folgen

Hallo zusammen,

 

Freitag morgen, Zottl ist abfahrbereit. Co-Pilot und Friedrich haben ihre erst Nacht in ihrem Leben ALLEINE in Zottl verbracht. Es war ihr Wunsch, einmal ohne mich dort zu nächtigen. Zu Hause geht das ja gut. Hoffe, sie wollen das nicht auch mal, wenn wir unterwegs sind.

 

Am Freitagmorgen liegen sie noch schnarchend in Bett als ich um 7 Uhr ins Cockpit steige, den Motor an lasse und los zottle. Nein, es geht noch nicht auf Reisen, sondern ins Büro. Allerdings will ich um 16 Uhr heute losziehen. Und um pünktlich am verabredeten Ort zu sein, hab ich Zottl gleich mal schon dabei.

 

Pünktlich am verabredeten Ort? Genau!

Wir haben einen Termin, mit zwei weiteren Kästen. Curly und Oski sowie deren Besatzung Silvio und Jens. Zwischen 18:00 und 18:30 wollen wir uns am Lidl in Landquart treffen.

Mal ein Wort zu Lidl, wo wir uns ja jetzt schon öfter getroffen haben: Lidl ist kein Sponsor von uns. Wir nutzen einfach nur deren praktische Parkplätze um uns dort zu treffen. Als Dank dafür, gehen wir auch gerne mal noch kurz dort einkaufen.

 

Um Punkt 16 Uhr lasse ich die Tür im Office ins Schloss fallen und steige in Zottl ein. Ab geht’s! Ein hoffentlich tolles und aufregendes Wochenende mit Kästen und Freunden steht vor der Tür. Seit Tagen freue ich mich darauf. Die Woche war lang und hart…aber jetzt…in Zottl…alles egal. Hinter mit könnte die Welt untergehen…wurscht…ich fahre in die andere Richtung. Abfahrt!

 

Es läuft erstaunlich gut gen Chur. Nur zweimal kurz stockender Verkehr. Um 17:30 Uhr rum verlasse ich die Autobahn und um 17:40 Uhr rolle ich auf den Lidl Parkplatz. Und was seh ich? Ein Haufen Autos, gut was los, aber noch immer gut Platz für Zottl…und was ich nicht sehe: andere Kastenwagen! Was das heißt? Wir sind die Ersten am Treffpunkt!!! Das gab es noch nie! Wir sind sau überpünktlich! ENDLICH!!! Niemand muss auf uns warten! Wir sind die, die warten müssen!

Um die Wartezeit zu nutzen, laufe ich mal kurz in den Lidl und kauf noch ein. Fürs Wochenende und nächste Woche.

 

Ich schlendere durch den Lidl, obwohl der Parkplatz gut besucht ist, ist der Shop angenehm leer. Ich stromere durch die Gänge, filme sogar ein wenig, zahle an der Kasse und bin auf dem Weg nach draußen, als ich im Augenwinkel jemanden bemerke. Der hat so ein komischen kleines Ding in der Hand und grinst….ich dreh mich um…oh…den kenn ich…Seruvs Jens!!!!! Ist der mir im Lidl hinterher geschlichen? J

 

Wir laufen raus, ich lade mein Futter in Zottl und kaum fertig, kommt Silvio. Auch noch im Zeitrahmen. Somit heute alle on Time.

 

Wir sitzen auf, Jens macht den Lead und wir zwei anderen folgen. Die Fahrt führt uns gen Chur, mittlerweile ist es stockdunkel. Das macht die Filmerei wieder ziemlich schwierig. Was freu ich mich auf den Sommer, lange Tage, schönes Licht und Helligkeit für die Kamera.

Kurz vor Küblis verlassen wir die 28 und fahren links den Berg hoch. Und es geht ordentlich den Hang hoch. Die Motoren haben gut zu tun, enge Kehren sind mit dabei. Schade sieht man nix. Irgendwann erreichen wir Luzern…äh Luzein, fahren durch und immer weiter den Berg hoch. Wobei, die Steilheit lässt nach, es geht jetzt eher parallel den Berg entlang, weiter hinter ins Tal. Links ist Fels, rechts geht es gefühlt den Berg steil runter. Man sieht jedoch nix davon.

Die Schneehöhe steigt immer mehr an. Über ein Meter türmt sich das weiße Gold hier. Sieht toll aus.

