#3 Oh man, oh man, oh man...ist das schön hier!

Moin zusammen,

stellt euch vor, ihr wacht am Sonntag auf, merkt, dass es eigentlich noch zu früh ist, zum wach werden, könnt aber nicht mehr einschlafen. Denn: das Hirn rattert. Es rattert aber nicht wegen der Arbeit....sondern...wegen der anstehenden Aufgaben heute. Als erstes überlege ich, wie ich die ersten Kamera Aufnahmen machen soll, im Bett, vorne in der Dinette, draußen....ich komme zu keinem Ergebnis.

So denke ich an was anderes: wie lasse ich nachher die Drohne fliegen, dass es gute Bilder und Videos gibt für YouTube. Klappt die Active Track Funktion mit der DJI Mavic Pro nachher? Wie filme ich die Abfahrt später? Wo stelle ich die Drohne an den Himmel? Wie filme ich die Überfahrt über den Staudamm.

Ja Leute, in den Videos mag das immer sehr leicht und einfach aussehen, dafür benötigt es aber einiges an gedanklicher Vorarbeit. Denn die Kameraeinstellungen müssen sitzen besonders wenn es um die Drohne geht und Fahraufnahmen. Die Straße gehört ja nicht mir alleine, andere fahren da auch. Zudem: Ich hab ja nicht den ganzen Tag Zeit. 

Was im Video also schön aussieht, muss geplant sein. Und die Planung fängt heute, Sonntag, um 07:15 Uhr in meinem Hirn an. Na toll! Ist das noch gesund? Ich weiß es nicht....

 

Aber ein Gutes hat das Ganze: ich mache das Rollo auf und sehe...blauen Himmel. Die Sonne ist kurz vor dem Aufgehen. Jackpot! Wie gestern Nacht, als ich noch den Mondaufgang filmen und fotografieren konnte. Ein roter, fast voller Mond am Himmel. Was für ein Anblick!!!

 

Jetzt aber schnell, Klamotten an, Jacke drüber und raus. Die Sonne sehe ich nicht, aber sie strahlt die mir gegenüberliegenden Berge rot an. Wow, wow, wow! Was für ein Schauspiel. Was bin ich froh, bin ich früh wach geworden. Alles ist in rotes Licht getaucht, das Wasser schimmert und ich kann mich gar nicht satt sehen. Renne mit Kamera und Handy rum, schieße Videos und Fotos für Instagram, YouTube und Facebook. 


Um 8 Uhr bin ich fertig...und das coole ist: der Tag liegt noch komplett vor mir. Eigentlich liebe ich die Morgenstimmung, die saubere, klare und frische Luft, das tolle Licht, die Farben, die Ruhe und Stille. Nur leider schlafe ich halt auch gerne lang. Irgendwie beißt sich das halt!

 

       

So sitze ich heute schon um 08:15 beim Frühstück, verputze die letzten Pfannkuchen mit braunem Zeug und stelle erst nach dem Dritten fest: irgendwas fehlt. Ich hab gar nix zu trinken!? Verdammt, völlig vergessen mir einen Kaffee zu machen! Das gab's bisher auch noch nie in Zottl. Kaffee vergessen! Natürlich wird die Kaffeeproduktion ganz schnell nachgeholt.

Jetzt ist es ein richtiges Sonntagsfrühstück! Was für ein Leben. Eine Aussicht zum genießen, lecker Essen und Kaffee. Mehr braucht kein Mensch...oder vielleicht doch?

 

Nach der Runde durchs Bad, geht die Drohne in die Luft. Platzrunde. Dann will ich es wissen, ich fliege hoch, sehr hoch...über den Berg. Und sehe auf der anderen Seite fast die Auffahrt zum Gotthard Pass. So nah bin ich dran...aber doch so weit weg...denn es führt keine Straße dort hin. Schon verrückt. Aber zum Glück ist es so, denn sonst wäre hier oben wohl der Teufel los. Es rollen zwar jetzt ein paar Autos an, aber mehr als eine Handvoll wird es nicht. 

Wieder mal retten mich auch die DJI Mavic Pro Sensoren vor einer Felskollision. War wohl doch etwas zu tief um über den Felskamm zu kommen. Von unten ist das immer schwer einzuschätzen. Aber alles gut gegangen. 
Nachdem ich einen Akku verballert habe, kommt der nächste dran. Eine Flugeinstellung muss ich dreimal fliegen, bis ich zufrieden bin. Irgendwann ist auch der zweite Akku alle. Jetzt heißt es, alles wieder laden und bereit machen für das Filmen der Abfahrt. Das dauert aber jetzt sicher ne knappe Stunde bis alles voll ist. Soll ich warten, rum hocken und nix tun? Nee!


Ich ziehe meine Nike Wanderturnschuhe an und Laufe in Richtung Passo Nero. Leck geht's da den Berg hoch, ich schnaufe ordentlich, dazu die Filmerei noch, warm ist es hier oben auf 2300 m auch. Zum Pass sollen es 20 Minuten sein. Allerdings ist der Pass selber nicht gekennzeichnet. Ich laufe und laufe...klettere teilweise etwas und habe Spaß. Irgendwann nach 45 Minuten komm ich zu einer Wetterhütte(?) mit eigenem Strommast und Gletscherblick. Den Gletscher hatte ich vorhin schon mit der Drohne gesehen. :) Schon geschickt so ein Flugdingens. 


