Sustenpass, Steingletscher #2 - Gletschersee und Gletscherabwasser

Gruezi und guten Morgen vom Steingletscher am Sustenpass!


Gähn....eine schöne ruhige Nacht hier verbracht. Absolute Empfehlung. Heute morgen hält das Wetter leider nicht, was der Sternenhimmel letzte Nacht versprochen hat. Es ist eher bewölkt und regnet sogar ab und an. Dürfe sich nur um Reste von Gestern halten die eigentlich schon weg sein sollten. Sind aber noch da...gehen aber bestimmt gleich...hoffe ich.

Erstmal Frühstück. 

 

Nur sehr langsam bessert das Wetter. Meine Wanderung zur Gletscherzunge des Steingletschers hab ich für heute abgeschrieben. Alles zu nass, rutschig und feucht. Aber was dann? Irgendwo anders hinfahren? Nö, viel zu schön und ruhig hier. Ich höre zwar die Mopeds den Pass hoch heizen, das stört mich als Moped Fahrer aber nicht groß. 

Ich bleibe definitiv den ganzen Tag und die nächste Nacht hier. Mal nicht sofort am nächsten Tag wieder weiterzufahren ist auch mal schön für mich. Bin ich doch sonst meist on the move. Diese Wochenende möchte ich es ruhiger haben und chilliger. 


Ich sitze jetzt erstmal das etwas schlechte Wetter aus und warte ab, bis es besser wird. Der Plan geht zum Glück auf. Gegen Mittag reißt es auf, die Sonne scheint, angenehme 20°C. Während in den Tälern über 30°C erreicht werden, chille ich hier bei sehr angenehmen Temperaturen. Ich liebe es! Das ist das schöne an der Schweiz, auf sehr kurzen Distanzen kommt man aus der Hitze raus. Einfach hoch hinaus fahren, schon wird es angenehm von den Temperaturen her. Und die Sicht ist auch nicht schlecht. Wann hat man schon die Möglichkeit, am Fuß eines Gletschers zu übernachten? Und das für fast kein Geld? Da sag nochmal jemand, die Schweiz sei ein teures Reiseland. Stimmt nicht...wenn man es richtig anstellt! Etwas mitdenken, recherchieren und Verzicht auf ein paar kleine Annehmlichkeiten, schon wird es ein top Urlaub für wenig Geld.

 

Gegen Mittag packe ich meinen Rucksack der mir schon in Skandinavien gute Dienste geleistet hat. Rein kommen:

- Drohne und alles was dazu gehört

- Kamera und Akkus
- Geldbeutel

- Handys

- Wasser

- ne Tafel Schoggi

 

Man könnte jetzt meinen, ich begebe mich tatsächlich auf eine Wanderung...is aber nicht der Fall. Ich Laufe nur ein Stück ins Tal nach hinten. Das Ziel. Etwas filmen und die Drohne in die Luft bringen.

 

Die Drohne sagt mir wieder, ich befinde mich in einer Zone in der mit Flugverkehr zu rechnen ist. Okay, gut zu wissen. Jetzt aber ab in die Luft.

Der Flug verläuft Problemlos, ich fliege Richtung Gletscher und mache ein paar schöne Aufnahmen. Gegen Ende des Flugs höre ich aus einer anderen Richtung das Geräusch eines Hubschraubers. Kein gutes Gefühl. Ich bin relativ hoch und mache mich sofort dran, die Drohne abzusenken. Das geht leider nicht so schnell wie das Aufsteigen lassen. Zum Glück fliegt der Hubi aber nicht in Richtung meiner Drohne und des Gletschers sondern in Richtung Sustenpasshöhe. Puh...besser so. Glaube zwar nicht das wir uns was die Höhe angeht in die Nähe gekommen wären, auf einen Versuch hätte ich es dennoch nicht ankommen lassen wollen.

Plötzlich eine Warnmeldung der Drohne. In wenigen Sekunden beginnt der automatische Rückflug weil sonst die Akkukapazität für den Rückflug nicht mehr reicht. Bei der Meldung bleibt erstmal kurz das Herz stehen. Ich hatte diese Nachricht noch nie auf dem Bildschirm. 