 

Als ich so vor mich hinfahre und dazu noch in die Kamera rede, bemerke ich, wie Jens plötzlich stärker bremst. Etwas überrascht kommt das jetzt schon, ich jage Zottl auch die Bremsbacken auf die Bremsscheiben. Der Co-Pilot stöhnt und Friedrich klammert sich in des Co-Piloten Pelz…das macht die Situation nicht besser für den Co-Piloten.

 

Wir kommen fast zum Stand und fragen uns, was Oski da treibt. Kurz darauf wird’s klar: der Asphalt fehlt. Hier ist Schotterstrecke mit ordentlich Schlaglöchern. Schön, erinnert mich ein wenig an die Strecke am Nyksund in Norwegen. Oh war das toll da oben….wie gerne würde ich dort nochmal hin. Ich bereue noch immer, dass ich dort die Drohne nicht in die Luft gestellt hatte. Und ich bereue selten was!

        

     

Aber, zurück zum Thema, wir tuckern über die Piste und nach 300 m haben wir wieder Asphalt unter den Puschen. Kurz darauf halten wir auf einem dunklen Parkplatz. Hier steht ein Zahlautomat. 24 h parken kostet 6 CHF. Fairer Preis! Zahlen wir gerne.

 

Nachdem Jens auch Oski wieder gesäubert hat, eine Kaffeedose war vom Küchenblock gepurzelt und hatte Oski in einen wohlriechenden Kaffeevan verwandelt, geht’s weiter. 500 m später ist jedoch Schluss. Wir kommen nur bis P5, weiter ist die Straße nicht geräumt. Wir besprechen kurz wo und wie wir parken und rangieren unsere drei Kästen dann entsprechend auf den Parkplatz. Wir bauen wieder eine kleine Burg.

Der Parkplatz ist etwas abschüssig. Jens mit Luftfahrwerk kann diese Schräge am besten balancen. Somit ist klar: gekocht und gegessen wird in Oski.

 

Und was zaubert uns Jens heute?

Nochmals Rösti, diesmal jedoch mit Raclettekäse und Ei. Oh wie ich mich freue als ich das höre!

 

Wir werden aufgefordert, unsere Pfannen in Oski zu bringen, jeder bekommt sein eigenes Rösti. Für Jens eine logistische Herausforderung, denn: er hat ja nur zwei Gasbrenner, aber drei Pfannen. Er muss also, wie ein Hütchenspieler, die Pfannen immer wieder durchwechseln. Mal steht meine Pfanne auf dem großen Brenner, mal auf dem kleinen, mal neben dem Herd. Meine Pfanne ist die kleinste, hoffentlich werde ich überhaupt satt heute….
Die Produktion der Rösti dauert durch das Hütchenspiel ein wenig länger. Zum Schluss kommt noch der Käse drüber, die Eier werden separat gemacht. Oh wie das riecht. Mir läuft das Wasser beim Filmen im Mund zusammen. Und was hab ich Hunger! Es geht schon locker auf 20 Uhr zu.

 

Da es in Oski ziemlich übel aussieht nach der Kochsession, essen wir im daneben stehenden Zottl.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, sitzen wir endlich an Zottl‘s Tisch. Jeder ein Rösti vor sich auf dem Tisch. Ein Bierchen daneben. Prost! Und los!

Wieder ein Gedicht, das Essen schmeckt top, wir stellen das Reden ein, alle drei mampfen wir unser Käse-Rösti mit Ei. Boah ist das wieder lecker!

 

Co-Pilot und Friedrich beäugen vom Bett aus die Szene….der Co-Pilot schielt wieder auf Jens‘ Bier und Sitzplatz, Friedrich eher auf das Rösti.

 

Nachdem alle Teller bis auf den letzten Rest geleert sind und aussehen wie frisch abgewaschen, ist es Zeit für eine kleine Verdauungsunterstützung. Zeit für EINEN Schnaps. Sonst kann hier heut Nacht keiner ordentlich Schlafen. Natürlich wissen wir alle, dass Schnaps eigentlich nicht hilft. Aber was solls! Das Gefühlt sagt was anderes. Runter damit!

Heute artet aber nix aus. Es bleibt bei einem Schnaps.

 

Der Abend verläuft somit in geordneten Bahnen und gegen Mitternacht brechen wir zusammen. Silvio und Jens machen sich vom Acker, ich räume noch kurz ein wenig auf, mache die Badrunde und liege kurz darauf im Bett.

 

Gute Nacht und bis morgen.

 

Kai

 

GPS Koordinaten:

Übernachtung Sankt Antönien P5: 46.976201, 9.833448 , auch nett: P6: 46.988310, 9.848228 / P11: 46.970971, 9.833274 / P12: 46.964989, 9.846094

 

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