Gerne würde ich noch weiter laufen...ja, ihr lest richtig, es macht mir hier richtig Spaß zu kraxeln und zu laufen. Völlig untypisch für mich, ich weiß. Dennoch, ich muss um 15 Uhr in Locarno sein, hab ein Treffen mit Sandro, dem Tippgeber für diesen tollen Platz an dem ich mich soeben befinde. 
Und wenn ich noch die Abfahrt ausführlich aus der Luft filmen will, sollte ich zurück. Der Abstieg geht deutlich schneller von statten...komisch..haha...und schon steh ich wieder vor Zottl. Mache den Kollegen fahrfertig, wecke den Co-Piloten der alle bisherigen Aktivitäten boykottiert hat und wende Zottl. Drohne in die Luft und los!

Und was soll ich sagen. Die Active Track Funktioniert heute gut, ich mach es scheinbar endlich richtig. Eine Aufnahme verkacke ich aber gründlich. Ich freue mich schon wie ein Schneekönig über die geile Einstellung und Aufnahme, bis ich merke....F**** ich hatte nicht auf AUFNAHME gedrückt. Die Szene wurde somit nicht auf SD Karte gespeichert. Ich versuche die Szene zu wiederholen. Aber die Drohne hat irgendwie keinen Bock drauf und spinnt. Na danke!

Dennoch generiere ich genug gutes Material. Bei 40% Akku Kapa wird gelandet und er Akku gewechselt. Jetzt noch die Überfahrt über den Staudamm und anschließend die steile bergab Passage.

Die Filmszene über den Staudamm funktioniert gut, wie heute morgen im Bett überlegt. Allerdings mache ich wieder einen schwerwiegenden Fehler. 
Zottl steht auf dem einspurigen Staudamm in Position. Da sehe ich ein Auto hinter mir heranfahren. Ich höre auf zu denke, meine alles ist parat und fahre los, über den Damm auf die andere Seite. Als ich dort ankomme, sehe ich: NEIN, nicht schon wieder....AUFNAHME drücken vergessen. Oh wie blöd kann ein Mensch eigentlich sein? Und jetzt? Ich brauch die verdammte Aufnahme. Was bleibt mir übrig? Rückwärtsgang rein und 200 m über die schmale Dammstraße zurücksetzen. Das Auto hinter mir hatte ich natürlich vorher vorbei gelassen.

Also auf ein Neues, AUFNAHME drücken und los. Resultat: TOP! 


Sofort nach dem Damm geht es in einer steilen S-Kurve bergab. Drohne also neu in Position bringen und abfahrt. 
Ich filme mich noch lange weiter, aus großer Höhe wie ich durch die bergige Landschaft düse. Die Active Track Funktion funktioniert überraschend problemlos auch bei großer Höhe. Irgendwann zeigt der Akku nur noch 35% an, Zeit zu landen. An einem steilen Bergstück halte ich, lande die Drohne.

Viele Kurven und Höhenmeter später hab ich dann auch endlich wieder Handyempfang. Die Welt hat mich wieder!

Stabil ist er aber erst ab dem Lago del Sambucco. 

Der Rest ist gleich wie gestern, nur andersrum. Zig Serpentinen, ich kurbel mir nen Wolf. Hab aber Spaß dran. Gegen 15:20 Uhr treffe ich endlich in Locarno an. Sorry für die Verspätung, Sandro! 
Auf der Piazza Grande sitzen wir draußen, genießen Kaffee, Kuchen und Espresso und unterhalten uns über alles mögliche! Was für ein schöner Abschluss eines tollen Trips!

Alles weitere ist schnell erzählt. Gegen 18 Uhr fahre ich wieder ab, auf die Autobahn gen Deutschschweiz. Vor dem Gotthardtunnel 20 Minuten Stau. Toll! Vorher entsorge ich noch kurz auf der Tessiner Seite. 
Um 20 Uhr rum treffe ich zu Hause an. Genau passend zum Ende meines Hörbuchs. Perfekt getimet. 

 

Toller Trip, top Wetter, nette Menschen getroffen...jetzt noch kurz Ausladen, kochen, Feierabend. Ich lade gerade meine Ikea Box als ich ein komisches Geräusch höre. Was'n das? Kommt von hinter Zottl....nee, oder...darf doch nicht wahr sein. Es fängt soeben an zu Regnen! Hat er mich also doch noch gefunden. Und zwar genau dann, wenn ich die unüberdachten 50+x Stufen zur meiner Wohnung hoch muss. Mit der schweren Ikea Box auf der Schulter. Na danke!

So verabschiede ich mich heute von euch, laufe durch den Regen hoch und runter und fluche ein klein wenig. Die Laune verdirbt mir das aber nicht. Nicht nach so einem genialen Wochenende.

Viele Grüsse und danke schön fürs Mitreisen.

Kai

 

GPS Koordinaten:
Schlafplatz am Lago del Naret: 46.473589, 8.565307
Alternative Plätze, aber schwerer zu erreichen: 46.471921, 8.564105 / 46.474302, 8.559127 / 46.476822, 8.575452

Ver- und Entsorgung Tessin: 46°26'41.7"N 8°49'57.9"E  /  46.444919, 8.832749

 

       

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