Ich greife manuell ein, stoppe den Countdown zum automatischen Rückflug und fliege sofort manuell zurück. Während des Rückflugs gehe ich auch gleich in den Sinkflug. Mit etwas feuchten Fingern fliege ich so die gesamte Distanz zurück zu meinem Standort und hoffe nur, dass die Batteriekapazität auch reicht. Bei 30% Akkuladung geht der nächste Alarm los. Es piept und macht...allerdings sehe ich nun, dass es gut reichen wird. Die Drohne ist gleich bei mir. 

Der Landeanflug brauch auch noch kurz einen Moment, immerhin bin ich von Steinen umgeben und muss erst noch die Startfläche wiederfinden. Sollte ja halbwegs eben sein.

Als die Drohne endlich landet, hab ich zwar noch 20% Akkukapazität, die Anspannung war dennoch enorm. Ich brauch eine Pause!

Nach 10 Minuten durchschnaufen, kommt der nächste meiner drei Akkus zum Einsatz. Dieser Flug läuft nun reibungslos. Aber auch wieder anstrengend.

20 Minuten später lande ich wieder, packe mein Zeug zusammen und laufe zurück zu Zottl. Pause und Mittagessen. Wetter angenehm sonnig mit ein paar Wölkli.

       

Zu Mittag mach ich mir meinen Lieblingssalat: Gurke mit Thunfisch und gekochten Eier mit Essig/Öl Dressing. Man kann das auch noch verfeinern mit Mais und Zwiebel. Ich mache heute aber die einfache Variante.

 

Noch bin ich als einziger Camper auf diesem Parkplatz, jene die mich gestern Abend "besucht" hatten, sind schon weiter gezogen. Ihre "Nachfolger", parken und kommen gleich zu mir. Sagen hallo und fragen ob man hier überhaupt campen darf. Denn unten an der Einfahrt steht ein Zelten verboten Schild. Da wir aber nicht Zelten, und mich der Kontrolleur von vorhin auch nicht weggeschickt hat, darf man mit dem Camper hier stehen. Apropos Kontrolleur: immer schön das bei der Einfahrt gezogene Ticket an der Scheibe sichtbar anbringen. Sonst gibts ne Strafe in Höhe von 10 CHF. Warum ich das weiß...nennen wir es Erfahrung. Allerdings war ich zum Glück im Camper und bemerkte den Kontrolleur und konnte so mein Ticket noch vorzeigen.

 

Nach dem Essen geht es weiter. Diesmal will ich bis ganz nach hinten, zu den "Wasserfällen" die vom Gletscher kommen. Tosendes Wasser, welches ich filmen möchte. 

Nach hinten raus wird die Tour schon eine kleine Kletterei. Einen ordentlichen Weg gibt es hier nicht. Man kann sich nur an seiner eigenen Nase orientieren. Und der folge ich.

 

Nebenbei bemerke ich, dass sich der Himmel immer mehr zuzieht. Für heute Nachmittag/Abend sind Gewitter gemeldet. Auf dem Rückweg zu Zottl verspüre ich die ersten Regentropfen. Das legt sich jedoch wieder, dennoch kommen die Wolken immer tiefer und ich mache noch schnell mit meiner GoPro Hero5 auf meinem großen Stativ eine Timelaps. 15 Minuten später kübelt es runter, donnert in der Ferne und die Berge hängen in den Wolken.

Ich ziehe mich somit in Zottl zurück und schaue mir en neues Spielzeug an: den PAJ GPS Power Finder. Dieser wurde mir von PAJ kostenlos zur Verfügung gestellt. Wobei ich die Verzollungskosten in die Schweiz übernommen habe, 30 CHF. Es handelt sich also ab hier um einen Beitrag mit Werbung.

Was macht so ein Tracker? Er erlaubt es, im Fall eines Diebstahls des ganzen Fahrzeugs, dieses zu lokalisieren so lange GPS und Handynetz Verbindung anliegen. Die Inbetriebnahme ist einfach, es empfiehlt sich aber, die Bedienungsanleitung kurz zu lesen. So wird das ein oder andere schnell klarer. 

Es gibt verschiedene Modi die man per SMS aktivieren kann bei dem Tracker:

 

Bewegungsalarm / Erschütterungsalarm

Alarm beim Verlassen einen festgelegten Radius

Alarm bei Veränderung der Fixierung – Drop Alarm (Neuste Generation mit Lichtsensortechnik)

Alarm bei geringem Batteriestand

Alarm bei Geschwindigkeitsüberschreitung

 

So spricht z.B. der Erschütterungsmodus an, sobald der Sensor eine Erschütterung wahrnimmt. Es wird dann sofort eine SMS an mein Handy geschickt mit den aktuellen GPS Koordinaten. Im weiteren "Klauverlauf" kann man dann den Tracker immer wieder anrufen um die Aktuelle Position per SMS aufs Handy zu erhalten. Dabei ist gleich ein Link zu Google Maps. Draufklicken und schon sieht man, wo sich das Fahrzeug JETZT befindet. Sau coole Sache! 

Das Gerät kommt mit ewig langer Akkulaufzeit von bis zu 60 Tagen. So groß wie eine Zigarettenschachtel. Versehen mit einem super starken Magnet mit welchem man den PAJ GPS Tracker einfach an Metall anbringen kann. Leider ist der Tracker nicht wasserfest. Sonst könnte ich ihn bei Zottl perfekt aufs Dach pappen. So muss ich einen anderen Ort finden. 

 

Derzeit teste ich ihn noch bei meinem Skoda Superb (Limousine) im Kofferraum. Funktioniert top! Jedes mal wenn ich irgendwo abfahre, meldet der Tracker sich per SMS auf meinem Handy das Polarbear (so heißt mein Skoda) gerade geklaut wird.

Um SMS zu erhalten, benötigt der Tracker eine SIM Karte. Da bietet sich eine günstige Prepaid Karte an. 

 

Wer mehr wissen möchte, schaut sich die PAJ GPS Webseite an. Ich habe den POWER FINDER getestet. Das wirklich coole ist: man kann ihn in verschiedenen Autos nutzen da er nicht fest verbaut ist. Man kann ihn aber mit einer Stromquelle verbinden, dann muss man nicht mal mehr ans aufladen des ca. 10.000 mAh Akkus denken. Der reicht im besten Fall für 60 Tage Laufzeit.

 

Wer möchte, kann auch Upgraden auf das GPS Portal. Für mindestens 4,99 EUR bekommt man dann noch weitere Zusatzfunktionen wie z.B. den Echtzeit Zugriff auf Positionsdaten und bis zu 100 gespeicherte Routen. Das biete sich in meinen Augen aber eher für den professionellen Bereich an.

 

Liebe Diebe,

klaut mich (Zottl) lieber nicht, ich finde ihn wieder, der GPS Tracker hat ein gutes Versteck, ihr findet ihn also nicht. KAI wird aber mich und somit auch euch finden, und was dann passiert, das wollt ihr lieber nicht wissen. 

Vielen Dank und Grüsse

Zottl

 

Das Teil wird mich nun auf allen meinen Reisen begleiten! Von mir gibt es eine Empfehlung für diese Produkt.Der einzige Schwachpunkt: wenn der Power Finder kein GPS oder Netz empfang hat, ist er wertlos.

Heute Abend ist eigentlich der Plan, nochmal den Grill anzuwerfen. Das Wetter ist aber feucht, wenn auch nicht mehr stark von oben, unten stehen jedoch überall Pfützen und es ist nass. Abgekühlt hat es auch deutlich. Ich beschließe, den Fisch in der Pfanne zu machen. Zwei Fenster auf und Dachfenster, sonst riecht Zottl nachher wie eine Fischbude. Bin ich froh, dass Zottl serienmäßig Fliegengitter verbaut hat. So kommt immerhin kein Geviech rein. Ich brate den Fisch in Butter an. Auf Beilagen verzichte ich heute. Somit nur Fisch!

 

Was ich den Rest des abends mache? Wie immer: Videos bearbeiten. Gegen Mitternacht fallen mir die Augen zu und ich verbringe die nächste Nacht im Heck von Zottl. 

Auch bin ich bei weitem nicht mehr so alleine. Direkt hinter mir steht ein VW Tiguan mit Dachzelt und dahinter ein weiteres Wohnmobil. 

 

Mit dem Gefühl, nicht alleine zu sein, schlafe ich ein.

Gute Nacht und viele Grüsse

Kai

 

GPS Koordinaten:

 Keine. Hab mich nicht weg bewegt.

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